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Wave Gotik Treffen 2008 vom 09.05.2008 – 12.05.2008 in Leipzig


Schon zum 17. Male lud das Wave-Gotik-Treffen dieses Jahr wieder nach Leipzig ein. Wir nahmen uns vor spätestens am Freitag um 18 Uhr dort zu sein, wurden jedoch durch diverse Staus daran gehindert und erschienen erst zu den Klängen von SIGUE, SIGUE SPUTNIK in der AGRA- Halle. Die Band, die in den 80er Jahren zwei Hits hatte, kamen stark kostümiert auf die Bühne und waren in ihrem Alter recht putzig anzusehen. "Love Missile F1-11“ und „21st Century Boy" wurde aber vom Publikum dennoch begeistert aufgenommen. Dannach folgte zur allgemeinen Freude Der Graf mit UNHEILIG. Der charismatische Sänger heizte dem Publikum mit seinen Hits, wie "Freiheit" und "Sage Ja" ein. Die Show des Grafen ist immer gleich, aber gleich perfekt und er erfreut sich einer immer größer werdenen Fangemeinde. Besonders die weiblichen jüngeren Fans freuten sich anschließend auf Chris Pohl und BLUTENGEL. Hier gab es neben einigen technischen Problemen aber eine Diashow im Hintergrund, Pyroeffekte, zaghafte Liebesspiele und immer wieder interessante Outfits der Sängerinnen. Nach einem kurzen Abstecher zum Metstand gingen wir zeitig ins Bett, denn am nächsten Tag hieß es wieder fit zu sein.


Am Samstag begannen wir den Tag mit einem ausgedehnten Bummel auf der Treffenmeile in der AGRA. Hier erstanden wir noch das ein oder andere Geschmeide, um dann pünktlich zum Neofolk im Volkspalast zu erscheinen. Hier boten IN THE NURSERY live die musikalische Untermalung zum französischen Stummfilmklassiker „The Passion of Joan of Arc“ Leider war nicht ganz auszumachen wie viel die Brüder Humberstone live gespielt haben und was vom Band kam. Jedoch war der Film mit seinen dramatischen Großaufnahmen in Kombination mit der Musik sehr ergreifend. Die Kuppelhalle des Volkspalastes bot ein tolles Ambiente für diese Art der Performance. Dann ging es weiter ins Werk II, um den Batcave- & Deathrocktag einzuläuten. Zuerst bewunderten wir CAUDA PAVONIS mit der kraftvollen Sängerin Su. Diese wirbelte mit Songs wie „Love Like Broken Glass“ über die Bühne. Das Publikum war völlig begeistert, ob der Ausdrucksstärke. Nachdem wir uns beim Chinamann vor dem WerkII gestärkt hatten, sahen wir uns als nächstes Götterdämmerung an. Sänger Guido zelebriert seinen Auftritt und ist eine Augenweide für die weiblichen Fans.


Das DIRTY WEATHER PROJECT Konzert hatte wieder seinen ganz eigenen Charme. Hierbei geht es theatralisch zu und wird niemals langweilig. Es ist immer eine Freude Lukas und Frank bei diesem Zusammenspiel zu sehen. The SUPERHEROINES als Headliner des Abends waren mal wieder schrill. Eva O, die Deathrockikone und Witwe von Rozz Williams spielte zusammen mit den anderen Superheroines wieder ein gutes Set, bei guter Stimmung, auch wenn sich die Halle schon leerte. Den Sonntag starteten wir gemütlich bei Met im Heidnischen Dorf und genossen den Mittelaltermarkt und das gute Wetter. Dann machten wir uns auf in den Kohlrabizirkus, um ONE TWO zu sehen. Das sind Mitglieder von OMD und PROPAGANDA und wunderschön war es beispielsweise den 80er Jahre Song "Dr. Mabuse" zu hören. Danach folgten WELLE:ERDBALL mit Hits wie „Arbeit Adelt“ und den berühmten Welle Ballons. Leider war der Auftritt sehr kurz, aber Welle:Erdball machen immer wieder Spass. Nun wurde es langsam Zeit sich zur Agra zu bewegen. Schließlich waren FIELDS OF THE NEPHILIM dort als Mitternachtsact bestellt. Zuvor trafen wir noch den Blödelmetaller Noctulus vor der AGRA. Er hatte neuen Trashmetal und seine spezielle Weltsicht im Gepäck. Dann folgten LONDON AFTER MIDNIGHT, die mit technischen Problemen zu kämpfen hatten. Doch der Hit „Sacrifice“ machte alles wieder wett. Endlich war es soweit die Fields betraten die Bühne. Guter Gothicrock der ersten Stunde erfreute das Publikum. Sänger Carl Mc Coy und Mannen traten im bekannten Hutoutfit auf und brachten zur allgemeinen Freude Stücke wie “Moonchild”, “Requiem” oder “Mourning Sun”. Dies war ein gelungener Abschluss des Abends.


Der Montag stand ganz im Zeichen der Parkbühne. Hier brachte uns die ÜEBERMUTTER, bekannt auch als Lucie von Org zum Lachen. Im Military-Fetisch Outfit sang sie Stücke wie „Heim und Herd“ oder „Unheil“ Die ÜEBERMUTTER hatte die Unheilsarmee dabei, bestehend aus drei weiteren Damen an Bass, Gitarre und Schlagzeug, sowie einen vereinsamteN Vertreter des männlichen Geschlechts an der zweiten Gitarre, der arg gebeutelte Unheiland. Das Ganze war dank viel Sarkasmus sehr unterhaltsam. Im Anschluss an ÜBERMUTTER betraten GOTHIC LOGIC die Bühne. Ein wenig deplaziert wirkten die eigenwillig zurecht gemachten Musiker dann schon im grellen Sonnenlicht. Cherry Witch die Frontfrau der Band aus Tokio sah mit ihrer wasserstoffblonden und wild toupierten Mähne aus wie eine 80er Jahre Braut. Der Drummer musizierte im Harlekinkostüm und am Bass war ein anderer Verrückter anzufinden Der Mikrophonständer Cherry Witchs war ganz in Ketten-Optik gehalten und zusätzlich mit einem Schädel dekoriert. Insgesamt keine Formation, die im hellen Sonnenschein spielen sollte. Die Performance selbst war den Outfits entsprechend recht theatralisch. GOTHIC LOGIC selbst sprechen von „Gothic Industrial Rock“, und das trifft es an sich schon recht gut. Das Ganze ist recht putzig anzuschauen, doch hätte in der Dunkelheit besser gewirkt.


Die Parkbühne füllte sich erneut spürbar und hieß die Schweizer Formation METALLSPÜRHUNDE herzlich willkommen. Die Band hatte insgesamt zwei neue Songs vom anstehenden Album im Gepäck. Frontmann Michel Frasse warf sich für das Publikum und die Fotografen immer wieder in Pose. Bei „Obszöne neue Welt“ warf er außerdem diverse 1000-Dollar-Blüten ins Publikum. Leider war hier auch schon das Ende der obligatorischen 30-minütigen Spielzeit erreicht und einer der Ordner verhinderte durch entsprechende Zettelzeichen, dass die METALLSPÜRHUNDE noch das eigentlich vorgesehene „Blut und Spiele“ anstimmten. Das Publikum forderte dennoch deutlich nach einer Zugabe, doch das Set wurde gnadenlos abgebaut. Hiernach machten wir einen ausgedehnten Parkspaziergang und aßen die leckere Thüringer Bratwurst.


Weiter ging es ins Werk II, um noch einmal Horrorpunk zu genießen. Hier waren einen Menge bunt-schrill gekleidete Menschen zu sehen und die Band REZUREX aus den USA und nicht zuletzt The Others aus Köln boten ein peppig-punkiges Programm. Das Bühnenbild von THE OTHERS war wie aus einem schönen Horrorfilm und Songs, wie „Beware of Ghouls“ gehen ins Blut und ins Tanzbein. Leider hieß es nun schon wieder Kofferpacken, denn das 17. WGT neigte sich dem Ende entgegen. Wir freuen uns wieder auf nächstes Jahr und sind gespannt, welche Bands wir dann erwarten können.

Text: Isabel Oerke (i.s.o.)
Fotos :i.s.o.




The Cult am 06.03.08 einziges Konzert in Deutschland


Die Kölner Live Musik Hall war an diesem Abend überschaubar gefüllt als um kurz nach 20 Uhr The Others als erster Supportact die Bühne betraten. Die Band aus Leichlingen hat sich im Bereich des Horrorpunks schon einen Namen gemacht und so wurden allerhand Gruseltracks von ihren beiden Alben gespielt. Bei „Beware of Ghouls“ , „Lover’s Lane“, „The Monster is out“ geht ganz schön der Pogo ab. Auch das Outfit der Band ist passend zu den Tracks einfach „scary“, mit blutverschmierter Schlachterschürze des Drummers oder Skletthandschuhen und Sklettbemalung der übrigen Bandmitgliedern passt alles schön horrorpunkig zusammen.


Den nächsten Gig dieser Horrorhelden sollte man sich unbedingt vormerken. Als zweiter Support folgten Zero aus Essen. Diese Band macht Progessiven- Alternativerock und das ganze schön brüllig. Wie sie selber sagten, machen sie Musik für untenrum. Meines Erachtens passten die Vorbands nicht zusammen und der Sänger hat mich, so evil er auch war, irgendwie an Rudolf Mooshammer erinnert, ob das wohl an seinen schwarz-roten ordentlich frisierten Haaren lag.


Um 21 Uhr 45 ging es endlich mit The Cult los. Diese gewannen gleich die Herzen der Fans mit dem Track „Spiritwalker“ vom Album Dreamtime gefolgt von „Rain“ von dem The Cult Klassikeralbum Love. Dies war ein gelungener Auftakt und die Zuschauer waren begeistert. Es folgten Songs, wie „She Sells Sanctuary“, „Fire Woman“, „Sweet Soul Sister“. Auch vom aktuellen Album Born Into This wurde „I Assassin“ gespielt.


Für mich war das romantische „Edie, das Highlight des Abends. Ian Astbury wackelt immer noch so mit dem Bein beim Singen, wie in alten Zeiten und es war schön ihn und Billy Duffy einmal wieder zu sehen. Mit etwas über einer Stunde Spielzeit, war der Auftritt von The Cult jedoch sehr kurz. Doch da zahlreiche Hits gespielt wurden und die Band nach der Zugabe noch das Tamburin, Drumsticks und Plektren in die Menge warfen, war der Abend sehr gelungen.

Text: Isabel Oerke (i.s.o.)
Fotos :i.s.o.




Human League - Dare Tour 17.12.2007 in Köln


Eines des besten Konzerte in diesem Jahr war zweifelsohne das einzige Deutschlandkonzert von Human League in der Kölner Live Musik Hall. Die Halle war am 17.12.2007, so gut gefüllt, dass es für das Publikum in der Altersklasse um die 40 nicht zu drängelig wurde.


Als Vorgruppe spielten One Two, eine neue Formation, bestehend aus den altbekannten Künstlern der Propaganda Sängerin Claudia Brücken und dem OMD-Mitglied Paul Humphreys. Die Titel der Band kamen von ihrem Debütalbum „Instead“, bei dem Stücke wie „Sequential“ und „Cloud Nine“ natürlich ein bisschen an die damaligen Bands erinnerten. Letzteres wurde übrigens zusammen mit Martin L. Gore (Depeche Mode) geschrieben.


Der Titel „Kein Anschluss“, wurde von Claudia auf Deutsch gesungen. Und sogar der Propagandatrack „Duel“ fehlte nicht. Die Band konnte wunderbar auf die nun folgenden Human League einstimmen. Die meisten Zuschauer kannte die Band wohl noch aus den 80er Jahren und es machte Spaß zu sehen, dass die vielen Fans bei Stücken, wie „Do or Die“ oder „Love action“ sehr textsicher mitsangen. Da es sich um die Dare Tour handelte spielten Phil Oakey und Band nahezu alles des gleichnamigen Albums. Besonders zu erwähnen ist die wandlungsfähigkeit der Band, so wurde das Bühnenoutfit mehrfach gewechselt. Oakey trat mal mit Sonnenbrille, im Gestapomantel, im Anzug oder in Mönchskutte auf. Die Damen zeigten sich mal sittsam, mal erotisch oder in edlem silbernen Kleidern. Einzigartig waren auch die Videoprojektionen, die während der ganzen Show auf mehreren Leinwänden im Hintergrund liefen. Hier gab es Anatomiekarten, Ägyptische Motive, BBC News oder marschierenden Nazis aus Clockwork Orange alles im Einklang mit den gespielten Songs.


Als die Hits „Don't you want me“, „Human“, „The Lebanon“ und „Together in electric dreams“ war die Stimmung auf dem absoluten Höhepunkt und die Band verabschiedete sich. Ich war auf die Zugabe gespannt und wünsche mir „Being Boiled“ zu hören, das Stück irgendwie kantiger und daher mein Favorit. Die erste Zugabe war überraschenderweise tatsächlich „Being Boiled“ und somit war das Konzert ein voller Erfolg. Mit „Mirror Man“ verließen Human League um 22:30 Uhr die Bühne. Bei diesem grandiosen Auftritt gab es nichts mehr zu toppen.

Text: Isabel Oerke (i.s.o.)
Fotos :i.s.o.




Interview mit Holly von Letzte Instanz


- Wie entstand die Idee zum Namen Letzte Instanz?


Letzte Instanz ist zum einen das selbst gesetzte Ziel eine musikalische Instanz zu werden, die aus der deutschen Musikszene nicht mehr wegzudenken ist. Es ist zum einen sehr hoch gestochen und wir hauen damit auf den Putz. Allerdings ist der Name auch mit einem Augenzwinkern zu sehen. Der Name sollte zudem markant und kernig sein und zum anderen etwas provozieren.


- Warum konntet Ihr die Krise der Band nicht gemeinsam meistern, sondern musstet Bandmitglieder austauschen? Waren die Differenzen nicht unter einen Hut zu bekommen?


Wie in einer Beziehung kann man auch in einer Band zu dem Punkt kommen, wo persönliche Differenzen so groß werden, dass man nicht mehr zusammen sein kann. Hinzu kamen musikalische Differenzen, welche nicht mit Kompromissen gelöst werden konnten, ohne dass die Letzte Instanz ihr musikalisches Profil verloren hätte. Hinzu kamen Wünsche von ausgestiegenen Bandmitgliedern dem Rockmusikzirkus den Rücken zu kehren, weil es einfach nicht mehr ihr Ding war herum zu reisen und sie das Gefühl hatten ihre Familie zu vernachlässigen.


- Ist es nicht ungewohnt plötzlich mit anderen Leuten zu spielen?


Sich auf neue Musiker einzustellen ist zum einen ungewohnt, hält allerdings nur bis zum 3. Konzert an. Spätestens dann ist der Mann neben einem zu einem vertrauten Kollegen geworden und 3 Konzerte später ist er bereits ein Freund. Außerdem sind es alle von uns gewohnt durch Gast- und Nebenprojekte mit anderen Musikern zu musizieren. Darum sind wir auch sehr offen, was das Kennenlernen und die Zusammenarbeit mit anderen Musikern angeht.


- Wird die nächste CD auch wieder so ruhig oder ein wenig rockiger?


Auf Balladen werden wir definitiv nicht verzichten. Aber nach einer sehr gemischten CD und dem kommenden Akustikalbum juckt es uns gerade sehr in den Fingern wieder mehr Gas zu geben. Das nächste Album wird der Rock regieren!


Interview: Malve Brosch(mbr)
Foto: i.s.o.




10 jähriges Jubiläum am 01/02.09.07 beim Mittelalter Spectaculum in Hamburg

Im wunderschönen und weitläufigen Öjendorfer Volkspark gastierte am 01. und 02. September wieder die bekannte Ritterveranstaltung, das Mittelalter Spectaculum. Schon seit 14 Jahren tourt dieses Spectaculum durch Deutschlands schönste Parks und Freizeitanlagen.

In Hamburg hatte das Mittelalter Spectaculum dieses Mal 10 jähriges Jubiläum. Mehr als 1000 Mitwirkenden, seien es Rittergruppen, Schergen, Gaukler, Musiker, Bettler oder mittelalterliches Fußvolk, nahmen die Besucher mit auf eine unvergessliche Zeitreise. Täglich wurden über 10 Stunden erlebte und gelebte Geschichte, sowie phantastische Unterhaltung präsentiert.

Hierbei erklärte beispielsweise Dr. Dr. Bombastus die Unterschiede des männlichen und weiblichen Gehirnes, die Barden Pill und Pankratz erfanden allerlei Blödsinn und die Feuershow mehrerer Künstler, war wieder einmal atemberaubend.

Besonders mutig war auch ein Jüngling aus dem Volke, der seiner Angebeteten von der Bühne aus einen Heiratsantrag machte. Nur leider war die Holde zu dieser Zeit bei den Stallungen, was soviel wie WC bedeutet, sodass der Antrag ein zweites Mal wiederholt werden musste. Am Samstag gab es kurz nach dem großen Pestzug ein großes Jubiläumsfeuerwerk und im Anschluss daran ein Mitternachtskonzert mit Schelmish.

Weitere Bands des Spektaculums waren Heidenlärm, die Streuner, Faun, Cultus Ferox und nicht zuletzt Saltatio Mortis am Sonntag. Außerdem sahen wir uns am Sonntag die neue Show „Fangdorn Saga“ an.

Der letzte noch lebende Drache „Fangdorn“ war mit seinen 3m Höhe und ca. 10m Länge der spektakuläre Schlüssel beim letzten Rittergefecht zwischen Gut und Böse. Ein Grollen und Beben kündigte Ihn an, „Fangdorn“ ist erwacht und die Schlacht begann.

Bei der einzigartigen Ritter- und Drachenshow in der „Fangdornarena“ spuckte der Drache jede Menge Feuer und auch bei überraschenden Störungen, wie das Auftauchen eines Hundes, in der Arena zeigten die Schauspieler jede Menge Humor.

Das Mittelalter Spectaculum ist immer ein ganz besonderes Familienhighlight. Und wenn es dann noch am Familiensonntag für Kinder bis 15 Jahren freien Eintritt gibt, ist das dem Veranstalter hoch anzurechnen.


Text: i.s.o.
Fotos:i.s.o.




M’era Luna Festival 11/12.08.2007


Eine entspannte und gelassene Stimmung empfing mich, als ich am Sonntag das Festivalgelände in Hildesheim betrat. Schwarze Gestalten auf dem Rasen und auf bunten Decken bevölkerten den Flughafen Hildesheim, Drispenstedt. Laut Veranstalter war die Besucherzahl im Vergleich zu den letzten Jahren leicht rückgängig, aber der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Nicht jeder schien auf die glühende Hitze des zweiten Tages vorbereitet zu sein. Statt weißer Schminke wäre manchen eine dicke Schicht Sonnencreme eher von Nutzen gewesen. Aber so konnten wenigstens die Regenjacken im Zelt bleiben und die neusten Outfits präsentiert werden. DIORAMA war leider die erste Band die ich mir anschauen konnte. Das Konzert fand im Hangar statt, was etwas schade war, da der Sound dort bekanntlich nicht der Beste ist. Trotz dessen fanden die Songs von der aktuellen CD „A different Life“, und natürlich ältere Hits von Torben Wendt und Band, nicht nur bei mir, sondern auch bei den anderen Zuhörern großen Anklang.


Zu dem heutigen sonnigen Wetter passten die schwarzen Sonnenbrillen der finnischen Band THE 69 EYES, obwohl sie diese aus Coolness auch bei schlechtem Wetter tragen. Die „Hellsinki Vampires“ sind schon zum fünften Male auf dem M’era Luna zu Gast und kamen beim Publikum besonders gut an. Allein schon das „Lost Boy-Intro“ war ein gelungener Gigauftakt und Songs, wie „The Chair“ oder „Brandon Lee“ taten ihr Übriges.


Mit einer perfekten Bühnenshow und den passenden Outfits, diesmal teils mit Masken und die Damen in Uniform, präsentierten sich WELLE:ERDBALL. Stücke wie “Arbeit adelt“, Das “Alpha-Tier“ und “Der Telegraph“ ließen den Hangar beben. Die obligatorischen Riesenluftballons, die über den Publikum schwebten durften natürlich bei “Schweben, Fliegen, Fallen“ nicht fehlen. Wie immer ein abwechslungsreiches und sehr unterhaltsames Konzert.


Durchgeknallt und blutverschmiert gab sich Sänger Nivek Ogre von SKINNY PUPPY auf der Hauptbühne. Auf der linken Seite der Bühne war eine große besprühte Leinwand aufgebaut, vor und hinter der er sich zuckend und tanzend bewegte. Songs vom aktuellen Album Mythmaker wie der Opener “ugLi" und “polotikL" heizten das Publikum an. Es war eine ziemlich blutige Show, bei der sogar der Sänger ausrutschte. Aber auch durch weitere Accessoires, wie beispielsweise einen riesigen Rosenkranz und eine Menge Mullbinden wurde für schöne Fotomotive gesorgt.


Die bunten Outfits der Band IAMX und das schwarz-weiße Kostüm des Sängers Chris Corner hatten etwas von 70er Jahre Glam-Rock. Die junge Band, deren Musikstil irgendwo zwischen Pop und Electro liegt und dessen genaue Definition wohl dem Zuhörer überlassen bleibt, versuchten im Hangar das anfangs verhaltene Publikum mit ihrem Sound zu überzeugen. Die Songs, wie „Bring me back a dog“ erinnern stimmlich an Brian Molko. Auch nach dem Auftritt blieben die Meinungen gespalten. Ob die Band einfach nur nett gespielt hat oder als neuer Geheimtipp der Szene gilt bleibt abzuwarten


Eines der diesjährigen Highlights des M’era Luna Festivals war das Duo von DEINE LAKAIEN, die zusammen mit dem Orchester der NEUEN PHILHARMONIE FRANKFURT die bekanntesten Stücke aus ihrem Repertoire spielten. Im dunkelroten schillernden Frack begeisterte Sänger Alexander Veljanov die lauschenden Zuhörer mit „Klassikern“ wie "Love Me to the End", "Into My arms", "Reincarnation" und "Return". Sicherlich hätte ein in die Dämmerung gelegter Auftritt eine passendere Atmosphäre entstehen lassen, doch tat die Helligkeit dem musikalischen Erlebnis fast keinen Abbruch. Lediglich das Orchester war teilweise schlecht zu sehen und zu hören. Die Hauptbühne ist doch ziemlich hoch und die Umgebungsgeräusche ziemlich laut, so dass es je nach Entfernung zu erschwertem Sicht- und Hörgenuss kam.


Das letzte Konzert im Hangar gab eine Ikone der Schwarzen Szene, ANNE CLARK. Kein Wunder also, dass es am Eingang kaum noch raus oder rein ging. Wer wollte nicht wenigstens einmal einen Blick auf die Diva werfen und ein Stück ihres melancholischen Sprechgesanges hören. Also musste auch ich böse Blicke über mich ergehen lassen, um wenigstens einen Platz zwischen Tür und Angel zu bekommen. Stücke wie “Our Darkness“, “The Hartest Heart“ und besonders der Hit “Sleeper in Metropolis“, der wahrscheinlich jedem ein Begriff ist, waren die Höhepunkte des Konzertes und auch ein Ausflug in die achtziger Jahre.


Leider wurden die Hauptacts auf der Hauptbühne des diesjährigen M’era Luna, der Schwarzen Zielgruppe nicht unbedingt gerecht, auch wenn die Veranstalter anderer Meinung waren. Die Besucher bewiesen das Gegenteil, denn genau wie am Vorabend bei TOOL, machte sich das Publikum bei THE JESUS AND THE MARY CHAIN ziemlich schnell rar. Die wiedervereinte Band um die beiden Brüder Jim und William Reid vermochten aber trotzdem mit ihrem rocklastigen Sound die etwas älteren Zuhörer anzusprechen. So ging auch dieses M’era Luna 2007 mit “Zugabe“- Rufen zu Ende.


Nach der Ausfahrt vor dem M’era Luna Gelände, gab es noch ein großes Polizeiaufgebot. Die Besucher wurden auf Alkohol- und Drogenkonsum getestet Im Großen und Ganzen war es aber ein gelungenes Festival. Ich persönlich freute mich über eine Reihe von musikalischen Höhepunkten und bin gespannt auf das Line-up im nächsten Jahr.


Text: Julia von Obstfelder (jvo) / Isabel Oerke) (i.s.o.)
Fotos :i.s.o.






Fotos




Interview mit Neo Scope von Down Below


In welcher Musikschublade seht Ihr Euch selbst?
Down Below passen meiner Meinung nach in viele Schubladen und auch wieder nicht.
Das liegt an den verschiedenen Elementen, die wir nutzen. Im Grunde ist unsere Musik eine Symbiose aus Pop, Rock, Gothic, Emo und Melancholie. Ich denke man könnte jeden Song von uns auseinanderpflücken, um ihn dann einer Sparte zuzuweisen.
Angesichts des breiten Songspektrums auf der Platte, ist es aber wesentlich bequemer eine Schublabe neu mit "Down Below" zu beschriften .


Welche Bands hört Ihr privat?
Da hat jeder seine eigene Vorlieben. Ich selber mag - A Perfect Circle, The Cure, Tool, Three Doors Down, Depeche Mode, Eternal Afflict....u.v.a.. Es gibt einfach unglaublich viele hervorragende Künstler. Die hier sind nur ein paar davon.


Wie seid Ihr auf die Zylinder gekommen?
Ich habe das Gefühl die Zylinder sind eher auf uns gekommen....ähm.


Wie habt Ihr mit der Musik angefangen?
Da hat jeder bei uns seine ganz eigene Geschichte. Ich speziell wohl über den Gesang meiner Mutter, die mir immer etwas vorsang und ich davon ziemlich beeindruckt war und auch gerne singen wollte.
Das Gitarrespielen habe ich mir erst viel später, mit 13 Jahren, angeeignet und mir immer etwas abgeschaut von anderen, die etwas konnten, wovon ich keine Ahnung hatte. Ich ging dann nach Konzerten oder Proben einfach immer zu dem Gitaristen und bat ihn mir das zu zeigen.


Welche Pläne stehen an?
Nun, im Herbst werden wir wohl eine kleinere Tour spielen. Die Planungen dafür sind im vollen Gange. Sobald es darüber genaue Informationen gibt, werden wir das auf unsrer Page rechtzeitig bekanntgeben. Für März des kommenden Jahres werden wir höchstwahrscheinlich eine Tour mit unseren Freunden von Unheilig fahren, welche uns dann quer durch Deutschland, aber auch Östereich und die Schweiz, bringen wird. Nebenbei schrauben wir schon an den nächsen Songs herum, in denen viel aus unseren Leben seit der Plaqttenveröffentlichung von Sinfony 23 beschrieben wird. Es bleibt also spannend in Hause Down Below.


Interview:Malve Brosch(mbr)
Foto:i.s.o.




Amphi Festival, das Dritte


Der Kölner Tanzbrunnen etabliert sich langsam zum festen Bestandteil der schwarzen Open Air Szene. Am Wochenende des 21. und 22. Juli fand nun schon zum dritten Mal das vom Orkus präsentierte Ampi Festival statt. Wie schon in den beiden Jahren zuvor gab es neben einem hervorragenden musikalischen Line-up auf dem Gelände des Tanzbrunnens unzählige Stände, die den Kaufrausch in Sachen Musik, Bekleidung und Nahrung abdeckten. Besonders aufgefallen ist der Billy Boy Stand, der mit seinen Kontaktanzeigen die noch einsamen Herzen an den Mann beziehungsweise Frau bringen wollte. Wer will schon sein Festivalwochenende alleine verbringen, wo die schwarzen Seelen doch extra aus ganz Deutschland angereist sind. Auf dem Mainstage startet das Festival mit OBSENITY TRIAL, die die ersten Zuschauer mit angenehmem Electro-Pop unterhielten. Durch das gesamte Programm führte dieses Jahr übrigens Honey von WELLE:ERDBALL.


Die finnische Band BLOODPIT hatte ihren Auftritt kurzfristig wegen Krankheit absagen müssen. Torben Wendt mit seiner Band DIORAMA schaffte es dadurch etwas früher mit einer hervorragenden musikalischen Klangqualität bei den Zuhörern das erste Gänsehaut-Feeling hervorzurufen. EISBRECHER tauschte mit IMATEM den Auftritt, da diese wegen Anreiseproblemen das Festival nicht rechtzeitig erreichten. Die beiden ehemaligen MEGAHERZ Mitglieder heizten das Publikum unter den Sonnenschirmen vor dem Mainstage erst einmal richtig an. Besonders der alte Song „Miststück“ wurde begeistert aufgenommen. Es war schade, dass wegen des strengen Ablaufplanes seitens des Festivals keine Zugabe möglich war. Im Anschluss folgte dann das neue musikalische Soloprojekt von Peter Spilles - IMATEM. Doch auch mit den beiden Gastsängern, dem Grafen von UNHEILIG und Falk Lenn, schien der Funke beim Publikum nicht richtig überzuspringen. Denn alles war zu statisch und wenig energiegeladen auf der Bühne. Ganz anders dann die vier Jungs von FUNKER VOGT, die mit ihren elektronischen Klängen die Menge ganz mitrissen. Mit „City of Darkness“ gibt es endlich wieder flotter los und auch Björn Böttchers Kriegsbemalung, die jedes Fotografenherz höher schlagen lässt, fehlte nicht.


Schon etwas früher als geplant kam danach der Graf, mit Unheilig auf die Bühne. Mit seinem schon vertrauten Bekleidungsstil, Jacket, weißes Hemd und Krawatte, und der auch schon bekannten Bühnendeko, Kerzenleuchter und große Uhr, gab er Songs, wie „Sage Ja“, „Freiheit“ und „Mein Stern“ zum Besten. Unheilig waren bisher bei allen drei Amphifestivals dabei, doch auch hier gab es definitiv zu wenig Spielzeit für angemessene Zugaben So war nur noch Zeit für die Reise „Auf zum Mond“. Eingefleischte ASP Fans drängten sich nun langsam vor die Hauptbühne. Alexander Spreng und Band übernahm jetzt das Kommando und zeigten dem Publikum mit „Ich bin ein wahrer Satan“, „Me“ und „Man lebt nur zweimal“, was sie so drauf haben. Bei dem Hit „Ich will brennen“ gab es für die Fans kein Halten mehr. Als Hauptakt des ersten Abends kamen nun die Urgesteine elektronischer Musik, FRONT 242, auf die große Bühne. Im Hintergrund wurden während des ganzen Sets verschiedenen Videoprojektionen abgespielt. Mit den unterschiedlichsten Songs, wie unter anderem „Funkahdafi“, „Happiness“ und zuletzt Headhunter brachten sie die Massen zum Toben. Aber angesichts des straffen Zeitplans der Organisation und der vorherigen technischen Probleme, war leider nicht einmal eine einzige Zugabe drin. Ein ziemlich abruptes Konzertende und sehr schade, für den Headliner des Abends.


Das Theater – 2nd Stage - stand am Samstag ganz im Zeichen harter Industrial- und Noiseklänge. Mit Xotox und Trial ging es am Nachmittag los und schon dann folgten die Highlights wie P.A.L., Sonar, Spetsnaz und Winterkälte in stickiger Luft, mit viel Nebel und ohrenbetäubendem Krach. Auch wäre ein ganz bisschen mehr Scheinwerferlicht in Richtung Bühne ganz hilfreich gewesen, die Künstler zu erkennen. Ein Ambiente wie es sonst nur beim Maschinenfest üblich ist. Doch die Liebhaber dieser Musik waren einfach hingerissen und der Rest der Besucher flüchtete ganz schnell wieder nach draußen. Das Theater war so gut wie voll, als FEINDFLUG durch den Nebel in militärischer Kleidung und zum Teil maskiert auf die Bühne kamen. Mit dem Intro „Roter Schnee“ brachten sie das Publikum direkt in Hochstimmung. Auch bei den zahlreichen weiteren Hits wurde bis in die letzte Reihe mitgetanzt. Die Luft wurde noch stickiger, die Temperaturen stiegen weiter an, der Nebel wurde immer dichter und von der siebenköpfigen Band auf der Bühne war zeitweise nicht mehr viel zu sehen. Das letzte Stück „Stukas“ ging außerplanmäßig und unfreiwillig zu Ende. Hier wurde einfach der Strom abgedreht. Ob es ein technisches Versehen war oder eine Maßnahme wegen Spielzeitüberschreitung, konnte nicht ermittelt werden. Also auch auf dieser Bühne ein abruptes Ende, welches einen komischen Beigeschmack beim Besucher hinterlässt. Bei der anschließenden Aftershow-Party im Theater gaben sich verschiedene DJs die Ehre. Die Musik war sehr gut und abwechslungsreich. Aus verschiedenen Stilrichtungen wurden alte und neue Hits gespielt. Es konnte also richtig das Tanzbein geschwungen werden.


Ein dicker Kritikpunkt muss aber auf jeden Fall noch vermerkt werden, der Parkplatz!!! Jeder der mit dem Auto zum Festivalgelände gefahren war, stand wahrscheinlich vor dem gleichen netten Herrn, der die Auskunft gab, dass der Parkplatz vom letzten Jahr wegen Bauarbeiten geschlossen ist und auf einen anderen Parkplatz verwies, der leider nicht wirklich ausgeschildert war. Verschwiegen hatte er außerdem, dass der Fußweg zurück gute zwanzig Minuten dauerte. Am Festivalsonntag kamen wir aufgrund des langen Fußmarsches vom Parkplatz erst nach dem Gig von SALTATIO MORTIS auf dem Gelände an. Wir vernahmen hier nur noch den begeisterten Applaus und hatten den Opener PORTION CONTROL bereits verpasst. Im Theater gab es heute schwerpunktmäßig Gothicmusik und hier begann das KATZENJAMMER KABARETT mit seiner avantgardistischen Show. Uns zog es jedoch schnell wieder vor die Hauptbühne, schließlich wollten wir HEIMATAERDE nicht versäumen. Hier traten zunächst zwei Ritter in Kettenhemden auf und bedienten sich der Instrumente. Als Sänger Ash in Begleitung von Knappen die Bühne betrat, ging es los mit einer Art Mittelalter-Electro und Songs wie Gib mir oder Lebloser Körper. Dies und nicht zuletzt die erfrischende Rittershow konnte uns über den aufkommenden Regenguss hinwegtrösten. HEIMATAERDE waren ein seltenes Highlight auf diesem Festival.


Zu EMILIE AUTUMN füllte sich das Theater schlagartig. Sie ist auch recht putzig anzusehen. Diesmal wurde sie von weiteren Damen in schönen Kostümen bei ihrem sogenannten Victorianindustiral unterstützt. Accessoires wie beispielsweise Puppen sorgten für eine theatralische Bühnenshow. Hier wird träumerisch getanzt und sogar Tee getrunken. Über diese Band freut sich jeder Fotograf. Als nächstes wurde von Honey, die schönste Sängerin des Festivals angekündigt. Es erschien Frontfrau Ji mit ihrer Band KRYPTERIA. Mit Songs wie, „Scream“, Somebody Save Me“ gab es kraftvollen Gothicmetal, der sich hören lassen konnte. Hier gab es noch Engagement und echte Instrumente, mit denen aber nicht alle Zuschauer etwas anfangen konnten. Ein schöner Gegensatz zu diesem Gig bildeten dann die ruhigeren MESH und so blieben wir an der Hauptbühne und verzichteten auf FETISCH:MENSCH, das Projekt von Oswald Henke im Theater. Es ist immer schade, wenn sich die Auftritte überschneiden und sich der Zuschauer entscheiden muss, besonders wenn beide Bands reizvoll sind. MESH sind für ein Festival immer gut. Gekonnt brachten die Engländer in den knappen 40 Minuten Show bekannte Songs, wie “Testify” oder “From this height”. Natürlich fehlte auch die typische Wollmütze nicht, die Sänger Mark Hockings scheinbar bei jedem Wetter trägt.


Gespannt waren wir auf die nun folgenden DOWN BELOW. Diese stellten im Theater ihr neues Album Sinfonie 23 vor. Die Stücke sind sehr professionell produziert, böse Zungen reden hier von aalglattem Poprock, der mit Gothic nichts mehr zu tun hat. Früher bei den Burgnächten beispielsweise, war ein Auftritt von DOWN BELOW noch nicht so geschönt und irgendwie avantgardistischer. Heute erinnert das ganze an HIM und Sänger Neo Scope versteht es sich darzustellen. Nach diesem Auftritt nutzten wir die Zeit für einen Toilettengang, der eine gute halbe Stunde in Anspruch nahm. Leider standen auf dem Festivalgelände zu wenige Toiletten zur Verfügung, so dass man leider ab und an eine Band verpassen musste. In diesem Fall waren das SAMSAS TRAUM, bei denen dann nur von weitem die Lieder „Einer Gegen Alle“ oder „Bis An Das Ende Der Zeit“ an unser Ohr drangen. Zeitgleich spielten die UNTOTEN auf der Theaterbühne. Die versäumten wir daher ebenfalls. FRONTLINE ASSEMBLY starteten auf der Hauptbühne. Nachdem sich Sänger Bill Leeb als Dieter Bohlen vorgestellt hatte, hämmerten die Beats zu „Millenium“ oder „Bio Mechanic“. Da FLA vor allem noch den älteren EBM-Fans bekannt ist und diese auf dem Festival rar gesät war und vielleicht auch auf Grund des hellenTageslichtes, wollte der Funke einfach nicht aufs Publikum überspringen. Wieder überschnitten sich die nächsten Bands. Wir verzichteten hauptsächlich auf SUBWAY TO SALLY, um uns ZEROMANCER aus Norwegen zuzuwenden. Das Theater war bis auf den letzen Platz gefüllt und schon bei „Need You Like A Drug“ kam eine brodelnde Stimmung auf. „Clone Your Lover“, „Stop“ oder „Doktor Online“ sind nur ein paar Lieder der Setlist, die von ZEROMANCER begeistert gespielt wurden. Außerdem stellte Schönling Alex Møklebust und seine Mitstreiter Stücke ihres kommenden Albums vor.


Nun zu der größten Freude auf dem Amphifestival 2007 – dem Sonderauftritt von DREADFUL Shadows, die sich bereits im Jahre 2000 aufgelöst hatten. Sieben Jahre mussten wir auf diesen Gig warten und es war wunderbar Sänger Sven Friedrich wieder so gewohnt auf der Bühne vor und zurücklaufen zu sehen. Auf der Setlist standen unter anderem die Songs „Dead can wait“, „A Sea of Tears“, „Chains“, „Burning the Shrouds“, „Desolated Home“ oder auch „Craving“. Es ist schade, dass die Band nie “Funeral Procession” spielt. Wem dieser Auftritt zu kurz war dem sei gesagt, dass die Band im kommenden Oktober in einigen deutschen Städten gastiert. Das Amphifestival 2007 neigte sich nun dem Ende. Als wir fleißig bei den Dreadful Shadows mitgesungen hatten, spielte auf der Hauptbühne zeitgleich APOPTYGMA BERZERK. Doch auch leider musste hier pünktlich um 22 Uhr Schluss sein, so dass wir keinen Song mehr erhaschen konnten. Moderator Honey sprach noch ein paar tröstende Worte ob des pünktlichen Rausschmisses und dankte allen Beteiligten. Fazit ist: Das Kölner Rheinufer mit dem Tanzbrunnen ist ein wunderbarer Ort für das Amphifestival. Hinsichtlich der teuren Speisen und Getränke, der wenigen Toiletten und nicht zuletzt des, mit 22 Uhr, viel zu frühen Konzertendes, sollte jedoch unbedingt für das nächste Jahr nachverhandelt werden.


Text: Julia von Obstfelder (jvo)/ Isabel Oerke) (i.s.o.)
Fotos :i.s.o.



Fotos




Wave Gotik Treffen 2007 - Eröffnung am Völkerschlachtdenkmal


MONUMENTUM 2 am VÖLKERSCHLACHTDENKMAL, hieß die Eröffnungsveranstaltung des diesjährigen Wave Gotik Treffens. Und so hatten wir uns nach der Ankunft im Hotel gleich in frische Kleidung gestürzt, um diesem besonderen Event – hoffentlich trocken – beizuwohnen. Die Veranstalter hatten eine atemberaubende Lightshow geplant, für die die britischen Band IN THE NURSERY, eine spezielle Komposition um Themen von Richard Wagner und Gustav Mahler usw. geschrieben hatte. Es hatten sich am Völkerschlachtdenkmal mehrere tausend Besucher eingefunden und mit dem ersten Ton der Band setzte auch gleich der Regen ein und hörte erst wieder auf als das vierzigminütige Spektakel vorbei war. Das war ein bisschen schade und aufgrund der fehlenden Unterstellmöglichkeiten eine nasse Angelegenheit, doch trotzdem ließen sich die Zuschauer dieses besondere Eröffnungsritual nicht nehmen. Das tolle Lichtspektakel zu fantastischer Musik verlieh dem Platz ein mystisches Ambiente. So manch einer besorgte sich als Andenken noch den Monumentum II Lichtpass. Dies ist ein Reisepass über das Völkerschlachtdenkmal mit tollen Fotos des Spektakels und Wissenswertem über das Denkmal inklusive CD mit der Musik von IN THE NURSERY von der Generalprobe. Wir kauften gleich drei für die Daheimgebliebenen. Dieses Jahr ging es am Freitag an der AGRA ruhig zu, denn es fanden dort bis auf das Mitternachtsspecial keine Konzerte statt. Wer es rechtzeitig vom Völkerschlachtdenkmal wieder zur AGRA schaffte, konnte sich hier noch an The Retrosic erfreuen.


Am Samstag, den 26.05.2007 ging spätestens die schwere Entscheidungsfindung los, welche Konzerte soll man bloß unter dieser Vielfalt auswählen. Wir entschieden uns für das Sonderkonzert der Pink Turns Blue im etwas abgelegenen Anker und wurden nicht enttäuscht. Die Band spielte ein über zweistündiges Set und zog sich mehrfach um. Es gab Videoprojektionen auf Leinentüchern, die von der Decke hingen. Im ersten Teil des Konzertes spielte die Band hauptsächlich Stücke ihres neuen Albums „Ghost“. Die Stimmung war gut und natürlich fehlten im zweiten Konzertteil auch Stücke, wie „Michelle“ und „Your master is calling“ nicht. Uns fiel es schwer auf Rosa Crux im Schauspielhaus zu verzichten, diese hatten uns im Vorjahr schon mit ihrem Chor, Fahnenschwenkern und Glockenspiel begeistert. Doch die Damen von „Dame Mediolanese“ erwarteten uns im Völkerschlachtdenkmal. Es sind die weiblichen Stimmen der Band Camerata Mediolanense, die im Denkmal Klassik und Folkmusic boten. Das Volkerschlachtdenkmal zieht immer viele Neofolker an und so konnte man hier auch den einen oder anderen Musikliebhaber und Bandkollegen entdecken. Da wir jedoch dem EBM (Electronic Body Music ) Seniorenkreis Hamburg angehören, mussten wir schnell zurück zur AGRA um die legendären Front 242 nicht zu verpassen. Los ging es mit "Funkahdafi" und überhaupt hatte sich die brüsseler Band auf Stücke aus den frühen 80 Jahren eingeschossen. Es folgten Songs wie "Body to Body", "Lovely Day" oder das immer wieder schöne "Commando". Neben ein paar neuen Stücken fehlte auch „Headhunter“ nicht. Zeitweise konnte man Front 242 aufgrund des Bühnennebels nicht sehen, doch wechselten sich die beiden Herren beim Singen ab. Sie sind eben in dem Alter genauso aus der Puste, wie der EBM Seniorzuschauer, der hier aber nicht zuletzt wegen der Zugabe „Punish your Machine“ voll auf seine Kosten kam.


Als Mitternachtsspecial gab es noch Vive La Fete, die wir uns auf dem Platz vor der AGRA beim Nachhausegehen anhörten. Der Pfingstsonntag begann für uns mit einem besonderen Kulturprogramm. Denn das Besondere am WGT sind auch die Highlights, wie Gottesdienste, Kabaretts, Variete oder eben Millers Badewannenshow in der Villa. Hier präsentierte das Kellertheater „Kleine Freihet“ -eingeseift und abgetaucht- Millers Badewannenshow. Diese Badewannenshow war wirklich kulturell wertvoll, das Publikum wurde zum Mitbaden animiert, dafür wurden leckere Cocktails gereicht. Miller erzählte viel über Gothics, DeathMetaller und das Leben selbst. Seine Texte sind einfach gut.


Nach der Show wollten wir uns auf den Weg ins UT Connewitz machen, um dort Brighter Death Now zu sehen, die hier an diesem Cold Meat Industry Tag spielten. Wir hörten jedoch, dass es hier schon zu Angriffen auf Konzertbesucher seitens der Antifa gekommen war, die diese Musikrichtung der rechten Szene zuordneten. Um dem zu entgehen fuhren wir dann gleich in den Anker, wo sich vor Ort wild über die Zwischenfälle ausgetauscht wurde. Im Laufe des Abends flogen Pflastersteine auf eine Straßenbahn und eine Festivalbesucherin wurde durch einen Stein verletzt. Sehr unschön, für ein sonst so friedliches Festival. Im Anker betraten All MY FAITH LOST um 21 Uhr die Bühne. Die Italiener betörten die Zuschauer mit Heavenly Yoices Klängen, allen voran natürlich Sängerin Viola. Für mich war das alles etwas zu ruhig und ich war froh als LUX INTERNA die Bühne betraten.

Joshua und Kathryn spielten neben Songs vom aktuellen Album „God Is No For The Birds“ natürlich auch Stücke der letzten beiden Alben. Eine Überraschung war der Gastauftritt von Henryk Vogel (DARKWOOD) am Schlagwerk, und die gemeinsame Präsentation des DARKWOOD-Songs „Falkenflug“ Das Publikum war begeistert und vergaß die technischen Probleme der Band. ROME aus Luxemburg waren das Neofolk-Highlight des Abends. Jerome Reuter nebst Bassist und Schlagwerker spielte Diverses aus den drei Werken „Berlin“, „Nera“ und „Confessions d’un Voleur d’Ames“. Wir beschlossen den Abend im Volkspalast/Kuppelhalle, wo die Obsession Bizarr – das Fetischtreffen - stattfand. Leider gab es hier Fotografierverbot, was für die dargebotenen Modenschau etwas schade war.


So gab es am Eingang einen riesigen Tisch mit abgegebenen Kameras und die Security hatte jede Menge zu tun Kameras einzuziehen, was ich etwas übertrieben fand. Da hier bestimmt keine Spanner unterwegs waren, sondern diese Veranstaltung ja nur im Zusammenhang mit dem WGT besuchbar ist und die Separées sich im oberen Bereich des Palastes befanden. Der Pfingstmontag kam mal wieder viel zu schnell und leider ist er schon wieder der letzte Tag des Wave-Gotik-Treffens und es ging für uns weiter wo es in den frühen Morgenstunden aufgehört hatte. Wir trafen wieder im Volkspalast ein. Hier begannen Kammer Sieben um 19 Uhr ihr Konzert. Es wurden die Tracks vom Album „Unfinished Movies“ gespielt, diesmal mit Unterstützung des Geigers von All My Faith Lost und von den Schlagwerkern von Traum’erleben. Das „Ostpreussenlied“ rührte so manchen Besucher.


Die nachfolgende Band GOLGATHA versteckte sich hinter weißen Masken und blieb so für das Publikum unerkannt. Von der Musik, einer Mischung aus Ritual, Ambient und Neofolk zeigten sich die Zuschauer jedoch begeistert, erst Recht als der SOL INVICTUS-Klassikers „Death In The West“ gecovert wurde. Mit Unterstützung von zwölf Trommlern des Fanfarenzuges Leipzig kamen Apoptose auf die Bühne. Die Videoprojektion einer Marienprozession und der elektronischer ambienten Sound Apoptoses passten hervorragend zusammen und machten das Ganze zu einem besondern audiovisuellen Erlebnis, auch wenn die Bilder von Menschen in Trance im Zusammenhang mit dem Getrommel etwas bedrohlich wirkten.


Die nun folgenden Jesus and the Gurus passten eigentlich nicht so in den Abend, denn eigentlich machen sie Goth, obwohl in letzter Zeit bei Ihnen auch ein Hauch von Neofolk zu finden ist. Dieser Auftritt wäre an einem anderen Ort sinnvoller gewesen. Die Schweizer spielten jedoch ambitioniert und auch die Videoprojektionen und der kurze SM Anflug, kamen beim Publikum gut an. Der Sänger segnete uns mit einem großen Metallkreuz, so dass wir für den nachfolgenden Auftritt des Heeadliners des Abends gerüstet waren. DERNIÈRE VOLONTÉ mit Sänger Geoffroy D. wurden, besonders von den anwesenden Damen, gefeiert. Der smarte Sänger versteht es zu posieren und mit dem Publikum zu kommunizieren. Das Duo macht melodiösen Military-Pop mit französischen Texten. Die aktuelle Single „Toujours“ ist sehr tanzbar. Das Konzert und die nachfolgenden Neofolkparty waren ein gelungener Abschluss des diesjährigen Wave-Gotik-Treffens. Wir freuen uns schon auf 2008 und sind wie immer der Meinung, dass das WGT eigentlich mindestens eine Woche dauern sollte.


Text: Isabel Oerke) (i.s.o.)
Fotos :i.s.o.



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The Mission am 22. Mai 2007 im Herforder X


Eines von nur zwei Deutschlandkonzerten auf der „Tour is a bullet“ passend zum neu erschienen Album „God is a bullet“ gab THE MISSION am Dienstag den 22.Mai im Herforder X. Als Vorband spielte pünktlich ab 21 Uhr die dreiköpfige Band DAVID R BLACK. mit Sänger und Gitarrist David R, Bassistin Sarit Black und Schlagzeuger Paul. Doch das leider nicht so zahlreich erschienene Publikum hielt sich dann doch lieber noch im Hintergrund oder auf den Barhockern an der Theke auf. Einige der wenigen jüngeren Zuschauer neben mir bemerkten nicht zu unrecht, dass zu der „Alt-Herren-Band“ auch nur ein „Alt-Herren-Publikum“ gekommen ist. Nicht des zu trotz als THE MISSION dann mit Bassist Ritchie Vernon , Drummer Steve Spring, Mark Gemini-Thwaite an der zweiten Gitarre und natürlich Wayne Hussey mit obligatorischer Sonnenbrille und Weinflasche auf die Bühne kam füllten sich die ersten Reihen doch sehr schnell. Der Gesamteindruck einer relativ leeren Konzerthalle ließ sich aber nicht überspielen, was bei einer so bekannten und guten Band sehr traurig ist. Davon ließen sich aber die hartgesockenen Fans ganz vorne gar nicht beeindrucken. Schon nach den ersten Takten des ersten Songs, „Headshrinker“ wurde mit gejubelt.


Um Wayne anzufeuern wurde außerdem im Publikum der Liverpool Fanschal hochgehalten. Spätestens aber bei den Songs „Severina“ und „Butterfly on a wheel“ kamen die Zuschauer in Hochstimmung und gaben fleißig ihre eigenen Gesangskünste zum Besten. Mit dem 13. Lied „Grotesque“ war das eigentliche Set für diesen Abend gespielt. Aber natürlich wollte keiner so schnell nach Hause. Mit vielen Zugabenrufen und Applaus kamen THE MISSION nicht nur einmal wieder auf die Bühne um weiterzuspielen, sondern drei Mal. Auch jetzt gab es noch einmal reichlich gute und alte Song zum Mitsingen, wie z.B.„Wasteland“, „Fabienne“ und „Deliverance“. Zum Abschluss eines gelungenen Konzertabends verabschiedete sich die Band mit „Tower of Strength“ von begeisterten Ostwestfalen.


Setlist THE MISSION
1. Headshrinker
2. Hands across the ocean
3. Like a child again
4. Dumb
5. Severina
6. Family
7. Heaven Knows
8. Draped in Red
9. Butterfly on a wheel
10. Absolution
11. Naked and savage
12. Evangeline
13. Grotesque
Zugabe 1
-Serpents Kiss
-Wasteland
Zugabe 2
-Fabienne
-Beyond the Pale
-Deliverance
Zubabe 3
Tower of Strength



Text: jvo
Fotos:jvo



VNV Nation - Judgement Tour, Kulturfabrik Krefeld 18.05.2007


An diesem Freitag spielten VNV Nation in der Kufa unterstützt von Modulate und Imperative Reaction. Leider war der Einlaß entgegen den Ankündigungen erst gegen 20 Uhr, sodass man leider noch eine Stunde vor der Tür warten musste. Um 20:45Uhr wurde der Abend von „Modulate“ eröffnet. Modulate ist ein Ein-Mann-Projekt aus Manchester von DJ Echo (Geoff Lee). Nur mit seinem Keyboard und Computer überzeugte er mit harten elektronischen Industrialklängen, bei denen Elemente von EBM, Noise und Techno mit einfließen. Zu hören gab es unter anderem „Skullfuck“ von der gleichnamigen EP, „Revolution“ und ein Prodigy Cover von „No Good“. Und obwohl die Bühnenpräsentation nur mit Computer und Keyboard etwas schwierig ist, hat er es geschafft Stimmung auf der Bühne zu machen und stimmte das Publikum schon einmal gut auf den weiteren Abend ein.


Gegen 21:30 Uhr kamen die drei von „Imperative Reaction“ auf die Bühne. Die zweite Vorband stammt aus L.A. und spielten eine gute Mischung aus EBM und Industrial. Geboten bekam man heftigere Beats bei „Collapse“ von ihrem neuen Album „As We Fall“, als auch ruhigere Sachen wie „You Care“, was daneben, meiner Meinung nach, etwas langweilig klang. Nach einer dreiviertel Stunde beendeten auch „Imperative Reaction“ ihren Auftritt und die Erwartungen auf den Hauptakt stiegen weiter. Mittlerweile war die Halle so gut gefüllt, dass man nur noch im hinteren Teil etwas freier stehen konnte.


Um halb elf betraten endlich VNV Nation die Bühne und eröffneten ihr Konzert mit „The Farthest Star“ von ihrem neuen Album „Judgement“. Sänger Ronan Harris, Mark Jackson und ihre zwei Live Supports heizten dem begeisterten Publikum eine Stunde lang volle Power ein. Auch wenn Ronan nicht voll mit Gesangskraft überzeugen konnte, so hat er das Publikum durch Charme und Ausstrahlung zu 100% mitreißen können und begeisterte mit Stimmung und Power. Ein Hit folgte dem Nächsten, von ihrem neuen Album „Judgement“ spielten sie einige neue Lieder. Neben „Testament“ und „Illusion“ ,gaben sie auch den neuen Tanzflächenfüller “Nemesis“ zum Besten. Auch ältere Hits wie „Honour 2003“, „Perpetual“, „Chrome“ und „Standing“ brachten die Halle zum Beben. Die Stimmung war super und als die Band nach einer Stunde die Bühne verließ, hörten die Rufe nach Zugabe gar nicht mehr auf.


Das Publikum führte das Konzert à capella weiter, bis die Band noch einmal die Bühne betrat und „Beloved“ und „Genesis“ als Zugaben spielte. Doch als die Band zum 2. Mal die Bühne verließ, war es dem Publikum immer noch nicht genug. VNV Nation gab noch eine zweite Zugabe und bedankte sich mit ihren zwei letzten Liedern für diesen Abend beim Publikum für die super Stimmung bei diesem ihrem letzten Deutschlandkonzert. Und so beendeten sie den gelungene Auftritt nach knappen zwei Stunden.


Text: ts
Fotos:os



The Crüxshadows und Behind the Scenes am 12.05.07 in der Markthalle, Hamburg



Nachdem das Konzert der Crüxshadows in Köln kurzfristig abgesagt wurde, war ich froh, dass ich dieses Mal den Konzertbesuch in Hamburg geplant hatte. Die Markthalle war um 21 Uhr ausreichend gefüllt, denn ich liebe Konzerte bei denen man noch Luft bekommt und es es mit dem Hamburger Hafengeburtstag eine Konkurrenzveranstaltung an diesem Sonnabend. Behind the Scenes aus Deutschland sorgten mit ihrem Song„For The Loss“ für einen gelungenen Konzertauftakt.



Die 1993 gegründete Band hat bereits mit The Crüxshadows an ihrem Album „Homeless“ zusammengearbeitet. Hier steuerten die CXS einen Remix des Songs „Home“ bei. Umso schöner war es Behind The Scenes jetzt hier als Support zu sehen. Sänger Mel Row sagte brav jeden Titel an. Es folgten mit „SOS“, „Reach me“ oder auch „Plastic Love“ eine Menge schöner Elektro-Gothic-Pop-Songs der Band. Nach circa 50 Minuten war es leider schon vorbei und es blieb etwas Zeit für ein Kaltgetränk bevor The Crüxshadows auftraten.



Der Opener des Abends war der Track „Sophia“ vom aktuellen DreamCypher Album. Sänger Roque war wie immer mit Klemmleuchten an den Armen ausgestattet, damit er bei seinen Tänzen im Publikum auch gesehen wird. Diese Fannähe ist schon ein Markenzeichen der Band und so tauchte der sympathische Frontmann mehrere Male in die Menge ein, ob nun auf einem Barhocker, Plastikstuhl oder zu Fuß. Nach ein paar nicht so bekannten Songs folgte „Winterborn“ und das Publikum sang begeistert mit. Roque bewies uns wieder seine Deutschkenntnisse, indem er uns erklärte wo der Merchandisestand ist.



Auch den Zuruf „Dicker“ ließ er sich vom Publikum erklären und nahm ihn gleich in seinen Wortschatz auf. Bei den Songs „Deception“, „Birthday“ und „Eurydice“ war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Die Tänzerinnen hatten neue Accessoires in ihre Choreografie eingebaut. Sie griffen zu Gymnastikband oder unterstützten ihre Bewegungen mit Stöcken. Auch die Masken kamen als weiterer Farbtupfer zum Einsatz und nach dem „angetäuschten“ letzten Stück, brauchte man nicht lange auf die erste Zugabe zu warten.



-„Marylin, my Bitterness“ -, ein Song, bei dem die Band traditionsgemäß das Publikum auf die Bühne holt. Hier wurde jeder zum Abschied umarmt – einfach schön. Erst nach drei weiteren Zugaben, bei dem auch „Tears“ nicht fehlen durfte, ließen die Fans die Band von der Bühne und nach einigen Fotos und Autogrammen auch in den verdienten Feierabend.


Text: i.s.o.
Fotos: i.s.o.



Elefantenbaden in Leipzig – Neues zu Pfingsten

Zu Pfingsten ist es immer wieder schwierig alle Termine in Leipzig unter einen Hut zu bekommen. Denn das alljährliche Wave-Gotik-Treffen bietet mit seinen zahlreichen Veranstaltungen schon für jeden Geschmack etwas. Vom 25. Mai bis 28. Mai 2007 herrscht eine einzigartige und mystische Atmosphäre. Konzerte, Historische Märkte, Verkaufsmessen, Theater, Kino, Ausstellungen, Diskotheken, Lesungen sind über die ganze Stadt, wie z.B. die Moritzbastei, das Völkerschlachtdenkmal und die Parkbühne, aber auch Orte der Hochkultur, wie z.B. AGRA Messe, Schauspielhaus, Werk 2 und das Krystallpalast Varieté verteilt. Folgende Künstler haben ihren Auftritt zugesagt:



45 Grave (USA) - :Golgatha: (D) Bühnenpremiere - Absolute Body Control (B) nach 23 Jahren vereinigt zur Deutschlandpremiere - Absurd Minds (D) - Adam (I) - Adorned Brood (D) - All My Faith Lost (I) - Amatris (D) - Amorphis (FIN) - Angels & Agony (NL) - Angelspit (AUS) Europapremiere - Antlers Mulm (D) - Apoptose & Fanfarenzug Leipzig (D) - Architect (D) - ASP (D) akustisches Zusatzkonzert - Ataraxia (I) - Bella Donna (D) - Beloved Enemy (D) - Big Boy (S) - Breathe (D) - Brighter Death Now (S) - Cinema Strange (USA) - Conetik (N) - Coph Nia (S) - Coppelius (D) - Crematory (D) - Cruachan (IRL) - Cyan aka Eternal Afflict (D) - Dame Mediolanensi (I) die weiblichen Herzen von Camerata - Dandelion Wine (AUS) - De / Vision (D) - Denight (D) - Der Fluch (D) - Dernière Volontè (F) - Desiderii Marginis (S) - Disillusion (D) - Dismantled (USA) - Dive (B) - Dolor (D) - Dope Stars Inc. (I) - Dornenreich (A) Akustikkonzert - Eisbrecher (D) - Elane (D) - Elegant Machinery (S) - Elster Silberflug (D) die Legende aus den 70iger Jahren - Elusive (N) - Emilie Autumn (USA) - Entwine (FIN) - Error:Genesis (UA) - Estampie (D) - Faderhead (CH) - Faun (D) - Felsenreich (D) - Fetisch:Mensch (D) Projekt von Oswald Henke -


First Law (D) einmaliges Konzert - Fixmer / McCarthy (F/UK) - Fjernlys (D) - Frank The Baptist (USA) - Frankenstein (USA) - Front 242 (B) - Haggard (D) - Heimataerde (D) Bühnenpremiere - Heimstatt Yipotash (D) - Holodne Sonze (UA) - I:Scintilla (USA) Deutschlandpremiere - In Strict Confidence (D) - Jesus & The Gurus (CH) - Kiew (D) - Komu Vnyz (UA) - Kosmic Horrör (D) - Krypteria (D) - Les Anges De La Nuit (USA) Europapremiere - Liquid Divine (D) - Lux Interna (USA) - Lycosia (F) - Müllér Of Death (D) - Merlons Lichter (D) - Midge Ure (UK) die legendäre Stimme von ULTRAVOX - Midnattsol (D/N) - Milù (D) - Moonspell (P) - Narsilion (E) - New Skin (UK) - Nim Vind (CDN) - Northern Lite (D) - Nvmph (S) - Obscenity Trial (D) - Occculture (D) - Orange Sector (D) - Plastique Noir (BR) - Poisonblack (FIN) - Potentia Animi (D) - Pre.Emptive Strike 0.1 (GR) - Pride & Fall (S) - Primordial (IRL) - Proceed (D) - Psyclon Nine (USA) - Punto Omega (RA) - Pzychobitch (D) - Qntal (D) einmalige Darbietung mit Estampie und Gästen - Rabia Sorda (MEX) - Reflexion (FIN) - Reliquary (USA) - Remember Twilight (D) - Rome (L/DK/D) - Rosa Crux (F) - Rotersand (D) - Salonorchester Weimar (D) spielt Rammstein, Bach, Mozart - Seabound (D) - Secret Discovery (D) - Seelenfunken (D) - Serious (D) - Shadow Reichenstein (USA) - Soman (D) - Stormfågel (S) - Subway To Sally (D) - Suicide Commando (B) - Suidakra (D) - Tamtrum (F) - Terminal Choice (D) - The 69 Eyes (FIN) - The Cassandra Complex (UK) - The Crimson Ghosts (D) - The Deep Eynde (D) - The Illusion Fades (GR) - The Killerheels (UK) - The Last Days Of Jesus (SK) - The Levellers (UK) - The Lovecrave (I) - The Promise (D) - The Pussybats (D) - The Retrosic (D) Weltpremiere - The Superheroines (USA) Europapremiere - This Morn` Omina (B) - Unterart (D) - Untoten (D) akustisch - Vive La Fete (B) - Warren Suicide (D) - Wolfenmond (D) - Zadera (D) - Zeraphine (D) - Zombina & The Skeletons (UK) -
In der Kantine im Volkspalast beginnen jeweils um Mitternacht folgende Tanzvergnügen.

Freitag, 25. Mai ~Monstertanz~
  • Darlin' Grave (Dead & Buried, All gone dead, UK)
  • CCCP (Onderstroom, Living in Oblivion, NL)
  • chRIstian P. (Skeletal Remains, D)
Sonnabend, 26. Mai ~Cryptkickers~
  • Rickbats (Stiches, Decayed Lace, USA)
  • Thomas Thyssen (Pagan Love Songs, Randbewegung, D)
  • Jürgen Jakob (Judgement Day, ex-Strobelight Records, AT)
Sonntag, 27. Mai ~Creepshow~
  • Scary Lady Sarah (American Gothic Productions, USA)
  • Dave Bats (Release the Bats, USA)
  • Ralf Thyssen (Pagan Love Songs, D)
Weitere Infos, sowie Karten zu Euro 58,-- unter WGT

Außerdem freuen wir uns über zahlreiche Einsendungen zu unserer FESTIVALVERLOSUNG

Wer aber in Leipzig noch etwas anderes erleben will oder ein paar Tage mehr in Leipzig verbringt, sollte unbedingt den Zoo Leipzig besuchen.


Auch hier gibt es ein Maifest, das mittlerweile schon zur Tradition geworden ist.

Ab 11.00 Uhr wird der Zoo mit Musik von Radio PSR „geweckt“. Radio PSR-Moderator Andreas Bachmann begrüßt ab 11.00 Uhr die Zoobesucher und eröffnet gleichzeitig das Live-Programm auf der Showbühne im Konzertgarten unter anderem mit der Gruppe „MiCarla“. Für die Unterhaltung der kleinen Zoobesucher sorgt um 12 Uhr und 15.30 Uhr das Kindertheater mit dem Stück „Das tapfere Schneiderlein“. Spaß und Unterhaltung für die ganze Familie wird dabei garantiert!  

Die tierischen Stars an diesem Tag sind zweifelsohne die Jungtiere im Zoo. Unbeschwert genießen sie die Freiheiten und toben ausgelassen über die Anlagen. Die Elefanten im neuen Elefantentempel „Ganesha Mandir“ legen bei den warmen Temperaturen sicherlich einen Badegang mehr ein und tauchen ab in die Tiefen direkt vor den Besuchern. Das ist ein einmaliges Schauspiel so einen Dickhäuter direkt vor der Nase durch ein Glasbassin schwimmen zu sehen. ELEFANTENBADEN


Vielleicht hat man auf dem Nachhauseweg nach einem gelungenen Pfingstwochenende noch Zeit, die neue Seenlandschaft um Leipzig zu erkunden. Fast 100 Jahre lang wurde hier im Tagebau Braunkohle abgebaut. Nun entsteht das Leipziger Neuseenland durch Flutung eine Seenkette, die zu den attraktivsten deutschen Wassersportgebieten zählen wird. Allein der künftige Zwenkauer See wird einmal größer sein als der Tegernsee. Doch schon jetzt bietet die Region viele touristische Attraktionen, z.B. den Kanupark am Markkleeberger See, der am 15. April 2007 eröffnet wurde.


Text: i.s.o.
Fotos: i.s.o.

THE MISSION - Live Konzert am 22.05.07 im Herforder X


Im Herbst 1985 verließen Wayne Hussey and Craig Adams die Band Sisters Of Mercy und formierten The Mission. Bereits im darauf folgenden Frühjahr ging die Gruppe im Vorprogramm von The Cult auf ihre erste Europatour. The Mission veröffentlichten bei einem kleinen Independent Label zwei Singles, die beide auf Platz 1 der britischen Alternative-Charts landeten, und unterzeichneten dann einen weltweiten Plattenvertrag. Ihre erste Single auf dem neuen Label, "Stay With Me" ging direkt auf Platz 30 der englischen Charts, gefolgt von einer Platzierung ihres Debütalbums "God's Own Medicine" auf Rang 14.

Während der folgenden acht Jahre veröffentlichten The Mission sechs weitere Alben, auf denen insgesamt 12 Hitsingles zu finden waren, darunter die Hymnen "Wasteland", "Tower Of Strength", "Beyond The Pale", "Deliverance" und "Butterfly On A Wheel". Die Verkaufszahlen haben bis heute die 4- Millionen-Grenze überschritten. Während dieser Periode erarbeiteten sich The Mission den Ruf als eine der besten und aufregendsten Live-Bands der Welt und erhielten unzählige Auszeichnungen. Nach zwischenzeitlicher Trennung sind The Mission seit 1999 wieder aktiv, legen 2001 mit "AurA" ihr bis dahin wohl bestes Album vor und zahlllose Fans konnten seitdem weltweit die Power der Band live erleben.

THE MISSION spielen eines ihrer wenigen Konzerte am 22.05.2007um 21 Uhr im Herforder X,Bünder Str.82 - 86 ,32051 HERFORD .



Combichrist am 03. April 2007 im Movie, Bielefeld


Am Dienstag den 03. April wurde das Movie, ein Club unweit des Bielefelder Hauptbahnhofes, Schauplatz harter elektronischer Klänge. Das Interesse an den kommenden drei Bands, NORTHBORNE, REAPER und COMBICHRIST war groß. Es hatten sich,obwohl Dienstag Abend in Ostwestfalen, eine Menge Fans im Movie versammelt. Gegen 20.40 Uhr verdunkelte sich das Licht und NORTHBORNE betraten die Bühne. Das noch etwas schüchterne Publikum bekundete zwar durch Beifall Interesse an der Band, traute sich aber noch nicht ganz den Raum einzunehmen und verteilte sich an den hinteren Plätzen und in der Nähe der Theke. Die Band mit den beiden Mitgliedern Christian Lund (ebenfalls bei Icon of Coil) und Alex Coucheron Jarl mischte die Menge die ersten 30 Minuten mit harten Beats aus Techno Body Music und Industrial Klängen auf. Aufgrund der tanzbaren Musik, wagte sich der ein oder andere dann doch schon mal auf die Tanzfläche.


Nach einer Umbaupause, die glücklicherweise mit Musik vom Plattenteller unterlegt wurde, aber meiner Meinung nach mit 20 Minuten doch etwas zu lange dauerte, folgte die zweite Band des Abends - REAPER. Vasi Vallis, der mit Tarnhose, zerrissenem Shirt und rot-schwarz bemaltem Gesicht auf die Bühne stürmte, hatte sich Unterstützung durch einen Keyborder geholt. Dieser erinnerte mit seinem Umhang und dem bemalten Gesicht stark an Star Wars. Gespielt wurden Stücke wie MEMENTO MORI und EXECUTION OF YOUR MIND, die auf dem Debüt-Album “Hell starts with an H“, welches im Februar diesen Jahres erschien, zu hören sind. Mit seiner stürmischen Art über die Bühne zu sprinten und mit ein paar aufmunternden Worten animierte Vasi die Zuhörer zum mitmachen. Das funktionierte auch ganz gut und ein großer Teil der Menge bewegte sich im Takt.


Leider folgte nun wieder eine längere Umbaupause, aber immerhin warteten wir ja nun auf den Hauptact des Abends. Mit seiner 'What the F**k is Wrong With You People' Tour machte Andy LaPlegua Frontmann von Icon of Coil mit seinem Projekt Combichrist Halt in Bielefeld. Unter anderem wurden Songs wie "Give Head If You Got It" und "Electrohead" von der aktuellen CD gespielt. Aber gerade auch die älteren Stücke wie "Blut Royale" wurden begeistert vom Publikum aufgenommen. Die Meisten der Zuhörer wurden spätestens jetzt zu begeisterten Tänzern und bei jedem wippte zumindest der Fuß im Takt.


Andy und seine Bandkollegen brachten die Menge mit ihrem electronic-industrial Sound wirklich gut in Stimmung. Nach dem circa 50 minütigem Konzert verlangten die Fans natürlich noch nach Zugabe. Diese Bitte wurde auch gewährt. Doch zunächst wurden einzelne Personen aus dem Publikum von Andy mit einem Scheinwerfer angestrahlt und zum Mittanzen in die ersten Reihen geholt. Dann gab es das letzte Lied für diesen Abend "This Shit will fuck you up". Die Menge war wahrscheinlich genauso enttäuscht wie ich, dass Andy nach diesem Song die Bühne verließ und er tatsächlich nur dieses eine Lied als Zugabe präsentierte. Nun ja, ich würde sagen, dann treffen wir uns beim nächsten Konzert wieder.

Text:jvo
Fotos:jvo







Frohes Fest mit Unheilig am 14.12.06 in Hamburg und am 17.12.06 in Köln


Ausnahmsweise hatte ich das Vergnügen, UNHEILIG sowohl am 14.12.06 in Hamburg (Markthalle) als auch am 17.12.06 in Köln (Live Music Hall) erleben zu können. Nachdem ich 2006 schon zwei grandiose Open-air-Auftritte des Grafen zum WGT und zum Amphi-Festival erleben konnte, war ich sehr gespannt, wie eine "Weihnachtsshow" mit Namen "Frohes Fest" aussehen könnte. Insbesondere, da ich vorab keine Lieder seiner gleichnamigen Weihnachts-CD kannte - zumindest nicht in seiner Interpretation. Leider klappte es beide Male nicht mit einem Interview: Einmal wollte sich der Graf schnellstmöglich unter seine wartende Fanmeute mischen (natürlich nicht, ohne sich noch schnell mit mir ablichten zu lassen), das andere Mal hatte ein vortägiger Regenschauer die Stimmbänder des Grafen fast komplett außer Funktion gesetzt, so daß jede Minute Rekonvaleszenzzeit genutzt werden mußte.


Doch laßt mich am Anfang beginnen: Und der Anfang führt immer an Kartenabreißer und Merchandise-Stand vorbei unweigerlich zur Vorband. In diesem Fall schweizerischer Nationalität und namens F A Q (bitte nicht als ein Wort aussprechen!). Vorbands haben in der Regel keinen sehr guten Ruf und auch keinen leichten Stand: Die Leute holen sich Bier, schwätzen, gehen wieder zum Merchandise-Stand, etc. Natürlich unterblieb dies auch bei F A Q nicht, aber die Aufmerksamkeit galt zu einem nicht unerheblichen Maße den drei Schweizer Jungs, die sich in enges Lack (beim Sänger Philip sogar Lackrock und -korsage sowie ein Latexhandschuh) gezwängt hatten. Wer jetzt allerdings eine rein auf Äußerlichkeiten reitende Möchtegern-Band erwartet hatte, war nach spätestens zwei Liedern eines Besseren belehrt. Die Jungs hatten gute Melodien, wußten ihre Geräte (Baß, Gitarre und Computer) zu bedienen und insbesondere die Stimme von Philip war erstaunlich, Placebos Brian Molko mit Samtüberzug! Allerdings war die Musik eher MESH mit Emotion wie nach einer vergeigten Prüfung - mit ordentlich Gitarren oben drauf.


Während im kühleren Norden selbst solch positive Überraschung keine Jubelstürme, sondern nur (hier ungewöhnlich viel) Applaus generierte, war die Stimmung in Köln schon fast so freudig wie bei einem Heimspiel. Und es kann nicht nur an den vier "mitgebrachten" Norwegern gelegen haben. (Anm: Der Bassist von Apoptygma Berzerk, mit denen sie schon auf Tour waren, hatte sich zusammen mit Anhang das Konzert nicht entgehen lassen.) Ich habe mir auf jeden Fall FAQs CD "Is Pornography Art?" besorgt, diese im Anschluß von den netten Jungs inkl. "For the Lord" signieren lassen und die Anschaffung keinesfalls bereut. "The world is cold enough" oder "Heartbreaker" wären aus dem Hause Placebo sicher schon Single-Hits. Mehr zur Band erschließt sich aus dem separaten Interview.


Das UNHEILIG-Konzert schloß sich nach relativ kurzem Umbau an, da das aus Hintergrundmotiven und wellenförmig angeordneten Großkerzenleuchtern bestehende Bühnenbild schon fast aufgebaut war und nur die F A Q-Fahnen weggeräumt werden mußten. Die Hintergrundmotive bestanden im wesentlichen aus dem Markenzeichen "UH" und der Flamme vom CD-Cover "Frohes Fest". Die Kerzenleuchter blieben zu meiner Enttäuschung in Hamburg aus, zu meiner Freude in Köln aber dauerhaft angezündet - und sorgten für zusätzlich stimmungsvolle Ausleuchtung. Weiterhin ist auch die abwechslungsreiche Beleuchtung positiv hervorzuheben, die je nach Stimmung der kommenden Lieder auch einmal alles in dunkles Rot oder gleißendes Weiß taucht.






Mit "Knecht Ruprecht" ging es sofort hinein ins weihnachtliche Thema, das mit "Kling Glöckchen" auf das Klareste fortgeführt wurde. Zwar versteifte sich der Graf nicht ausschließlich auf seine Interpretationen von klassischen Weihnachtskrachern, aber der Schwerpunkt der Weihnachtstour wurde von diesen gebildet. Und einige hatten, angesichts der wirklich großartigen von Männlein wie Weiblein getragenen Weihnachtsstimmung mit Gänsehautgarantie, sogar eine Träne im schwarzen Knopfloch. Selten wurde der Begriff der Schwarzen Gemeinde oder der Schwarzen Familie so deutlich, wie hier so kurz vor Heilig Abend beim Blick in die leuchtenden Augen der versammelten "Outsider". Was den Katholiken ihr Benedikt ... macht die Magie des Grafen auf einem Live-Konzert aus. Irgendwann muß ich auch meine E.B.M.-Hardcore-Fraktion einmal mitnehmen und beobachten, ob sich da nicht doch ein kleiner Zauber auf deren Gesicht einstellen wird.


Die dargebotenen Weihnachtslieder wurden wirklich toll interpretiert und dargeboten. Selbst in Köln, wo das Management noch Stunden vor dem Konzert sämtliche Apotheken plünderte, damit der Graf sich die volle Selbstmedikation geben konnte, erzeugte seine Stimme noch Gänsehaut. Und auch seine Mitstreiter an Gitarre und Synthesizern gaben ihr Bestes und starteten nicht bloß irgendwelche vorgemixten Samples oder standen gelangweilt in der Ecke. Wobei - verglichen zum fast pogenden/bangenden Grafen - dann doch irgendwie. Der Graf hatte sich zwar jeweils bald seines Jacketts entledigt, behielt aber seine klassische Krawatte zum durchgeschwitzten weißen Hemd bis zum Ende an.


Beim ersten Konzert fragte ich mich nach einer Weile, ob es denn wirklich ein reines Weihnachtsoratorium würde, oder ob er denn nicht wenigstens das ja fast thematisch passende "Mein Stern" einflechten könnte. Und da fing auch schon "Astronaut" an, was mich bei den ersten Takten immer an "Mein Stern" glauben läßt. Daß die Weihnachtslieder - auch die unbekannteren - wohl zu (nahezu?) 100 % den Originaltext behalten hatten, klang nicht kitschig sondern eher großartig - mit einer Verbeugung vor der Zeit, in der sie entstanden sind. Und die markante, gruftige Grafenstimme unterstrich den Text geradezu.


Neben den ruhigen Stücken kamen aber auch die brachialen Klassiker wie "Sage Ja!", "Maschine" und als erste Zugabe "Freiheit!" noch zu ihrem Aufführungsrecht. Und hier brodelte der Saal - und die Kehlen schrien sich heiser. Und Hamburg liegt - vielleicht abgesehen vom nachgeahmtem Klickklack der kölschen Maschine - hier klar auf der Dezibel- und Begeisterungsskala vor Köln. Und als weitere Zugabe kam jeweils auch endlich mein ersehntes "Mein Stern" - und der Saal tauchte sich in Lichtermeer aus Feuerzeugen und Wunderkerzen. Nun glaubt man endgültig, in des Grafen dunkler Weihnachtsfamilie angekommen zu sein. Wobei, so habe ich mich umgeben von Tanten und Onkeln dann doch nie gefühlt. Schade, daß mir meine "Mädels" in Hamburg in der Masse abhanden gekommen waren. Das sollte mir in Köln aber nicht wieder passieren!


Zwei Stunden gab der Graf mit seinen Mannen alles. Und erntete den verdienten Dank und Jubel des dunklen Publikums, den er gierig aufsog - wie Graf Dracula frisches Blut. Großartig! Wiederholung in 2007 erwünscht. Abschlußvergleich der Konzerte: Frenetischeres Publikum in Hamburg als in Köln. Sogar Grafen-Doubles wurden in HH einige gesichtet. Der Norden ist also immer wieder für eine Überraschung gut. Und da der Graf in der Hansestadt auch noch nicht kränkelte, geht das Rennen mit einer Spekulatiuslänge an Hamburg - trotz der brennenden Kerzen in Köln.

Postskriptum: Als meine absoluten Favoriten von der CD "Frohes Fest" entwickelten sich über die Feiertage "Süßer die Glocken" und "Vollendung". Und für das nächste Jahr weiß ich schon jetzt, welche CD ich dem einen oder anderen elektronisch infizierten Freund oder Familienmitglied vorab unter den Baum legen werde. Nur meine Kollegen können die CD wohl nicht mehr hören .

Text: cbl
Fotos:i.s.o./cbl





The Crüxshadows - Dream Cypher- Tour am 13.11.06 im X Herford


Am 13.11.2006 machten THE CRÜXSHADOWS mit ihrer "Dream Cypher"-World Tour Halt im Herforder X. Für einen Montag Abend war die große Halle relativ gut gefüllt. Pünktlich um 21.00 Uhr startete die, ebenfalls aus den USA stammende, Vorgruppe EGO LIKENESS. Die Sängerin schuf mit ihrer tollen Stimme einen guten Einstieg in das nachfolgende Programm. Nach einer kurzen Umbaupause drängten sich auch noch die letzten "Barhocker" vor die Bühne. Alle schauten gespannt nach vorne zur Band, als sich Sänger Rogue vom Mischpult aus den Weg von hinten durch die Menge zur Bühne bahnte. Diese Nähe zum Publikum zog sich durch das ganze Konzert. Rogue ließ es sich nicht nehmen bei verschiedenen Stücken von der Bühne zu steigen und mit einzelnen Gästen zu tanzen oder über die seitlichen Absperrungen zu turnen und sein Set von dort aus fortzusetzten.


Spannend wurde es dann, als er mit einer Leiter über dem Kopf hinter der Bühne hervorkam und auf dieser mitten im Zuschauerraum weiter sang. Brav hat er sie auch wieder zurückgebracht. Bei den vielen bekannten Songs, wie "Marilyn, My Bitterness" und "Tears" fiel es den Zuschauern auch nicht schwer begeistert mitzusingen und mitzuklatschen. Mit phantastischen Violinensoli verwöhnte uns Rachel McDonnell. Abgerundet wurde die immer ausgereiftere Bühnenshow durch die Performance der beiden Tänzerinnen Jessica und Sarah. Das Konzert war wie immer eine abwechslungsreiche und fannahe Veranstaltung.

Text: jvo
Fotos: jvo



The Crüxshadows am 10.11.06 in der Krefelder Kufa


An diesem Freitag hieß es Schlange stehen in der Krefelder Kulturfabrik. Es waren zahlreiche Besucher erschienen, um den Crüxshadows Gehör zu schenken. Als Vorband spielten jedoch erst einmal die Labelkollegen Ego Likeness. Diese Band hat bisher drei Alben herausgebracht und erinnerte mich durch ihren Frauengesang etwas an Diva Destruction. Nur nicht so zerstörerisch, denn mir fehlte die Power. Alle Songs waren recht gleichförmig, so dass man nicht gleich erkannte, wann ein neuer Song anfing.


Umso mehr freute es mich, als endlich Crüxshadows auf die Bühne kamen. Mit kleinen Lampen an der Kleidung schlich sich Sänger Rogue durch das Publikum auf die Bühne. Die Gruppe spielte neuere Stücke, wie „Sophia“ und auch nahezu sämtliche Klassiker, wie „ Return“, „Winterborn“ oder „Deception“. Die Geburtstagskinder des Abends wurden wieder auf die Bühne geholt und mit Happy Birthday-Gesang gefeiert. Die Band ließ sich nicht lange bitten und brachte nach einer Supershow noch mehrere Zugaben. Nur kann ich nicht verstehen, warum mein CXS-Lieblingssong „Bloodline“ nie auf Konzerten gespielt wird. Nichtsdestotrotz war der Auftritt sehr gelungen und ich hätte wirklich Lust morgen wieder hinzugehen.

Text: i.s.o.
Fotos: i.s.o.



Welle:Erdball im Herforder X, 04.11.2006


Nicht nur musikalisch, sondern auch mit ihrer einmaligen Bühnenperformance überzeugte Welle:Erdball am Samstag den 04. November im Herforder X. Die große Halle war angenehm gefüllt, denn nicht nur eingefleischte Fans im Anzug zog es an diesem Abend zum Konzert. Während der ersten Songs stand die Band hinter weißen Papierwänden und war nur als Schatten zu erkennen. Abwechselnd gaben sich Sänger Honey, Frl.Venus und Plastique die Ehre und traten vor die Wände. Bei „Der Telegraph“ drehten sich die beiden Damen links und rechts am Bühnenrand ganz im Zeichen der 50er in gepunkteten Petticoatkleidern und schwarzen Sonnenbrillen. Den Rest der Band gab es als Videoprojektion auf den Wänden zu sehen.


Im Laufe der nächsten Lieder wurden die meisten Wände nach und nach abgerissen, so dass es doch noch den Blick auf die ganze Band gab. Spannend wurde es dann bei dem Song „Das Alpha-Tier“, als die beiden Damen im Schattenspiel ihre Kleidern fallen ließen und im hautengen Ledercatsuit wieder hervortraten. Beim nächsten Lied, „Schweben, Fliegen, Fallen“ sang das Publikum begeistert mit. Noch mehr Freude machten aber die riesigen Luftballons, die in den Zuschauerraum geworfen wurden. Weitere optische Untermalungen gab es zu den Songs „Hoch die Fahnen“, mit schwenkenden Fahnen und „Starfighter F104 G“, hierzu flogen selbstgebastelte Papierflugzeuge von der Bühne. Bei „Wo kommen all die Geister her“ wurde es wieder Zeit zum Mitmachen. Es gab Wunderkerzen, die die meisten Zuschauer auch gerne anzündeten. Nach begeisterten Zugaberufen wurden unter anderem noch die Stücke „Ich bin nicht von dieser Welt“ und „Monoton & Minimal“ gespielt. Alles in allem ein wirklich gelungenes und abwechslungsreiches Welle:Erdball Konzert. Es macht immer wieder Spaß ein solch gut durchdachten Auftritt zu sehen.

Text: jvo
Fotos: i.s.o.




ORKUS FESTIVAL CLUB TOUR, im Düsseldorfer STAHLWERK, 01.10.2006


An diesem Sonntag eröffnete gegen acht Uhr eine Band im Stahlwerk das Konzert, die mir bis zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt war.Sie war im Programm auch nur mit “eine weitere Band in Planung“ angekündigt. Also rätselte ich, bis die vier gegen Ende ihres Auftritts ihren Namen preisgaben. DOWN BELOW hieß die Band mit den druckvollen Darkrock-Klängen. Sänger Neo Scope kam mit einer sehr sympathischen Art rüber. Bei „Dark we“ gab es eine kleine technische Panne auf der Bühne, für die er sich nett entschuldigte. Jedoch tat dies ihrem Auftritt keinen Abbruch. Zum Schluss konnten sich die weiblichen Fans noch freuen und den gut gebauten Oberkörper des Sängers bestaunen, nachdem er sich bei der Ballade “Angel“ seines Hemdes entledigte. Aber mal ganz abgesehen davon, war ich positiv überrascht von diesem Einstieg in den Abend.


Danach ging es weiter mit ZEROMANCER, die von denen ich nach ihrem Album “Eurotrash“ nicht mehr allzu viel gehört hatte. Doch die Erinnerung kam recht schnell wieder, nachdem sie ihren Auftritt mit „Doctor Online“ begannen und direkt gute Stimmung aufkam. Leider traten auch hier wieder technische Probleme auf, für die sich Alex Møklebust beim Publikum entschuldigte und sich dafür bedankte, wie nett ihnen das Publikum darüber hinweghelfe. Sie spielten neben altbekannten Hits wie “Clone your Lover“ auch Sachen von ihrem Ende 2003 erschienenen Album “ZZYZX“ wie „Stop the Noise“ und “Famous last Words“. ZEROMANCER beendeten gegen 21:30 Uhr ihren gelungenen Auftritt mit der Coverversion „Send me an Angel“. Um 21:45 Uhr ging es weiter mit UNHEILIG, welche dem Publikum nach zu urteilen die Hauptattraktion des Abends darstellten. Der Graf und seine Band wurden stürmisch, teilweise schon leicht hysterisch, von ihren Fans zum Song „Eva“ begrüßt. Sollte ich jetzt Hits benennen, die gespielt wurden, ist das eigentlich nicht möglich, da jeder Song vom Publikum wie ein Hit mitgesungen wurde, darunter “Maschine“, „Freiheit“ oder „Mein König“. Zu dieser Ballade war das Publikum besonders gerührt, da der Graf diesen Song seinem Großvater gewidmet hat. Bei „Ich will leben“ gab es einen besonderen Bonus, Peter Spilles von PROJECT PITCHFORK ließ es sich nicht nehmen den Grafen hierbei schon einmal zu unterstützen. UNHEILIG beendeten mit zwei Zugaben ihren Auftritt. Bei „Mein Stern“ schwenkte das Publikum ein Meer aus Feuerzeugen.


Als Headliner an diesem Abend betraten PROJEKT PITCHFORK die Bühne und eröffneten ihre Show mit „Alpha Omega“. Was mich jedoch verwunderte war, dass nun wesentlich weniger Leute im Publikum waren als noch kurz zuvor bei UNHEILIG. Besonders das jüngere weibliche Publikum drängte nach draußen zum Merchandisestand, um dort den Grafen noch, wie angekündigt, zu treffen. PROJECT PITCHFORK brachten Hits aus ihrem gesamten Repertoire wie „Timekiller“, „K.N.K.A.“, „God wrote“ und „Existence“. Die Vier sahen alle ziemlich fertig aus, insbesondere der Keyboarder Dirk Scheuber, welcher einige Male irritiert versuchte mit dem Publikum zu kommunizieren. Jedoch brachten sie ihre Musik solide und routiniert rüber, und so endete auch dieser Abend gelungen nach einigen Zugaben.

Text: ts
Fotos: ts




M’ERA LUNA 2006 auf dem Flugplatz Hildesheim-Drispenstedt


Wie jedes Jahr freute ich mich seit Beginn des Sommers auf ein bestimmtes Wochenende im August. In meinen Vorstellungen sah ich mich auf meiner himmelblauen Decke im Sonnenschein auf dem Festivalgelände in Hildesheim den Klängen von unzähligen Bands lauschen. Doch ca. 2 Wochen vor dem 12. August zerplatzte diese Vorstellung wie eine Seifenblase. Eine Unwetterwarnung jagte die nächste und mit Grauen dachte ich an den im Matsch versinkenden Flughafen. Nun drehten sich meine Gedanken um ein Outfit mit extra hohen Gummistiefeln und Friesennerz. Denn an zu Hause bleiben war bei den angesagten Bands, wie BAUHAUS, DIE KRUPPS, THE GATHERING, MESH, NITZER EBB u.v.m. nicht zu denken. Doch zum Glück kam alles anders als gedacht. Die Regenfronten zogen am Festival vorbei und mit den fünf Regentropfen, die am Sonntag auf meine Nasenspitze fielen,konnte ich gut leben. Das Wetter war so super wie das Festival. Ich war mit dieser Meinung nicht alleine, denn ca. 22000 Besucher verzeichnete das M’Era Luna in diesem Jahr.


Samstag 12.08.2006

Am Samstag ab 11.00 Uhr starteten die ersten beiden Bands, SONO und die irische Band LLUTHER auf der Hauptbühne und im Hangar. Auf der Hauptbühne führte DJane und Moderatorin Medusa durch das folgende Programm. Hier betrat nun NORTHERN LITE die Bühne. Das aus Erfurt stammende Trio fand mit seinem Sound Mix aus Electro und Alternative die ersten begeisterten Zuhörer. Wer mehr möchte, der erhält ab 1.09. das neue Album „Unisex“ im Handel. Im Hangar ging es mit REGICIDE weiter. Die abwechslungsreichen Songs der 7-köpfigen Band werden von den Stimmen von Frauke Richter und Timo Südhoff geprägt. Danach folgte Nordic Folk Metal von MIDNATTSOL mit Carmen Elise Espenaes, der kleinen Schwester von Liv Kristine. Auf der Main Stage spielten inzwischen GOTHMINISTER und GIRLS UNDER GLASS. GIRLS UNDER GLASS feierten heute mit uns ihr 20-jähriges Bandbestehen. Dazu luden sie Gastsänger wie Eric Burton, Peter Spilles und Oswald Henke ein. Lezterer gab den Song „Du Tier“ zum Besten.


Die italienische Formation DOPE STARS INC. um Sänger Victor Love brachte mit krachigen Gitarrenrythmen den leicht eingenebelten Hangar zum Rocken. Einige Fans ließen sich durch die „Let’s rock!“ Rufe von Sänger Victor und der headbangenden Band davon überzeugen mit zu rocken. Aber nachmittags um halb drei kann das halt noch nicht jeder. Mit einer guten Mischung aus altbekannten Songs, wie „Trust you“ und „Fragile“,sowie den Stücken „Petrified“ und „What are you scared of?“ von ihrem neuen Album „We Collide“, fand ich den darauffolgenden Auftritt von MESH wirklich gut. Aber wahrscheinlich liegt das auch daran, dass ich die unkomplizierte Art der Band, die Stimme von Mark und natürlich nicht zu vergessen seine legendäre Wollmütze so mag. In einem mitlerweile gut gefüllten Hangar zog LIV KRISTINE mit engen Rock, Glitzer-Korsage, ihrem langen blonden Haar und natürlich der unverkennbaren Stimme das Publikum in ihren Bann. Trotz einiger Soundprobleme waren die Fans „phantastisch“, das merkte auch Liv und bedankte sich dafür. Mit härteren Electro Klängen traten FUNKER VOGT auf die Hauptbühne. Sie spielten u.a. „Navigator, „Fallen Hero“ und „Tragic Hero“. Mit nackten Oberkörper und Deutschlandfahne hatte Sänger Jens Kästel zum Ende des Konzerts auf jeden Fall seinen Spaß. Nach FUNKER VOGT machte ich mich auf den schnellsten Weg wieder zurück in den Hangar zu UNHEILIG. So war zumindest mein Plan. Doch vor den Hangar angekommen musste ich feststellen, das es wegen Überfüllung weder raus noch rein ging. So fand das Konzert des Grafen leider ohne mich statt.


So konnte ich wenigstens DIE KRUPPS von Anfang bis Ende auf der Hauptbühne miterleben. Was sich auch auf jeden Fall wirklich gelohnt hat. Mit den Hits „To the Hilt“, „Crossfire“ und „Fatherland“ brachten sie das Publikum zum toben. Wirklich toll! Christian Pohl, den wir dieses Wochende zweimal zu sehen bekamen, stand zuerst als Frontmann von BLUTENGEL auf der Bühne, mit dabei war auch Sängerin Constance Rudert. Mit einer Mischung aus weiblichen und männlichen Gesang unterlegt mit eingängiger elektronischer Musik, fand das Konzert bei der breiten Masse große Zustimmung. „Solitary Angel“ und „Children of the Night“ wurden gespielt, um nur zwei der bekanntesten Lieder zu nennen. Besonderes Augenmerk bei BLUTENGEL ist die Bühnenshow, eine Mischung aus Tanz, Theater und Pyroshow mit blutigen Details. Die schon 1982 gegründete englische Band NITZER EBB war der nächste Star des Abends. Mit ihren harten elektronischen Beats und den Stücken „Getting Closer“, „Join in the chant“ und „Fun to be had“ brachten Bon Harris, Douglas McCarthy und Kourtney Klein das Publikum zur Extase. Nachdem ich bei Unheilig schon so meine Probleme hatte in den Hangar zu kommen verzichtete ich auf die Konzerte von SAMSAS TRAUM, TRISTANIA und dem schwedischen Quartett DEATHSTARS. Aber THE GATHERING wollte ich auf keinen Fall verpassen. Nachdem ich mir aber die ersten 3 Lieder angehört hatte, war ich ziemlich entäuscht. Nicht von den „bunten“ Bühnenkleidung, wie so manch anderer im Publikum, sondern von Annekes Stimme. Dies lag aber bestimmt nicht an ihr, sondern am Mischpult. Leider bin ich etwas früh wieder nach draußen gegangen um BAUHAUS zu sehen, denn wie ich später hörte wurden die Soundprobleme behoben und das Konzert wurde noch super.


Die lange erwarteten Stars des Tages kamen endlich auf die Bühne. Nachdem ich aus Zeitgründen keines der diesjährigen Konzerte von BAUHAUS gesehen hatte, wollte ich mir dieses auf keinen Fall entgehen lassen. Im dichten Nebel betraten die Herren die Bühne: David J. und Kevin Haskins, Daniel Ash, mit Fellweste und riesiger Sonnenbrille bekleidet, an der Gitarre und Peter Murphy am Mikro. Als sich der Nebel lichtete konnte man schon erkennnen, dass die Zeit nicht ganz spurlos an den Herren vorbei gegangen ist. Die eine oder andere Falte, ein paar Kilos mehr und lichter werdendes Haar sind die Folgen. Aber egal, wir wollen uns auf die Musik konzentrieren. Einige Hits wie „She’s in Parties“ und „Dark Entries“ wurden gespielt, doch es folgten auch eine ganze Reihe von B-Seiten-Hits, die sich teilweise sehr in die Länge zogen. Zum Abschluß zelebrierte Peter, im langen, wehenden Mantel über die Bühne schreitend, den Song „Bela Lugosi’s Dead“. Mit den Worten „Good night and thank you very much", verabschiedete sich BAUHAUS. Die folgenden Zugaberufe wurden leider nicht erhört. Auffällig war, dass es sich schon während des Konzerts vor der Bühne relativ schnell leerte. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass alle schon so müde oder die Leute vielleicht teilweise zu jung für die Musik waren oder lag es einfach nur an BAUHAUS selbst. Wie immer gab es auch dieses Jahr, die obligatorische Hangar-Party. Am Samstag legte dort unter anderem Ronan von VNV Nation auf. Die Musik war sehr Elektro orientiert, was ich persönlich etwas schade fand. So kam ich doch noch zu einer vertretbaren Zeit zum Schlafen.


Sonntag, 13.08.2006

Nach einer kalten Nacht, aber einem sonnigen Morgen lauschte ich den Klängen der ersten Bands, wie beispielsweise MONA MUR FEAT. ST. CLAIRE bei einem leckeren Frühstück vom Zeltplatz aus. Bei den Niederländern CLAN OF XYMOX traf ich bei strahlenden Sonnenschein vor der Hauptbühne ein. Bei den Klassikern wie „Elise“ kam die gewünschte Festivalstimmung auf. Wer noch mehr von Ronny Moorings und Co. und dem neuen Album „Breaking Point“ möchte, kann sich die aktuelle Tour anschauen. Weiter ging es mit EPICA, welche zum zweiten Mal auf dem M’era Luna spielten. Die Goth-Rock-Formation kommt ebenfalls aus unserem Nachbarland. Die Gruppe um Sängerin Simone Simons und Gitarrist Mark Jansen machten mit altbekannten Songs ihre Fans glücklich. Im Hangar fand ich mich heute zum ersten Mal bei SPETSNAZ ein. Das schwedische Duo, welches als neue EBM-Senstion gehandelt wird, wollte ich auch bewundern. Passend zum ersten Lied war Sänger Pontus Stahlberg in „Black and White“ gekleidet. Drummer Stefan Nilsson zog dagegen den Military-Look vor. Mit dem letzten Lied „Apathy“ heizten sie den Publikum noch einmal richtig ein. Mit einem „Hallo M’era Luna“ kamen dann ROTERSAND auf die Bühne. Von Anfang an war eine super Stimmung im Hangar. Im Publikum wurden zwei Fahnen geschwenkt, was die Secutrity aber gar nicht gerne sah und diese sofort konfizierten. Zu „Storm“ gab es einen Gast-Drummer, Mark Jackson von VNV Nation wurde begrüßt und gab sein Bestes. Der weite Weg nach Hildesheim hat sich für die Kanadier THE BIRTHDAY MASSACRE auf jeden Fall gelohnt. Die fünf jungen Männer in Konfirmationsanzug um Sängerin Chibi spielten vorwiegend Songs aus ihrem ersten Album „Violet“. Dafür wurden sie vom Publikum mit viel Applaus belohnt.


Die 1991 von Stephan Groth gegründete Band APOPTYGMA BERZERK folgte im Anschluß auf der Main Stage. Jeder konnte an der kleinen Fahne am Mikrophonständer erkennen, dass die Band aus Norwegen kommt. Für wahre Begeisterungsstürme sorgten zum Beispiel „Soultaker“, „Until the end of the world“, „Non stop violence“, „Kathy’s Song“ und ihr aktueller Hit „Shine on“, der allerdings zwiespältig von alten Fans aufgenommen wurde. Heute folgte der zweite Auftritt von Christian Pohl. Diesmal im Hangar mit seinem Projekt TERMINAL CHOISE. In dreier Formation mit Cap gaben DE/VISION danach eine eindrucksvolle Synthie-Pop Performance zum Besten. Das aktuelle Album „Subkutan“ von Stephan Keth und Thomas Adam orientiert sich wieder mehr an den alten Sachen, sehr zu Freude der Fans. Auch mich konnten sie mit „I’m not enough“ von neuen Album mitreißen. Hörsturz-Gefahr drohte bei MINISTRY: Glück für alle vor der Hauptbühne, die sich mit Ohrstöpseln eingedeckt hatten. In Sachen Lautstärke konnten sie keinem etwas vormachen, doch im Ganzen erinnerte ihr Auftritt an Motörhead für Arme. Doch den eingefleischten Fans gefiel es und sie gröhlten „Just one fix“ und „N:W:O:“ mit.


Nachdem IN EXTREMO die Segel setzten und in niedlichen Ringelhemden eine schöne Show boten, kündigte sich der Headliner dieses Tages mit beeindruckender Bühnendeko an - WITHIN TEMPTATION! Zwischen riesigen Engelsstatuen kam Sängerin Sharon den Adel mit einen gerüschten Kleid auf die Bühne. Der Sound zwischen Metal, Rock und Klassik und die Stimme von Sharon war überzeugend. Dazu noch die Licht-und Pyroshow und ein krönender Abschluß für das M’era Luna war garantiert. Um den Stau auf dem Gelände zu umgehen, machte ich mich kurz vor Ende des Konzertes mit vielen neuen Eindrücken auf den Heimweg. Es war ein wirklich gelungenes M’era Luna Festival 2006.

Text: jvo/i.s.o.
Fotos: i.s.o.




Amphifestival am 22/23.07 2006 am Kölner Tanzbrunnen

Das Amphifestival fand in diesem Jahr zum zweiten Male statt. Doch leider ganz ohne ein Amphitheater, was ein bisschen schade ist. Das Gelsenkirchener Amphitheater gab dem Event im letzten Jahr den Namen und die Kulisse war wunderschön. Ich konnte mich aber mit der neuen Location, dem Kölner Tanzbrunnen, anfreunden. Nicht zuletzt, weil er für mich als Ortsansässige mit einem kurzen Anfahrtsweg verbunden war.


Samstag, 22.07. 2006

Vorbei an den Trümmern der Rheinhallen der Kölnmesse, kam ich pünktlich zu den Trommeln von THIS MORN’ OMINA auf dem Gelände an. Genauso pünktlich find es auch an zu regnen und der Platz unter dem Dach des Tanzbrunnens wurde recht eng. Die Belgier THIS MORN’ OMINA waren auch schon im letzten Jahr der Opener der Festivals. Nachdem CEPHALGY, ausgestattet mir Lichtbrillen, ihren Electro-Gothic darboten, betraten WELLE:ERDBALL die Bühne. Die Welle-Mädels trugen wieder die schönsten Kleider der 50er Jahre und Sänger Honey spendete wieder einen Stück C64 an das Publikum. Im WELLE:ERDBALL- Programm wurde wieder nach „Arbeit adelt“ die Blechtrommel geschlagen und bei „Mensch aus Glass“ wurden wir durch Schautafeln zum Konsumieren angehalten. Außerdem gab es mit „Das Souvenir“ einen Ausblick auf das, im September erscheinende, neue Album „Chaos Total“. Es gibt keinen Auftritt ohne W:E Ballons, dieses Mal sollten sie mit 50 Euro-Scheinen bestückt sein. Leider nur ein Ammenmärchen. Nun wurde es Zeit für den Auftritt des Grafen und UNHEILIG. Zuvor hatte er sich lange am Gothic-Family-Net Stand aufgehalten und sich mit fremder Leute Kindern fotografieren lassen. Jetzt stand er trotz sommerlicher Hitze geschniegelt und gebügelt im Anzug auf der Bühne, um Songs wie „ Freiheit“, „Astronaut“ und „Ich will alles“ zu singen. Da der Zeitplan auf dem Amphi peinlich genau eingehalten wurde, war der Auftritt des Grafen nur 6 Tracks lang. Doch hier gab es dann doch noch eine Zugabe unter anderem mit dem Stück „Sage ja“.


Es ist seltsam wenn sich Vampire bei Tageslicht, und noch dazu bei Sonne, unter das Volk wagen. Doch die Helsinki Vampires THE 69 EYES konnten nicht anders, denn Sänger Jyrki und Co. wurden von den Fans schon sehnsüchtig mit finnischen Flaggen erwartet. Die Band posierte im Skelettoutfit und gab Songs, wie „The Chair“ oder „Devil“ zum Besten. Auf jeden Fall wurde es hier mächtig rockig. Eine gelungene Abwechslung nach dem Electro. Und da ich schon bei der Musikvielfalt bin, muss ich sagen, dass die Bandauswahl für jeden Geschmack etwas hergab. Denn weiter ging es mit den Mittelaltermetallern SUBWAY TO SALLY. Vor der Bühne wurde es aufgrund der Pyroshow noch heißer, aber Feuer gehört ebenso zu einem gelungenen SUBWAY-Auftritt, wie die Hits „Kleid aus Rosen“, „Knochenschiff“ oder „Eisblumen“. Bei Letzterem wurde ein weiblicher Fan auf die Bühne geholt, was diese bestimmt ihr Lebtag nicht vergessen wird. Mittlerweile war auch die zweite Bühne im Theater des Tanzbrunnens geöffnet. Nach einem DJ Intro, begannen hier LOLA ANGST ihrer Kirchenorgel „Lola“ die schönsten Töne zu entlocken. Das Berliner Duo wurde von zwei Tänzerinnen im Tütü bei Songs wie „The Council of Love“ oder „Children of the Dark“ unterstützt. Ein LOLA ANGST –Bus stand übrigens auch als Unterschlupf vor Regen im V.I.P.-Bereich zu Verfügung. Zum Hauptact VNV-Nation wechselte ich wieder zum Mainstage, um den Songs des Wahlhamburgers Ronan Harris zu lauschen. Obwohl es noch relativ hell war, gab es im Hintergrund die typische Videoprojektion. Und nach gut 60 Minuten Electro vom Feinsten, war nach der Zugabe „Beloved“ auf der Hauptbühne musikalisch Schluß, Denn um 22 Uhr musste hier leider schon Ruhe herrschen. Einige Fans hörten sich noch die Lesungen von Oswald Henke, der sogar Sekt verteilte, und Christian von Aster an. Doch die meisten Besucher wechselten in das stickige Theater, um COMBICHRIST zu sehen. Jedoch kam es hier zu einer kleinen Verspätung, denn die Japaner CALMANDO QUAL spukten noch im Dunkeln. Sie waren seltsam kostümiert und ihre Musik schräger Horrorstyle.


COMBICHRIST erschienen ebenfalls auf fast dunkler und nebeliger Bühne, weshalb ich dem Auftritt nicht durchgehend folgte, sondern ab und zu an die Luft ging. Zum Glück entschädigten Tracks wie „Blut Royale“ und „This Shit will fuck you up“ mich ein bisschen. Zum Konzertabschluss spielten noch DIARY OF DREAMS ein gutes Set, wie üblich mit Songs wie „Chemicals“ und „Traumtänzer“. Die Lightshow war hier bemerkenswert und die Temperaturen subtropisch.Wer jetzt noch Lust hatte, konnte noch bis in den frühen Morgenstunden im Theater des Tanzbrunnens weiterfeiern. Hier legten namhafte DJ’s wie Elvis oder Mike K. auf.


Sonntag, 23.07.2006

An diesem Tag konnte man erst einmal ausschlafen, denn es ging zu einer zivilisierten späten Mittagsstunde - 13 Uhr - mit Frozen Plasma los. Nach der Auflösung von Namnambulu gab es jetzt die Gelegenheit für Vasi mit FROZEN PLASMA ein kurzes, aber spritziges Set aus ihrem Debutalbum zu spielen. Mit FAUN ging es folkig weiter. Mit Flöten und Drehleier wurden Songs wie „Rosmarin“ und „Sirena“ gespielt. Die Italiener DOPE STARS INC. waren danach etwas völlig anderes. Sänger Victor Love und Co. sind ganz schöne Poser und am Gesang lässt sich noch etwas feilen. Für mehr Stimmung sorgte dann Douglas McCarthy mit FIXMER&MCCARTHY. Sänger Mc Carthy läuft bei seiner Show immer vor und zurück und es ist nicht einfach ihn fotografisch einzufangen. Das lohnt sich wegen seiner Sonnenbrille, die er fast nie abnimmt auch nicht wirklich. Doch Tracks à la „Destroy“ und „Look to me“ lassen jedes Electroherz höher schlagen. Sogar VNV Nation Frontmann Ronan verfolgte den Auftritt von einem Bühneneckchen aus. Nachdem LETZTE INSTANZ und SAMSAS TRAUM das Publikum richtig angeheizt hatten, drängelten jetzt alle Girlies nach vorne in die erste Reihe.


Die Finnen NEGATIV eröffneten ihr Konzert mit „L.A. feeding fire“. Das ein oder andere Kuscheltier wurde auf die Bühne geworfen und die begeisterten, vornämlich weiblichen Fans schwenkten die finnische Flagge. Sänger Jonne und Mannen haben etwas von Guns and Roses und rockten mit Songs, wie „In my heaven“ und „Moment in our love“. Es gab einen Ausblick auf das demnächst erscheinende dritte Album und nachdem Handtücher und weitere Devotionalien in die Menge geworfen wurden, verließen die Jungs die Bühne. Es hat eine lange Zeit gedauert bis Steve Naghavi mit AND ONE wieder ein paar Konzerte bestreitet. Nach dem gelungenen Auftritt auf dem WGT war dieses hier eines davon. Steve ist immer vorbildlich gekleidet und zieht auch bei 30 Grad im Schatten den Konfirmationsanzug nicht aus. Es war schön wieder die alten Hits, wie „Deutschmaschine“ oder „Krieger“ zu hören. Auch die Einspielungen von Eurythmics „Sweet Dreams“ oder von Depeche Mode kleiden AND ONE Songs in ein neues Gewand. Sehr gut war auch die Coverversion von The Cures „The Walk“. Das AND ONE Stück „Metalhammer“ wurde im Duett mit Bandmitglied Chris Ruiz vorgetragen. Mit der Zugabe „Technoman“ war das Konzert leider viel zu schnell vorbei. Aber ich habe mir schon AND ONEs Herbstauftritt vorgemerkt. Der Headliner an diesem Sonntag waren SCHANDMAUL. Die Münchner boten mit „Drachentöter“ einen wunderbaren Auftakt in ihr Set. Es ist außergewöhnlich wie viele Instrumente die Bandmitglieder auch akustisch beherrschen. Vor einigen Jahren beim Stromausfall auf dem Mühlheimer Castlerock haben Thomas Lindner und Gefolge ihren Auftritt und damit das Festival gerettet. Mit Dudelsack, Schalmei und Flöten gab es viele Tracks von ihrem aktuellen Album „Mit Leib und Seele“. Es wurden, zur allgemeinen Erheiterung, ein paar Geschichten zum Besten gegeben und die Band verließ die Bühne nicht ohne „Walpurgisnacht“ und als Zugabe „Herren der Winde“ gespielt zu haben. Um punkt 22 Uhr war das zweite Amphifestival vorbei.


Bleibt zu sagen, dass das Amphi in sehr geregelten Bahnen ablief. Zeitlich hätte die eine oder andere Konzertzugabe jedoch drin sein können. Wenn auf das Publikum eingegangen wird, ist das Liveerlebnis noch schöner. Sehr lobenswert war die kostenlose Trinkwasserversorgung auf dem Festival. Ein Plus für den Veranstalter etwas gegen die teuren Messepreise für Speis und Trank, beziehungsweise das Verbot Eigenes mitzubringen, zu tun. Jedenfalls glaube ich, dass sich das Amphifestival schon einen festen Platz im Festivalsommer gesichert hat und freue mich auf 2007.

Text: i.s.o.
Fotos: i.s.o.




Castle Rock am 08.07.2006 in Mühlheim/Schloß Broich

Schon zum siebten Mal fand am Samstag den 8.7.2006 auf Schloß Broich in Mühlheim a. d. Ruhr das Castle Rock Festival statt. Ich muss jedoch zugeben, für mich war es das Erste. Das Ambiente des Schlosses ist für solch ein Festival wirklich perfekt. Im Innenhof befand sich die Bühne. Außerdem gab es hier noch Verkausstände mit Klamotten und Schmuck, Merchandise-Stände sowie Ess- und Trinkbuden. Das Verpflegungsangebot, d.h. die Auswahl an Getränken und Speisen war absolut in Ordung. Mit Pommes und Kuchen für je 1,50 Euro konnte ich meinen knurrenden Magen beruhigen und meinen Geldbeutel erleichtern.


Ebenso perfekt war auch das Wetter. Wer nicht mehr stehen konnte und auch keinen Sitzplatz auf den bereitgestellten Bänken fand, hatte die Möglichkeit sich vor den Toren des Schlosses ins Grüne zu legen. An Sonnenschutzcreme hatte ich glücklicherweise schon am Morgen gedacht. Mit fast 2000 Leuten, laut Veranstalter, war das Castle Rock, wie in denletzten Jahren auch, ausverkauft. Hier möchte ich den Veranstalter einmal lobend erwähnen. Wie er uns auf der Bühne mitteilte ist er, zumindest in NRW, der einzige kommunale Anbieter einer solchen Veranstaltung. Ich muss zugeben es ist ihm gut gelungen. Selbst die Bürgermeisterin der Stadt hielt ein kleine Ansprache und lobte das Festival als eine Stärkung der Jugendkultur in der Stadt Mühlheim. Als gegen 13.00 Uhr die ersten Klänge der Band REMEMBER TWILIGHT von der Bühne kamen, saß ich leider noch im Auto. Das frühe klingeln des Weckers an einem Samstag morgen hatte ich einfach überhört.


Aber die zweite Band THE BEAUTIFUL DISEASE hatte dann meine volle Aufmerksamkeit. Der Innenhof war zwar zu dieser Zeit noch nicht voll. Aber mit seiner Stimme schafft es Sänger Chris Goellnitz doch den Funken auf das Publikum überspringen zu lassen. Trotz der sommerlichen Wärme bekamen einige der Zuhörer eine Gänsehaut. In neuer Besetzung gab es THANATEROS zu sehen, mit Cornel Otto (ehemals Scream Silence) am Bass, sowie Maxe Raith an der Gitarre. Schon beim zweiten Stück „Calling Llyr“, welches auf dem letzten Album „Into The Otherworld“ erschien, begann das Publikum mitzuwippen. Das Fazit hierzu: THANATEROS versteht es die Zuhörer mit einer Mischung aus Metallrock und keltischem Folk zu begeistern. Guten straighten Gothic-Rock gab es von SCREME SILENCE, die auch schon 2001 auf dem Castle Rock zu sehen waren. Die Berliner spielten u.a. „Creed“ von ihrer aktuellen Single. Sänger Hardy Fieting schaffte es mit seiner tiefen ausdrucksstarken Stimme den mittlerweile vollen Innenhof des Schlosses in seinen Bann zu ziehen. Es gibt viele Gruppen (z.B.Nightwish Mila Mar, Malochia) bei denen Sängerinen mit ihren einmalige Stimmen einen Konzertbesuch zu einem unvergesslichen Erlebniss machen. Das trifft bei Sängerin Lisa von XANDRIA leider nicht zu. Vielleicht lag es aber auch daran, dass das Konzert kein Ende zu nehmen schien. Ich konnte es auf jeden Fall nur von der Wiese vor dem Tor zu Ende hören.


Seit Gründung der Band im Jahr 1999 hat ASP schon viele Live-Auftritte gehabt. Die Fangemeinde nimmt ständig zu, so dass in den ersten Reihen kaum noch ein Platz frei war. An den Songs von dem letzten Album „Aus der Tiefe“, sowie Evergreens fanden nicht nur eingefleischt Fans Gefallen. Da ich ziehmlich neugierig bin und mir auch keiner der Fans den genauen Grund der Gesichtsbemalung von ASP sagen konnte, hakte ich bei einem kurzen Gespräch mit ihm nach. Falls ihr es auch noch nicht wusste, hier die Antwort: Die Maske symbolisiert eine Metapher für das Leben. Sie soll kenntlich machen, dass jeder im Leben täglich eine Maske trägt. Der Headliner SUBWAY TO SALLY beeindruckte mal wieder mit seiner Bühnenshow. Mit einem Spiel aus Feuer und Schnee wurden aktuelle und alte Hits, wie „Henkersbraut“, „Knochenschiff“ und „Eisblumen“ untermalt. So war das Konzert nicht nur eine Freude für die Ohren sodern auch ein toller Augenschmaus.


Die After-Show-Party fand im Hotel Handelshof statt. Zu Fuß war es 10 Minuten vom Schloss entfernt. Als ich kurz nach 23 Uhr dort ankam, erinnerte mich der Raum eher an einen Abschlußballsaal, mit Parkettboden, ordentlich aufgestellten Tischen und Bedienung. Aber mit viel Nebel war davon bald nichts mehr zu sehen und Dank der Musik von DJ Luke J. B. Rafka konnte ich schon mal mein Tanzbein schwingen. Unterbrochen wurde das ganze von einer Modenschau, die aber leider wegen des Nebels und der schlecht ausgeleuchteten Bühne unterging. Ganz nebenbei gab es an den hinteren Tischen eine Autogrammstunde mit ASP. Da ich direkt einen Tisch weiter saß, konnte ich die anstürmenden Fans gut beobachten und dachte nur, wie gut es ist kein Star zu sein. Ich blicke schon mit Spannung auf das Programm für das 8. Castle Rock. Wenn es genauso gut und abwechslungsreich wie dieses Jahr wird, bin ich auf jeden Fall wieder dabei.


Text: jvo
Fotos: i.s.o.


15. WGT vom 02.06. - 05.06.2006 in Leipzig

Jubiläum beim Wave Gotik Treffen, denn zum 15. Mal war Leipzig, die heimliche Hauptstadt Sachsens, Treffpunkt der Schwarzen Gemeinde aus aller Welt. Nach dem Chaos WGT aus dem Jahre 2000 hätte wohl kaum jemand damit gerechnet, dass dieses weltweit einmalige Festival überhaupt noch eine Zukunft haben könnte. So strömten auch in diesem Jahr wieder rund 20.000 „Grufties“ nach Leipzig, wobei auffällt, dass das Publikum immer internationaler wird und in diesem Jahr das ganz junge Publikum, das die Jahre vorher immer zahlreich vertreten war, dieses Mal bei weitem nicht mehr so präsent war. Verglichen mit den Vorjahren gab es einige Änderungen in Sachen Veranstaltungsorte. Das „Haus Auensee“ und das „Haus Leipzig“ waren nicht mehr im Programm, dafür kamen der „Kuppelpalast“ und der „Kohlrabizirkus“ als neue Spielstätten hinzu. Neu auch, dass bereits am Vorabend des WGT im „Kuppelpalast“ ein Eröffnungsball stattfand, der grossen Anklang fand und wo sich eine Reihe illustrer Gastsänger, unter ihnen unter anderem Wayne Hussey und Das letzte Einhorn (In Extremo) mit der Unterstützung von Pink Turns Blue an selbstgewählten Klassikern der Schwarzen Szene versuchten und hierfür viel Applaus ernteten. Ansonsten bestimmte bereits am Donnerstag, anscheinend neuerdings der Hauptanreisetag zum WGT, die Farbe „Schwarz“ das Stadtbild und die Schaufensterauslagen waren entsprechend daraufhin ausgerichtet.

Einige kritische Anmerkungen sollen an dieser Stelle jedoch nicht fehlen: zum einen erlaubt die neuerlich eingeschränkte Anzahl der Akkreditierungen für die Presse schon lange keine unfangreiche Berichterstattung mehr, so dass man nur noch punktuell über einige der fast 180 Konzerte berichten kann. Vor allem die Arbeitsbedingungen in der AGRA, wo man während der ersten drei Songs bis zu siebzig Fotografen durch den Graben jagt, lassen kaum vernünftige Arbeitsbedingungen zu. Die Internationalisierung ist sicher eine begrüssenswerte Sache, wenn jedoch bereits Freitag morgen eine Gruppe schwerst alkoholisierter Schweden die ankommenden Besucher vor der AGRA mit abfälligen Bemerkungen empfängt und belästigt, hört der Spass auf. Bedenklich sicher auch die Tatsache, dass [:SITD:] während ihres Konzertes in der AGRA einen viel umjubelten Aufruf gegen Neonazis starten, und nur wenige Minuten später einige Vertreter der EBM-Szene abfällige und diskriminierende Bemerkungen von sich geben, ohne dass auch nur einer der Umstehenden hier eingeschritten ist. Erfreulich hingegen, dass die Konzerte der immer wieder mit Argwohn beobachteten Neofolk-Szene absolut friedlich und ohne jede Randale der linksautonomen Szene über die Bühne gehen konnten, und das, obwohl am Samstag der „Anker“ wie auch Montag der „Kuppelpalast“ aus allen Nähten platzten, wie im übrigen auch der „Kohlrabizirkus“, wo Feindflug am Montag abend auftraten und bereits frühzeitig niemand mehr in die Halle eingelassen wurde.(mk)

***Auch ich machte mich in diesem Jahr schon Donnerstag auf nach Leipzig. Es lockte der Jubiläumsball, anlässlich des 15. WGTs, bei dem zahlreiche Künstler ihre eigenen und ihre Lieblingssongs spielten. Erst vorort, im Kuppelpalast, der neuen „Rundlocation“, wurde mir klar, dass live gespielt werden sollte. Begleitband war bei allen Acts Pink Turns Blue. Sie unterstützen, unter anderem, die Auftritte von Das Ich, Veljanov, Myk Jung, Ronny Morrings Wayne Hussey. Dieser WGT-Auftakt war einzigartig und lies die vorausgegangenen Schwierigkeiten bei den Akkreditierungen ein wenig verblassen. Meines Erachtens ist eine vernünftige Berichterstattung nur gewährleistet, wenn pro Medium zwei Redakteure inklusive Fotoerlaubnis zugelassen sind. Bei den zahlreichen Konzerten und oft weit auseinander liegenden Veranstaltungsorten, kommt man alleine nicht weit. Um die Situation in den Fotogräben zu entlasten, sollten die zugelassenen Fotografen nach drei Songs gewechselt werden. Ab und an wurde gewechselt, jedoch nach eineinhalb Songs, was definitiv zu wenig Zeit ist, wenn sich die Bühne in dichten Nebel hüllt oder der Künstler mit dem Rücken zum Publikum steht. Da in Leipzig zur gleichen Zeit übrigens die Bachtage waren, spielten am Donnerstag, abseits vom WGT, noch Laibach im Werk II. (i.s.o.)***

Doch genug der Vorrede, kommen wir zum eigentlichen Bericht:

Freitag, 02.06.2006

Nach der Passausgabe im Presseclub des AGRA-Geländes pünktlich um 10 Uhr morgens galt es, sich in die wärmende Sonne, übrigens zum einzigen Mal in den vier Tagen des WGT, vor der AGRA zu setzen und dem schwarzbunten Treiben der Besucher auf dem Boulevard der Eitelkeiten zuzusehen. Fantasievoll gewandet präsentierten sich die Besucher und Besucherinnen und gut gelaunt traf man Freunde und Bekannte auf ein Bier oder ein Met. An dieser Stelle lebt der Gedanke des Treffens und jährlichen Zusammenkunft wohl noch am stärksten, verläuft sich die Szene doch sonst in den einzelnen Veranstaltungsorten, die über die ganze Stadt verteilt sind. Um 18 Uhr war Einlass in die AGRA-Halle und zum ersten Mal in seiner fünfzehnjährigen Geschichte brach man mit der Tradition, das Festival durch ein Ritual offiziell zu eröffnen und den Segen der Götter für die folgenden vier Tage zu erbeten. Auch die mittlerweile schon traditionell gewordene Modenschau blieb aus, so dass die Polen DELIGHT, die als Folge des Newcomer-Contests aus dem letzten Jahr kürzlich einen Vertrag bei Roadrunner Records unterschrieben haben, das 15. Wave Gotik Treffen in der AGRA Halle offiziell eröffneten und gleich in die Vollen gingen. DELIGHT gingen routiniert zu Werke und erinnerten musikalisch nicht selten an neuere THE GATHERING, was nicht zuletzt auch an der stimmlichen Nähe von Sängerin Paulina Maslanka zu Anneke van Giersbergen lag. Leichte Trip Hop-Einflüsse liessen sich ebenso ausmachen, wie moderne Gitarrenriffs und wer die bereits veröffentlichten Alben der Polen kennt weiss, dass DELIGHT sich den Vertrag bei Roadrunner sehr wohl verdient haben. Die Halle war gut gefüllt und die Reaktionen auf den Auftritt sehr ansprechend. Ein guter Start ins Festival. Es folgte die SOKO FRIEDHOF mit ihrer Live-Premiere, die meinem Bedürfnis der Nahrungsaufnahme zum Opfer fielen, dem Vernehmen nach aber einen eher mittelmässig bis schlechten Auftritt auf die Bretter der AGRA-Bühne hingelegt haben. Es folgten Mozart und Lutz mit DRACUL, ihrem elektronischen Nebenprojekt, das musikalisch zurück zu den Wurzeln des deutschen Szene-Urgesteins führt, denn was viele Fans durch die musikalische Entwicklung UMBRA ET IMAGOs zu fast schon Metal lastigen Alben mittlerweile bereits vergessen oder verdängt haben, nämlich die elektronische Ausrichtung der frühen UMBRA-Veröffentlichungen, fand hier ihre Welturaufführung.

Dass Mozart dabei all seine Routine ausspielen und mehr durch die Show als durch das farblose Songwriting des aktuellen Albums „Like An Animal“ und die gesangliche Performance der Sängerin überzeugen konnte, beeinträchtigte die Stimmung in der mittlerweile gut gefüllten AGRA-Halle zu keiner Zeit. Showtechnisch zogen DRACUL alle Register, angefangen von einer effektvollen Lightshow, über die Kostüme der Band bis hin zum Feuer spucken von Mozart höchstpersönlich und selbst durch die anfänglichen technischen Schwierigkeiten liessen DRACUL sich nicht aus der Ruhe bringen und gebührend feiern. Die DEATHSTARS lösen bei mir zwiespältige Gefühle aus. Das Zweitwerk „Termination Bliss“ war nach dem passablen Debüt „Synthetic Generation“ bereits deutlich schwächer, welch Wunder, wenn man bedenkt, dass die DEATHSTARS aus eher zweitklassigen skandinavischen Metal-Bands wie SWORDMASTER, OPHTALAMIA und DISSECTION hervorgegangen sind. Zumindest in der Live-Präsentation liess sich dann deutlich etwas von dieser Aggressivität ausmachen und die Schweden heizten dem Publikum ordentlich ein, ohne dabei die offensichtlichen songschreiberischen Mängel kaschieren zu können. Die DEATHSTARS sind nun mal ganz offensichtlich keine Band, die ihre Wurzeln im Goth hat, was verglichen mit Bands wie N.F.D. oder den FIELDS OF THE NEPHILIM (warum haben die eigentlich nicht beim WGT gespielt?) dann doch eher niedlich und possierlich wirkt, als authentisch. Dem Publikum hat’s gefallen, das ist die Hauptsache.

Heimlicher Headliner des Abends waren, nimmt man den Zuschauerzuspruch als Masstab, trotz der ersten Show NITZER EBBs nach der Reunion ohne wenn und aber LACRIMOSA. Tilo und Anne gingen samt ihrer Band fast pünktlich um kurz nach 23 Uhr auf die Bühne und boten eine Art „Best Of“-Programm, das wohl keinen der anwesenden Fans enttäuscht haben dürfte. Licht und Sound waren vom feinsten und auch die Band bot einen soliden Background, wäre da nicht die an diesem Abend äusserst mässige Gesangsleistung von Tilo wie auch von Anne, die leider im krassen Missverhältnis zu den kompositorischen Fähigkeiten des Wahlschweizers steht. „Der Morgen danach“ oder das von Anne gesungene „Apart“ jedenfalls waren keine Ruhmesblätter, konnten die ausgelassene Stimmung aber nicht entscheidend trüben und so wurden LACRIMOSA mit reichlich Applaus bedacht, so dass die Fans mit zwei verdienten Zugaben belohnt wurden. Die Spannung, die nun folgte, war förmlich greifbar und wurde durch die verhältnismäßig lange Umbaupause noch zusätzlich angeheizt, doch die Erwartungshaltung war entweder übermächtig, oder die Musikszene hat sich im Laufe der Jahre dermaßen gewandelt, dass NITZER EBB, einer der Wegbereiter des EBM, mittlerweile eher wie ein laues Electro-Lüftchen durch die AGRA wehten. Bon Harris und Douglas McCarthy fanden, unterstützt durch Schlagzeugerin Kourtney K., mit „Getting Closer“ und „Let Your Body Learn“ zwar einen gelungenen Einstieg in ihren Set, doch wollte die unbändige Power, die beispielsweise die erste Fixmer/McCarthy Show beim WGT vor zwei Jahren verbreitet hat, einfach nicht auf das Publikum überspringen. Erstaunlich zudem, dass die AGRA bei weitem nicht gefüllt war und selbst die als besonders aggressiv geltende EBM-Fanschar gemäßigt zu Werke ging. Die Show an sich war sicherlich in Ordnung und konnte Diehard-Fans der EBM-Legende sicher zufrieden stellen, aber ob das ausreicht sich in der heutigen Szene noch zu behaupten, ohne als lebendiger Anachronismus betrachtet zu werden, muss die Zukunft zeigen.(mk)

*** An diesem Tag lies ich es ruhig angehen und guckte mich erst einmal auf der Einkaufsmeile in der AGRA um. Hier gab es wieder alles was das Gothicherz begehrt. Jedoch sind einige namhafte Gothicläden, dort leider nicht mehr vertreten. Es ist schade, dass sich die kleineren Läden, bei den hohen Standgebühren nicht halten können. Sehr trendy waren dieses Mal Plastikdreadlocks, ab und an in Kombination mit Staubmaske vor dem Mund, und Petticoats, meist als Kurzvariante. Musikalisch ging es für mich dann im Werk II los, wo ich mir Hatesex ansah. Die Akustik war mal wieder bescheiden, so dass ich nach Witt, der immer noch die Flut im Programm hat, wieder in die AGRA fuhr, um mir LACRIMOSA anzusehen. Und ich fand es schön. Die alten Hits , wie „Brennender Komet“ wurden von Tilo Wolf wieder recht theatralisch rüber gebracht. Von NizzerEbb hatte ich mir ebenfalls etwas mehr versprochen und mich gewundert, dass die Halle gar nicht so gefüllt war. Kennt die „Jugend“ diese Band, die sich gerade wieder zusammengefunden hat, vielleicht nicht mehr. Der Abschluss diese Abend war ein Bananensplit Milchshake bei King, der sehr zu empfehlen ist.(i.s.o.)***

Samstag. 03.06.2006

Ernüchterung am Morgen, denn vorbei war’s mit dem schönen Wetter des Vortages. Ein Grauschleier liegt über Leipzig und die Temparatur ist rapide in den Keller gesackt, was in der Kombination mit dem eiskalten Wind ein ziemliches frostiges Gefühl verursacht. Nur gut, dass wir die Nacht nicht in einem Zelt auf dem AGRA-Gelände verbringen mussten, sondern uns gemütlich in unsere Pensionsbetten in Grosszschocher kuscheln konnten. Die Idee, den Nachmittag bei solch einem ungemütlichen Wetter auf der Parkbühne zu verbringen, um die Zeit bis zum Einlass im „Anker“ zu überbrücken, wird schnell verworfen und stattdessen entschliessen wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück und einer kurzen Stipvisite bei den Ständen in der AGRA zu einem Besuch des Völkerschlachtdenkmals, bei dem sich die ersten Erfolge der Renovierungsarbeiten bemerkbar machen und der obere Kranz der Aussichtsplattform bereits all seiner Patina beraubt ist, was dem 1913 eingeweihten, monumentalen Denkmal viel von seiner düsteren Aura nimmt. Überpünktlich finden wir uns dann rechtzeitig vor dem „Anker“ im Westen Leipzigs ein, um den Klängen der Neofolk-Fraktion und Bands wie SON VER, NEUTRAL, PARZIVAL, SPIRITUAL FRONT und ORDO ROSARIO EQUILIBRIO zu lauschen. Trotz eisiger Aussentemparaturen und einem leichten Nieselregen ist die Luft im „Anker“ bereits nach kurzer Zeit zum Schneiden dick und sorgt mangels fehlender Klimaanlage für manch Schweissperle und ziemliche Kreislaufprobleme bei dem einen oder anderen. Dass das Interesse am Neofolk ungebrochen ist, zeigt alleine die Tatsache, dass der „Anker“ auch in diesem Jahr bis unter’s Dach gefüllt ist und zeitweise aufgrund der Enge keine Besucher mehr eingelassen werden können. Den Auftakt macht die Londoner Formation SON VER, bestehend aus Jo Quail (Cellos, Programming)] and Ben McLees (Gitarre, Programming, Samples), keine Neofolk-Formation im klassischen Sinne, sondern durch die minimalistische Instrumentierung vielmehr an frühen 4AD-Acts orientierend. Rein instrumental bietet das Duo vierzig Minuten atmosphärische und ätherische Sounds, die bei den Anwesenden durchaus auf Entgegenkommen treffen und sehr wohlwollend mit Applaus bedacht werden, was den beiden Protagonisten mehr als nur ein schüchternes Lächeln in die Gesichter zaubert.

Es folgen die nach Dänemark emigrierten Russen von PARZIVAL, ehemals STIFF MINERS, die bereits vor zwei Jahren, damals noch im „Haus Leipzig“, für Furore sorgen konnten. Im Gepäck haben sie ihr neues Album „Deus Nobiscum“, das just am Tage des Konzertes veröffentlicht wurde. Mit wagnerianischem Bombast, geflügelten Helmen und einer heldenhaften Aura, die durch die mystische Lightshow noch unterstrichen wird, sorgen PARZIVAL für eine äusserst kurzweilige Unterhaltung, auch wenn die musikalische Nähe zu LAIBACH natürlich nicht zu leugnen ist. Verglichen mit dem Auftritt zu zwei Jahren gilt es jedoch zu konstatieren, dass PARZIVAL deutlich elektronischer geworden sind und zuweilen sogar eine gewisse tanzbare Attitüde nicht mehr von der Hand zu weisen ist. Den Nerv des Publikums treffen die Russen jedenfalls erneut und so ist der lang anhaltende Applaus des Publikums wohl verdient. Voller Spannung erwartet folgte das russische Duo NEUTRAL, das aufgrund seines Albums „...Of Shadows And It’s Dream“ sowie seines Beitrages zur „Eisiges Licht 2“-Compilation Grosses erhoffen und erwarten liess, und diese Hoffnungen auch nicht enttäuschte. NEUTRAL boten klassischen Neofolk, nur mit Gitarre und Violine instrumentiert, und unglaublich gefühlvoll und voller Emotionen dargeboten. Durch die Widmung eines ihrer Lieder den Opfern des Stalinismus stellten NEUTRAL dann auch einen deutlichen politischen Bezug her, den wohl die wenigsten Gegner der Neofolkszene, der ja leider immer noch zu unrecht ein latenter Hang zu rechtsextremen Tendenzen nachgesagt wird, vermutet und erwartet hätten. Trotz des begeisternden Applauses, den NEUTRAL für ihr beeindruckendes Konzert erhielten, sei die Frage erlaubt, ob der Geräuschpegel, der den ganzen Set über durch das Stimmengemurmel im Publikum herrschte, nicht doch von mangelnder Achtung und Aufmerksamkeit den Künstlern gegenüber zeugt. Dennoch: für mich war dieser Auftritt eines der Highlights des WGT 2006, der auch von VON THRONSTAHL’s JK sehr positiv aufgenommen wurde.

Spätestens durch die Kollaboration mit ORDO ROSARIO EQUILIBRIO und der gemeinsamen CD „Satyriasis“ haben die Italiener SPIRITUAL FRONT den entscheidenden Schritt heraus aus ihrem Undergroundstatus getan, und die „Dio“-Rufe eines italienischen Landsmannes an die Adresse von Sänger und Songwriter Simone Salvatori zeugten schon vor Beginn des Konzertes von einer Ehrerbietung, der sich SPIRITUAL FRONT nachfolgend durchaus gewachsen fühlten. Ähnlich wie INNER GLORY im letzten Jahr zogen SPIRITUAL FRONT die Aufmerksamkeit der Zuschauer vom ersten Moment an auf sich und wer sich musikalisch zuweilen an einen jungen NICK CAVE erinnert fühlte, lag so falsch sicher nicht. Charismatisch wurden Songs wie „I Walk The Deadline“ und „Jesus Died In Las Vegas“ vom neuen Album „Armageddon Gigolo“ dargebracht, während im Hintergrund der Robert de Niro-Film „Raging Bull“ auf die Leinwand projeziert wurde. Der Auftritt SPIRITUAL FRONTs glich in seiner Intensität einem Siegeszug und der Vertrag mit Trisol sollte der Band zu einem grossen Popularitätsschub verhelfen. Abschliessend und nach einer aussergewöhnlich langen Umbaupause betraten dann ORDO ROSARIO EQUILIBRIO die Bühne, am Laptop verstärkt durch IN SLAUGHTER NATIVES Mastermind J. Havukainen, der den Songs ORDO ROSARIO EQUILIBRIOs seinen klanglichen Stempel aufdrücken konnte. Befremdlich bei ORDO ist sicher immer noch die Tatsache, dass die Gitarren vom DAT kommen und nicht live gespielt werden. Während Tomas Pettersson am Bühnenrand zwischen Gesang und Schlagwerk hin und her wechselte, räkelte sich im Hintergrund lasziv Rosemary Larsen im Scheinwerferlicht der Bühne und sorgte bei dem einen oder anderen Besucher für feuchte Träume. Fackeln sorgten für zusätzliche Atmosphäre, konnten aber nicht darüber hinweg täuschen, dass ORDO ROSARIO EQUILIBRIO ihrem vermeintlichen Status als Headliner nicht gerecht werden konnten, denn der „Anker“ leerte sich mit zunehmender Spieldauer doch zusehends. Auch für uns wurde es Zeit den Heimweg anzutreten und erschöpft und voller neuer Eindrücke in unsere Betten zu fallen.(mk)

*** Nachdem ich mich mit meinem Gefolge erst einmal schön gemacht habe, ging es für uns in die AGRA zum Sehen und Gesehen werden. Hier wurden die interessantesten Outfits fotografiert. Beschallt wurden wir von Noctulus, der sich nicht mehr mit dem Zeltplatz als Bühne zufrieden geben musste. Er und sein Mitstreiter hatten immerhin eine kleine Ecke in der AGRA erhalten. Seine Darbietungen sind gewöhnungsbedürftig und machten eine Unterhaltung vor Ort schwierig, jedoch ist ein ein Original. Währenddessen gaben sich in der grossen Halle Bands wie Destroid, SITD und Cat Rapes Dog die Ehre. Letzter hatte anfängliche Startschwierigkeiten. Es war schlecht zu unterscheiden, ob es sich noch um den Soundcheck oder schon um die Show handelte. Pünktlich um 22:20 Uhr traten VNV Nation auf die Bühne. Sänger Ronan sprach mit den Fans im perfekten Deutsch. Dies war neben allen Hits ein weiteres Highlight. In Eile ging es dann rüber in die Halle 4.2 der AGRA. Dort spielten die belgische Popband Vive la Fete.

Der Stil und die Sängerin Els erinnern startk an die 80er Jahre und Blondie. Auch die Cocktailbar in dieser Halle war nicht zu verachten und so blieben wir noch ein Weilchen und lauschten auch noch der Band Hamburger Synthie-Pop Band SONO. Den Abend beschlossen wir in der Moritzbastei. Dort legte unter anderem Thedi von KIEW auf. Die Stimmung war gut und es herrschte eine brutige Hitze.(i.s.o.)***

Sonntag, 04.06.2006

Was tut man nicht alles für das beste Brunch in Leipzig? Zum Beispiel Sonntags morgen in aller Herrgottsfrühe rechtzeitig aus dem Bett zu krabbeln, um sich im „Puschkin“ seinen Platz zu sichern um sich dann schon traditionell am reichhaltigen Buffet zu bedienen und die ersten beiden Tage des 15. Wave Gotik Treffens in trauter Runde Revue passieren zu lassen? Genau, gesagt, getan und leider viel zu kurz, da für meine Begleitung bereits um 12 Uhr der nächste Termin in der AGRA auf dem Plan stand. Während sich meine Begleitung also Strähnen ins Haar flechten liess, hatte ich genug Gelegenheit die Verkaufsstände von „Steinklang“, LOKI Foundation“,„Going Underground“ und all den anderen Verkaufsständen zu plündern und mich reichlich mit Tonträgern zu versorgen, die im Preis zum Teil deutlich unter den handelsüblichen Ladenpreisen lagen und teilweise sogar vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin erhältlich waren. Ganz zu schweigen von den Raritäten, die feil geboten wurden. Danach stand ein Abstecher ins Heidnische Dorf auf dem Programm, wo wir verwundert feststellen durften, dass neben dem „Heidnischen Dorf“ im Torhaus Dölitz, also eigentlich an alt bekannter Stelle, ein weiteres Wikiingerdorf auf dem Treffenzeltplatz errichtet wurde. Nur der Eintritt im Wikingerdorf war als WGT-Besucher frei, während ein findinger Veranstalter meinte, das Publikum des WGT durch frühzeitiges Buchen des Torhauses und die Erhebung eines Eintrittpreises abkassieren zu können. Ärgerlich für die Besucher und eine organisatorische Panne, die im nächsten Jahr hoffentlich nicht mehr vorkommen wird. Dennoch war das Standangebot im Wikingerdorf wieder wohl gewählt, bot mittelalterlichen Handwerkern, Ritterschaften und Ständen die Möglichkeit zur Präsentation und auch hier gab es eine kleine Bühne, wo tagsüber Mittelalterbands auftraten. Als wir eintrafen, spielten gerade die Holländer OMNIA, die mit ihrem keltisch beeinflussten Sound bei eisigem Wind eine stattliche Menge vor der Bühne versammeln, uns jedoch aufgrund der Eiseskälte nicht lange fesseln konnten.

Die Qual der Wahl stand nun an, denn während das ROSA CRUX-Konzert im Schauspielhaus noch relativ unkritisch war was den Zeitfaktor anging, war die Überlegung und Entscheidung ob IN THE NURSERY, ebenfalls im Schauspielhaus, oder ORPLID, die nahezu zeitgleich im Völkerschachtdenkmal auftraten, vorzuziehen wäre, keine leichte. Und im Nachhinein betrachtet war es wohl die falsche Entscheidung, doch dazu später. Dass ROSA CRUX auf der grossen Bühne des Schauspielhauses ein Erlebnis werden würde, stand im Vorfeld ausser Frage. Dass es solch ein überragender Auftritt werden würde, zumal noch vor einem Publikum, das die Band in ihrem Leben wahrscheinlich noch nie zuvor live erleben durfte, dürfte für die Franzosen wohl mehr als „nur“ der Lohn der verdienten Arbeit gewesen sein. Unterstützt durch einen vielköpfigen Chor, zwei Fahnenschwenker, das die Bühne zur Hälfte einnehmende Glockenspiel und das mechanische Schlagzeug boten die Franzosen ihre musikalische Mischung aus sakralen Versatzstücken, bombastischer Neoklassik, stilprägenden Goth-Gitarren und dem prägenden Gesang von Olivier Tarabo, unterstützt durch die atmosphärische und beeindruckende Videoprojektion, die hier aufgrund der Grösse der Leinwand die einzigartige Stimmung, die ROSA CRUX stets verbreiten, eindrucksvoll unterstützte. Ganz überragend dann der „Danse de la Terre“, im Bühnenhintergrund auf einem Podest, wo sich zwei Tänzer in ekstatischem Tanz einem scheinbar prähistorischen Ritual hingaben. Die Standing Ovations, die nach einer viel zu knappen Stunden das Schauspielhaus durch das Schauspielhaus brandeten, liessen keinen Zweifel darüber aufkommen, dass viele mit dieser Show ihr Highlight auf dem Wave Gotik Treffen gefunden hatten. Brillant ... ... ganz im Gegensatz zu IN THE NURSERY, die auf ganzer Linie enttäuschten. Das erste Stück war noch nicht ganz verklungen, da hatten sich bereits die ersten Besucher aus ihren Sitzen erhoben und das Schauspielhaus beinahe fluchtartig verlassen, und dass fünf Jahre nach dem letzten Auftritt in Leipzig und wo man davon ausgehen muss, dass nicht wenige ausschliesslich wegen der Briten den Weg ins Schauspielhaus gefunden hatten. Musikalisch und die Show betreffend kann man Klive und Nigel Humberstone eigentlich keinen Vorwurf machen, aber es scheint so, als ob IN THE NURSERY sich durch ihre Soundtrackarbeiten der letzten Jahre mittlerweile doch zu weit von der Schwarzen Szene entfernt haben, um auf ungeteilte Zustimmung zu stossen. Sängerin Dolores Marguerite C. präsentierte sich phasenweise zudem als stimmlich nicht sonderlich auf der Höhe und versemmelte so mehrfach die Songs. Einzig die nach wie vor beeindruckende Präsenz der Kesselpauken und der Military Drums, im übrigen meisterlich dargeboten, retteten den Auftritt vor einem Komplettveriss. Fraglich sicher auch, ob der gut gemeinte Auftritt von Dolores’ Tochter beim letzten Stück des Sets das kleine Mädchen nicht doch überfordert hat. Unter dem Strich eine Riesenenttäuschung, die erst mal verdaut werden wollte. ORPLID wäre da ganz klar die bessere Wahl gewesen. Also ab ins Restaurant und den Abend schön gemütlich bei einem Bier ausklingen lassen.(mk)

***Als Spätaufsteher kam ich rechtzeitig ins Schauspielhaus und war überwältig von Rosa Crux, die ich noch nie live gesehen hatte. Besonders das staubige prähistorische Ritual und das Glockenspiel hatte es mit angetan. Von In The Nursery war ich ebenfalls begeistert. Sicher ist die Band jetzt etwas soundtracklastig, aber die eindrucksvollen Pauken haben es einfach in sich. Auch wenn der In The Nursery Nachwuchs nicht immer den Takt mit dem Tambourine traf, so fand ich es doch eine schöne Idee, die meinen Mutterinstinkt berührte. Als nächstes sah ich mir die neue Location, den Kohlrabizirkus an. Hier spielten Mesh, leider aber nicht das Stück „Not prepared“.Auf das ich so gewartet hatte. Nun hieß es schnell die Dominastiefel übergezogen und ab in den Kuppelpalast, wo das Fetischtreffen OBSESSION BIZARRE schon im vollen Gange war. Hier dachten wir erst fehl am Platze zu sein, da die viele Besucher einfach gekleidet waren. Der Dresscode wurde hier nicht sonderlich beachtet. Im Separébereich fehlte es an Diskretion, denn die Schaulustigen unterhielten sich lautstark auf den Gängen über Gott und die Welt. Trotz der diesmal ausreichend großen Location war der Kuppelpalast gut gefüllt. Hier gab es Bondage und SM-Shows, unter anderem mit Mozart von Umbra et Imago. Als es hell wurde, war die Party für mich vorbei.(i.s.o.)***

Montag, 05.06.2006

Der letzte Tag des 15. Wave Gotik Treffens stand auf dem Programm und was bot sich da mehr an, als den Tag bei einem Spaziergang auf dem weitläufigen Südfriedhof im Schatten des Völkerschlachtdenkmals mit seinen alten Gräbern und Gruften und all den Grabskulpturen zu beginnen. Bei all der Ruhe, den umherstreichenden und zutraulichen Eichhörnchen vergassen wir fast die Zeit und mussten überrascht feststellen, dass mittlerweile dreieinhalb Stunden vergangen waren und wir vor unserer Fahrt in den Kuppelpalast noch das Problem der Nahrungsaufnahme bevor stand. Also ab zu unserem Lieblingsitaliener und eine ordentliche Stärkung einfahren, bevor wir uns mit :OF THE WAND AND THE MOON:, THE PROTAGONIST und KIRLIAN CAMERA den späten Nachmittag versüssen wollten, nachdem die Entscheidung gegen die zeitgleich im „Kohlrabizirkus“ auftretenden FEINDFLUG, die auch dieses Mal leider wieder das Nachsehen hatten, gefallen war. Grosses Staunen, als wir den „Kuppelpalast“ betraten und sofort von dieser mondänen Atmosphäre, die durch die Sitzecken und die um die eigentliche Halle verteilten Bars entstand, gefangen wurden. Noch grösseres Staunen, als wir die eigentliche Rundhalle betraten, die mit ihren beleuchteten Säulen, dem Marmorboden und den zusätzlichen Bars diese Atmosphäre noch verstärkte und man als Besucher, sofern man sich auf den Treppenstufen rechts, links und gegenüber der Bühne eine Sitzgelegenheit sichern konnte, einen hervorragenden Blick auf die Bühne hatte.

Pünktlich um 19 Uhr betrat Kim Larsen mit :OF THE WAND AND THE MOON: die Bühne, um sich nach der Mini-Tour vor einigen Wochen bestens eingespielt und in bestechender Form zu präsentieren. Das Gros der präsentierten Songs lag natürlich auf dem aktuellen Album „Sonnenheim“, ergänzt durch einzelne Songs der Alben „Lucifer“ und „Emptiness:Emptiness:Emptiness“. Besonders hervorzuheben hier das einfühlsame „Nighttime in Sonnenheim“, „Winter Solstice“ und vor allem „My Black Faith“. Viel Applaus ernteten :OF THE WAND AND THE MOON: für die Widmung eines ihrer Songs, „Ja Boga Ne Videu!“, für Andreas Ritter (FORSETI), der Mitte 2005 einen Herzstillstand erlitt und noch heute unter den Folgen dieses Stillstandes zu leiden hat. Dieses bislang noch unveröffentlichte Stück wird im Sommer diesen Jahres auf einer Compilation bei Noltex (www.noltex.de) erscheinen, deren Erlös Andreas Ritter zugute kommen wird. Die Stunde verging wie im Flug und bescheiden und beinahe schüchtern nahmen :OF THE WAND AND THE MOON: den tosenden Applaus entgegen. Nach ROSA CRUX und NEUTRAL eins der besten Konzerte im Rahmen des WGT, welches ich besuchen konnte. Skeptisch war ich, ob die Schweden THE PROTAGONIST mit ihren neoklassischen und martialischen Soundscapes in bester Cold Meat Industry-Tradition in das Programm des Abends passen würden, doch die nach einer kurzen Umbaupause nachfolgende, rund einstündige Performance konnte mich eines besseren belehren. Magnus Sundstroem und seine Mitstreiterin boten vor der Kulisse ständig wechselnder Videoprojektion, z.B. aus der „Die Nacht der reitenden Leichen“ ein beeindruckendes Konzert. Martialisch, musikalisch aber dennoch erhaben und sehr bombastisch, prägte vor allem das kraftvolle Drumming von Magnus den gut einstündigen Auftritt, der immer mehr Besucher in seinen Bann zog, bis die Enge im Publikum beinahe unerträglich wurde.

THE PROTAGONIST unterstrichen mit diesem Auftritt den guten Eindruck ihrer Veröffentlichungen und sicherlich die meisten Besucher waren noch lange und nachhaltig von den Schweden beeindruckt. Der Auftritt KIRLIAN CAMERAs zögerte sich nicht alleine aufgrund der langen Umbaupause immer weiter hinaus und das Gedränge vor der Bühne, aber auch auf den Absätzen rechts und links der Bühne, nahm unangenehme und fast schon Besorgnis erregende Ausmasse an, die den ungetrübten Musikgenuss der nachfolgenden KIRLIAN CAMERA-Show erheblich beeinträchtigen sollte. Angelo Bergamini, Elena Fossi und ihre drei Mitstreiter, die zuvor noch unerkannt durch den Kuppelpalast liefen, betraten mit ihren mittlerweile schon legendären Sturmmasken die Bühne und verharrten beim Intro reglos auf der Bühne, bevor sie sich an ihre Instrumente begaben und vor allem Sängerin Elena alle Blicke der Aufmerksamkeit auf sich ziehen und ihrer Rolle als Frontfrau uneingeschränkt gerecht werden konnte. Der Sound war, wie auch schon bei :OF THE WAND AND THE MOON: und THE PROTAGONIST zuvor, vom allerfeinsten und hat sicherlich jeden KIRLIAN CAMERA-Fan zufrieden gestellt. Uns wurde das Gedränge nach fünf Stücken allerdings zuviel, so dass wir uns einen Weg durch die Zuschauermenge bahnten und erst einmal eine Dosis Frischluft tanken mussten.(mk)

***Für mich fing der Tag auf der Parkbühne an. Dort kam ich gerade noch rechtzeitig, um das letzte Stück von House of Usher zu hören. Nach einem kurzen Gespräch mit der Band, erfuhr ich, dass Martin Krötz demnächst wieder als Gitarrist bei House of Usher einsteigen wird. Von den nachfolgenden Bands Bloodfowerz und Dope Stars Inc. konnte ich noch schnell ein paar Fotos machen, um dann rechtzeitig zum Neofolk in den Kuppelpalast zu kommen. Hier entschied ich mich jedoch im Verlaufe des Abends gegen Kirlian Camera, um Feindflug im Kohlrabizirkus nicht zu versäumen. Der Zirkus war zum Bersten gefüllt und drinnen fühlte man sich, aufgrund der Militaryoutfits wie im Krieg. Ich freute mich dann auf And One. Die lange nicht mehr live zu sehen waren. Obwohl Sänger Steve wieder sehr charismatisch rüberkam, leerte sich der Saal zusehens. Viele der WGT Besucher traten jetzt wohl schon die weite Heimreise an. Es ist schade, wie schnell so ein Festival vergeht. Wie immer konnte ich nicht überall gleichzeitig sein. Eigentlich müsste das WGT auf eine Woche ausgedehnt werden. Und in der Woche schaue ich mir dann auch endlich einmal Leipzig an. In 2007 versprochen - Ehrlich!!! (i.s.o.)

Text: Isabel Oerke (i.s.o.)/Michael Kuhlen (mk)/Obliveon
Fotos: i.s.o./cbl



Mesh am 25.04.2006 in der Live Music Hall, Köln

Letzten Dienstag spielten Mesh in Köln, den Einstieg in diesen Abend gaben „Mechanical Cabaret„. Um 20:00 Uhr starteten die drei aus London und stimmten das Publikum 45 min auf Mesh ein. Die Stimme ihres Frontmannes Roi erinnerte an die des Sängers von den Crüxshadows. Die elektronischen Melodien ließen einen Hauch von Soft Cell verspühren. Roi bewegte sich sehr feminin über die Bühne, und unterhielt die Menge mit leicht anzüglichen Bewegungen. Nachdem er sich seines Sternentops entledigt hatte, konnte man noch einen kurzen Blick auf seinen Allerwertesten erhaschen. Dann ging es auch schon bald zu Mesh über.


Um 21:15 betraten die drei Musiker von Mesh die Bühne. Frontmann Mike, kam wie immer mit Mütze ins Rampenlicht. Im Background gab es eine riesige Leinwand, auf der Fragmente von Textstücken zu sehen waren. Mesh eröffnete den Abend mit„Petrified“ und es reihte sich ein Hit an den nächsten. Somit auch „Step by Step“von ihrem neuen Album „We Collide“, welches erst Ende März diesen Jahres veröffentlicht wurde. Sie spielten, unter anderem Sachen wie, „Not Prepared““, „„Leave you Nothing“, „„Little Missile“und vieles mehr. Die Stimmung war super und nach einer guten Stunde verließen Mesh leider wieder die Bühne. Jedoch bekam das Publikum nach einigen Minuten Beifall und lauten „Zugaben“- Rufen nochmal für 2 Zugabenblöcke Mesh live geboten. Eine gute halbe Stunde konnte man noch ihren Klängen lauschen bis das Konzert für diesen Abend leider entgültig vorbei war. Eine sehr gelungene Abendgestaltung.

Text: ts
Foto: ts


The Sisters of Mercy am 16.4.2006 in der Großen Freiheit 36, Hamburg

Nach einigen Jahren hatte man am Ostersonntag mal wieder die Möglichkeit die Sisters of Mercy in Hamburg zu sehen. Diese Band ist ein Phänomen. Obwohl Andrew Eldritch (inzwischen mit Glatze) seit 1990 kein neues Album mehr aufgenommen hat, war die Große Feiheit 36 brechend voll. Um 21.30 Uhr gings mit„ Crash and burn“ los, einem Song, der noch nicht veröffentlicht wurde, den Fans aber von früheren Konzerten bekannt ist. Die Setlist bestand zum Großteil aus Stücken der „Vision thing“ LP (Ribbons, When you don`t see me, Detonation boulevard etc.), sowie unveröffentlichtem Material, wie „Summer“ und „We are the same, Suzanne“.

Nach ihrem kommerziell erfolgreichstem Song „This corrosion“ ging die Band nach gut einer Stunde von der Bühne. Sie kamen dann noch für zwei Zugaben zurück. Im ersten Block gab es „Something fast“ und „Lucretia my reflection“ und im zweiten wurde es dann mit dem Instrumental„ Snubnose“ und einer Brachialversion von „Temple of love“ ziemlich heftig. Für meinen Geschmack hätte dem Konzert mehr ältere Stück und etwas weniger nach Bikerrock klingende Gitarren gut getan. So war es ein Konzert, das ganz ok war, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

mb


Bauhaus am 10.2.2006 in der Columbiahalle, Berlin

Um 20.30 Uhr war es endlich soweit, Bauhaus enterten die Bühne der Columbiahalle und begannen mit mit dem Song "Burning from the inside" ein Konzert, das bereits zu diesem frühen Zeitpunkt des Jahres als ein "Jahres-Konzerthighlight" gelten kann. Wenn auf eine Band der Begriff "Kult" paßt, dann sicherlich auf Bauhaus. Über zwei Stunden, inklusive Zugaben, begeisterten sie das Publikum in der brechend vollen Columbiahalle. Es wurden fast alle Songs gespielt die der geneigte Fan erwartet hatte, z.B. "In the flatfield", "She`s in parties", "The passion of lovers", "Hollow hills" und sogar "Stigmata martyr" standen auf der Setlist.


Auch wenn die Jahre an Peter Murphy und Co. nicht spurlos vorbei gegangen sind, (mit Ausnahme von David J. der - wie üblich im Anzug und mit Sonnenbrille - noch aussieht wie in den frühen 80ern), Bauhaus sind live einfach immer noch unbeschreiblich. Nach ca. 90 Minuten verließ die Band das erste Mal die Bühne. Das Publikum forderte jedoch lautstark nach einer Zugabe. Hiervon sollte es dann insgesamt drei geben.


Zur Überraschung und Begeisterung aller, spielten Bauhaus dann u.a. auch mit dem Joy Division Klassiker "Transmission" eine neue Coverversion. Mit der letzten Zugabe "Bela Lugosi`s dead", bei dem Peter Murphy das Fledermauscape anzog, ging dann ein Konzert zu Ende, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.


Text: mb
Fotos: i.s.o.




 

Covenant am 05.02.2006 in der Live Music Hall, Köln

An diesem Sonntag spielten Covenant in Köln. Doch um 20:00 Uhr schafften erst einmal drei Musiker aus dem Ruhrpott einen gelungen Einstieg in den Abend. ROTERSAND! Sie spielten unter anderem Hits wie „Merging Oceans“, „Exterminate Annihilate Destroy“, sowie „Welcome to Goodbye“ vom gleichnamigen aktuellen Album. Bei „Transmission“ ließ es sich ihr Frontmann Rasc nicht nehmen von der Bühne durch das Publikum zu gehen.


Nach einer guten dreiviertel Stunde elektronischer Musik, mit Einflüssen von Pop und Techno, betraten gegen 21 Uhr Client die Bühne. Die drei hübschen Mädels trugen Lederkleider, die an Stewardessenuniformen erinnerten und auf rege Begeisterung bei den Männern stiessen. Die Musik erinnerte an minimalistischen 80er-Jahre Elektro und kam zum Teil etwas monoton rüber.


Um kurz nach 22 Uhr ging es dann zum Hauptakt -Covenant- über. Die drei Musiker aus Schweden verbreiteten mit Hits, wie „ Der Leierman“, „We stand alone“ und „Stalker“ eine super Stimmung in der gut gefüllten Live Musik Hall. Zusätzlich präsentierten sie Song ihres neuen Albums „Ritual Noise“.


Als Bühnenhintergrund hatten Covenant unter anderem eine große Wand, die unterschiedliche Lichteffekte erzeugte. Zum Schluss gab es zwei Zugabenblöcke mit jeweils drei Liedern, und so kamen auch die restlichen Hits,wie „Call the Ships to Port“, „Figurehead“ und „Dead Stars“ noch zum Tragen. Alles in Allem war es ein gelungener Sonntagabend.

Text: ts
Fotos: ts/i.s.o.




 

Depeche Mode am 15.1.2006 - Hamburg, Color Line Arena

Um genau 21 Uhr erschienen Depeche Mode auf der Bühne, der (natürlich) ausverkauften Color Line Arena, um mit "A pain that I´m used to" von der aktuellen CD "Playing the angel" ein Konzert der Extraklasse zu eröffnen. Weiter ging es mit "John the revelator" bevor mit "A question of time" erstmals ein Hit vergangener Tage präsentiert wurde. Überhaupt wurde es von den begeisterten Fans dankbar aufgenommen, dass entgegen der letzten Konzerte wieder verstärkt älteres Material gespielt wurde. Dafür fehlten Stücke vom Ultra- und dem Exciter Album fast völlig.

Lediglich "Home" wurde gespielt und "Goodnight lovers" war der krönende Abschluß. Die Bühne war Depeche Mode-typisch, eher schlicht. Lediglich eine Metallkugel kreiste am Bühnenrand. Auf dieser erschienen kurze Botschaften, wie z.B. "Sex Pain Angel Love". Nach dem, lautstark vom Publikum mitgesungenen, "Personal Jesus" und "Enjoy the silence" gingen DeMo nach 90 Minuten das erste Mal von der Bühne. Den ersten Zugabenblock eröffnete Martin Gore dann mit "Somebody". Bei "Just can`t get enough" und "Everything counts" gab es dann kein Halten mehr.

Nach einer zweiten Zugabe, die von "Never let me down again" eingeleitet wurde, war dann ein geniales Konzert leider schon zu Ende. Freuen wir uns also auf die Live DVD, die im Herbst erscheinen soll.

Text: mb
Foto: MUTE


Combichrist, Rockfabrik in Übach-Palenberg, 14.12.2005

Diesen Mittwoch gab sich Combichrist in der Rockfabrik bei Aachen die Ehre. Als Voract konnte man sich mit Monosys schon einmal einstimmen. Monosys ist ein Ein- Mann- Projekt von Martin aus Herzogenrath, auch bekannt durch Voidroom. Zu hören bekam man eine gute halbe Stunde elektronische Musik mit interessant eingesetzten Samples und Geräuscheffekten.


Ein lohnender Einstieg in den Abend, jedoch kam die richtige Stimmung erst beim Auftritt von Combichrist um ca. 22 Uhr auf. Als Frontmann Andy LaPlegua auf die Bühne kam und das Publikum mit „This Shit will fuck you up“ von ihrer aktuellen CD „Everybody hates you“ begrüßte, rückten die Zuschauer bis an die Bühne vor und es glich mehr einer Party als einem Konzert. Die Stimmung war ausgelassen und Ex Icon of Coil Sänger Andy LaPlegua nahm erstmal ein Bad in der Menge. Es folgten weitere Hits, wie „Blut Royale“ oder „Without Emotions“.


Mit seinem selbstgefälligen Auftreten hatte Andy das Publikum gut im Griff. Der überwiegende Teil verausgabte sich vor der Bühne beim Tanzen. Nach gut einer Stunde vollem Power verließen Combichrist die Bühne und kehrten nach ein paar Minuten noch einmal für eine Zugabe zurück. Mit „Enjoy the Abuse“ beendeten sie ihren gelungenen, jedoch leider viel zu kurzen Auftritt in der Rockfabrik.

Text: ts
Fotos: ts


KiEv, Köln - MTC am 04.11.05

Vergangenen Freitag konnte ich mich im Kölner MTC auch einmal live von der Band KiEw überzeugen. Gegen 21 Uhr betrat zunächst die Electroband Flatline aus Koblenz die Bühne, um den ca. 90 Besuchern schon einen Vorgeschmack auf den anstehenden Hauptakt zu geben. Sie spielten unter anderem ihren Hit „Enjoy the Night“ und ein neues Lied, diesmal mit deutschem Text „Märchenwelt“. Unterstützt wurde die Band von zwei Tänzerinnen, jedoch wirkte das ganze Auftreten etwas schüchtern und fand leider nicht bei jedem den gewünschten Anklang. Nach einigen Zugaben dieses Supportacts ,gab es nach 45 min. noch einen gelungenen Abschluß mit Pyroeffekten.

Um 22 Uhr begrüßte KiEw dann das Publikum mit der „Anstaltsordnung“ und „Heisse Silke“. Beeindruckend war, dass die Band auch bei gesampelten Songs das Publikum durch eine zum Album passende Showeinlage unterhielt. Dem Sänger Andreas Theden wurde von seinen 2 Bandkollegen eine Audiotherapie, nach Anlegen einer Zwangsjacke, verpasst. Hinter zwei großen Leinwänden konnte man durch Schattenspiel ihre Verwandlung zu Ärzten verfolgen. Anschließend wurde auch das Publikum bei einer Livevisite therapiert.

Obwohl es hier wohl eher nichts zu therapieren gab,denn die Stimmung war gut und fast keinen Besucher konnten die KiEw-Klänge zum ruhigen Rumstehen bewegen. Auch sonst passte die Bühnenpräsentation immer gut zu den gespielten Songs. Bei „Feierabend in Kiew“ zog sich Thedi dann passenderweise noch einmal ein rotes Longsleeve an. Musikalisch wurde nichts ausgelassen. Es wurden einige neue Stücke gespielt, wie zum Beispiel "Exit" von dem am 11.11.2005 erscheinenden Remix- Album "Exit #72".Nachdem KiEw nach 90 min. noch eine zweite Zugabe vom MTC zugestanden wurde, war ein gelungenes Konzert leider vorbei. Aber für alle denen diese Therapiesitzung nicht gereicht hat, gibt es am 20.01.2006 Kiew live beim 15 Jahre Jubiläumsfest in Lüneburg.

Text: ts
Fotos: ts






Welle:Erdball, Hamburg Markthalle am 14.10.05

Um circa 21.30 Uhr betraten Welle:Erdball die Bühne der gut gefüllten Hamburger Markthalle. Sie begannen ihr Konzert mit dem Kraftwerk Cover "Schaufensterpuppen" von der aktuellen LP "Horizonterweiterungen". Kurz darauf folgt mit dem "Profil"-Klassiker "Berühren" auch schon die nächste Coverversion. Während ihres regulären Sets spielten Welle:Erdball fast alle erwarteten Hits. Die Fans bekamen beispielsweise "Starfighter F104G","VW Käfer", "Super 8" und natürlich "Arbeit adelt" zu hören.

Bei "Schweben, fliegen, fallen" flogen auch wieder die üblichen W:E- Ballons in die Zuschauermenge. Nach knapp 90 Minuten gingen W:E das erste Mal von der Bühne, doch nach lautstarken "Welle,Welle"-Rufen kamen sie nach kurzer Zeit zurück, um einen Zugabenblock von 5 Stücken zu spielen. Hier gab es dann auch endlich das umjubelte "Monoton und Minimal". Da die Fans aber immer noch nicht genug hatten, folgte noch eine zweite Zugabe. Endlich ertönte auch das lautstark geforderte "Wo kommen all die Geister her?". Nach gut zwei Stunden war ein klasse Konzert dann leider zu Ende. Es bleibt zu hoffen, dass bald das angekündigte neue W:E Album erscheint und die Band dann wieder ausgiebig live zu erleben ist.

Text: mb
Foto: i.s.o.




7. Maschinenfest, Kulturfabrik Krefeld, 30.9.- 02.10.2005


Am letzten Wochenende drehte sich nun zum 7. Mal auf dem Maschinenfest alles um Industrial, Power Electro und Noise. In diesem, wie im letzten Jahr, fand das dreitägige Underground- Festival in der Kulturfabrik in Krefeld statt. Seit 1999 war dieses Festival traditionell immer im Musikbunker in Aachen, doch wegen einiger Probleme mit der Belüftung, Hitze und Kondenswasser, das auf die Künstler tropfte, wurde es nach Krefeld verlegt.

Am Donnerstag ging es mit einer Warm-Up Party los. Nach dem Konzertfreitag mit Bands, wie Architect und Orphx, kamen am Samstag nochmals mehr Besucher. Es spielten an diesem, meiner Meinung nach, besten Tag des Festivals u.a. S.E.K.T , Brighter Death Now, Klangstabil und Sonar. Trotz der Fülle fand man auch noch ein Plätzchen zum Tanzen. Deutsch Nepal und Ah Cama-Sotz waren das Highlight am Sonntag.

Neben einer Halle mit Merchandise und Plattenlabels, hatte man im KUFA-Café auch noch die Möglichkeit etwas zu essen. Ob Kuchen, Suppe, Würstchen, Kartoffelsalat und verschieden belegte Brötchen, alles gab es zu sehr humanen Preisen. In Punkto Mode bleibt zu sagen, dass die meisten Besucher ziemlich normal gekleidet waren. Ferner konnte man jedoch eine Mischung aus Fetisch-, Cyber- und Army/Military- Style erkennen.




Viele Industrialliebhaber waren aus Belgien, der Schweiz, den Niederlanden und sogar aus den USA angereist. Dank der zivilen Verpflegungspreise, der Möglichkeit eine günstige Pension um die Ecke zu belegen und die Karte auch ohne Extrakosten an der Abendkasse erwerben zu können, war dies eine gute Entscheidung. Das Maschinenfest war auch 2005 wieder eine gelungene Veranstaltung mit typisch krachiger Atmosphäre.

Text: ts/i.s.o.
Fotos: ts




M`era Luna 13/14.08. 2005 in Hildesheim, Flughafen Drispenstedt


Nach so vielen M`era Luna Festivals bei bestem Wetter, erwartete uns, eine ziemlich graue Verantstaltung. Dies galt selbstverständlich nur für das Wetter, denn das M`era Luna ist immer vorbildlich organisiert und auch der Zeitplan wird nahezu minutiös eingehalten. Nach der Eröffnungsparty am Freitag starteten In Mitra Medusa Inri die Konzertreihe um 12 Uhr am Samstag.Danach hatte das Trio Qntal leider das Pech im Hangar zu spielen. Gerade bei dieser Band steht die schlechte Akustik dieser Halle dem schönen Mittelaltergesang von Sigrid Hausen entgegen. Die Fans waren trotzdem begeistert. NFD weckten mit ihrem Gothicrock an diesem frühen Nachmittag auch die letzte Schlafmütze. Sie hatten neben bekannten Songs des Albums "No Love Lost" auch erstmalig neue Songs im Gepäck. Im Hangar gab es dann leichte Verspätung bei Leaves Eyes. Diese wurde jedoch durch feinsten Gothmetal der Band um Liv Kristine und Ehemann Alex Krull wieder wettgemacht. Obwohl ich kein Mittelalterfan bin, war ich vom Auftritt der Band Schandmaul wieder einmal begeistert. Diese Gruppe versteht es ihre Spielfreude auf das Publikum zu übertragen. Bei Songs, wie "Herren der Winde" entfalteten sie ihr ganzes Potential und es gab kein Halten mehr. Nun wurde der Tag langsam elektronischer es gab Sets von SIDT und den Crüxshadows. Letztere sind immer wieder toll. Obwohl die Show hier immer gleich ist und Sänger Rogue am Bühnegestänge turnt, liebe ich Songs, wie "Tears" oder "Cruelty". Die Band sorgt stets für gute Laune und dieses Mal wurde der Band sorgar ein Fanplakatmit Danksagung überreicht. Für alle weiblichen Fans kam es mit den 69Eyes jetzt noch schöner. Sänger Jyrki 69 ist ein echter Womenizer und versteht es alle Songs supersexy rüberzubringen. VNV Nation konnten eigentlich als wahrer Headliner dieses Tages genannt werden, denn die Stimmung hier war wirklich bombastisch. Ronan Harris machte es sichtlich Spaß seine Fans zum Singen seiner zahlreicher Hits zu animieren. Mit Spannung wurden dann Skinny Puppy erwartet. Schon vor 20 Jahren tanzte ich zu Hits, "Assimilate", live fand ich Nivek Ogre gesanglich nicht so spektakulär. Jedoch sein blutgetränktes Bühnenoutfit und die dazugehörige Show begeisterten so manchen Fan. Wer jetzt noch fit war konnte im Hangar das Tanzbein schwingen.


Am Sonntag wurde es richtig ungemütlich, denn das Mera Luna versank im Regen. Der matschige Festivalplatz lies so manches schöne Outfit recht unansehnlich aussehen. Unverdientermaßen lauschten den Auftritten von Scream Silence, Staubkind oder Faun daher nur wenige Fans an der Hauptbühne. Bei Zeraphine konnten die Regenschirme für einen kleinen Augenblick wieder eingeklappt werden. Sänger Sven Friedrich brachte Songs, wie "Die Macht in dir" und passenderweise "Be My Rain". Ein schöner Auftritt. Nach Flesh Field und Lacuna Coil spielten Melotron im Hangar. Hier war es nicht nur aufgrund der Wetterlage proppevoll. "Lustig" wurde es als Sänger Andy über seine eigene Hose stolperte. Hiermit war er nicht alleine, denn Subway to Sally Sänger Eric hatte auf der glatten Hauptbühne auch seine Probleme. Die Stimmung war hier aber ansonsten ungetrübt, denn das Wetter hielt sich in dem Moment und das Publikum ging gut mit. Diary of Dreams hatten als Nächstes mit "Chemicals" oder "Traumtänzer" den Hangar im Griff. Es folgten Ernst Horn und Alexander Veljanov, die mit ihrer Band Deine Lakaien, Stücke wie "Love Me To The End" und "Dark Star" boten. Vorangegangen war diesem guten Auftritt schon zwei Tage vorher ein ebensolcher im Hannoveraner Capitol präsentiert für einen kleinen Gästekreis. Dann war es endlich soweit, die Headliner des Abends The Sisters of Mercy betraten die Bühne und es ertönte mein Lieblingssong der Band "Alice". Ich war begeistert, dass der Nebel dieses Mal nicht ga. .nz so dick und die Band sogar zu sehen war. Songs, wie "Temple Of Love" und "Dominion" blieben nicht aus und die Stimmung war super.




Etwas vor Ende der Show machte ich mich auf den Weg zum Parkplatz. Hier war schon der Traktor unterwegs, um einige Fahrzeuge vom schlammigen Parkplatz zu ziehen. Ich hatte Glück und kam noch mit "aus dem Matsch schieben" vom Platz. Hoffentlich hat der Wettergott in 2006 ein Einsehen und das Festival wird dannn nicht ganz so rutschig. Ich freue mich drauf.

Text: i.s.o.
Fotos: i.s.o.







Amphi Festival am 1/2.7.2005 in Gelsenkirchen


Warum schippern Boote mit schwarz gewandeten Menschen den Rhein-Herne-Kanal rauf und runter und blicken wehmütig auf Gelsenkirchens Amphitheater? Vielleicht wollten sie sich den Eintritt für das erste Amphi Festival sparen, welches an diesem Wochenende stattfand. Dies war auf jeden Fall ein Fehler, denn dieses Festival war gut und es gibt fast nichts zu beanstanden. Das idyllisch gelegene Theater am Rhein-Herne Kanal ist an sich schon eine Reise wert und erst recht, wenn hier Gothic/Electrokünstler die Bühne betreten. Gelungen fand ich auch, das Festival an einem Freitag/Samstag stattfinden zu lassen, so blieb am Sonntag noch genug Zeit für Erholung.


Freitag 01.07.2005


Freitag ging es pünktlich um 19 Uhr mit This Morn Omina los. Diese gaben mit ihren Trommeln einen gelungenen Einstieg in dem sich langsam füllenden Theater. Die nächsten Bands wurden zeitlich etwas nach hinten verschoben, weil man erst die langen Zuschauerschlangen am Einlass abarbeiten musste. 3500 Zuschauer fanden sich an diesem Freitag ein. Und erstaunlicherweise blieben alle, die auf den Rängen Platz genommen hatten, auch dort sitzen. So war es super gemütlich und man hatte von allen Rangplätzen eine gute Sicht auf die Bühne. Alle Tänzer verschlug es selbstverständlich vor die Bühne, wo Unheilig mit dem charismatischem Frontmann, der Graf, als nächstes an der Reihe waren. Nach Zeraphine wurde es dann mit Goethes Erben wieder schön theatralisch. Sänger Oswald Henke wirbelte über die Bühne und hatte wieder jede Menge Kerzen im Gepäck, die er ans Publikum verteilte.

Als Headliner traten Project Pitchfork an. Sie spielten vorwiegend Songs ihres neuen Albums, sodass diverse, von mir erhofften, Stücke fehlten. Einzig als Zugabe gab es den Track „Timekiller“. Das Konzert war relativ schnell zuende, aber glücklicherweise gab es noch ein Late-Night-Special der Band Client. Die auf Stewardess getrimmten Mädels sagen Songs wie „Radio“ und „Rock ‚n’ Roll Machine“. Ihre minimalistische Art ist anfangs lustig, aber dauerhaft doch zu monoton, daher leerte es sich vor der Bühne etwas. Mittlerweile war es 2 Uhr morgens, Zeit für die Schlaflosen jetzt noch zur Aftershow-Party zu gehen.


Samstag 02.07.2005


Der Samstag wurde von der Band Staubkind eröffnet. Eigentlich sollte hiernach Namnambulu folgen. Da sich die Band jedoch kurzfristig aufgelöst hat, mussten Psyche einspringen. Diese war ein würdiger Ersatz, da hier auch alte Hits gespielt wurden. Das nächste Highlight waren, nach Lacrimas Profundere, Welle:Erdball.

Wenn diese Band sendet, gibt es immer jede Menge Spaß. Sozialkritische Songs, wie „Mensch aus Glas“ rund um den C64, sorgten für gute Stimmung. Zum Schluss wurden wieder die Welle:Erdball Ballons, diesmal in rot, ins Publikum gegeben und Sänger Honey hatte noch die Anmerkung, dass es hier ein Fließbandkonzert sei, da keine Zugabe möglich ist. Nachdem Suicide Commando die Massen richtig angeheizt haben, gab es viel nackte Haut und Blut bei Blutengel. Das Schönste war hier die Pyroshow mit Konfettibombe. Bei dieser regnete es silbernen Flitter vom Himmel.

Nun wurde ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert. Die Krupps gibt es seit 25 Jahren und da durften Songs, wie „To the Hills“ nicht fehlen. Es folgte ein Ausflug in die 80er Jahre, denn hier feierte die nächste Band Camouflage ihre größten Erfolge. Der Headliner des Samstages war In Extremo. Songs, wie „Küß mich“ beispielsweise, boten einen gelungenen Konzertabschluss. Am DJ Stage rotierte noch bis morgens um fünf der CD-Player. Alles in allem bot das erste Amphifestival einen gelungenen Auftakt. Beispiellos waren auch die sauberen WC-Anlagen. Ich hoffe, dass das Festival im nächsten Jahr in die zweite Runde geht.

Text: i.s.o.
Fotos: i.s.o.







Dead Can Dance Konzert am 29.03.05 in Berlin

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Nach München folgt nun das letzte deutsche Dead Can Dance Konzert der Tour in der Berliner Philharmonie. Mit geringer Verspätung betreten Lisa Gerrad und Brandan Perry samt Band die Bühne. Und schon wird es richtig laut. Wahrscheinlich wurde die tolle Akustik, die von Haus aus in einer Philharmonie herrscht, nicht einkalkuliert.

Es folgt ein Ausflug durch die Werke von DCD. Ob Titel der Alben „The Serpent’S Egg“ oder „Into The Labyrinth“, hier mit dem schönen „The ubiquitous Mr. Lovegrove“, ist das Konzert eine Reise in atmosphärische Klangwelten. Wenn Lisa Gerrad singt hat Brandan Perry Pause und genießt im Hintergrund seinen Kaffee. Das Berliner Publikum klatscht anfänglich etwas verhalten, doch spätestens bei „Saltarello“ kann man auch im Theatersitz mitswingen. Zwischendrin gibt es noch eine kleine Panne, denn als Perry die Zimbeln für ein neues Lied anschlägt, entsteht eine unfreiwillige Kunstpause. Die Musiker wussten nicht mehr welcher Knopf nun für das gewollte Lied gedrückt werden soll. Um 21: 45 Uhr ist erst einmal Schluss. Es gibt mehrfach Blumen für Lisa Gerrad und aufgrund der Standing Ovations lässt sich die Band dann doch zu drei Zugaben bewegen. Mit dabei ist auch der Track „Severance“. Die ganze Zeit hoffte ich auf das Stück „ Dawn Of The Iconoclast“ meiner Lieblingsplatte „Within The Realm Of A Dyning Sun“. Dies hätte dem Konzert einen noch gelungeneren Abschluss beschert.

Text: i.s.o.
Foto: i.s.o.

   

 

 

 

 
     

 

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