Text: i.s.o.
Fotos:i.s.o.
Text: i.s.o.
Fotos: i.s.o.
- Darlin' Grave (Dead & Buried, All gone dead, UK)
- CCCP (Onderstroom, Living in Oblivion, NL)
- chRIstian P. (Skeletal Remains, D)
- Rickbats (Stiches, Decayed Lace, USA)
- Thomas Thyssen (Pagan Love Songs, Randbewegung, D)
- Jürgen Jakob (Judgement Day, ex-Strobelight Records, AT)
- Scary Lady Sarah (American Gothic Productions, USA)
- Dave Bats (Release the Bats, USA)
- Ralf Thyssen (Pagan Love Songs, D)
Weitere Infos, sowie Karten zu Euro 58,-- unter
WGT
Außerdem freuen wir uns über zahlreiche Einsendungen zu unserer
FESTIVALVERLOSUNG
Wer aber in Leipzig noch etwas anderes erleben will oder ein paar Tage mehr
in Leipzig verbringt, sollte unbedingt den Zoo Leipzig besuchen.

Auch hier gibt es ein Maifest, das mittlerweile schon zur Tradition geworden
ist.
Ab 11.00 Uhr wird der Zoo mit Musik von Radio PSR „geweckt“. Radio
PSR-Moderator Andreas Bachmann begrüßt ab 11.00 Uhr die Zoobesucher und eröffnet
gleichzeitig das Live-Programm auf der Showbühne im Konzertgarten unter anderem
mit der Gruppe „MiCarla“. Für die Unterhaltung der kleinen Zoobesucher sorgt um
12 Uhr und 15.30 Uhr das Kindertheater mit dem Stück „Das tapfere
Schneiderlein“. Spaß und Unterhaltung für die ganze Familie wird dabei
garantiert!
Die tierischen Stars an diesem Tag sind zweifelsohne die Jungtiere im Zoo.
Unbeschwert genießen sie die Freiheiten und toben ausgelassen über die Anlagen.
Die Elefanten im neuen Elefantentempel „Ganesha Mandir“ legen bei den warmen
Temperaturen sicherlich einen Badegang mehr ein und tauchen ab in die Tiefen
direkt vor den Besuchern. Das ist ein einmaliges Schauspiel so einen Dickhäuter
direkt vor der Nase durch ein Glasbassin schwimmen zu sehen.
ELEFANTENBADEN

Vielleicht hat man auf dem Nachhauseweg nach einem gelungenen
Pfingstwochenende noch Zeit, die neue Seenlandschaft um Leipzig zu erkunden.
Fast 100 Jahre lang wurde hier im Tagebau Braunkohle abgebaut. Nun entsteht
das Leipziger Neuseenland durch Flutung eine Seenkette, die zu den
attraktivsten deutschen Wassersportgebieten zählen wird. Allein der künftige
Zwenkauer See wird einmal größer sein als der Tegernsee. Doch schon jetzt
bietet die Region viele touristische Attraktionen, z.B. den Kanupark am
Markkleeberger See, der am 15. April 2007 eröffnet wurde.
Text: i.s.o.
Fotos: i.s.o.
THE MISSION - Live Konzert am 22.05.07 im Herforder X

Im Herbst 1985 verließen Wayne Hussey and Craig Adams die Band Sisters Of
Mercy und formierten The Mission. Bereits im darauf folgenden Frühjahr ging
die Gruppe im Vorprogramm von The Cult auf ihre erste Europatour. The
Mission veröffentlichten bei einem kleinen Independent Label zwei Singles,
die beide auf Platz 1 der britischen Alternative-Charts landeten, und
unterzeichneten dann einen weltweiten Plattenvertrag. Ihre erste Single auf
dem neuen Label, "Stay With Me" ging direkt auf Platz 30 der englischen
Charts, gefolgt von einer Platzierung ihres Debütalbums "God's Own Medicine"
auf Rang 14.
Während der folgenden acht Jahre veröffentlichten The Mission sechs weitere
Alben, auf denen insgesamt 12 Hitsingles zu finden waren, darunter die
Hymnen "Wasteland", "Tower Of Strength", "Beyond The Pale", "Deliverance"
und "Butterfly On A Wheel". Die Verkaufszahlen haben bis heute die 4-
Millionen-Grenze überschritten. Während dieser Periode erarbeiteten sich The
Mission den Ruf als eine der besten und aufregendsten Live-Bands der Welt
und erhielten unzählige Auszeichnungen. Nach zwischenzeitlicher Trennung
sind The Mission seit 1999 wieder aktiv, legen 2001 mit "AurA" ihr bis dahin
wohl bestes Album vor und zahlllose Fans konnten seitdem weltweit die Power
der Band live erleben.
THE MISSION spielen eines ihrer wenigen Konzerte am 22.05.2007um 21 Uhr im
Herforder X,Bünder Str.82 - 86 ,32051 HERFORD .
Combichrist am 03. April 2007 im Movie, Bielefeld

Am Dienstag den 03. April wurde das Movie, ein Club unweit des Bielefelder
Hauptbahnhofes, Schauplatz harter elektronischer Klänge. Das Interesse an
den kommenden drei Bands, NORTHBORNE, REAPER und COMBICHRIST war groß. Es
hatten sich,obwohl Dienstag Abend in Ostwestfalen, eine Menge Fans im Movie
versammelt. Gegen 20.40 Uhr verdunkelte sich das Licht und NORTHBORNE
betraten die Bühne. Das noch etwas schüchterne Publikum bekundete zwar durch
Beifall Interesse an der Band, traute sich aber noch nicht ganz den Raum
einzunehmen und verteilte sich an den hinteren Plätzen und in der Nähe der
Theke. Die Band mit den beiden Mitgliedern Christian Lund (ebenfalls bei
Icon of Coil) und Alex Coucheron Jarl mischte die Menge die ersten 30
Minuten mit harten Beats aus Techno Body Music und Industrial Klängen auf.
Aufgrund der tanzbaren Musik, wagte sich der ein oder andere dann doch schon
mal auf die Tanzfläche.

Nach einer Umbaupause, die glücklicherweise mit Musik vom Plattenteller
unterlegt wurde, aber meiner Meinung nach mit 20 Minuten doch etwas zu lange
dauerte, folgte die zweite Band des Abends - REAPER. Vasi Vallis, der mit
Tarnhose, zerrissenem Shirt und rot-schwarz bemaltem Gesicht auf die Bühne
stürmte, hatte sich Unterstützung durch einen Keyborder geholt. Dieser
erinnerte mit seinem Umhang und dem bemalten Gesicht stark an Star Wars.
Gespielt wurden Stücke wie MEMENTO MORI und EXECUTION OF YOUR MIND, die auf
dem Debüt-Album “Hell starts with an H“, welches im Februar diesen Jahres
erschien, zu hören sind. Mit seiner stürmischen Art über die Bühne zu
sprinten und mit ein paar aufmunternden Worten animierte Vasi die Zuhörer
zum mitmachen. Das funktionierte auch ganz gut und ein großer Teil der Menge
bewegte sich im Takt.

Leider folgte nun wieder eine längere Umbaupause, aber immerhin warteten wir
ja nun auf den Hauptact des Abends. Mit seiner 'What the F**k is Wrong With
You People' Tour machte Andy LaPlegua Frontmann von Icon of Coil mit seinem
Projekt Combichrist Halt in Bielefeld. Unter anderem wurden Songs wie "Give
Head If You Got It" und "Electrohead" von der aktuellen CD gespielt. Aber
gerade auch die älteren Stücke wie "Blut Royale" wurden begeistert vom
Publikum aufgenommen. Die Meisten der Zuhörer wurden spätestens jetzt zu
begeisterten Tänzern und bei jedem wippte zumindest der Fuß im Takt.

Andy und seine Bandkollegen brachten die Menge mit ihrem
electronic-industrial Sound wirklich gut in Stimmung. Nach dem circa 50
minütigem Konzert verlangten die Fans natürlich noch nach Zugabe. Diese
Bitte wurde auch gewährt. Doch zunächst wurden einzelne Personen aus dem
Publikum von Andy mit einem Scheinwerfer angestrahlt und zum Mittanzen in
die ersten Reihen geholt. Dann gab es das letzte Lied für diesen Abend "This
Shit will fuck you up". Die Menge war wahrscheinlich genauso enttäuscht wie
ich, dass Andy nach diesem Song die Bühne verließ und er tatsächlich nur
dieses eine Lied als Zugabe präsentierte. Nun ja, ich würde sagen, dann
treffen wir uns beim nächsten Konzert wieder.
Text:jvo
Fotos:jvo
Frohes Fest mit Unheilig am 14.12.06 in Hamburg und am 17.12.06 in Köln

Ausnahmsweise hatte ich das Vergnügen, UNHEILIG sowohl am 14.12.06 in
Hamburg (Markthalle) als auch am 17.12.06 in Köln (Live Music Hall) erleben
zu können. Nachdem ich 2006 schon zwei grandiose Open-air-Auftritte des
Grafen zum WGT und zum Amphi-Festival erleben konnte, war ich sehr gespannt,
wie eine "Weihnachtsshow" mit Namen "Frohes Fest" aussehen könnte.
Insbesondere, da ich vorab keine Lieder seiner gleichnamigen Weihnachts-CD
kannte - zumindest nicht in seiner Interpretation. Leider klappte es beide
Male nicht mit einem Interview: Einmal wollte sich der Graf schnellstmöglich
unter seine wartende Fanmeute mischen (natürlich nicht, ohne sich noch
schnell mit mir ablichten zu lassen), das andere Mal hatte ein vortägiger
Regenschauer die Stimmbänder des Grafen fast komplett außer Funktion
gesetzt, so daß jede Minute Rekonvaleszenzzeit genutzt werden mußte.

Doch laßt mich am Anfang beginnen: Und der Anfang führt immer an
Kartenabreißer und Merchandise-Stand vorbei unweigerlich zur Vorband. In
diesem Fall schweizerischer Nationalität und namens F A Q (bitte nicht als
ein Wort aussprechen!). Vorbands haben in der Regel keinen sehr guten Ruf
und auch keinen leichten Stand: Die Leute holen sich Bier, schwätzen, gehen
wieder zum Merchandise-Stand, etc. Natürlich unterblieb dies auch bei F A Q
nicht, aber die Aufmerksamkeit galt zu einem nicht unerheblichen Maße den
drei Schweizer Jungs, die sich in enges Lack (beim Sänger Philip sogar
Lackrock und -korsage sowie ein Latexhandschuh) gezwängt hatten. Wer jetzt
allerdings eine rein auf Äußerlichkeiten reitende Möchtegern-Band erwartet
hatte, war nach spätestens zwei Liedern eines Besseren belehrt. Die Jungs
hatten gute Melodien, wußten ihre Geräte (Baß, Gitarre und Computer) zu
bedienen und insbesondere die Stimme von Philip war erstaunlich, Placebos
Brian Molko mit Samtüberzug! Allerdings war die Musik eher MESH mit Emotion
wie nach einer vergeigten Prüfung - mit ordentlich Gitarren oben drauf.

Während im kühleren Norden selbst solch positive Überraschung keine
Jubelstürme, sondern nur (hier ungewöhnlich viel) Applaus generierte, war
die Stimmung in Köln schon fast so freudig wie bei einem Heimspiel. Und es
kann nicht nur an den vier "mitgebrachten" Norwegern gelegen haben. (Anm:
Der Bassist von Apoptygma Berzerk, mit denen sie schon auf Tour waren, hatte
sich zusammen mit Anhang das Konzert nicht entgehen lassen.) Ich habe mir
auf jeden Fall FAQs CD "Is Pornography Art?" besorgt, diese im Anschluß von
den netten Jungs inkl. "For the Lord" signieren lassen und die Anschaffung
keinesfalls bereut. "The world is cold enough" oder "Heartbreaker" wären aus
dem Hause Placebo sicher schon Single-Hits. Mehr zur Band erschließt sich
aus dem separaten Interview.

Das UNHEILIG-Konzert schloß sich nach relativ kurzem Umbau an, da das aus
Hintergrundmotiven und wellenförmig angeordneten Großkerzenleuchtern
bestehende Bühnenbild schon fast aufgebaut war und nur die F A Q-Fahnen
weggeräumt werden mußten. Die Hintergrundmotive bestanden im wesentlichen
aus dem Markenzeichen "UH" und der Flamme vom CD-Cover "Frohes Fest". Die
Kerzenleuchter blieben zu meiner Enttäuschung in Hamburg aus, zu meiner
Freude in Köln aber dauerhaft angezündet - und sorgten für zusätzlich
stimmungsvolle Ausleuchtung. Weiterhin ist auch die abwechslungsreiche
Beleuchtung positiv hervorzuheben, die je nach Stimmung der kommenden Lieder
auch einmal alles in dunkles Rot oder gleißendes Weiß taucht.

Mit "Knecht Ruprecht" ging es sofort hinein ins weihnachtliche Thema, das
mit "Kling Glöckchen" auf das Klareste fortgeführt wurde. Zwar versteifte
sich der Graf nicht ausschließlich auf seine Interpretationen von
klassischen Weihnachtskrachern, aber der Schwerpunkt der Weihnachtstour
wurde von diesen gebildet. Und einige hatten, angesichts der wirklich
großartigen von Männlein wie Weiblein getragenen Weihnachtsstimmung mit
Gänsehautgarantie, sogar eine Träne im schwarzen Knopfloch. Selten wurde der
Begriff der Schwarzen Gemeinde oder der Schwarzen Familie so deutlich, wie
hier so kurz vor Heilig Abend beim Blick in die leuchtenden Augen der
versammelten "Outsider". Was den Katholiken ihr Benedikt ... macht die Magie
des Grafen auf einem Live-Konzert aus. Irgendwann muß ich auch meine
E.B.M.-Hardcore-Fraktion einmal mitnehmen und beobachten, ob sich da nicht
doch ein kleiner Zauber auf deren Gesicht einstellen wird.

Die dargebotenen Weihnachtslieder wurden wirklich toll interpretiert und
dargeboten. Selbst in Köln, wo das Management noch Stunden vor dem Konzert
sämtliche Apotheken plünderte, damit der Graf sich die volle
Selbstmedikation geben konnte, erzeugte seine Stimme noch Gänsehaut. Und
auch seine Mitstreiter an Gitarre und Synthesizern gaben ihr Bestes und
starteten nicht bloß irgendwelche vorgemixten Samples oder standen
gelangweilt in der Ecke. Wobei - verglichen zum fast pogenden/bangenden
Grafen - dann doch irgendwie. Der Graf hatte sich zwar jeweils bald seines
Jacketts entledigt, behielt aber seine klassische Krawatte zum
durchgeschwitzten weißen Hemd bis zum Ende an.

Beim ersten Konzert fragte ich mich nach einer Weile, ob es denn wirklich
ein reines Weihnachtsoratorium würde, oder ob er denn nicht wenigstens das
ja fast thematisch passende "Mein Stern" einflechten könnte. Und da fing
auch schon "Astronaut" an, was mich bei den ersten Takten immer an "Mein
Stern" glauben läßt. Daß die Weihnachtslieder - auch die unbekannteren -
wohl zu (nahezu?) 100 % den Originaltext behalten hatten, klang nicht
kitschig sondern eher großartig - mit einer Verbeugung vor der Zeit, in der
sie entstanden sind. Und die markante, gruftige Grafenstimme unterstrich den
Text geradezu.

Neben den ruhigen Stücken kamen aber auch die brachialen Klassiker wie "Sage
Ja!", "Maschine" und als erste Zugabe "Freiheit!" noch zu ihrem
Aufführungsrecht. Und hier brodelte der Saal - und die Kehlen schrien sich
heiser. Und Hamburg liegt - vielleicht abgesehen vom nachgeahmtem Klickklack
der kölschen Maschine - hier klar auf der Dezibel- und Begeisterungsskala
vor Köln. Und als weitere Zugabe kam jeweils auch endlich mein ersehntes
"Mein Stern" - und der Saal tauchte sich in Lichtermeer aus Feuerzeugen und
Wunderkerzen. Nun glaubt man endgültig, in des Grafen dunkler
Weihnachtsfamilie angekommen zu sein. Wobei, so habe ich mich umgeben von
Tanten und Onkeln dann doch nie gefühlt. Schade, daß mir meine "Mädels" in
Hamburg in der Masse abhanden gekommen waren. Das sollte mir in Köln aber
nicht wieder passieren!

Zwei Stunden gab der Graf mit seinen Mannen alles. Und erntete den
verdienten Dank und Jubel des dunklen Publikums, den er gierig aufsog - wie
Graf Dracula frisches Blut. Großartig! Wiederholung in 2007 erwünscht.
Abschlußvergleich der Konzerte: Frenetischeres Publikum in Hamburg als in
Köln. Sogar Grafen-Doubles wurden in HH einige gesichtet. Der Norden ist
also immer wieder für eine Überraschung gut. Und da der Graf in der
Hansestadt auch noch nicht kränkelte, geht das Rennen mit einer
Spekulatiuslänge an Hamburg - trotz der brennenden Kerzen in Köln.
Postskriptum: Als meine absoluten Favoriten von der CD "Frohes Fest"
entwickelten sich über die Feiertage "Süßer die Glocken" und "Vollendung".
Und für das nächste Jahr weiß ich schon jetzt, welche CD ich dem einen oder
anderen elektronisch infizierten Freund oder Familienmitglied vorab unter
den Baum legen werde. Nur meine Kollegen können die CD wohl nicht mehr hören
.
Text: cbl
Fotos:i.s.o./cbl
The Crüxshadows - Dream Cypher- Tour am 13.11.06 im X Herford

Am 13.11.2006 machten THE CRÜXSHADOWS mit ihrer "Dream Cypher"-World Tour
Halt im Herforder X. Für einen Montag Abend war die große Halle relativ gut
gefüllt. Pünktlich um 21.00 Uhr startete die, ebenfalls aus den USA
stammende, Vorgruppe EGO LIKENESS. Die Sängerin schuf mit ihrer tollen
Stimme einen guten Einstieg in das nachfolgende Programm. Nach einer kurzen
Umbaupause drängten sich auch noch die letzten "Barhocker" vor die Bühne.
Alle schauten gespannt nach vorne zur Band, als sich Sänger Rogue vom
Mischpult aus den Weg von hinten durch die Menge zur Bühne bahnte. Diese
Nähe zum Publikum zog sich durch das ganze Konzert. Rogue ließ es sich nicht
nehmen bei verschiedenen Stücken von der Bühne zu steigen und mit einzelnen
Gästen zu tanzen oder über die seitlichen Absperrungen zu turnen und sein
Set von dort aus fortzusetzten.

Spannend wurde es dann, als er mit einer Leiter über dem Kopf hinter der
Bühne hervorkam und auf dieser mitten im Zuschauerraum weiter sang. Brav hat
er sie auch wieder zurückgebracht. Bei den vielen bekannten Songs, wie
"Marilyn, My Bitterness" und "Tears" fiel es den Zuschauern auch nicht
schwer begeistert mitzusingen und mitzuklatschen. Mit phantastischen
Violinensoli verwöhnte uns Rachel McDonnell. Abgerundet wurde die immer
ausgereiftere Bühnenshow durch die Performance der beiden Tänzerinnen
Jessica und Sarah. Das Konzert war wie immer eine abwechslungsreiche und
fannahe Veranstaltung.
Text: jvo
Fotos: jvo
The Crüxshadows am 10.11.06 in der Krefelder Kufa

An diesem Freitag hieß es Schlange stehen in der Krefelder Kulturfabrik. Es
waren zahlreiche Besucher erschienen, um den Crüxshadows Gehör zu schenken.
Als Vorband spielten jedoch erst einmal die Labelkollegen Ego Likeness.
Diese Band hat bisher drei Alben herausgebracht und erinnerte mich durch
ihren Frauengesang etwas an Diva Destruction. Nur nicht so zerstörerisch,
denn mir fehlte die Power. Alle Songs waren recht gleichförmig, so dass man
nicht gleich erkannte, wann ein neuer Song anfing.

Umso mehr freute es mich, als endlich Crüxshadows auf die Bühne kamen. Mit
kleinen Lampen an der Kleidung schlich sich Sänger Rogue durch das Publikum
auf die Bühne. Die Gruppe spielte neuere Stücke, wie „Sophia“ und auch
nahezu sämtliche Klassiker, wie „ Return“, „Winterborn“ oder „Deception“.
Die Geburtstagskinder des Abends wurden wieder auf die Bühne geholt und mit
Happy Birthday-Gesang gefeiert. Die Band ließ sich nicht lange bitten und
brachte nach einer Supershow noch mehrere Zugaben. Nur kann ich nicht
verstehen, warum mein CXS-Lieblingssong „Bloodline“ nie auf Konzerten
gespielt wird. Nichtsdestotrotz war der Auftritt sehr gelungen und ich hätte
wirklich Lust morgen wieder hinzugehen.
Text: i.s.o.
Fotos: i.s.o.
Welle:Erdball im Herforder X, 04.11.2006

Nicht nur musikalisch, sondern auch mit ihrer einmaligen Bühnenperformance
überzeugte Welle:Erdball am Samstag den 04. November im Herforder X. Die
große Halle war angenehm gefüllt, denn nicht nur eingefleischte Fans im
Anzug zog es an diesem Abend zum Konzert. Während der ersten Songs stand die
Band hinter weißen Papierwänden und war nur als Schatten zu erkennen.
Abwechselnd gaben sich Sänger Honey, Frl.Venus und Plastique die Ehre und
traten vor die Wände. Bei „Der Telegraph“ drehten sich die beiden Damen
links und rechts am Bühnenrand ganz im Zeichen der 50er in gepunkteten
Petticoatkleidern und schwarzen Sonnenbrillen. Den Rest der Band gab es als
Videoprojektion auf den Wänden zu sehen.

Im Laufe der nächsten Lieder wurden die meisten Wände nach und nach
abgerissen, so dass es doch noch den Blick auf die ganze Band gab. Spannend
wurde es dann bei dem Song „Das Alpha-Tier“, als die beiden Damen im
Schattenspiel ihre Kleidern fallen ließen und im hautengen Ledercatsuit
wieder hervortraten. Beim nächsten Lied, „Schweben, Fliegen, Fallen“ sang
das Publikum begeistert mit. Noch mehr Freude machten aber die riesigen
Luftballons, die in den Zuschauerraum geworfen wurden. Weitere optische
Untermalungen gab es zu den Songs „Hoch die Fahnen“, mit schwenkenden Fahnen
und „Starfighter F104 G“, hierzu flogen selbstgebastelte Papierflugzeuge von
der Bühne. Bei „Wo kommen all die Geister her“ wurde es wieder Zeit zum
Mitmachen. Es gab Wunderkerzen, die die meisten Zuschauer auch gerne
anzündeten. Nach begeisterten Zugaberufen wurden unter anderem noch die
Stücke „Ich bin nicht von dieser Welt“ und „Monoton & Minimal“ gespielt.
Alles in allem ein wirklich gelungenes und abwechslungsreiches Welle:Erdball
Konzert. Es macht immer wieder Spaß ein solch gut durchdachten Auftritt zu
sehen.
Text: jvo
Fotos: i.s.o.
ORKUS FESTIVAL CLUB TOUR, im Düsseldorfer STAHLWERK, 01.10.2006

An diesem Sonntag eröffnete gegen acht Uhr eine Band im Stahlwerk das
Konzert, die mir bis zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt war.Sie war im
Programm auch nur mit “eine weitere Band in Planung“ angekündigt. Also
rätselte ich, bis die vier gegen Ende ihres Auftritts ihren Namen
preisgaben. DOWN BELOW hieß die Band mit den druckvollen Darkrock-Klängen.
Sänger Neo Scope kam mit einer sehr sympathischen Art rüber. Bei „Dark we“
gab es eine kleine technische Panne auf der Bühne, für die er sich nett
entschuldigte. Jedoch tat dies ihrem Auftritt keinen Abbruch. Zum Schluss
konnten sich die weiblichen Fans noch freuen und den gut gebauten Oberkörper
des Sängers bestaunen, nachdem er sich bei der Ballade “Angel“ seines Hemdes
entledigte. Aber mal ganz abgesehen davon, war ich positiv überrascht von
diesem Einstieg in den Abend.
Danach ging es weiter mit ZEROMANCER, die von denen ich nach ihrem Album
“Eurotrash“ nicht mehr allzu viel gehört hatte. Doch die Erinnerung kam
recht schnell wieder, nachdem sie ihren Auftritt mit „Doctor Online“
begannen und direkt gute Stimmung aufkam. Leider traten auch hier wieder
technische Probleme auf, für die sich Alex Møklebust beim Publikum
entschuldigte und sich dafür bedankte, wie nett ihnen das Publikum darüber
hinweghelfe. Sie spielten neben altbekannten Hits wie “Clone your Lover“
auch Sachen von ihrem Ende 2003 erschienenen Album “ZZYZX“ wie „Stop the
Noise“ und “Famous last Words“. ZEROMANCER beendeten gegen 21:30 Uhr ihren
gelungenen Auftritt mit der Coverversion „Send me an Angel“. Um 21:45 Uhr
ging es weiter mit UNHEILIG, welche dem Publikum nach zu urteilen die
Hauptattraktion des Abends darstellten. Der Graf und seine Band wurden
stürmisch, teilweise schon leicht hysterisch, von ihren Fans zum Song „Eva“
begrüßt. Sollte ich jetzt Hits benennen, die gespielt wurden, ist das
eigentlich nicht möglich, da jeder Song vom Publikum wie ein Hit mitgesungen
wurde, darunter “Maschine“, „Freiheit“ oder „Mein König“. Zu dieser Ballade
war das Publikum besonders gerührt, da der Graf diesen Song seinem Großvater
gewidmet hat. Bei „Ich will leben“ gab es einen besonderen Bonus, Peter
Spilles von PROJECT PITCHFORK ließ es sich nicht nehmen den Grafen hierbei
schon einmal zu unterstützen. UNHEILIG beendeten mit zwei Zugaben ihren
Auftritt. Bei „Mein Stern“ schwenkte das Publikum ein Meer aus Feuerzeugen.

Als Headliner an diesem Abend betraten PROJEKT PITCHFORK die Bühne und
eröffneten ihre Show mit „Alpha Omega“. Was mich jedoch verwunderte war,
dass nun wesentlich weniger Leute im Publikum waren als noch kurz zuvor bei
UNHEILIG. Besonders das jüngere weibliche Publikum drängte nach draußen zum
Merchandisestand, um dort den Grafen noch, wie angekündigt, zu treffen.
PROJECT PITCHFORK brachten Hits aus ihrem gesamten Repertoire wie
„Timekiller“, „K.N.K.A.“, „God wrote“ und „Existence“. Die Vier sahen alle
ziemlich fertig aus, insbesondere der Keyboarder Dirk Scheuber, welcher
einige Male irritiert versuchte mit dem Publikum zu kommunizieren. Jedoch
brachten sie ihre Musik solide und routiniert rüber, und so endete auch
dieser Abend gelungen nach einigen Zugaben.
Text: ts
Fotos: ts
M’ERA LUNA 2006 auf dem Flugplatz Hildesheim-Drispenstedt

Wie jedes Jahr freute ich mich seit Beginn des Sommers auf ein bestimmtes
Wochenende im August. In meinen Vorstellungen sah ich mich auf meiner
himmelblauen Decke im Sonnenschein auf dem Festivalgelände in Hildesheim den
Klängen von unzähligen Bands lauschen. Doch ca. 2 Wochen vor dem 12. August
zerplatzte diese Vorstellung wie eine Seifenblase. Eine Unwetterwarnung
jagte die nächste und mit Grauen dachte ich an den im Matsch versinkenden
Flughafen. Nun drehten sich meine Gedanken um ein Outfit mit extra hohen
Gummistiefeln und Friesennerz. Denn an zu Hause bleiben war bei den
angesagten Bands, wie BAUHAUS, DIE KRUPPS, THE GATHERING, MESH, NITZER EBB
u.v.m. nicht zu denken. Doch zum Glück kam alles anders als gedacht. Die
Regenfronten zogen am Festival vorbei und mit den fünf Regentropfen, die am
Sonntag auf meine Nasenspitze fielen,konnte ich gut leben. Das Wetter war so
super wie das Festival. Ich war mit dieser Meinung nicht alleine, denn ca.
22000 Besucher verzeichnete das M’Era Luna in diesem Jahr.

Samstag 12.08.2006
Am Samstag ab 11.00 Uhr starteten die ersten beiden Bands, SONO und die
irische Band LLUTHER auf der Hauptbühne und im Hangar. Auf der Hauptbühne
führte DJane und Moderatorin Medusa durch das folgende Programm. Hier betrat
nun NORTHERN LITE die Bühne. Das aus Erfurt stammende Trio fand mit seinem
Sound Mix aus Electro und Alternative die ersten begeisterten Zuhörer. Wer
mehr möchte, der erhält ab 1.09. das neue Album „Unisex“ im Handel. Im
Hangar ging es mit REGICIDE weiter. Die abwechslungsreichen Songs der
7-köpfigen Band werden von den Stimmen von Frauke Richter und Timo Südhoff
geprägt. Danach folgte Nordic Folk Metal von MIDNATTSOL mit Carmen Elise
Espenaes, der kleinen Schwester von Liv Kristine. Auf der Main Stage
spielten inzwischen GOTHMINISTER und GIRLS UNDER GLASS. GIRLS UNDER GLASS
feierten heute mit uns ihr 20-jähriges Bandbestehen. Dazu luden sie
Gastsänger wie Eric Burton, Peter Spilles und Oswald Henke ein. Lezterer gab
den Song „Du Tier“ zum Besten.

Die italienische Formation DOPE STARS INC. um Sänger Victor Love brachte mit
krachigen Gitarrenrythmen den leicht eingenebelten Hangar zum Rocken. Einige
Fans ließen sich durch die „Let’s rock!“ Rufe von Sänger Victor und der
headbangenden Band davon überzeugen mit zu rocken. Aber nachmittags um halb
drei kann das halt noch nicht jeder. Mit einer guten Mischung aus
altbekannten Songs, wie „Trust you“ und „Fragile“,sowie den Stücken
„Petrified“ und „What are you scared of?“ von ihrem neuen Album „We
Collide“, fand ich den darauffolgenden Auftritt von MESH wirklich gut. Aber
wahrscheinlich liegt das auch daran, dass ich die unkomplizierte Art der
Band, die Stimme von Mark und natürlich nicht zu vergessen seine legendäre
Wollmütze so mag. In einem mitlerweile gut gefüllten Hangar zog LIV KRISTINE
mit engen Rock, Glitzer-Korsage, ihrem langen blonden Haar und natürlich der
unverkennbaren Stimme das Publikum in ihren Bann. Trotz einiger
Soundprobleme waren die Fans „phantastisch“, das merkte auch Liv und
bedankte sich dafür. Mit härteren Electro Klängen traten FUNKER VOGT auf die
Hauptbühne. Sie spielten u.a. „Navigator, „Fallen Hero“ und „Tragic Hero“.
Mit nackten Oberkörper und Deutschlandfahne hatte Sänger Jens Kästel zum
Ende des Konzerts auf jeden Fall seinen Spaß. Nach FUNKER VOGT machte ich
mich auf den schnellsten Weg wieder zurück in den Hangar zu UNHEILIG. So war
zumindest mein Plan. Doch vor den Hangar angekommen musste ich feststellen,
das es wegen Überfüllung weder raus noch rein ging. So fand das Konzert des
Grafen leider ohne mich statt.

So konnte ich wenigstens DIE KRUPPS von Anfang bis Ende auf der Hauptbühne
miterleben. Was sich auch auf jeden Fall wirklich gelohnt hat. Mit den Hits
„To the Hilt“, „Crossfire“ und „Fatherland“ brachten sie das Publikum zum
toben. Wirklich toll! Christian Pohl, den wir dieses Wochende zweimal zu
sehen bekamen, stand zuerst als Frontmann von BLUTENGEL auf der Bühne, mit
dabei war auch Sängerin Constance Rudert. Mit einer Mischung aus weiblichen
und männlichen Gesang unterlegt mit eingängiger elektronischer Musik, fand
das Konzert bei der breiten Masse große Zustimmung. „Solitary Angel“ und
„Children of the Night“ wurden gespielt, um nur zwei der bekanntesten Lieder
zu nennen. Besonderes Augenmerk bei BLUTENGEL ist die Bühnenshow, eine
Mischung aus Tanz, Theater und Pyroshow mit blutigen Details. Die schon 1982
gegründete englische Band NITZER EBB war der nächste Star des Abends. Mit
ihren harten elektronischen Beats und den Stücken „Getting Closer“, „Join in
the chant“ und „Fun to be had“ brachten Bon Harris, Douglas McCarthy und
Kourtney Klein das Publikum zur Extase. Nachdem ich bei Unheilig schon so
meine Probleme hatte in den Hangar zu kommen verzichtete ich auf die
Konzerte von SAMSAS TRAUM, TRISTANIA und dem schwedischen Quartett
DEATHSTARS. Aber THE GATHERING wollte ich auf keinen Fall verpassen. Nachdem
ich mir aber die ersten 3 Lieder angehört hatte, war ich ziemlich entäuscht.
Nicht von den „bunten“ Bühnenkleidung, wie so manch anderer im Publikum,
sondern von Annekes Stimme. Dies lag aber bestimmt nicht an ihr, sondern am
Mischpult. Leider bin ich etwas früh wieder nach draußen gegangen um BAUHAUS
zu sehen, denn wie ich später hörte wurden die Soundprobleme behoben und das
Konzert wurde noch super.

Die lange erwarteten Stars des Tages kamen endlich auf die Bühne. Nachdem
ich aus Zeitgründen keines der diesjährigen Konzerte von BAUHAUS gesehen
hatte, wollte ich mir dieses auf keinen Fall entgehen lassen. Im dichten
Nebel betraten die Herren die Bühne: David J. und Kevin Haskins, Daniel Ash,
mit Fellweste und riesiger Sonnenbrille bekleidet, an der Gitarre und Peter
Murphy am Mikro. Als sich der Nebel lichtete konnte man schon erkennnen,
dass die Zeit nicht ganz spurlos an den Herren vorbei gegangen ist. Die eine
oder andere Falte, ein paar Kilos mehr und lichter werdendes Haar sind die
Folgen. Aber egal, wir wollen uns auf die Musik konzentrieren. Einige Hits
wie „She’s in Parties“ und „Dark Entries“ wurden gespielt, doch es folgten
auch eine ganze Reihe von B-Seiten-Hits, die sich teilweise sehr in die
Länge zogen. Zum Abschluß zelebrierte Peter, im langen, wehenden Mantel über
die Bühne schreitend, den Song „Bela Lugosi’s Dead“. Mit den Worten „Good
night and thank you very much", verabschiedete sich BAUHAUS. Die folgenden
Zugaberufe wurden leider nicht erhört. Auffällig war, dass es sich schon
während des Konzerts vor der Bühne relativ schnell leerte. Ich weiß nicht,
ob es daran lag, dass alle schon so müde oder die Leute vielleicht teilweise
zu jung für die Musik waren oder lag es einfach nur an BAUHAUS selbst. Wie
immer gab es auch dieses Jahr, die obligatorische Hangar-Party. Am Samstag
legte dort unter anderem Ronan von VNV Nation auf. Die Musik war sehr
Elektro orientiert, was ich persönlich etwas schade fand. So kam ich doch
noch zu einer vertretbaren Zeit zum Schlafen.

Sonntag, 13.08.2006
Nach einer kalten Nacht, aber einem sonnigen Morgen lauschte ich den Klängen
der ersten Bands, wie beispielsweise MONA MUR FEAT. ST. CLAIRE bei einem
leckeren Frühstück vom Zeltplatz aus. Bei den Niederländern CLAN OF XYMOX
traf ich bei strahlenden Sonnenschein vor der Hauptbühne ein. Bei den
Klassikern wie „Elise“ kam die gewünschte Festivalstimmung auf. Wer noch
mehr von Ronny Moorings und Co. und dem neuen Album „Breaking Point“ möchte,
kann sich die aktuelle Tour anschauen. Weiter ging es mit EPICA, welche zum
zweiten Mal auf dem M’era Luna spielten. Die Goth-Rock-Formation kommt
ebenfalls aus unserem Nachbarland. Die Gruppe um Sängerin Simone Simons und
Gitarrist Mark Jansen machten mit altbekannten Songs ihre Fans glücklich. Im
Hangar fand ich mich heute zum ersten Mal bei SPETSNAZ ein. Das schwedische
Duo, welches als neue EBM-Senstion gehandelt wird, wollte ich auch
bewundern. Passend zum ersten Lied war Sänger Pontus Stahlberg in „Black and
White“ gekleidet. Drummer Stefan Nilsson zog dagegen den Military-Look vor.
Mit dem letzten Lied „Apathy“ heizten sie den Publikum noch einmal richtig
ein. Mit einem „Hallo M’era Luna“ kamen dann ROTERSAND auf die Bühne. Von
Anfang an war eine super Stimmung im Hangar. Im Publikum wurden zwei Fahnen
geschwenkt, was die Secutrity aber gar nicht gerne sah und diese sofort
konfizierten. Zu „Storm“ gab es einen Gast-Drummer, Mark Jackson von VNV
Nation wurde begrüßt und gab sein Bestes. Der weite Weg nach Hildesheim hat
sich für die Kanadier THE BIRTHDAY MASSACRE auf jeden Fall gelohnt. Die fünf
jungen Männer in Konfirmationsanzug um Sängerin Chibi spielten vorwiegend
Songs aus ihrem ersten Album „Violet“. Dafür wurden sie vom Publikum mit
viel Applaus belohnt.

Die 1991 von Stephan Groth gegründete Band APOPTYGMA BERZERK folgte im
Anschluß auf der Main Stage. Jeder konnte an der kleinen Fahne am
Mikrophonständer erkennen, dass die Band aus Norwegen kommt. Für wahre
Begeisterungsstürme sorgten zum Beispiel „Soultaker“, „Until the end of the
world“, „Non stop violence“, „Kathy’s Song“ und ihr aktueller Hit „Shine
on“, der allerdings zwiespältig von alten Fans aufgenommen wurde. Heute
folgte der zweite Auftritt von Christian Pohl. Diesmal im Hangar mit seinem
Projekt TERMINAL CHOISE. In dreier Formation mit Cap gaben DE/VISION danach
eine eindrucksvolle Synthie-Pop Performance zum Besten. Das aktuelle Album
„Subkutan“ von Stephan Keth und Thomas Adam orientiert sich wieder mehr an
den alten Sachen, sehr zu Freude der Fans. Auch mich konnten sie mit „I’m
not enough“ von neuen Album mitreißen. Hörsturz-Gefahr drohte bei MINISTRY:
Glück für alle vor der Hauptbühne, die sich mit Ohrstöpseln eingedeckt
hatten. In Sachen Lautstärke konnten sie keinem etwas vormachen, doch im
Ganzen erinnerte ihr Auftritt an Motörhead für Arme. Doch den
eingefleischten Fans gefiel es und sie gröhlten „Just one fix“ und „N:W:O:“
mit.

Nachdem IN EXTREMO die Segel setzten und in niedlichen Ringelhemden eine
schöne Show boten, kündigte sich der Headliner dieses Tages mit
beeindruckender Bühnendeko an - WITHIN TEMPTATION! Zwischen riesigen
Engelsstatuen kam Sängerin Sharon den Adel mit einen gerüschten Kleid auf
die Bühne. Der Sound zwischen Metal, Rock und Klassik und die Stimme von
Sharon war überzeugend. Dazu noch die Licht-und Pyroshow und ein krönender
Abschluß für das M’era Luna war garantiert. Um den Stau auf dem Gelände zu
umgehen, machte ich mich kurz vor Ende des Konzertes mit vielen neuen
Eindrücken auf den Heimweg. Es war ein wirklich gelungenes M’era Luna
Festival 2006.
Text: jvo/i.s.o.
Fotos: i.s.o.
Amphifestival am 22/23.07 2006 am Kölner Tanzbrunnen
Das Amphifestival fand in diesem Jahr zum zweiten Male statt. Doch leider
ganz ohne ein Amphitheater, was ein bisschen schade ist. Das Gelsenkirchener
Amphitheater gab dem Event im letzten Jahr den Namen und die Kulisse war
wunderschön. Ich konnte mich aber mit der neuen Location, dem Kölner
Tanzbrunnen, anfreunden. Nicht zuletzt, weil er für mich als Ortsansässige
mit einem kurzen Anfahrtsweg verbunden war.

Samstag, 22.07. 2006
Vorbei an den Trümmern der Rheinhallen der Kölnmesse, kam ich pünktlich zu
den Trommeln von THIS MORN’ OMINA auf dem Gelände an. Genauso pünktlich find
es auch an zu regnen und der Platz unter dem Dach des Tanzbrunnens wurde
recht eng. Die Belgier THIS MORN’ OMINA waren auch schon im letzten Jahr der
Opener der Festivals. Nachdem CEPHALGY, ausgestattet mir Lichtbrillen, ihren
Electro-Gothic darboten, betraten WELLE:ERDBALL die Bühne. Die Welle-Mädels
trugen wieder die schönsten Kleider der 50er Jahre und Sänger Honey spendete
wieder einen Stück C64 an das Publikum. Im WELLE:ERDBALL- Programm wurde
wieder nach „Arbeit adelt“ die Blechtrommel geschlagen und bei „Mensch aus
Glass“ wurden wir durch Schautafeln zum Konsumieren angehalten. Außerdem gab
es mit „Das Souvenir“ einen Ausblick auf das, im September erscheinende,
neue Album „Chaos Total“. Es gibt keinen Auftritt ohne W:E Ballons, dieses
Mal sollten sie mit 50 Euro-Scheinen bestückt sein. Leider nur ein
Ammenmärchen. Nun wurde es Zeit für den Auftritt des Grafen und UNHEILIG.
Zuvor hatte er sich lange am Gothic-Family-Net Stand aufgehalten und sich
mit fremder Leute Kindern fotografieren lassen. Jetzt stand er trotz
sommerlicher Hitze geschniegelt und gebügelt im Anzug auf der Bühne, um
Songs wie „ Freiheit“, „Astronaut“ und „Ich will alles“ zu singen. Da der
Zeitplan auf dem Amphi peinlich genau eingehalten wurde, war der Auftritt
des Grafen nur 6 Tracks lang. Doch hier gab es dann doch noch eine Zugabe
unter anderem mit dem Stück „Sage ja“.

Es ist seltsam wenn sich Vampire bei Tageslicht, und noch dazu bei Sonne,
unter das Volk wagen. Doch die Helsinki Vampires THE 69 EYES konnten nicht
anders, denn Sänger Jyrki und Co. wurden von den Fans schon sehnsüchtig mit
finnischen Flaggen erwartet. Die Band posierte im Skelettoutfit und gab
Songs, wie „The Chair“ oder „Devil“ zum Besten. Auf jeden Fall wurde es hier
mächtig rockig. Eine gelungene Abwechslung nach dem Electro. Und da ich
schon bei der Musikvielfalt bin, muss ich sagen, dass die Bandauswahl für
jeden Geschmack etwas hergab. Denn weiter ging es mit den
Mittelaltermetallern SUBWAY TO SALLY. Vor der Bühne wurde es aufgrund der
Pyroshow noch heißer, aber Feuer gehört ebenso zu einem gelungenen
SUBWAY-Auftritt, wie die Hits „Kleid aus Rosen“, „Knochenschiff“ oder
„Eisblumen“. Bei Letzterem wurde ein weiblicher Fan auf die Bühne geholt,
was diese bestimmt ihr Lebtag nicht vergessen wird. Mittlerweile war auch
die zweite Bühne im Theater des Tanzbrunnens geöffnet. Nach einem DJ Intro,
begannen hier LOLA ANGST ihrer Kirchenorgel „Lola“ die schönsten Töne zu
entlocken. Das Berliner Duo wurde von zwei Tänzerinnen im Tütü bei Songs wie
„The Council of Love“ oder „Children of the Dark“ unterstützt. Ein LOLA
ANGST –Bus stand übrigens auch als Unterschlupf vor Regen im V.I.P.-Bereich
zu Verfügung. Zum Hauptact VNV-Nation wechselte ich wieder zum Mainstage, um
den Songs des Wahlhamburgers Ronan Harris zu lauschen. Obwohl es noch
relativ hell war, gab es im Hintergrund die typische Videoprojektion. Und
nach gut 60 Minuten Electro vom Feinsten, war nach der Zugabe „Beloved“ auf
der Hauptbühne musikalisch Schluß, Denn um 22 Uhr musste hier leider schon
Ruhe herrschen. Einige Fans hörten sich noch die Lesungen von Oswald Henke,
der sogar Sekt verteilte, und Christian von Aster an. Doch die meisten
Besucher wechselten in das stickige Theater, um COMBICHRIST zu sehen. Jedoch
kam es hier zu einer kleinen Verspätung, denn die Japaner CALMANDO QUAL
spukten noch im Dunkeln. Sie waren seltsam kostümiert und ihre Musik
schräger Horrorstyle.

COMBICHRIST erschienen ebenfalls auf fast dunkler und nebeliger Bühne,
weshalb ich dem Auftritt nicht durchgehend folgte, sondern ab und zu an die
Luft ging. Zum Glück entschädigten Tracks wie „Blut Royale“ und „This Shit
will fuck you up“ mich ein bisschen. Zum Konzertabschluss spielten noch
DIARY OF DREAMS ein gutes Set, wie üblich mit Songs wie „Chemicals“ und
„Traumtänzer“. Die Lightshow war hier bemerkenswert und die Temperaturen
subtropisch.Wer jetzt noch Lust hatte, konnte noch bis in den frühen
Morgenstunden im Theater des Tanzbrunnens weiterfeiern. Hier legten namhafte
DJ’s wie Elvis oder Mike K. auf.

Sonntag, 23.07.2006
An diesem Tag konnte man erst einmal ausschlafen, denn es ging zu einer
zivilisierten späten Mittagsstunde - 13 Uhr - mit Frozen Plasma los. Nach
der Auflösung von Namnambulu gab es jetzt die Gelegenheit für Vasi mit
FROZEN PLASMA ein kurzes, aber spritziges Set aus ihrem Debutalbum zu
spielen. Mit FAUN ging es folkig weiter. Mit Flöten und Drehleier wurden
Songs wie „Rosmarin“ und „Sirena“ gespielt. Die Italiener DOPE STARS INC.
waren danach etwas völlig anderes. Sänger Victor Love und Co. sind ganz
schöne Poser und am Gesang lässt sich noch etwas feilen. Für mehr Stimmung
sorgte dann Douglas McCarthy mit FIXMER&MCCARTHY. Sänger Mc Carthy läuft bei
seiner Show immer vor und zurück und es ist nicht einfach ihn fotografisch
einzufangen. Das lohnt sich wegen seiner Sonnenbrille, die er fast nie
abnimmt auch nicht wirklich. Doch Tracks à la „Destroy“ und „Look to me“
lassen jedes Electroherz höher schlagen. Sogar VNV Nation Frontmann Ronan
verfolgte den Auftritt von einem Bühneneckchen aus. Nachdem LETZTE INSTANZ
und SAMSAS TRAUM das Publikum richtig angeheizt hatten, drängelten jetzt
alle Girlies nach vorne in die erste Reihe.

Die Finnen NEGATIV eröffneten ihr Konzert mit „L.A. feeding fire“. Das ein
oder andere Kuscheltier wurde auf die Bühne geworfen und die begeisterten,
vornämlich weiblichen Fans schwenkten die finnische Flagge. Sänger Jonne und
Mannen haben etwas von Guns and Roses und rockten mit Songs, wie „In my
heaven“ und „Moment in our love“. Es gab einen Ausblick auf das demnächst
erscheinende dritte Album und nachdem Handtücher und weitere Devotionalien
in die Menge geworfen wurden, verließen die Jungs die Bühne. Es hat eine
lange Zeit gedauert bis Steve Naghavi mit AND ONE wieder ein paar Konzerte
bestreitet. Nach dem gelungenen Auftritt auf dem WGT war dieses hier eines
davon. Steve ist immer vorbildlich gekleidet und zieht auch bei 30 Grad im
Schatten den Konfirmationsanzug nicht aus. Es war schön wieder die alten
Hits, wie „Deutschmaschine“ oder „Krieger“ zu hören. Auch die Einspielungen
von Eurythmics „Sweet Dreams“ oder von Depeche Mode kleiden AND ONE Songs in
ein neues Gewand. Sehr gut war auch die Coverversion von The Cures „The
Walk“. Das AND ONE Stück „Metalhammer“ wurde im Duett mit Bandmitglied Chris
Ruiz vorgetragen. Mit der Zugabe „Technoman“ war das Konzert leider viel zu
schnell vorbei. Aber ich habe mir schon AND ONEs Herbstauftritt vorgemerkt.
Der Headliner an diesem Sonntag waren SCHANDMAUL. Die Münchner boten mit
„Drachentöter“ einen wunderbaren Auftakt in ihr Set. Es ist außergewöhnlich
wie viele Instrumente die Bandmitglieder auch akustisch beherrschen. Vor
einigen Jahren beim Stromausfall auf dem Mühlheimer Castlerock haben Thomas
Lindner und Gefolge ihren Auftritt und damit das Festival gerettet. Mit
Dudelsack, Schalmei und Flöten gab es viele Tracks von ihrem aktuellen Album
„Mit Leib und Seele“. Es wurden, zur allgemeinen Erheiterung, ein paar
Geschichten zum Besten gegeben und die Band verließ die Bühne nicht ohne
„Walpurgisnacht“ und als Zugabe „Herren der Winde“ gespielt zu haben. Um
punkt 22 Uhr war das zweite Amphifestival vorbei.

Bleibt zu sagen, dass das Amphi in sehr geregelten Bahnen ablief. Zeitlich
hätte die eine oder andere Konzertzugabe jedoch drin sein können. Wenn auf
das Publikum eingegangen wird, ist das Liveerlebnis noch schöner. Sehr
lobenswert war die kostenlose Trinkwasserversorgung auf dem Festival. Ein
Plus für den Veranstalter etwas gegen die teuren Messepreise für Speis und
Trank, beziehungsweise das Verbot Eigenes mitzubringen, zu tun. Jedenfalls
glaube ich, dass sich das Amphifestival schon einen festen Platz im
Festivalsommer gesichert hat und freue mich auf 2007.
Text: i.s.o.
Fotos: i.s.o.
Castle Rock am 08.07.2006 in Mühlheim/Schloß Broich
Schon zum siebten Mal fand am Samstag den 8.7.2006 auf Schloß Broich in
Mühlheim a. d. Ruhr das Castle Rock Festival statt. Ich muss jedoch zugeben,
für mich war es das Erste. Das Ambiente des Schlosses ist für solch ein
Festival wirklich perfekt. Im Innenhof befand sich die Bühne. Außerdem gab
es hier noch Verkausstände mit Klamotten und Schmuck, Merchandise-Stände
sowie Ess- und Trinkbuden. Das Verpflegungsangebot, d.h. die Auswahl an
Getränken und Speisen war absolut in Ordung. Mit Pommes und Kuchen für je
1,50 Euro konnte ich meinen knurrenden Magen beruhigen und meinen Geldbeutel
erleichtern.

Ebenso perfekt war auch das Wetter. Wer nicht mehr stehen konnte und auch
keinen Sitzplatz auf den bereitgestellten Bänken fand, hatte die Möglichkeit
sich vor den Toren des Schlosses ins Grüne zu legen. An Sonnenschutzcreme
hatte ich glücklicherweise schon am Morgen gedacht. Mit fast 2000 Leuten,
laut Veranstalter, war das Castle Rock, wie in denletzten Jahren auch,
ausverkauft. Hier möchte ich den Veranstalter einmal lobend erwähnen. Wie er
uns auf der Bühne mitteilte ist er, zumindest in NRW, der einzige kommunale
Anbieter einer solchen Veranstaltung. Ich muss zugeben es ist ihm gut
gelungen. Selbst die Bürgermeisterin der Stadt hielt ein kleine Ansprache
und lobte das Festival als eine Stärkung der Jugendkultur in der Stadt
Mühlheim. Als gegen 13.00 Uhr die ersten Klänge der Band REMEMBER TWILIGHT
von der Bühne kamen, saß ich leider noch im Auto. Das frühe klingeln des
Weckers an einem Samstag morgen hatte ich einfach überhört.

Aber die zweite Band THE BEAUTIFUL DISEASE hatte dann meine volle
Aufmerksamkeit. Der Innenhof war zwar zu dieser Zeit noch nicht voll. Aber
mit seiner Stimme schafft es Sänger Chris Goellnitz doch den Funken auf das
Publikum überspringen zu lassen. Trotz der sommerlichen Wärme bekamen einige
der Zuhörer eine Gänsehaut. In neuer Besetzung gab es THANATEROS zu sehen,
mit Cornel Otto (ehemals Scream Silence) am Bass, sowie Maxe Raith an der
Gitarre. Schon beim zweiten Stück „Calling Llyr“, welches auf dem letzten
Album „Into The Otherworld“ erschien, begann das Publikum mitzuwippen. Das
Fazit hierzu: THANATEROS versteht es die Zuhörer mit einer Mischung aus
Metallrock und keltischem Folk zu begeistern. Guten straighten Gothic-Rock
gab es von SCREME SILENCE, die auch schon 2001 auf dem Castle Rock zu sehen
waren. Die Berliner spielten u.a. „Creed“ von ihrer aktuellen Single. Sänger
Hardy Fieting schaffte es mit seiner tiefen ausdrucksstarken Stimme den
mittlerweile vollen Innenhof des Schlosses in seinen Bann zu ziehen. Es gibt
viele Gruppen (z.B.Nightwish Mila Mar, Malochia) bei denen Sängerinen mit
ihren einmalige Stimmen einen Konzertbesuch zu einem unvergesslichen
Erlebniss machen. Das trifft bei Sängerin Lisa von XANDRIA leider nicht zu.
Vielleicht lag es aber auch daran, dass das Konzert kein Ende zu nehmen
schien. Ich konnte es auf jeden Fall nur von der Wiese vor dem Tor zu Ende
hören.

Seit Gründung der Band im Jahr 1999 hat ASP schon viele Live-Auftritte
gehabt. Die Fangemeinde nimmt ständig zu, so dass in den ersten Reihen kaum
noch ein Platz frei war. An den Songs von dem letzten Album „Aus der Tiefe“,
sowie Evergreens fanden nicht nur eingefleischt Fans Gefallen. Da ich
ziehmlich neugierig bin und mir auch keiner der Fans den genauen Grund der
Gesichtsbemalung von ASP sagen konnte, hakte ich bei einem kurzen Gespräch
mit ihm nach. Falls ihr es auch noch nicht wusste, hier die Antwort: Die
Maske symbolisiert eine Metapher für das Leben. Sie soll kenntlich machen,
dass jeder im Leben täglich eine Maske trägt. Der Headliner SUBWAY TO SALLY
beeindruckte mal wieder mit seiner Bühnenshow. Mit einem Spiel aus Feuer und
Schnee wurden aktuelle und alte Hits, wie „Henkersbraut“, „Knochenschiff“
und „Eisblumen“ untermalt. So war das Konzert nicht nur eine Freude für die
Ohren sodern auch ein toller Augenschmaus.

Die After-Show-Party fand im Hotel Handelshof statt. Zu Fuß war es 10
Minuten vom Schloss entfernt. Als ich kurz nach 23 Uhr dort ankam, erinnerte
mich der Raum eher an einen Abschlußballsaal, mit Parkettboden, ordentlich
aufgestellten Tischen und Bedienung. Aber mit viel Nebel war davon bald
nichts mehr zu sehen und Dank der Musik von DJ Luke J. B. Rafka konnte ich
schon mal mein Tanzbein schwingen. Unterbrochen wurde das ganze von einer
Modenschau, die aber leider wegen des Nebels und der schlecht
ausgeleuchteten Bühne unterging. Ganz nebenbei gab es an den hinteren
Tischen eine Autogrammstunde mit ASP. Da ich direkt einen Tisch weiter saß,
konnte ich die anstürmenden Fans gut beobachten und dachte nur, wie gut es
ist kein Star zu sein. Ich blicke schon mit Spannung auf das Programm für
das 8. Castle Rock. Wenn es genauso gut und abwechslungsreich wie dieses
Jahr wird, bin ich auf jeden Fall wieder dabei.
Text: jvo
Fotos: i.s.o.
15. WGT vom 02.06. - 05.06.2006 in Leipzig

Jubiläum beim Wave Gotik Treffen, denn zum 15. Mal war Leipzig, die
heimliche Hauptstadt Sachsens, Treffpunkt der Schwarzen Gemeinde aus aller
Welt. Nach dem Chaos WGT aus dem Jahre 2000 hätte wohl kaum jemand damit
gerechnet, dass dieses weltweit einmalige Festival überhaupt noch eine
Zukunft haben könnte. So strömten auch in diesem Jahr wieder rund 20.000
„Grufties“ nach Leipzig, wobei auffällt, dass das Publikum immer
internationaler wird und in diesem Jahr das ganz junge Publikum, das die
Jahre vorher immer zahlreich vertreten war, dieses Mal bei weitem nicht mehr
so präsent war. Verglichen mit den Vorjahren gab es einige Änderungen in
Sachen Veranstaltungsorte. Das „Haus Auensee“ und das „Haus Leipzig“ waren
nicht mehr im Programm, dafür kamen der „Kuppelpalast“ und der
„Kohlrabizirkus“ als neue Spielstätten hinzu. Neu auch, dass bereits am
Vorabend des WGT im „Kuppelpalast“ ein Eröffnungsball stattfand, der grossen
Anklang fand und wo sich eine Reihe illustrer Gastsänger, unter ihnen unter
anderem Wayne Hussey und Das letzte Einhorn (In Extremo) mit der
Unterstützung von Pink Turns Blue an selbstgewählten Klassikern der
Schwarzen Szene versuchten und hierfür viel Applaus ernteten. Ansonsten
bestimmte bereits am Donnerstag, anscheinend neuerdings der Hauptanreisetag
zum WGT, die Farbe „Schwarz“ das Stadtbild und die Schaufensterauslagen
waren entsprechend daraufhin ausgerichtet.

Einige kritische Anmerkungen sollen an dieser Stelle jedoch nicht fehlen:
zum einen erlaubt die neuerlich eingeschränkte Anzahl der Akkreditierungen
für die Presse schon lange keine unfangreiche Berichterstattung mehr, so
dass man nur noch punktuell über einige der fast 180 Konzerte berichten
kann. Vor allem die Arbeitsbedingungen in der AGRA, wo man während der
ersten drei Songs bis zu siebzig Fotografen durch den Graben jagt, lassen
kaum vernünftige Arbeitsbedingungen zu. Die Internationalisierung ist sicher
eine begrüssenswerte Sache, wenn jedoch bereits Freitag morgen eine Gruppe
schwerst alkoholisierter Schweden die ankommenden Besucher vor der AGRA mit
abfälligen Bemerkungen empfängt und belästigt, hört der Spass auf.
Bedenklich sicher auch die Tatsache, dass [:SITD:] während ihres Konzertes
in der AGRA einen viel umjubelten Aufruf gegen Neonazis starten, und nur
wenige Minuten später einige Vertreter der EBM-Szene abfällige und
diskriminierende Bemerkungen von sich geben, ohne dass auch nur einer der
Umstehenden hier eingeschritten ist. Erfreulich hingegen, dass die Konzerte
der immer wieder mit Argwohn beobachteten Neofolk-Szene absolut friedlich
und ohne jede Randale der linksautonomen Szene über die Bühne gehen konnten,
und das, obwohl am Samstag der „Anker“ wie auch Montag der „Kuppelpalast“
aus allen Nähten platzten, wie im übrigen auch der „Kohlrabizirkus“, wo
Feindflug am Montag abend auftraten und bereits frühzeitig niemand mehr in
die Halle eingelassen wurde.(mk)

***Auch ich machte mich in diesem Jahr schon Donnerstag auf nach Leipzig. Es
lockte der Jubiläumsball, anlässlich des 15. WGTs, bei dem zahlreiche
Künstler ihre eigenen und ihre Lieblingssongs spielten. Erst vorort, im
Kuppelpalast, der neuen „Rundlocation“, wurde mir klar, dass live gespielt
werden sollte. Begleitband war bei allen Acts Pink Turns Blue. Sie
unterstützen, unter anderem, die Auftritte von Das Ich, Veljanov, Myk Jung,
Ronny Morrings Wayne Hussey. Dieser WGT-Auftakt war einzigartig und lies die
vorausgegangenen Schwierigkeiten bei den Akkreditierungen ein wenig
verblassen. Meines Erachtens ist eine vernünftige Berichterstattung nur
gewährleistet, wenn pro Medium zwei Redakteure inklusive Fotoerlaubnis
zugelassen sind. Bei den zahlreichen Konzerten und oft weit auseinander
liegenden Veranstaltungsorten, kommt man alleine nicht weit. Um die
Situation in den Fotogräben zu entlasten, sollten die zugelassenen
Fotografen nach drei Songs gewechselt werden. Ab und an wurde gewechselt,
jedoch nach eineinhalb Songs, was definitiv zu wenig Zeit ist, wenn sich die
Bühne in dichten Nebel hüllt oder der Künstler mit dem Rücken zum Publikum
steht. Da in Leipzig zur gleichen Zeit übrigens die Bachtage waren, spielten
am Donnerstag, abseits vom WGT, noch Laibach im Werk II. (i.s.o.)***

Doch genug der Vorrede, kommen wir zum eigentlichen Bericht:
Freitag, 02.06.2006
Nach der Passausgabe im Presseclub des AGRA-Geländes pünktlich um 10 Uhr
morgens galt es, sich in die wärmende Sonne, übrigens zum einzigen Mal in
den vier Tagen des WGT, vor der AGRA zu setzen und dem schwarzbunten Treiben
der Besucher auf dem Boulevard der Eitelkeiten zuzusehen. Fantasievoll
gewandet präsentierten sich die Besucher und Besucherinnen und gut gelaunt
traf man Freunde und Bekannte auf ein Bier oder ein Met. An dieser Stelle
lebt der Gedanke des Treffens und jährlichen Zusammenkunft wohl noch am
stärksten, verläuft sich die Szene doch sonst in den einzelnen
Veranstaltungsorten, die über die ganze Stadt verteilt sind. Um 18 Uhr war
Einlass in die AGRA-Halle und zum ersten Mal in seiner fünfzehnjährigen
Geschichte brach man mit der Tradition, das Festival durch ein Ritual
offiziell zu eröffnen und den Segen der Götter für die folgenden vier Tage
zu erbeten. Auch die mittlerweile schon traditionell gewordene Modenschau
blieb aus, so dass die Polen DELIGHT, die als Folge des Newcomer-Contests
aus dem letzten Jahr kürzlich einen Vertrag bei Roadrunner Records
unterschrieben haben, das 15. Wave Gotik Treffen in der AGRA Halle offiziell
eröffneten und gleich in die Vollen gingen. DELIGHT gingen routiniert zu
Werke und erinnerten musikalisch nicht selten an neuere THE GATHERING, was
nicht zuletzt auch an der stimmlichen Nähe von Sängerin Paulina Maslanka zu
Anneke van Giersbergen lag. Leichte Trip Hop-Einflüsse liessen sich ebenso
ausmachen, wie moderne Gitarrenriffs und wer die bereits veröffentlichten
Alben der Polen kennt weiss, dass DELIGHT sich den Vertrag bei Roadrunner
sehr wohl verdient haben. Die Halle war gut gefüllt und die Reaktionen auf
den Auftritt sehr ansprechend. Ein guter Start ins Festival. Es folgte die
SOKO FRIEDHOF mit ihrer Live-Premiere, die meinem Bedürfnis der
Nahrungsaufnahme zum Opfer fielen, dem Vernehmen nach aber einen eher
mittelmässig bis schlechten Auftritt auf die Bretter der AGRA-Bühne
hingelegt haben. Es folgten Mozart und Lutz mit DRACUL, ihrem elektronischen
Nebenprojekt, das musikalisch zurück zu den Wurzeln des deutschen
Szene-Urgesteins führt, denn was viele Fans durch die musikalische
Entwicklung UMBRA ET IMAGOs zu fast schon Metal lastigen Alben mittlerweile
bereits vergessen oder verdängt haben, nämlich die elektronische Ausrichtung
der frühen UMBRA-Veröffentlichungen, fand hier ihre Welturaufführung.
Dass Mozart dabei all seine Routine ausspielen und mehr durch die Show als
durch das farblose Songwriting des aktuellen Albums „Like An Animal“ und die
gesangliche Performance der Sängerin überzeugen konnte, beeinträchtigte die
Stimmung in der mittlerweile gut gefüllten AGRA-Halle zu keiner Zeit.
Showtechnisch zogen DRACUL alle Register, angefangen von einer effektvollen
Lightshow, über die Kostüme der Band bis hin zum Feuer spucken von Mozart
höchstpersönlich und selbst durch die anfänglichen technischen
Schwierigkeiten liessen DRACUL sich nicht aus der Ruhe bringen und gebührend
feiern. Die DEATHSTARS lösen bei mir zwiespältige Gefühle aus. Das Zweitwerk
„Termination Bliss“ war nach dem passablen Debüt „Synthetic Generation“
bereits deutlich schwächer, welch Wunder, wenn man bedenkt, dass die
DEATHSTARS aus eher zweitklassigen skandinavischen Metal-Bands wie
SWORDMASTER, OPHTALAMIA und DISSECTION hervorgegangen sind. Zumindest in der
Live-Präsentation liess sich dann deutlich etwas von dieser Aggressivität
ausmachen und die Schweden heizten dem Publikum ordentlich ein, ohne dabei
die offensichtlichen songschreiberischen Mängel kaschieren zu können. Die
DEATHSTARS sind nun mal ganz offensichtlich keine Band, die ihre Wurzeln im
Goth hat, was verglichen mit Bands wie N.F.D. oder den FIELDS OF THE
NEPHILIM (warum haben die eigentlich nicht beim WGT gespielt?) dann doch
eher niedlich und possierlich wirkt, als authentisch. Dem Publikum hat’s
gefallen, das ist die Hauptsache.

Heimlicher Headliner des Abends waren, nimmt man den Zuschauerzuspruch als
Masstab, trotz der ersten Show NITZER EBBs nach der Reunion ohne wenn und
aber LACRIMOSA. Tilo und Anne gingen samt ihrer Band fast pünktlich um kurz
nach 23 Uhr auf die Bühne und boten eine Art „Best Of“-Programm, das wohl
keinen der anwesenden Fans enttäuscht haben dürfte. Licht und Sound waren
vom feinsten und auch die Band bot einen soliden Background, wäre da nicht
die an diesem Abend äusserst mässige Gesangsleistung von Tilo wie auch von
Anne, die leider im krassen Missverhältnis zu den kompositorischen
Fähigkeiten des Wahlschweizers steht. „Der Morgen danach“ oder das von Anne
gesungene „Apart“ jedenfalls waren keine Ruhmesblätter, konnten die
ausgelassene Stimmung aber nicht entscheidend trüben und so wurden LACRIMOSA
mit reichlich Applaus bedacht, so dass die Fans mit zwei verdienten Zugaben
belohnt wurden. Die Spannung, die nun folgte, war förmlich greifbar und
wurde durch die verhältnismäßig lange Umbaupause noch zusätzlich angeheizt,
doch die Erwartungshaltung war entweder übermächtig, oder die Musikszene hat
sich im Laufe der Jahre dermaßen gewandelt, dass NITZER EBB, einer der
Wegbereiter des EBM, mittlerweile eher wie ein laues Electro-Lüftchen durch
die AGRA wehten. Bon Harris und Douglas McCarthy fanden, unterstützt durch
Schlagzeugerin Kourtney K., mit „Getting Closer“ und „Let Your Body Learn“
zwar einen gelungenen Einstieg in ihren Set, doch wollte die unbändige
Power, die beispielsweise die erste Fixmer/McCarthy Show beim WGT vor zwei
Jahren verbreitet hat, einfach nicht auf das Publikum überspringen.
Erstaunlich zudem, dass die AGRA bei weitem nicht gefüllt war und selbst die
als besonders aggressiv geltende EBM-Fanschar gemäßigt zu Werke ging. Die
Show an sich war sicherlich in Ordnung und konnte Diehard-Fans der
EBM-Legende sicher zufrieden stellen, aber ob das ausreicht sich in der
heutigen Szene noch zu behaupten, ohne als lebendiger Anachronismus
betrachtet zu werden, muss die Zukunft zeigen.(mk)

*** An diesem Tag lies ich es ruhig angehen und guckte mich erst einmal auf
der Einkaufsmeile in der AGRA um. Hier gab es wieder alles was das
Gothicherz begehrt. Jedoch sind einige namhafte Gothicläden, dort leider
nicht mehr vertreten. Es ist schade, dass sich die kleineren Läden, bei den
hohen Standgebühren nicht halten können. Sehr trendy waren dieses Mal
Plastikdreadlocks, ab und an in Kombination mit Staubmaske vor dem Mund, und
Petticoats, meist als Kurzvariante. Musikalisch ging es für mich dann im
Werk II los, wo ich mir Hatesex ansah. Die Akustik war mal wieder
bescheiden, so dass ich nach Witt, der immer noch die Flut im Programm hat,
wieder in die AGRA fuhr, um mir LACRIMOSA anzusehen. Und ich fand es schön.
Die alten Hits , wie „Brennender Komet“ wurden von Tilo Wolf wieder recht
theatralisch rüber gebracht. Von NizzerEbb hatte ich mir ebenfalls etwas
mehr versprochen und mich gewundert, dass die Halle gar nicht so gefüllt
war. Kennt die „Jugend“ diese Band, die sich gerade wieder zusammengefunden
hat, vielleicht nicht mehr. Der Abschluss diese Abend war ein Bananensplit
Milchshake bei King, der sehr zu empfehlen ist.(i.s.o.)***
Samstag. 03.06.2006
Ernüchterung am Morgen, denn vorbei war’s mit dem schönen Wetter des
Vortages. Ein Grauschleier liegt über Leipzig und die Temparatur ist rapide
in den Keller gesackt, was in der Kombination mit dem eiskalten Wind ein
ziemliches frostiges Gefühl verursacht. Nur gut, dass wir die Nacht nicht in
einem Zelt auf dem AGRA-Gelände verbringen mussten, sondern uns gemütlich in
unsere Pensionsbetten in Grosszschocher kuscheln konnten. Die Idee, den
Nachmittag bei solch einem ungemütlichen Wetter auf der Parkbühne zu
verbringen, um die Zeit bis zum Einlass im „Anker“ zu überbrücken, wird
schnell verworfen und stattdessen entschliessen wir uns nach einem
ausgiebigen Frühstück und einer kurzen Stipvisite bei den Ständen in der
AGRA zu einem Besuch des Völkerschlachtdenkmals, bei dem sich die ersten
Erfolge der Renovierungsarbeiten bemerkbar machen und der obere Kranz der
Aussichtsplattform bereits all seiner Patina beraubt ist, was dem 1913
eingeweihten, monumentalen Denkmal viel von seiner düsteren Aura nimmt.
Überpünktlich finden wir uns dann rechtzeitig vor dem „Anker“ im Westen
Leipzigs ein, um den Klängen der Neofolk-Fraktion und Bands wie SON VER,
NEUTRAL, PARZIVAL, SPIRITUAL FRONT und ORDO ROSARIO EQUILIBRIO zu lauschen.
Trotz eisiger Aussentemparaturen und einem leichten Nieselregen ist die Luft
im „Anker“ bereits nach kurzer Zeit zum Schneiden dick und sorgt mangels
fehlender Klimaanlage für manch Schweissperle und ziemliche
Kreislaufprobleme bei dem einen oder anderen. Dass das Interesse am Neofolk
ungebrochen ist, zeigt alleine die Tatsache, dass der „Anker“ auch in diesem
Jahr bis unter’s Dach gefüllt ist und zeitweise aufgrund der Enge keine
Besucher mehr eingelassen werden können. Den Auftakt macht die Londoner
Formation SON VER, bestehend aus Jo Quail (Cellos, Programming)] and Ben
McLees (Gitarre, Programming, Samples), keine Neofolk-Formation im
klassischen Sinne, sondern durch die minimalistische Instrumentierung
vielmehr an frühen 4AD-Acts orientierend. Rein instrumental bietet das Duo
vierzig Minuten atmosphärische und ätherische Sounds, die bei den Anwesenden
durchaus auf Entgegenkommen treffen und sehr wohlwollend mit Applaus bedacht
werden, was den beiden Protagonisten mehr als nur ein schüchternes Lächeln
in die Gesichter zaubert.
Es folgen die nach Dänemark emigrierten Russen von PARZIVAL, ehemals STIFF
MINERS, die bereits vor zwei Jahren, damals noch im „Haus Leipzig“, für
Furore sorgen konnten. Im Gepäck haben sie ihr neues Album „Deus Nobiscum“,
das just am Tage des Konzertes veröffentlicht wurde. Mit wagnerianischem
Bombast, geflügelten Helmen und einer heldenhaften Aura, die durch die
mystische Lightshow noch unterstrichen wird, sorgen PARZIVAL für eine
äusserst kurzweilige Unterhaltung, auch wenn die musikalische Nähe zu
LAIBACH natürlich nicht zu leugnen ist. Verglichen mit dem Auftritt zu zwei
Jahren gilt es jedoch zu konstatieren, dass PARZIVAL deutlich elektronischer
geworden sind und zuweilen sogar eine gewisse tanzbare Attitüde nicht mehr
von der Hand zu weisen ist. Den Nerv des Publikums treffen die Russen
jedenfalls erneut und so ist der lang anhaltende Applaus des Publikums wohl
verdient. Voller Spannung erwartet folgte das russische Duo NEUTRAL, das
aufgrund seines Albums „...Of Shadows And It’s Dream“ sowie seines Beitrages
zur „Eisiges Licht 2“-Compilation Grosses erhoffen und erwarten liess, und
diese Hoffnungen auch nicht enttäuschte. NEUTRAL boten klassischen Neofolk,
nur mit Gitarre und Violine instrumentiert, und unglaublich gefühlvoll und
voller Emotionen dargeboten. Durch die Widmung eines ihrer Lieder den Opfern
des Stalinismus stellten NEUTRAL dann auch einen deutlichen politischen
Bezug her, den wohl die wenigsten Gegner der Neofolkszene, der ja leider
immer noch zu unrecht ein latenter Hang zu rechtsextremen Tendenzen
nachgesagt wird, vermutet und erwartet hätten. Trotz des begeisternden
Applauses, den NEUTRAL für ihr beeindruckendes Konzert erhielten, sei die
Frage erlaubt, ob der Geräuschpegel, der den ganzen Set über durch das
Stimmengemurmel im Publikum herrschte, nicht doch von mangelnder Achtung und
Aufmerksamkeit den Künstlern gegenüber zeugt. Dennoch: für mich war dieser
Auftritt eines der Highlights des WGT 2006, der auch von VON THRONSTAHL’s JK
sehr positiv aufgenommen wurde.
Spätestens durch die Kollaboration mit ORDO ROSARIO EQUILIBRIO und der
gemeinsamen CD „Satyriasis“ haben die Italiener SPIRITUAL FRONT den
entscheidenden Schritt heraus aus ihrem Undergroundstatus getan, und die
„Dio“-Rufe eines italienischen Landsmannes an die Adresse von Sänger und
Songwriter Simone Salvatori zeugten schon vor Beginn des Konzertes von einer
Ehrerbietung, der sich SPIRITUAL FRONT nachfolgend durchaus gewachsen
fühlten. Ähnlich wie INNER GLORY im letzten Jahr zogen SPIRITUAL FRONT die
Aufmerksamkeit der Zuschauer vom ersten Moment an auf sich und wer sich
musikalisch zuweilen an einen jungen NICK CAVE erinnert fühlte, lag so
falsch sicher nicht. Charismatisch wurden Songs wie „I Walk The Deadline“
und „Jesus Died In Las Vegas“ vom neuen Album „Armageddon Gigolo“
dargebracht, während im Hintergrund der Robert de Niro-Film „Raging Bull“
auf die Leinwand projeziert wurde. Der Auftritt SPIRITUAL FRONTs glich in
seiner Intensität einem Siegeszug und der Vertrag mit Trisol sollte der Band
zu einem grossen Popularitätsschub verhelfen. Abschliessend und nach einer
aussergewöhnlich langen Umbaupause betraten dann ORDO ROSARIO EQUILIBRIO die
Bühne, am Laptop verstärkt durch IN SLAUGHTER NATIVES Mastermind J.
Havukainen, der den Songs ORDO ROSARIO EQUILIBRIOs seinen klanglichen
Stempel aufdrücken konnte. Befremdlich bei ORDO ist sicher immer noch die
Tatsache, dass die Gitarren vom DAT kommen und nicht live gespielt werden.
Während Tomas Pettersson am Bühnenrand zwischen Gesang und Schlagwerk hin
und her wechselte, räkelte sich im Hintergrund lasziv Rosemary Larsen im
Scheinwerferlicht der Bühne und sorgte bei dem einen oder anderen Besucher
für feuchte Träume. Fackeln sorgten für zusätzliche Atmosphäre, konnten aber
nicht darüber hinweg täuschen, dass ORDO ROSARIO EQUILIBRIO ihrem
vermeintlichen Status als Headliner nicht gerecht werden konnten, denn der
„Anker“ leerte sich mit zunehmender Spieldauer doch zusehends. Auch für uns
wurde es Zeit den Heimweg anzutreten und erschöpft und voller neuer
Eindrücke in unsere Betten zu fallen.(mk)

*** Nachdem ich mich mit meinem Gefolge erst einmal schön gemacht habe, ging
es für uns in die AGRA zum Sehen und Gesehen werden. Hier wurden die
interessantesten Outfits fotografiert. Beschallt wurden wir von Noctulus,
der sich nicht mehr mit dem Zeltplatz als Bühne zufrieden geben musste. Er
und sein Mitstreiter hatten immerhin eine kleine Ecke in der AGRA erhalten.
Seine Darbietungen sind gewöhnungsbedürftig und machten eine Unterhaltung
vor Ort schwierig, jedoch ist ein ein Original. Währenddessen gaben sich in
der grossen Halle Bands wie Destroid, SITD und Cat Rapes Dog die Ehre.
Letzter hatte anfängliche Startschwierigkeiten. Es war schlecht zu
unterscheiden, ob es sich noch um den Soundcheck oder schon um die Show
handelte. Pünktlich um 22:20 Uhr traten VNV Nation auf die Bühne. Sänger
Ronan sprach mit den Fans im perfekten Deutsch. Dies war neben allen Hits
ein weiteres Highlight. In Eile ging es dann rüber in die Halle 4.2 der
AGRA. Dort spielten die belgische Popband Vive la Fete.

Der Stil und die Sängerin Els erinnern startk an die 80er Jahre und Blondie.
Auch die Cocktailbar in dieser Halle war nicht zu verachten und so blieben
wir noch ein Weilchen und lauschten auch noch der Band Hamburger Synthie-Pop
Band SONO. Den Abend beschlossen wir in der Moritzbastei. Dort legte unter
anderem Thedi von KIEW auf. Die Stimmung war gut und es herrschte eine
brutige Hitze.(i.s.o.)***
Sonntag, 04.06.2006
Was tut man nicht alles für das beste Brunch in Leipzig? Zum Beispiel
Sonntags morgen in aller Herrgottsfrühe rechtzeitig aus dem Bett zu
krabbeln, um sich im „Puschkin“ seinen Platz zu sichern um sich dann schon
traditionell am reichhaltigen Buffet zu bedienen und die ersten beiden Tage
des 15. Wave Gotik Treffens in trauter Runde Revue passieren zu lassen?
Genau, gesagt, getan und leider viel zu kurz, da für meine Begleitung
bereits um 12 Uhr der nächste Termin in der AGRA auf dem Plan stand. Während
sich meine Begleitung also Strähnen ins Haar flechten liess, hatte ich genug
Gelegenheit die Verkaufsstände von „Steinklang“, LOKI Foundation“,„Going
Underground“ und all den anderen Verkaufsständen zu plündern und mich
reichlich mit Tonträgern zu versorgen, die im Preis zum Teil deutlich unter
den handelsüblichen Ladenpreisen lagen und teilweise sogar vor dem
offiziellen Veröffentlichungstermin erhältlich waren. Ganz zu schweigen von
den Raritäten, die feil geboten wurden. Danach stand ein Abstecher ins
Heidnische Dorf auf dem Programm, wo wir verwundert feststellen durften,
dass neben dem „Heidnischen Dorf“ im Torhaus Dölitz, also eigentlich an alt
bekannter Stelle, ein weiteres Wikiingerdorf auf dem Treffenzeltplatz
errichtet wurde. Nur der Eintritt im Wikingerdorf war als WGT-Besucher frei,
während ein findinger Veranstalter meinte, das Publikum des WGT durch
frühzeitiges Buchen des Torhauses und die Erhebung eines Eintrittpreises
abkassieren zu können. Ärgerlich für die Besucher und eine organisatorische
Panne, die im nächsten Jahr hoffentlich nicht mehr vorkommen wird. Dennoch
war das Standangebot im Wikingerdorf wieder wohl gewählt, bot
mittelalterlichen Handwerkern, Ritterschaften und Ständen die Möglichkeit
zur Präsentation und auch hier gab es eine kleine Bühne, wo tagsüber
Mittelalterbands auftraten. Als wir eintrafen, spielten gerade die Holländer
OMNIA, die mit ihrem keltisch beeinflussten Sound bei eisigem Wind eine
stattliche Menge vor der Bühne versammeln, uns jedoch aufgrund der
Eiseskälte nicht lange fesseln konnten.

Die Qual der Wahl stand nun an, denn während das ROSA CRUX-Konzert im
Schauspielhaus noch relativ unkritisch war was den Zeitfaktor anging, war
die Überlegung und Entscheidung ob IN THE NURSERY, ebenfalls im
Schauspielhaus, oder ORPLID, die nahezu zeitgleich im Völkerschachtdenkmal
auftraten, vorzuziehen wäre, keine leichte. Und im Nachhinein betrachtet war
es wohl die falsche Entscheidung, doch dazu später. Dass ROSA CRUX auf der
grossen Bühne des Schauspielhauses ein Erlebnis werden würde, stand im
Vorfeld ausser Frage. Dass es solch ein überragender Auftritt werden würde,
zumal noch vor einem Publikum, das die Band in ihrem Leben wahrscheinlich
noch nie zuvor live erleben durfte, dürfte für die Franzosen wohl mehr als
„nur“ der Lohn der verdienten Arbeit gewesen sein. Unterstützt durch einen
vielköpfigen Chor, zwei Fahnenschwenker, das die Bühne zur Hälfte
einnehmende Glockenspiel und das mechanische Schlagzeug boten die Franzosen
ihre musikalische Mischung aus sakralen Versatzstücken, bombastischer
Neoklassik, stilprägenden Goth-Gitarren und dem prägenden Gesang von Olivier
Tarabo, unterstützt durch die atmosphärische und beeindruckende
Videoprojektion, die hier aufgrund der Grösse der Leinwand die einzigartige
Stimmung, die ROSA CRUX stets verbreiten, eindrucksvoll unterstützte. Ganz
überragend dann der „Danse de la Terre“, im Bühnenhintergrund auf einem
Podest, wo sich zwei Tänzer in ekstatischem Tanz einem scheinbar
prähistorischen Ritual hingaben. Die Standing Ovations, die nach einer viel
zu knappen Stunden das Schauspielhaus durch das Schauspielhaus brandeten,
liessen keinen Zweifel darüber aufkommen, dass viele mit dieser Show ihr
Highlight auf dem Wave Gotik Treffen gefunden hatten. Brillant ... ... ganz
im Gegensatz zu IN THE NURSERY, die auf ganzer Linie enttäuschten. Das erste
Stück war noch nicht ganz verklungen, da hatten sich bereits die ersten
Besucher aus ihren Sitzen erhoben und das Schauspielhaus beinahe fluchtartig
verlassen, und dass fünf Jahre nach dem letzten Auftritt in Leipzig und wo
man davon ausgehen muss, dass nicht wenige ausschliesslich wegen der Briten
den Weg ins Schauspielhaus gefunden hatten. Musikalisch und die Show
betreffend kann man Klive und Nigel Humberstone eigentlich keinen Vorwurf
machen, aber es scheint so, als ob IN THE NURSERY sich durch ihre
Soundtrackarbeiten der letzten Jahre mittlerweile doch zu weit von der
Schwarzen Szene entfernt haben, um auf ungeteilte Zustimmung zu stossen.
Sängerin Dolores Marguerite C. präsentierte sich phasenweise zudem als
stimmlich nicht sonderlich auf der Höhe und versemmelte so mehrfach die
Songs. Einzig die nach wie vor beeindruckende Präsenz der Kesselpauken und
der Military Drums, im übrigen meisterlich dargeboten, retteten den Auftritt
vor einem Komplettveriss. Fraglich sicher auch, ob der gut gemeinte Auftritt
von Dolores’ Tochter beim letzten Stück des Sets das kleine Mädchen nicht
doch überfordert hat. Unter dem Strich eine Riesenenttäuschung, die erst mal
verdaut werden wollte. ORPLID wäre da ganz klar die bessere Wahl gewesen.
Also ab ins Restaurant und den Abend schön gemütlich bei einem Bier
ausklingen lassen.(mk)

***Als Spätaufsteher kam ich rechtzeitig ins Schauspielhaus und war
überwältig von Rosa Crux, die ich noch nie live gesehen hatte. Besonders das
staubige prähistorische Ritual und das Glockenspiel hatte es mit angetan.
Von In The Nursery war ich ebenfalls begeistert. Sicher ist die Band jetzt
etwas soundtracklastig, aber die eindrucksvollen Pauken haben es einfach in
sich. Auch wenn der In The Nursery Nachwuchs nicht immer den Takt mit dem
Tambourine traf, so fand ich es doch eine schöne Idee, die meinen
Mutterinstinkt berührte. Als nächstes sah ich mir die neue Location, den
Kohlrabizirkus an. Hier spielten Mesh, leider aber nicht das Stück „Not
prepared“.Auf das ich so gewartet hatte. Nun hieß es schnell die
Dominastiefel übergezogen und ab in den Kuppelpalast, wo das Fetischtreffen
OBSESSION BIZARRE schon im vollen Gange war. Hier dachten wir erst fehl am
Platze zu sein, da die viele Besucher einfach gekleidet waren. Der Dresscode
wurde hier nicht sonderlich beachtet. Im Separébereich fehlte es an
Diskretion, denn die Schaulustigen unterhielten sich lautstark auf den
Gängen über Gott und die Welt. Trotz der diesmal ausreichend großen Location
war der Kuppelpalast gut gefüllt. Hier gab es Bondage und SM-Shows, unter
anderem mit Mozart von Umbra et Imago. Als es hell wurde, war die Party für
mich vorbei.(i.s.o.)***
Montag, 05.06.2006
Der letzte Tag des 15. Wave Gotik Treffens stand auf dem Programm und was
bot sich da mehr an, als den Tag bei einem Spaziergang auf dem weitläufigen
Südfriedhof im Schatten des Völkerschlachtdenkmals mit seinen alten Gräbern
und Gruften und all den Grabskulpturen zu beginnen. Bei all der Ruhe, den
umherstreichenden und zutraulichen Eichhörnchen vergassen wir fast die Zeit
und mussten überrascht feststellen, dass mittlerweile dreieinhalb Stunden
vergangen waren und wir vor unserer Fahrt in den Kuppelpalast noch das
Problem der Nahrungsaufnahme bevor stand. Also ab zu unserem
Lieblingsitaliener und eine ordentliche Stärkung einfahren, bevor wir uns
mit :OF THE WAND AND THE MOON:, THE PROTAGONIST und KIRLIAN CAMERA den
späten Nachmittag versüssen wollten, nachdem die Entscheidung gegen die
zeitgleich im „Kohlrabizirkus“ auftretenden FEINDFLUG, die auch dieses Mal
leider wieder das Nachsehen hatten, gefallen war. Grosses Staunen, als wir
den „Kuppelpalast“ betraten und sofort von dieser mondänen Atmosphäre, die
durch die Sitzecken und die um die eigentliche Halle verteilten Bars
entstand, gefangen wurden. Noch grösseres Staunen, als wir die eigentliche
Rundhalle betraten, die mit ihren beleuchteten Säulen, dem Marmorboden und
den zusätzlichen Bars diese Atmosphäre noch verstärkte und man als Besucher,
sofern man sich auf den Treppenstufen rechts, links und gegenüber der Bühne
eine Sitzgelegenheit sichern konnte, einen hervorragenden Blick auf die
Bühne hatte.

Pünktlich um 19 Uhr betrat Kim Larsen mit :OF THE WAND AND THE MOON: die
Bühne, um sich nach der Mini-Tour vor einigen Wochen bestens eingespielt und
in bestechender Form zu präsentieren. Das Gros der präsentierten Songs lag
natürlich auf dem aktuellen Album „Sonnenheim“, ergänzt durch einzelne Songs
der Alben „Lucifer“ und „Emptiness:Emptiness:Emptiness“. Besonders
hervorzuheben hier das einfühlsame „Nighttime in Sonnenheim“, „Winter
Solstice“ und vor allem „My Black Faith“. Viel Applaus ernteten :OF THE WAND
AND THE MOON: für die Widmung eines ihrer Songs, „Ja Boga Ne Videu!“, für
Andreas Ritter (FORSETI), der Mitte 2005 einen Herzstillstand erlitt und
noch heute unter den Folgen dieses Stillstandes zu leiden hat. Dieses
bislang noch unveröffentlichte Stück wird im Sommer diesen Jahres auf einer
Compilation bei Noltex (www.noltex.de) erscheinen, deren Erlös Andreas
Ritter zugute kommen wird. Die Stunde verging wie im Flug und bescheiden und
beinahe schüchtern nahmen :OF THE WAND AND THE MOON: den tosenden Applaus
entgegen. Nach ROSA CRUX und NEUTRAL eins der besten Konzerte im Rahmen des
WGT, welches ich besuchen konnte. Skeptisch war ich, ob die Schweden THE
PROTAGONIST mit ihren neoklassischen und martialischen Soundscapes in bester
Cold Meat Industry-Tradition in das Programm des Abends passen würden, doch
die nach einer kurzen Umbaupause nachfolgende, rund einstündige Performance
konnte mich eines besseren belehren. Magnus Sundstroem und seine
Mitstreiterin boten vor der Kulisse ständig wechselnder Videoprojektion,
z.B. aus der „Die Nacht der reitenden Leichen“ ein beeindruckendes Konzert.
Martialisch, musikalisch aber dennoch erhaben und sehr bombastisch, prägte
vor allem das kraftvolle Drumming von Magnus den gut einstündigen Auftritt,
der immer mehr Besucher in seinen Bann zog, bis die Enge im Publikum beinahe
unerträglich wurde.

THE PROTAGONIST unterstrichen mit diesem Auftritt den guten Eindruck ihrer
Veröffentlichungen und sicherlich die meisten Besucher waren noch lange und
nachhaltig von den Schweden beeindruckt. Der Auftritt KIRLIAN CAMERAs
zögerte sich nicht alleine aufgrund der langen Umbaupause immer weiter
hinaus und das Gedränge vor der Bühne, aber auch auf den Absätzen rechts und
links der Bühne, nahm unangenehme und fast schon Besorgnis erregende
Ausmasse an, die den ungetrübten Musikgenuss der nachfolgenden KIRLIAN
CAMERA-Show erheblich beeinträchtigen sollte. Angelo Bergamini, Elena Fossi
und ihre drei Mitstreiter, die zuvor noch unerkannt durch den Kuppelpalast
liefen, betraten mit ihren mittlerweile schon legendären Sturmmasken die
Bühne und verharrten beim Intro reglos auf der Bühne, bevor sie sich an ihre
Instrumente begaben und vor allem Sängerin Elena alle Blicke der
Aufmerksamkeit auf sich ziehen und ihrer Rolle als Frontfrau uneingeschränkt
gerecht werden konnte. Der Sound war, wie auch schon bei :OF THE WAND AND
THE MOON: und THE PROTAGONIST zuvor, vom allerfeinsten und hat sicherlich
jeden KIRLIAN CAMERA-Fan zufrieden gestellt. Uns wurde das Gedränge nach
fünf Stücken allerdings zuviel, so dass wir uns einen Weg durch die
Zuschauermenge bahnten und erst einmal eine Dosis Frischluft tanken
mussten.(mk)

***Für mich fing der Tag auf der Parkbühne an. Dort kam ich gerade noch
rechtzeitig, um das letzte Stück von House of Usher zu hören. Nach einem
kurzen Gespräch mit der Band, erfuhr ich, dass Martin Krötz demnächst wieder
als Gitarrist bei House of Usher einsteigen wird. Von den nachfolgenden
Bands Bloodfowerz und Dope Stars Inc. konnte ich noch schnell ein paar Fotos
machen, um dann rechtzeitig zum Neofolk in den Kuppelpalast zu kommen. Hier
entschied ich mich jedoch im Verlaufe des Abends gegen Kirlian Camera, um
Feindflug im Kohlrabizirkus nicht zu versäumen. Der Zirkus war zum Bersten
gefüllt und drinnen fühlte man sich, aufgrund der Militaryoutfits wie im
Krieg. Ich freute mich dann auf And One. Die lange nicht mehr live zu sehen
waren. Obwohl Sänger Steve wieder sehr charismatisch rüberkam, leerte sich
der Saal zusehens. Viele der WGT Besucher traten jetzt wohl schon die weite
Heimreise an. Es ist schade, wie schnell so ein Festival vergeht. Wie immer
konnte ich nicht überall gleichzeitig sein. Eigentlich müsste das WGT auf
eine Woche ausgedehnt werden. Und in der Woche schaue ich mir dann auch
endlich einmal Leipzig an. In 2007 versprochen - Ehrlich!!! (i.s.o.)
Text: Isabel Oerke (i.s.o.)/Michael Kuhlen (mk)/Obliveon
Fotos: i.s.o./cbl
Mesh am 25.04.2006 in der Live Music Hall, Köln
Letzten Dienstag spielten Mesh in Köln, den Einstieg in diesen Abend gaben
„Mechanical Cabaret„. Um 20:00 Uhr starteten die drei aus London und
stimmten das Publikum 45 min auf Mesh ein. Die Stimme ihres Frontmannes Roi
erinnerte an die des Sängers von den Crüxshadows. Die elektronischen
Melodien ließen einen Hauch von Soft Cell verspühren. Roi bewegte sich sehr
feminin über die Bühne, und unterhielt die Menge mit leicht anzüglichen
Bewegungen. Nachdem er sich seines Sternentops entledigt hatte, konnte man
noch einen kurzen Blick auf seinen Allerwertesten erhaschen. Dann ging es
auch schon bald zu Mesh über.

Um 21:15 betraten die drei Musiker von Mesh die Bühne. Frontmann Mike, kam
wie immer mit Mütze ins Rampenlicht. Im Background gab es eine riesige
Leinwand, auf der Fragmente von Textstücken zu sehen waren. Mesh eröffnete
den Abend mit„Petrified“ und es reihte sich ein Hit an den nächsten. Somit
auch „Step by Step“von ihrem neuen Album „We Collide“, welches erst Ende
März diesen Jahres veröffentlicht wurde. Sie spielten, unter anderem Sachen
wie, „Not Prepared““, „„Leave you Nothing“, „„Little Missile“und vieles
mehr. Die Stimmung war super und nach einer guten Stunde verließen Mesh
leider wieder die Bühne. Jedoch bekam das Publikum nach einigen Minuten
Beifall und lauten „Zugaben“- Rufen nochmal für 2 Zugabenblöcke Mesh live
geboten. Eine gute halbe Stunde konnte man noch ihren Klängen lauschen bis
das Konzert für diesen Abend leider entgültig vorbei war. Eine sehr
gelungene Abendgestaltung.
Text: ts
Foto: ts
The Sisters of Mercy am 16.4.2006 in der Großen Freiheit 36, Hamburg

Nach einigen Jahren hatte man am Ostersonntag mal wieder die Möglichkeit die
Sisters of Mercy in Hamburg zu sehen. Diese Band ist ein Phänomen. Obwohl
Andrew Eldritch (inzwischen mit Glatze) seit 1990 kein neues Album mehr
aufgenommen hat, war die Große Feiheit 36 brechend voll. Um 21.30 Uhr gings
mit„ Crash and burn“ los, einem Song, der noch nicht veröffentlicht wurde,
den Fans aber von früheren Konzerten bekannt ist. Die Setlist bestand zum
Großteil aus Stücken der „Vision thing“ LP (Ribbons, When you don`t see me,
Detonation boulevard etc.), sowie unveröffentlichtem Material, wie „Summer“
und „We are the same, Suzanne“.
Nach ihrem kommerziell
erfolgreichstem Song „This corrosion“ ging die Band nach gut einer Stunde
von der Bühne. Sie kamen dann noch für zwei Zugaben zurück. Im ersten Block
gab es „Something fast“ und „Lucretia my reflection“ und im zweiten wurde es
dann mit dem Instrumental„ Snubnose“ und einer Brachialversion von „Temple
of love“ ziemlich heftig. Für meinen Geschmack hätte dem Konzert mehr ältere
Stück und etwas weniger nach Bikerrock klingende Gitarren gut getan. So war
es ein Konzert, das ganz ok war, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
mb
Bauhaus am 10.2.2006 in der Columbiahalle, Berlin

Um 20.30 Uhr war es endlich soweit, Bauhaus enterten die Bühne der
Columbiahalle und begannen mit mit dem Song "Burning from the inside" ein
Konzert, das bereits zu diesem frühen Zeitpunkt des Jahres als ein
"Jahres-Konzerthighlight" gelten kann. Wenn auf eine Band der Begriff "Kult"
paßt, dann sicherlich auf Bauhaus. Über zwei Stunden, inklusive Zugaben,
begeisterten sie das Publikum in der brechend vollen Columbiahalle. Es
wurden fast alle Songs gespielt die der geneigte Fan erwartet hatte, z.B.
"In the flatfield", "She`s in parties", "The passion of lovers", "Hollow
hills" und sogar "Stigmata martyr" standen auf der Setlist.

Auch wenn die Jahre an Peter Murphy und Co. nicht spurlos vorbei gegangen
sind, (mit Ausnahme von David J. der - wie üblich im Anzug und mit
Sonnenbrille - noch aussieht wie in den frühen 80ern), Bauhaus sind live
einfach immer noch unbeschreiblich. Nach ca. 90 Minuten verließ die Band das
erste Mal die Bühne. Das Publikum forderte jedoch lautstark nach einer
Zugabe. Hiervon sollte es dann insgesamt drei geben.

Zur Überraschung und Begeisterung aller, spielten Bauhaus dann u.a. auch mit
dem Joy Division Klassiker "Transmission" eine neue Coverversion. Mit der
letzten Zugabe "Bela Lugosi`s dead", bei dem Peter Murphy das Fledermauscape
anzog, ging dann ein Konzert zu Ende, das noch lange in Erinnerung bleiben
wird.
Text: mb
Fotos: i.s.o.
Covenant am 05.02.2006 in der Live Music Hall, Köln

An diesem Sonntag spielten Covenant in Köln. Doch um 20:00 Uhr schafften
erst einmal drei Musiker aus dem Ruhrpott einen gelungen Einstieg in den
Abend. ROTERSAND! Sie spielten unter anderem Hits wie „Merging Oceans“,
„Exterminate Annihilate Destroy“, sowie „Welcome to Goodbye“ vom
gleichnamigen aktuellen Album. Bei „Transmission“ ließ es sich ihr Frontmann
Rasc nicht nehmen von der Bühne durch das Publikum zu gehen.

Nach einer guten dreiviertel Stunde elektronischer Musik, mit Einflüssen von
Pop und Techno, betraten gegen 21 Uhr Client die Bühne. Die drei hübschen
Mädels trugen Lederkleider, die an Stewardessenuniformen erinnerten und auf
rege Begeisterung bei den Männern stiessen. Die Musik erinnerte an
minimalistischen 80er-Jahre Elektro und kam zum Teil etwas monoton rüber.

Um kurz nach 22 Uhr ging es dann zum Hauptakt -Covenant- über. Die drei
Musiker aus Schweden verbreiteten mit Hits, wie „ Der Leierman“, „We stand
alone“ und „Stalker“ eine super Stimmung in der gut gefüllten Live Musik
Hall. Zusätzlich präsentierten sie Song ihres neuen Albums „Ritual Noise“.

Als Bühnenhintergrund hatten Covenant unter anderem eine große Wand, die
unterschiedliche Lichteffekte erzeugte. Zum Schluss gab es zwei
Zugabenblöcke mit jeweils drei Liedern, und so kamen auch die restlichen
Hits,wie „Call the Ships to Port“, „Figurehead“ und „Dead Stars“ noch zum
Tragen. Alles in Allem war es ein gelungener Sonntagabend.
Text: ts
Fotos: ts/i.s.o.
Depeche Mode am 15.1.2006 - Hamburg, Color Line Arena

Um genau 21 Uhr erschienen Depeche Mode auf der Bühne, der (natürlich)
ausverkauften Color Line Arena, um mit "A pain that I´m used to" von der
aktuellen CD "Playing the angel" ein Konzert der Extraklasse zu eröffnen.
Weiter ging es mit "John the revelator" bevor mit "A question of time"
erstmals ein Hit vergangener Tage präsentiert wurde. Überhaupt wurde es von
den begeisterten Fans dankbar aufgenommen, dass entgegen der letzten
Konzerte wieder verstärkt älteres Material gespielt wurde. Dafür fehlten
Stücke vom Ultra- und dem Exciter Album fast völlig.
Lediglich "Home" wurde gespielt und "Goodnight lovers" war der krönende
Abschluß. Die Bühne war Depeche Mode-typisch, eher schlicht. Lediglich eine
Metallkugel kreiste am Bühnenrand. Auf dieser erschienen kurze Botschaften,
wie z.B. "Sex Pain Angel Love". Nach dem, lautstark vom Publikum
mitgesungenen, "Personal Jesus" und "Enjoy the silence" gingen DeMo nach 90
Minuten das erste Mal von der Bühne. Den ersten Zugabenblock eröffnete
Martin Gore dann mit "Somebody". Bei "Just can`t get enough" und "Everything
counts" gab es dann kein Halten mehr.
Nach einer zweiten Zugabe, die von "Never let me down again" eingeleitet
wurde, war dann ein geniales Konzert leider schon zu Ende. Freuen wir uns
also auf die Live DVD, die im Herbst erscheinen soll.
Text: mb
Foto: MUTE
Combichrist, Rockfabrik in Übach-Palenberg, 14.12.2005

Diesen Mittwoch gab sich Combichrist in der Rockfabrik bei Aachen die Ehre.
Als Voract konnte man sich mit Monosys schon einmal einstimmen. Monosys ist
ein Ein- Mann- Projekt von Martin aus Herzogenrath, auch bekannt durch
Voidroom. Zu hören bekam man eine gute halbe Stunde elektronische Musik mit
interessant eingesetzten Samples und Geräuscheffekten.

Ein lohnender Einstieg in den Abend, jedoch kam die richtige Stimmung erst
beim Auftritt von Combichrist um ca. 22 Uhr auf. Als Frontmann Andy LaPlegua
auf die Bühne kam und das Publikum mit „This Shit will fuck you up“ von
ihrer aktuellen CD „Everybody hates you“ begrüßte, rückten die Zuschauer bis
an die Bühne vor und es glich mehr einer Party als einem Konzert. Die
Stimmung war ausgelassen und Ex Icon of Coil Sänger Andy LaPlegua nahm
erstmal ein Bad in der Menge. Es folgten weitere Hits, wie „Blut Royale“
oder „Without Emotions“.

Mit seinem selbstgefälligen Auftreten hatte Andy das Publikum gut im Griff.
Der überwiegende Teil verausgabte sich vor der Bühne beim Tanzen. Nach gut
einer Stunde vollem Power verließen Combichrist die Bühne und kehrten nach
ein paar Minuten noch einmal für eine Zugabe zurück. Mit „Enjoy the Abuse“
beendeten sie ihren gelungenen, jedoch leider viel zu kurzen Auftritt in der
Rockfabrik.
Text: ts
Fotos: ts
KiEv, Köln - MTC am 04.11.05

Vergangenen Freitag konnte ich mich im Kölner MTC auch einmal live von der Band
KiEw überzeugen. Gegen 21 Uhr betrat zunächst die Electroband Flatline aus Koblenz
die Bühne, um den ca. 90 Besuchern schon einen Vorgeschmack auf den anstehenden
Hauptakt zu geben. Sie spielten unter anderem ihren Hit „Enjoy the Night“ und ein
neues Lied, diesmal mit deutschem Text „Märchenwelt“. Unterstützt wurde die Band von zwei
Tänzerinnen, jedoch wirkte das ganze Auftreten etwas schüchtern und fand leider nicht bei
jedem den gewünschten Anklang. Nach einigen Zugaben dieses Supportacts ,gab es nach 45 min.
noch einen gelungenen Abschluß mit Pyroeffekten.

Um 22 Uhr begrüßte KiEw dann das Publikum mit der „Anstaltsordnung“ und „Heisse Silke“.
Beeindruckend war, dass die Band auch bei gesampelten Songs das Publikum durch eine zum
Album passende Showeinlage unterhielt. Dem Sänger Andreas Theden wurde von seinen 2 Bandkollegen
eine Audiotherapie, nach Anlegen einer Zwangsjacke, verpasst. Hinter zwei großen Leinwänden
konnte man durch Schattenspiel ihre Verwandlung zu Ärzten verfolgen. Anschließend wurde auch
das Publikum bei einer Livevisite therapiert.

Obwohl es hier wohl eher nichts zu therapieren gab,denn die Stimmung war gut und fast keinen Besucher
konnten die KiEw-Klänge zum ruhigen Rumstehen bewegen. Auch sonst passte die Bühnenpräsentation immer
gut zu den gespielten Songs. Bei „Feierabend in Kiew“ zog sich Thedi dann passenderweise
noch einmal ein rotes Longsleeve an. Musikalisch wurde nichts ausgelassen. Es wurden einige neue Stücke
gespielt, wie zum Beispiel "Exit" von dem am 11.11.2005 erscheinenden Remix- Album "Exit #72".Nachdem KiEw
nach 90 min. noch eine zweite Zugabe vom MTC zugestanden wurde, war ein gelungenes Konzert leider vorbei.
Aber für alle denen diese Therapiesitzung nicht gereicht hat, gibt es am 20.01.2006 Kiew live beim 15
Jahre Jubiläumsfest in Lüneburg.
Text: ts
Fotos: ts
Welle:Erdball, Hamburg Markthalle am 14.10.05

Um circa 21.30 Uhr betraten Welle:Erdball die Bühne der gut gefüllten Hamburger Markthalle.
Sie begannen ihr Konzert mit dem Kraftwerk Cover "Schaufensterpuppen"
von der aktuellen LP "Horizonterweiterungen". Kurz darauf folgt mit dem "Profil"-Klassiker
"Berühren" auch schon die nächste Coverversion. Während ihres regulären Sets
spielten Welle:Erdball fast alle erwarteten Hits. Die Fans bekamen beispielsweise
"Starfighter F104G","VW Käfer", "Super 8" und natürlich "Arbeit adelt" zu hören.
Bei "Schweben, fliegen, fallen" flogen auch wieder die üblichen W:E- Ballons in die Zuschauermenge.
Nach knapp 90 Minuten gingen W:E das erste Mal von der Bühne, doch nach lautstarken "Welle,Welle"-Rufen
kamen sie nach kurzer Zeit zurück, um einen Zugabenblock von 5 Stücken zu spielen. Hier gab
es dann auch endlich das umjubelte "Monoton und Minimal". Da die Fans aber immer noch nicht
genug hatten, folgte noch eine zweite Zugabe. Endlich ertönte auch das lautstark geforderte
"Wo kommen all die Geister her?". Nach gut zwei Stunden war ein klasse Konzert dann leider zu
Ende. Es bleibt zu hoffen, dass bald das angekündigte neue W:E Album erscheint und die Band
dann wieder ausgiebig live zu erleben ist.
Text: mb
Foto: i.s.o.
7. Maschinenfest, Kulturfabrik Krefeld, 30.9.- 02.10.2005
Am letzten Wochenende drehte sich nun zum 7. Mal auf dem Maschinenfest alles
um Industrial, Power Electro und Noise. In diesem, wie im letzten Jahr,
fand das dreitägige Underground- Festival in der Kulturfabrik in Krefeld statt.
Seit 1999 war dieses Festival traditionell immer im Musikbunker in Aachen,
doch wegen einiger Probleme mit der Belüftung, Hitze und Kondenswasser, das
auf die Künstler tropfte, wurde es nach Krefeld verlegt.

Am Donnerstag ging es mit einer Warm-Up Party los. Nach dem Konzertfreitag mit
Bands, wie Architect und Orphx, kamen am Samstag nochmals mehr Besucher.
Es spielten an diesem, meiner Meinung nach, besten Tag des Festivals u.a. S.E.K.T ,
Brighter Death Now, Klangstabil und Sonar. Trotz der Fülle fand man auch noch ein Plätzchen zum Tanzen.
Deutsch Nepal und Ah Cama-Sotz waren das Highlight am Sonntag.

Neben einer Halle mit Merchandise und Plattenlabels, hatte man im KUFA-Café auch
noch die Möglichkeit etwas zu essen. Ob Kuchen, Suppe, Würstchen, Kartoffelsalat
und verschieden belegte Brötchen, alles gab es zu sehr humanen Preisen.
In Punkto Mode bleibt zu sagen, dass die meisten Besucher ziemlich normal gekleidet
waren. Ferner konnte man jedoch eine Mischung aus Fetisch-, Cyber- und Army/Military- Style erkennen.

Viele Industrialliebhaber waren aus Belgien, der Schweiz, den Niederlanden und sogar
aus den USA angereist. Dank der zivilen Verpflegungspreise, der Möglichkeit eine
günstige Pension um die Ecke zu belegen und die Karte auch ohne Extrakosten an der
Abendkasse erwerben zu können, war dies eine gute Entscheidung. Das Maschinenfest war
auch 2005 wieder eine gelungene Veranstaltung mit typisch krachiger Atmosphäre.
Text: ts/i.s.o.
Fotos: ts
M`era Luna 13/14.08. 2005 in Hildesheim, Flughafen Drispenstedt

Nach so vielen M`era Luna Festivals bei bestem Wetter, erwartete uns,
eine ziemlich graue Verantstaltung. Dies galt selbstverständlich nur für
das Wetter, denn das M`era Luna ist immer vorbildlich organisiert und auch der Zeitplan wird nahezu minutiös eingehalten.
Nach der Eröffnungsparty am Freitag starteten In Mitra Medusa Inri die Konzertreihe
um 12 Uhr am Samstag.Danach hatte das Trio Qntal leider das Pech im Hangar zu spielen. Gerade bei dieser Band steht die schlechte
Akustik dieser Halle dem schönen Mittelaltergesang von Sigrid Hausen entgegen. Die Fans waren trotzdem begeistert.
NFD weckten mit ihrem Gothicrock an diesem frühen Nachmittag auch die letzte Schlafmütze. Sie hatten neben bekannten Songs des Albums "No Love Lost" auch
erstmalig neue Songs im Gepäck. Im Hangar gab es dann leichte Verspätung bei Leaves Eyes. Diese wurde jedoch durch feinsten Gothmetal der Band um
Liv Kristine und Ehemann Alex Krull wieder wettgemacht. Obwohl ich kein Mittelalterfan bin, war ich vom Auftritt der Band Schandmaul wieder einmal
begeistert. Diese Gruppe versteht es ihre Spielfreude auf das Publikum zu übertragen. Bei Songs, wie "Herren der Winde" entfalteten sie ihr ganzes
Potential und es gab kein Halten mehr. Nun wurde der Tag langsam elektronischer es gab Sets von SIDT und den Crüxshadows. Letztere sind immer wieder
toll. Obwohl die Show hier immer gleich ist und Sänger Rogue am Bühnegestänge turnt, liebe ich Songs, wie "Tears" oder "Cruelty". Die Band sorgt
stets für gute Laune und dieses Mal wurde der Band sorgar ein Fanplakatmit Danksagung überreicht.
Für alle weiblichen Fans kam es mit den 69Eyes jetzt noch schöner. Sänger Jyrki 69 ist ein echter Womenizer und versteht es alle Songs supersexy
rüberzubringen. VNV Nation konnten eigentlich als wahrer Headliner dieses Tages genannt werden, denn die Stimmung hier war wirklich bombastisch. Ronan
Harris machte es sichtlich Spaß seine Fans zum Singen seiner zahlreicher Hits zu animieren. Mit Spannung wurden dann Skinny Puppy erwartet. Schon vor 20
Jahren tanzte ich zu Hits, "Assimilate", live fand ich Nivek Ogre gesanglich nicht so spektakulär. Jedoch sein blutgetränktes Bühnenoutfit und die dazugehörige
Show begeisterten so manchen Fan. Wer jetzt noch fit war konnte im Hangar das Tanzbein schwingen.

Am Sonntag wurde es richtig ungemütlich, denn das Mera Luna versank im Regen. Der matschige Festivalplatz lies so manches schöne Outfit
recht unansehnlich aussehen. Unverdientermaßen lauschten den Auftritten von Scream Silence, Staubkind oder Faun daher nur wenige Fans an der Hauptbühne.
Bei Zeraphine konnten die Regenschirme für einen kleinen Augenblick wieder eingeklappt werden. Sänger Sven Friedrich brachte Songs,
wie "Die Macht in dir" und passenderweise "Be My Rain". Ein schöner Auftritt. Nach Flesh Field und Lacuna Coil spielten Melotron im Hangar. Hier war
es nicht nur aufgrund der Wetterlage proppevoll. "Lustig" wurde es als Sänger Andy über seine eigene Hose stolperte. Hiermit war er nicht alleine, denn
Subway to Sally Sänger Eric hatte auf der glatten Hauptbühne auch seine Probleme. Die Stimmung war hier aber ansonsten ungetrübt, denn das Wetter hielt
sich in dem Moment und das Publikum ging gut mit.
Diary of Dreams hatten als Nächstes mit "Chemicals" oder "Traumtänzer" den Hangar im Griff. Es folgten Ernst Horn und Alexander Veljanov, die mit ihrer Band
Deine Lakaien, Stücke wie "Love Me To The End" und "Dark Star" boten. Vorangegangen war diesem guten Auftritt schon zwei Tage vorher ein ebensolcher im
Hannoveraner Capitol präsentiert für einen kleinen Gästekreis. Dann war es endlich soweit, die Headliner des Abends The Sisters of Mercy betraten die Bühne
und es ertönte mein Lieblingssong der Band "Alice". Ich war begeistert, dass der Nebel dieses Mal nicht ga. .nz so dick und die Band sogar zu sehen war.
Songs, wie "Temple Of Love" und "Dominion" blieben nicht aus und die Stimmung war super.

Etwas vor Ende der Show machte ich mich auf den Weg zum
Parkplatz. Hier war schon der Traktor unterwegs, um einige Fahrzeuge vom schlammigen Parkplatz zu ziehen. Ich hatte Glück und kam noch mit "aus dem
Matsch schieben" vom Platz. Hoffentlich hat der Wettergott in 2006 ein Einsehen und das Festival wird dannn nicht ganz so rutschig. Ich freue mich drauf.
Text: i.s.o.
Fotos: i.s.o.
Amphi Festival am 1/2.7.2005 in Gelsenkirchen

Warum schippern Boote mit schwarz gewandeten Menschen den Rhein-Herne-Kanal rauf und runter und blicken wehmütig auf Gelsenkirchens Amphitheater?
Vielleicht wollten sie sich den Eintritt für das erste Amphi Festival sparen, welches an diesem Wochenende stattfand. Dies war auf jeden Fall ein Fehler, denn dieses Festival war gut und es gibt fast nichts zu beanstanden. Das idyllisch gelegene Theater am Rhein-Herne Kanal ist an sich schon eine Reise wert und erst recht, wenn hier Gothic/Electrokünstler die Bühne betreten. Gelungen fand ich auch, das Festival an einem Freitag/Samstag stattfinden zu lassen, so blieb am Sonntag noch genug Zeit für Erholung.
Freitag 01.07.2005
Freitag ging es pünktlich um 19 Uhr mit This Morn Omina los. Diese gaben mit ihren Trommeln einen gelungenen Einstieg in dem sich langsam füllenden Theater. Die nächsten Bands wurden zeitlich etwas nach hinten verschoben, weil man erst die langen Zuschauerschlangen am Einlass abarbeiten musste. 3500 Zuschauer fanden sich an diesem Freitag ein. Und erstaunlicherweise blieben alle, die auf den Rängen Platz genommen hatten, auch dort sitzen. So war es super gemütlich und man hatte von allen Rangplätzen eine gute Sicht auf die Bühne. Alle Tänzer verschlug es selbstverständlich vor die Bühne, wo Unheilig mit dem charismatischem Frontmann, der Graf, als nächstes an der Reihe waren. Nach Zeraphine wurde es dann mit Goethes Erben wieder schön theatralisch. Sänger Oswald Henke wirbelte über die Bühne und hatte wieder jede Menge Kerzen im Gepäck, die er ans Publikum verteilte.

Als Headliner traten Project Pitchfork an. Sie spielten vorwiegend Songs ihres neuen Albums, sodass diverse, von mir erhofften, Stücke fehlten. Einzig als Zugabe gab es den Track „Timekiller“. Das Konzert war relativ schnell zuende, aber glücklicherweise gab es noch ein Late-Night-Special der Band Client. Die auf Stewardess getrimmten Mädels sagen Songs wie „Radio“ und „Rock ‚n’ Roll Machine“. Ihre minimalistische Art ist anfangs lustig, aber dauerhaft doch zu monoton, daher leerte es sich vor der Bühne etwas. Mittlerweile war es 2 Uhr morgens, Zeit für die Schlaflosen jetzt noch zur Aftershow-Party zu gehen.
Samstag 02.07.2005
Der Samstag wurde von der Band Staubkind eröffnet. Eigentlich sollte hiernach Namnambulu folgen. Da sich die Band jedoch kurzfristig aufgelöst hat, mussten Psyche einspringen. Diese war ein würdiger Ersatz, da hier auch alte Hits gespielt wurden. Das nächste Highlight waren, nach Lacrimas Profundere, Welle:Erdball.

Wenn diese Band sendet, gibt es immer jede Menge Spaß. Sozialkritische Songs, wie „Mensch aus Glas“ rund um den C64, sorgten für gute Stimmung. Zum Schluss wurden wieder die Welle:Erdball Ballons, diesmal in rot, ins Publikum gegeben und Sänger Honey hatte noch die Anmerkung, dass es hier ein Fließbandkonzert sei, da keine Zugabe möglich ist. Nachdem Suicide Commando die Massen richtig angeheizt haben, gab es viel nackte Haut und Blut bei Blutengel. Das Schönste war hier die Pyroshow mit Konfettibombe. Bei dieser regnete es silbernen Flitter vom Himmel.

Nun wurde ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert. Die Krupps gibt es seit 25 Jahren und da durften Songs, wie „To the Hills“ nicht fehlen. Es folgte ein Ausflug in die 80er Jahre, denn hier feierte die nächste Band Camouflage ihre größten Erfolge.
Der Headliner des Samstages war In Extremo. Songs, wie „Küß mich“ beispielsweise, boten einen gelungenen Konzertabschluss. Am DJ Stage rotierte noch bis morgens um fünf der CD-Player. Alles in allem bot das erste Amphifestival einen gelungenen Auftakt. Beispiellos waren auch die sauberen WC-Anlagen. Ich hoffe, dass das Festival im nächsten Jahr in die zweite Runde geht.
Text: i.s.o.
Fotos: i.s.o.
Dead Can Dance Konzert am 29.03.05 in Berlin

Nach München folgt nun das letzte deutsche Dead Can Dance Konzert der Tour in
der Berliner Philharmonie. Mit geringer Verspätung betreten Lisa Gerrad und
Brandan Perry samt Band die Bühne. Und schon wird es richtig laut.
Wahrscheinlich wurde die tolle Akustik, die von Haus aus in einer Philharmonie
herrscht, nicht einkalkuliert.
Es folgt ein Ausflug durch die Werke von DCD. Ob Titel der Alben „The
Serpent’S Egg“ oder „Into The Labyrinth“, hier mit dem schönen „The ubiquitous
Mr. Lovegrove“, ist das Konzert eine Reise in atmosphärische Klangwelten. Wenn
Lisa Gerrad singt hat Brandan Perry Pause und genießt im Hintergrund seinen
Kaffee. Das Berliner Publikum klatscht anfänglich etwas verhalten, doch
spätestens bei „Saltarello“ kann man auch im Theatersitz mitswingen.
Zwischendrin gibt es noch eine kleine Panne, denn als Perry die Zimbeln für ein
neues Lied anschlägt, entsteht eine unfreiwillige Kunstpause. Die Musiker
wussten nicht mehr welcher Knopf nun für das gewollte Lied gedrückt werden soll.
Um 21: 45 Uhr ist erst einmal Schluss. Es gibt mehrfach Blumen für Lisa Gerrad
und aufgrund der Standing Ovations lässt sich die Band dann doch zu drei Zugaben
bewegen. Mit dabei ist auch der Track „Severance“. Die ganze Zeit hoffte ich auf
das Stück „ Dawn Of The Iconoclast“ meiner Lieblingsplatte „Within The Realm Of
A Dyning Sun“. Dies hätte dem Konzert einen noch gelungeneren Abschluss
beschert.
Text: i.s.o.
Foto: i.s.o.
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