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Berichte


Das Amphifestival 2008 am Kölner Tanzbrunnen

Köln ist immer ein Reise wert. Besonders, wenn sich die schwarze Szene am 19/20.07. 2008 dort versammelt. Denn am Kölner Tanzbrunnen fand bereits das vierte Amphi Festival statt. Das Festival, welches erstmalig im Gelsenkirchener Amphi Theater beheimatet war, trägt daher seinen Namen und hat sich neben Festivals, wie dem M’era Luna und dem Wave Gotik Treffen einen Namen gemacht. Dieses Jahr waren, neben der umfangreichen Bandauswahl auf zwei Bühnen, besonders der Beachclub am Rhein und vor allem die langersehnten kostenlosen Parkplätze lobenswert.


Am Samstag kamen vor allem die EBM Liebhaber auf ihre Kosten. Das Theater zeigte sich ganz im Zeichen dieser Klänge. Ob nun Grendel, Haujobb, Tactikal Sekt oder The Klinik, harte Beats und zuckende Lichter sorgen auf der Indoorbühne für treibende Stimmung. Leider war das Theater oft zu voll und es gab beim Einlass nicht selten Warteschlangen, die sich teilweise erst nach 20 Minuten auflösten. So kam nicht jeder, der wollte in den Genuss der dort spielenden Bands. Draußen gab es dieses Problem natürlich nicht und so amüsierten wir und bei Zeromancer, die mit „Clone your Lover“ und „ Dr. Online das Publikum auf ihrer Seite hatten. Natürlich kündigten die Norweger auch ihr neues Album an.


Da Honey von Welle:Erdball als Moderator des Amphifestivals fungierte, kündigte er sich und seine Band gleich selber an. Der Welle:Erdball Auftritt sorgte wie immer für gute Laune, war jedoch leider zu kurz um alle wichtigen Hits zu spielen. So beließ man es bei Stücken, wie „Starfighter F104G“, „Monoton und Minimal“ oder „ Arbeit adelt“ und beendete den Auftritt, diesmal ohne die bekannten Luftballons und mit dem Songcover „Es geht voran“. Dafür wurde bei ihrer Show im Hintergrund ein schönes Graffiti auf Plastikplane gemalt, welches vom Publikum gewürdigt wurde und dem aufkommenden Wind gerade noch standhielt. Das Wetter war am diesem Samstag sehr durchwachsen und brachte mal Sonne mal Regen. Und mit Letzterem hatten dann Zeraphine zu kämpfen. Sven Friedrich und Band spielten „Jede Wahrheit“ und „I will follow you“, sowie ihr bekanntestes Stück „Be my Rain“. Da konnte man gleich sehen, wer für den Regen verantwortlich zeichnet. Die nachfolgenden Covenant hatten alle namhaften Songs im Programm.


Sänger Eskil und Mannen, im weißen Anzug, sangen „Stalker“, „Ritual Noise“, „We stand alone“ und meinen Favoriten „ Dead Stars“. Das Publikum war zufrieden. Für die älteren Zuschauer und Liebhaber ruhigerer Musik kamen nun deine Lakaien auf die Bühne. Das ganze Set war ein Best-of mit Songs, wie „ Reincarnation“, „Over and Done“ oder „Love Me To The End“ und ein krasses Gegenteil zu der Musik von Covenant und den nachfolgenden Oomph. Die Headliner des Abends hatten das Publikum fest im Griff und konnten auch noch ein paar Zuschauer begrüßen, die zu Combichrist nicht mehr in das Tanzbrunnentheater hineinkamen. Leider spielte die Band fast ausschließlich ihre neueren Stücke, was die älteren Besucher doch etwas schade fanden. Jedoch sang das jüngere Publikum dann gekonnt bei „Augen auf“, „Gott ist ein Popstar“ oder „Fieber“ mit. Nachdem viele Besucher das Theater verlassen hatten, war dort wieder etwas mehr Platz für die Tanzwütigen und die Aftershowparty. Am Sonntag konnte man den Tag recht früh, d.h. um 10 Uhr 30 mit dem DVD Film „Operation-Zeitsturm von Welle:Erdball beginnen. Das erschien uns jedoch zu früh und auch das sonntägliche Wetter war überhaupt nicht einladend. Es war sehr frisch geworden und wir entschieden uns zuerst Cinema Strange im Theater anzusehen. Diese Band macht etwas eigentümliche Musik, die teilweise an Pekingoper oder H.P. Kerkelings „Hurtz“ erinnert. Nachdem Das Ich gewohnt fetzig über die Hauptbühne wirbelten und Stefan Ackermann rotbemalt Hits, wie „Destillat“ und „Gottes Tod“ sang, sahen wir uns Clan of Xymox an. Die Band um Ronny Morrings gibt es schon seit den 80er Jahren und sie sind einfach zeitlos. Diesmal sang


Morrings sogar das Bowie Cover „Heroes“. Es war eben was für die älteren Semester. Da es sich draußen richtig einregnete, war das Theater übervoll und bei Diary of Dreams fanden dort nicht alle Fans Unterschlupf. Auf der Hauptbühne fanden sich Projekt Pitchfort ein, die natürlich auch „Timekiller“ sangen, welches schon zuvor gecovert worden war und später noch von And One aufgeführt wurde. And One begannen ihren Auftritt mit dem AHA Cover „The Sun Always Shines On TV“, ein weiteres Coverstück war “It’s A Sin von Pet Shop Boys und, wie schon erwähnt “Timekiller” von Projekt Pitchfork, bei dem Peter Spilles wieder auf die Bühne kam und mit And One Sänger Steve im Duett sang. Bei “,„Deutschmaschine“, „Military Fashion Show“, „Traumfrau“ oder „Steine sind Steine“ konnte man sich dann auch richtig warmtanzen. Ein gelungener Abschluss auf der Hauptbühne. Im Theater ging es dann erst zu später Stunde mit den Krupps weiter. Obwohl Sonntag war, blieb die Location jedoch gut gefüllt und man konnte sich an Songs, wie „To The Hilt“ erfreuen. Das Amphi Festival war dieses Mal ausverkauft und der Veranstaltungsort wird allmählich zu klein. Obwohl die Bandauswahl sich sehen lassen konnte, ist es natürlich ärgerlich, wenn man seine Band aufgrund von Überfüllung des Theaters nicht sehen kann. Als absolut negativ zu bewerten sind die gepfefferten Preise für Speisen und Getränke, hier sollte unbedingt Abhilfe geschaffen werden. Sehr positiv war neben den Bands, vor allem der Beachclub, mit Blick auf das schöne Rheinpanorama. Wir sehen dem fünften Amphi Festival mit Spannung entgegen.




Text: Isabel Oerke (i.s.o.)
Fotos :i.s.o.




The Cult am 06.03.08 einziges Konzert in Deutschland


Die Kölner Live Musik Hall war an diesem Abend überschaubar gefüllt als um kurz nach 20 Uhr The Others als erster Supportact die Bühne betraten. Die Band aus Leichlingen hat sich im Bereich des Horrorpunks schon einen Namen gemacht und so wurden allerhand Gruseltracks von ihren beiden Alben gespielt. Bei „Beware of Ghouls“ , „Lover’s Lane“, „The Monster is out“ geht ganz schön der Pogo ab. Auch das Outfit der Band ist passend zu den Tracks einfach „scary“, mit blutverschmierter Schlachterschürze des Drummers oder Skletthandschuhen und Sklettbemalung der übrigen Bandmitgliedern passt alles schön horrorpunkig zusammen.


Den nächsten Gig dieser Horrorhelden sollte man sich unbedingt vormerken. Als zweiter Support folgten Zero aus Essen. Diese Band macht Progessiven- Alternativerock und das ganze schön brüllig. Wie sie selber sagten, machen sie Musik für untenrum. Meines Erachtens passten die Vorbands nicht zusammen und der Sänger hat mich, so evil er auch war, irgendwie an Rudolf Mooshammer erinnert, ob das wohl an seinen schwarz-roten ordentlich frisierten Haaren lag.


Um 21 Uhr 45 ging es endlich mit The Cult los. Diese gewannen gleich die Herzen der Fans mit dem Track „Spiritwalker“ vom Album Dreamtime gefolgt von „Rain“ von dem The Cult Klassikeralbum Love. Dies war ein gelungener Auftakt und die Zuschauer waren begeistert. Es folgten Songs, wie „She Sells Sanctuary“, „Fire Woman“, „Sweet Soul Sister“. Auch vom aktuellen Album Born Into This wurde „I Assassin“ gespielt.


Für mich war das romantische „Edie, das Highlight des Abends. Ian Astbury wackelt immer noch so mit dem Bein beim Singen, wie in alten Zeiten und es war schön ihn und Billy Duffy einmal wieder zu sehen. Mit etwas über einer Stunde Spielzeit, war der Auftritt von The Cult jedoch sehr kurz. Doch da zahlreiche Hits gespielt wurden und die Band nach der Zugabe noch das Tamburin, Drumsticks und Plektren in die Menge warfen, war der Abend sehr gelungen.

Text: Isabel Oerke (i.s.o.)
Fotos :i.s.o.




Human League - Dare Tour 17.12.2007 in Köln


Eines des besten Konzerte in diesem Jahr war zweifelsohne das einzige Deutschlandkonzert von Human League in der Kölner Live Musik Hall. Die Halle war am 17.12.2007, so gut gefüllt, dass es für das Publikum in der Altersklasse um die 40 nicht zu drängelig wurde.


Als Vorgruppe spielten One Two, eine neue Formation, bestehend aus den altbekannten Künstlern der Propaganda Sängerin Claudia Brücken und dem OMD-Mitglied Paul Humphreys. Die Titel der Band kamen von ihrem Debütalbum „Instead“, bei dem Stücke wie „Sequential“ und „Cloud Nine“ natürlich ein bisschen an die damaligen Bands erinnerten. Letzteres wurde übrigens zusammen mit Martin L. Gore (Depeche Mode) geschrieben.


Der Titel „Kein Anschluss“, wurde von Claudia auf Deutsch gesungen. Und sogar der Propagandatrack „Duel“ fehlte nicht. Die Band konnte wunderbar auf die nun folgenden Human League einstimmen. Die meisten Zuschauer kannte die Band wohl noch aus den 80er Jahren und es machte Spaß zu sehen, dass die vielen Fans bei Stücken, wie „Do or Die“ oder „Love action“ sehr textsicher mitsangen. Da es sich um die Dare Tour handelte spielten Phil Oakey und Band nahezu alles des gleichnamigen Albums. Besonders zu erwähnen ist die wandlungsfähigkeit der Band, so wurde das Bühnenoutfit mehrfach gewechselt. Oakey trat mal mit Sonnenbrille, im Gestapomantel, im Anzug oder in Mönchskutte auf. Die Damen zeigten sich mal sittsam, mal erotisch oder in edlem silbernen Kleidern. Einzigartig waren auch die Videoprojektionen, die während der ganzen Show auf mehreren Leinwänden im Hintergrund liefen. Hier gab es Anatomiekarten, Ägyptische Motive, BBC News oder marschierenden Nazis aus Clockwork Orange alles im Einklang mit den gespielten Songs.


Als die Hits „Don't you want me“, „Human“, „The Lebanon“ und „Together in electric dreams“ war die Stimmung auf dem absoluten Höhepunkt und die Band verabschiedete sich. Ich war auf die Zugabe gespannt und wünsche mir „Being Boiled“ zu hören, das Stück irgendwie kantiger und daher mein Favorit. Die erste Zugabe war überraschenderweise tatsächlich „Being Boiled“ und somit war das Konzert ein voller Erfolg. Mit „Mirror Man“ verließen Human League um 22:30 Uhr die Bühne. Bei diesem grandiosen Auftritt gab es nichts mehr zu toppen.

Text: Isabel Oerke (i.s.o.)
Fotos :i.s.o.




Interview mit Holly von Letzte Instanz


- Wie entstand die Idee zum Namen Letzte Instanz?


Letzte Instanz ist zum einen das selbst gesetzte Ziel eine musikalische Instanz zu werden, die aus der deutschen Musikszene nicht mehr wegzudenken ist. Es ist zum einen sehr hoch gestochen und wir hauen damit auf den Putz. Allerdings ist der Name auch mit einem Augenzwinkern zu sehen. Der Name sollte zudem markant und kernig sein und zum anderen etwas provozieren.


- Warum konntet Ihr die Krise der Band nicht gemeinsam meistern, sondern musstet Bandmitglieder austauschen? Waren die Differenzen nicht unter einen Hut zu bekommen?


Wie in einer Beziehung kann man auch in einer Band zu dem Punkt kommen, wo persönliche Differenzen so groß werden, dass man nicht mehr zusammen sein kann. Hinzu kamen musikalische Differenzen, welche nicht mit Kompromissen gelöst werden konnten, ohne dass die Letzte Instanz ihr musikalisches Profil verloren hätte. Hinzu kamen Wünsche von ausgestiegenen Bandmitgliedern dem Rockmusikzirkus den Rücken zu kehren, weil es einfach nicht mehr ihr Ding war herum zu reisen und sie das Gefühl hatten ihre Familie zu vernachlässigen.


- Ist es nicht ungewohnt plötzlich mit anderen Leuten zu spielen?


Sich auf neue Musiker einzustellen ist zum einen ungewohnt, hält allerdings nur bis zum 3. Konzert an. Spätestens dann ist der Mann neben einem zu einem vertrauten Kollegen geworden und 3 Konzerte später ist er bereits ein Freund. Außerdem sind es alle von uns gewohnt durch Gast- und Nebenprojekte mit anderen Musikern zu musizieren. Darum sind wir auch sehr offen, was das Kennenlernen und die Zusammenarbeit mit anderen Musikern angeht.


- Wird die nächste CD auch wieder so ruhig oder ein wenig rockiger?


Auf Balladen werden wir definitiv nicht verzichten. Aber nach einer sehr gemischten CD und dem kommenden Akustikalbum juckt es uns gerade sehr in den Fingern wieder mehr Gas zu geben. Das nächste Album wird der Rock regieren!


Interview: Malve Brosch(mbr)
Foto: i.s.o.




10 jähriges Jubiläum am 01/02.09.07 beim Mittelalter Spectaculum in Hamburg

Im wunderschönen und weitläufigen Öjendorfer Volkspark gastierte am 01. und 02. September wieder die bekannte Ritterveranstaltung, das Mittelalter Spectaculum. Schon seit 14 Jahren tourt dieses Spectaculum durch Deutschlands schönste Parks und Freizeitanlagen.

In Hamburg hatte das Mittelalter Spectaculum dieses Mal 10 jähriges Jubiläum. Mehr als 1000 Mitwirkenden, seien es Rittergruppen, Schergen, Gaukler, Musiker, Bettler oder mittelalterliches Fußvolk, nahmen die Besucher mit auf eine unvergessliche Zeitreise. Täglich wurden über 10 Stunden erlebte und gelebte Geschichte, sowie phantastische Unterhaltung präsentiert.

Hierbei erklärte beispielsweise Dr. Dr. Bombastus die Unterschiede des männlichen und weiblichen Gehirnes, die Barden Pill und Pankratz erfanden allerlei Blödsinn und die Feuershow mehrerer Künstler, war wieder einmal atemberaubend.

Besonders mutig war auch ein Jüngling aus dem Volke, der seiner Angebeteten von der Bühne aus einen Heiratsantrag machte. Nur leider war die Holde zu dieser Zeit bei den Stallungen, was soviel wie WC bedeutet, sodass der Antrag ein zweites Mal wiederholt werden musste. Am Samstag gab es kurz nach dem großen Pestzug ein großes Jubiläumsfeuerwerk und im Anschluss daran ein Mitternachtskonzert mit Schelmish.

Weitere Bands des Spektaculums waren Heidenlärm, die Streuner, Faun, Cultus Ferox und nicht zuletzt Saltatio Mortis am Sonntag. Außerdem sahen wir uns am Sonntag die neue Show „Fangdorn Saga“ an.

Der letzte noch lebende Drache „Fangdorn“ war mit seinen 3m Höhe und ca. 10m Länge der spektakuläre Schlüssel beim letzten Rittergefecht zwischen Gut und Böse. Ein Grollen und Beben kündigte Ihn an, „Fangdorn“ ist erwacht und die Schlacht begann.

Bei der einzigartigen Ritter- und Drachenshow in der „Fangdornarena“ spuckte der Drache jede Menge Feuer und auch bei überraschenden Störungen, wie das Auftauchen eines Hundes, in der Arena zeigten die Schauspieler jede Menge Humor.

Das Mittelalter Spectaculum ist immer ein ganz besonderes Familienhighlight. Und wenn es dann noch am Familiensonntag für Kinder bis 15 Jahren freien Eintritt gibt, ist das dem Veranstalter hoch anzurechnen.


Text: i.s.o.
Fotos:i.s.o.




M’era Luna Festival 11/12.08.2007


Eine entspannte und gelassene Stimmung empfing mich, als ich am Sonntag das Festivalgelände in Hildesheim betrat. Schwarze Gestalten auf dem Rasen und auf bunten Decken bevölkerten den Flughafen Hildesheim, Drispenstedt. Laut Veranstalter war die Besucherzahl im Vergleich zu den letzten Jahren leicht rückgängig, aber der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Nicht jeder schien auf die glühende Hitze des zweiten Tages vorbereitet zu sein. Statt weißer Schminke wäre manchen eine dicke Schicht Sonnencreme eher von Nutzen gewesen. Aber so konnten wenigstens die Regenjacken im Zelt bleiben und die neusten Outfits präsentiert werden. DIORAMA war leider die erste Band die ich mir anschauen konnte. Das Konzert fand im Hangar statt, was etwas schade war, da der Sound dort bekanntlich nicht der Beste ist. Trotz dessen fanden die Songs von der aktuellen CD „A different Life“, und natürlich ältere Hits von Torben Wendt und Band, nicht nur bei mir, sondern auch bei den anderen Zuhörern großen Anklang.


Zu dem heutigen sonnigen Wetter passten die schwarzen Sonnenbrillen der finnischen Band THE 69 EYES, obwohl sie diese aus Coolness auch bei schlechtem Wetter tragen. Die „Hellsinki Vampires“ sind schon zum fünften Male auf dem M’era Luna zu Gast und kamen beim Publikum besonders gut an. Allein schon das „Lost Boy-Intro“ war ein gelungener Gigauftakt und Songs, wie „The Chair“ oder „Brandon Lee“ taten ihr Übriges.


Mit einer perfekten Bühnenshow und den passenden Outfits, diesmal teils mit Masken und die Damen in Uniform, präsentierten sich WELLE:ERDBALL. Stücke wie “Arbeit adelt“, Das “Alpha-Tier“ und “Der Telegraph“ ließen den Hangar beben. Die obligatorischen Riesenluftballons, die über den Publikum schwebten durften natürlich bei “Schweben, Fliegen, Fallen“ nicht fehlen. Wie immer ein abwechslungsreiches und sehr unterhaltsames Konzert.


Durchgeknallt und blutverschmiert gab sich Sänger Nivek Ogre von SKINNY PUPPY auf der Hauptbühne. Auf der linken Seite der Bühne war eine große besprühte Leinwand aufgebaut, vor und hinter der er sich zuckend und tanzend bewegte. Songs vom aktuellen Album Mythmaker wie der Opener “ugLi" und “polotikL" heizten das Publikum an. Es war eine ziemlich blutige Show, bei der sogar der Sänger ausrutschte. Aber auch durch weitere Accessoires, wie beispielsweise einen riesigen Rosenkranz und eine Menge Mullbinden wurde für schöne Fotomotive gesorgt.


Die bunten Outfits der Band IAMX und das schwarz-weiße Kostüm des Sängers Chris Corner hatten etwas von 70er Jahre Glam-Rock. Die junge Band, deren Musikstil irgendwo zwischen Pop und Electro liegt und dessen genaue Definition wohl dem Zuhörer überlassen bleibt, versuchten im Hangar das anfangs verhaltene Publikum mit ihrem Sound zu überzeugen. Die Songs, wie „Bring me back a dog“ erinnern stimmlich an Brian Molko. Auch nach dem Auftritt blieben die Meinungen gespalten. Ob die Band einfach nur nett gespielt hat oder als neuer Geheimtipp der Szene gilt bleibt abzuwarten


Eines der diesjährigen Highlights des M’era Luna Festivals war das Duo von DEINE LAKAIEN, die zusammen mit dem Orchester der NEUEN PHILHARMONIE FRANKFURT die bekanntesten Stücke aus ihrem Repertoire spielten. Im dunkelroten schillernden Frack begeisterte Sänger Alexander Veljanov die lauschenden Zuhörer mit „Klassikern“ wie "Love Me to the End", "Into My arms", "Reincarnation" und "Return". Sicherlich hätte ein in die Dämmerung gelegter Auftritt eine passendere Atmosphäre entstehen lassen, doch tat die Helligkeit dem musikalischen Erlebnis fast keinen Abbruch. Lediglich das Orchester war teilweise schlecht zu sehen und zu hören. Die Hauptbühne ist doch ziemlich hoch und die Umgebungsgeräusche ziemlich laut, so dass es je nach Entfernung zu erschwertem Sicht- und Hörgenuss kam.


Das letzte Konzert im Hangar gab eine Ikone der Schwarzen Szene, ANNE CLARK. Kein Wunder also, dass es am Eingang kaum noch raus oder rein ging. Wer wollte nicht wenigstens einmal einen Blick auf die Diva werfen und ein Stück ihres melancholischen Sprechgesanges hören. Also musste auch ich böse Blicke über mich ergehen lassen, um wenigstens einen Platz zwischen Tür und Angel zu bekommen. Stücke wie “Our Darkness“, “The Hartest Heart“ und besonders der Hit “Sleeper in Metropolis“, der wahrscheinlich jedem ein Begriff ist, waren die Höhepunkte des Konzertes und auch ein Ausflug in die achtziger Jahre.


Leider wurden die Hauptacts auf der Hauptbühne des diesjährigen M’era Luna, der Schwarzen Zielgruppe nicht unbedingt gerecht, auch wenn die Veranstalter anderer Meinung waren. Die Besucher bewiesen das Gegenteil, denn genau wie am Vorabend bei TOOL, machte sich das Publikum bei THE JESUS AND THE MARY CHAIN ziemlich schnell rar. Die wiedervereinte Band um die beiden Brüder Jim und William Reid vermochten aber trotzdem mit ihrem rocklastigen Sound die etwas älteren Zuhörer anzusprechen. So ging auch dieses M’era Luna 2007 mit “Zugabe“- Rufen zu Ende.


Nach der Ausfahrt vor dem M’era Luna Gelände, gab es noch ein großes Polizeiaufgebot. Die Besucher wurden auf Alkohol- und Drogenkonsum getestet Im Großen und Ganzen war es aber ein gelungenes Festival. Ich persönlich freute mich über eine Reihe von musikalischen Höhepunkten und bin gespannt auf das Line-up im nächsten Jahr.


Text: Julia von Obstfelder (jvo) / Isabel Oerke) (i.s.o.)
Fotos :i.s.o.






Fotos




Interview mit Neo Scope von Down Below


In welcher Musikschublade seht Ihr Euch selbst?
Down Below passen meiner Meinung nach in viele Schubladen und auch wieder nicht.
Das liegt an den verschiedenen Elementen, die wir nutzen. Im Grunde ist unsere Musik eine Symbiose aus Pop, Rock, Gothic, Emo und Melancholie. Ich denke man könnte jeden Song von uns auseinanderpflücken, um ihn dann einer Sparte zuzuweisen.
Angesichts des breiten Songspektrums auf der Platte, ist es aber wesentlich bequemer eine Schublabe neu mit "Down Below" zu beschriften .


Welche Bands hört Ihr privat?
Da hat jeder seine eigene Vorlieben. Ich selber mag - A Perfect Circle, The Cure, Tool, Three Doors Down, Depeche Mode, Eternal Afflict....u.v.a.. Es gibt einfach unglaublich viele hervorragende Künstler. Die hier sind nur ein paar davon.


Wie seid Ihr auf die Zylinder gekommen?
Ich habe das Gefühl die Zylinder sind eher auf uns gekommen....ähm.


Wie habt Ihr mit der Musik angefangen?
Da hat jeder bei uns seine ganz eigene Geschichte. Ich speziell wohl über den Gesang meiner Mutter, die mir immer etwas vorsang und ich davon ziemlich beeindruckt war und auch gerne singen wollte.
Das Gitarrespielen habe ich mir erst viel später, mit 13 Jahren, angeeignet und mir immer etwas abgeschaut von anderen, die etwas konnten, wovon ich keine Ahnung hatte. Ich ging dann nach Konzerten oder Proben einfach immer zu dem Gitaristen und bat ihn mir das zu zeigen.


Welche Pläne stehen an?
Nun, im Herbst werden wir wohl eine kleinere Tour spielen. Die Planungen dafür sind im vollen Gange. Sobald es darüber genaue Informationen gibt, werden wir das auf unsrer Page rechtzeitig bekanntgeben. Für März des kommenden Jahres werden wir höchstwahrscheinlich eine Tour mit unseren Freunden von Unheilig fahren, welche uns dann quer durch Deutschland, aber auch Östereich und die Schweiz, bringen wird. Nebenbei schrauben wir schon an den nächsen Songs herum, in denen viel aus unseren Leben seit der Plaqttenveröffentlichung von Sinfony 23 beschrieben wird. Es bleibt also spannend in Hause Down Below.


Interview: Malve Brosch(mbr)
Foto: i.s.o.




Amphi Festival, das Dritte


Der Kölner Tanzbrunnen etabliert sich langsam zum festen Bestandteil der schwarzen Open Air Szene. Am Wochenende des 21. und 22. Juli fand nun schon zum dritten Mal das vom Orkus präsentierte Ampi Festival statt. Wie schon in den beiden Jahren zuvor gab es neben einem hervorragenden musikalischen Line-up auf dem Gelände des Tanzbrunnens unzählige Stände, die den Kaufrausch in Sachen Musik, Bekleidung und Nahrung abdeckten. Besonders aufgefallen ist der Billy Boy Stand, der mit seinen Kontaktanzeigen die noch einsamen Herzen an den Mann beziehungsweise Frau bringen wollte. Wer will schon sein Festivalwochenende alleine verbringen, wo die schwarzen Seelen doch extra aus ganz Deutschland angereist sind. Auf dem Mainstage startet das Festival mit OBSENITY TRIAL, die die ersten Zuschauer mit angenehmem Electro-Pop unterhielten. Durch das gesamte Programm führte dieses Jahr übrigens Honey von WELLE:ERDBALL.


Die finnische Band BLOODPIT hatte ihren Auftritt kurzfristig wegen Krankheit absagen müssen. Torben Wendt mit seiner Band DIORAMA schaffte es dadurch etwas früher mit einer hervorragenden musikalischen Klangqualität bei den Zuhörern das erste Gänsehaut-Feeling hervorzurufen. EISBRECHER tauschte mit IMATEM den Auftritt, da diese wegen Anreiseproblemen das Festival nicht rechtzeitig erreichten. Die beiden ehemaligen MEGAHERZ Mitglieder heizten das Publikum unter den Sonnenschirmen vor dem Mainstage erst einmal richtig an. Besonders der alte Song „Miststück“ wurde begeistert aufgenommen. Es war schade, dass wegen des strengen Ablaufplanes seitens des Festivals keine Zugabe möglich war. Im Anschluss folgte dann das neue musikalische Soloprojekt von Peter Spilles - IMATEM. Doch auch mit den beiden Gastsängern, dem Grafen von UNHEILIG und Falk Lenn, schien der Funke beim Publikum nicht richtig überzuspringen. Denn alles war zu statisch und wenig energiegeladen auf der Bühne. Ganz anders dann die vier Jungs von FUNKER VOGT, die mit ihren elektronischen Klängen die Menge ganz mitrissen. Mit „City of Darkness“ gibt es endlich wieder flotter los und auch Björn Böttchers Kriegsbemalung, die jedes Fotografenherz höher schlagen lässt, fehlte nicht.


Schon etwas früher als geplant kam danach der Graf, mit Unheilig auf die Bühne. Mit seinem schon vertrauten Bekleidungsstil, Jacket, weißes Hemd und Krawatte, und der auch schon bekannten Bühnendeko, Kerzenleuchter und große Uhr, gab er Songs, wie „Sage Ja“, „Freiheit“ und „Mein Stern“ zum Besten. Unheilig waren bisher bei allen drei Amphifestivals dabei, doch auch hier gab es definitiv zu wenig Spielzeit für angemessene Zugaben So war nur noch Zeit für die Reise „Auf zum Mond“. Eingefleischte ASP Fans drängten sich nun langsam vor die Hauptbühne. Alexander Spreng und Band übernahm jetzt das Kommando und zeigten dem Publikum mit „Ich bin ein wahrer Satan“, „Me“ und „Man lebt nur zweimal“, was sie so drauf haben. Bei dem Hit „Ich will brennen“ gab es für die Fans kein Halten mehr. Als Hauptakt des ersten Abends kamen nun die Urgesteine elektronischer Musik, FRONT 242, auf die große Bühne. Im Hintergrund wurden während des ganzen Sets verschiedenen Videoprojektionen abgespielt. Mit den unterschiedlichsten Songs, wie unter anderem „Funkahdafi“, „Happiness“ und zuletzt Headhunter brachten sie die Massen zum Toben. Aber angesichts des straffen Zeitplans der Organisation und der vorherigen technischen Probleme, war leider nicht einmal eine einzige Zugabe drin. Ein ziemlich abruptes Konzertende und sehr schade, für den Headliner des Abends.


Das Theater – 2nd Stage - stand am Samstag ganz im Zeichen harter Industrial- und Noiseklänge. Mit Xotox und Trial ging es am Nachmittag los und schon dann folgten die Highlights wie P.A.L., Sonar, Spetsnaz und Winterkälte in stickiger Luft, mit viel Nebel und ohrenbetäubendem Krach. Auch wäre ein ganz bisschen mehr Scheinwerferlicht in Richtung Bühne ganz hilfreich gewesen, die Künstler zu erkennen. Ein Ambiente wie es sonst nur beim Maschinenfest üblich ist. Doch die Liebhaber dieser Musik waren einfach hingerissen und der Rest der Besucher flüchtete ganz schnell wieder nach draußen. Das Theater war so gut wie voll, als FEINDFLUG durch den Nebel in militärischer Kleidung und zum Teil maskiert auf die Bühne kamen. Mit dem Intro „Roter Schnee“ brachten sie das Publikum direkt in Hochstimmung. Auch bei den zahlreichen weiteren Hits wurde bis in die letzte Reihe mitgetanzt. Die Luft wurde noch stickiger, die Temperaturen stiegen weiter an, der Nebel wurde immer dichter und von der siebenköpfigen Band auf der Bühne war zeitweise nicht mehr viel zu sehen. Das letzte Stück „Stukas“ ging außerplanmäßig und unfreiwillig zu Ende. Hier wurde einfach der Strom abgedreht. Ob es ein technisches Versehen war oder eine Maßnahme wegen Spielzeitüberschreitung, konnte nicht ermittelt werden. Also auch auf dieser Bühne ein abruptes Ende, welches einen komischen Beigeschmack beim Besucher hinterlässt. Bei der anschließenden Aftershow-Party im Theater gaben sich verschiedene DJs die Ehre. Die Musik war sehr gut und abwechslungsreich. Aus verschiedenen Stilrichtungen wurden alte und neue Hits gespielt. Es konnte also richtig das Tanzbein geschwungen werden.


Ein dicker Kritikpunkt muss aber auf jeden Fall noch vermerkt werden, der Parkplatz!!! Jeder der mit dem Auto zum Festivalgelände gefahren war, stand wahrscheinlich vor dem gleichen netten Herrn, der die Auskunft gab, dass der Parkplatz vom letzten Jahr wegen Bauarbeiten geschlossen ist und auf einen anderen Parkplatz verwies, der leider nicht wirklich ausgeschildert war. Verschwiegen hatte er außerdem, dass der Fußweg zurück gute zwanzig Minuten dauerte. Am Festivalsonntag kamen wir aufgrund des langen Fußmarsches vom Parkplatz erst nach dem Gig von SALTATIO MORTIS auf dem Gelände an. Wir vernahmen hier nur noch den begeisterten Applaus und hatten den Opener PORTION CONTROL bereits verpasst. Im Theater gab es heute schwerpunktmäßig Gothicmusik und hier begann das KATZENJAMMER KABARETT mit seiner avantgardistischen Show. Uns zog es jedoch schnell wieder vor die Hauptbühne, schließlich wollten wir HEIMATAERDE nicht versäumen. Hier traten zunächst zwei Ritter in Kettenhemden auf und bedienten sich der Instrumente. Als Sänger Ash in Begleitung von Knappen die Bühne betrat, ging es los mit einer Art Mittelalter-Electro und Songs wie Gib mir oder Lebloser Körper. Dies und nicht zuletzt die erfrischende Rittershow konnte uns über den aufkommenden Regenguss hinwegtrösten. HEIMATAERDE waren ein seltenes Highlight auf diesem Festival.


Zu EMILIE AUTUMN füllte sich das Theater schlagartig. Sie ist auch recht putzig anzusehen. Diesmal wurde sie von weiteren Damen in schönen Kostümen bei ihrem sogenannten Victorianindustiral unterstützt. Accessoires wie beispielsweise Puppen sorgten für eine theatralische Bühnenshow. Hier wird träumerisch getanzt und sogar Tee getrunken. Über diese Band freut sich jeder Fotograf. Als nächstes wurde von Honey, die schönste Sängerin des Festivals angekündigt. Es erschien Frontfrau Ji mit ihrer Band KRYPTERIA. Mit Songs wie, „Scream“, Somebody Save Me“ gab es kraftvollen Gothicmetal, der sich hören lassen konnte. Hier gab es noch Engagement und echte Instrumente, mit denen aber nicht alle Zuschauer etwas anfangen konnten. Ein schöner Gegensatz zu diesem Gig bildeten dann die ruhigeren MESH und so blieben wir an der Hauptbühne und verzichteten auf FETISCH:MENSCH, das Projekt von Oswald Henke im Theater. Es ist immer schade, wenn sich die Auftritte überschneiden und sich der Zuschauer entscheiden muss, besonders wenn beide Bands reizvoll sind. MESH sind für ein Festival immer gut. Gekonnt brachten die Engländer in den knappen 40 Minuten Show bekannte Songs, wie “Testify” oder “From this height”. Natürlich fehlte auch die typische Wollmütze nicht, die Sänger Mark Hockings scheinbar bei jedem Wetter trägt.


Gespannt waren wir auf die nun folgenden DOWN BELOW. Diese stellten im Theater ihr neues Album Sinfonie 23 vor. Die Stücke sind sehr professionell produziert, böse Zungen reden hier von aalglattem Poprock, der mit Gothic nichts mehr zu tun hat. Früher bei den Burgnächten beispielsweise, war ein Auftritt von DOWN BELOW noch nicht so geschönt und irgendwie avantgardistischer. Heute erinnert das ganze an HIM und Sänger Neo Scope versteht es sich darzustellen. Nach diesem Auftritt nutzten wir die Zeit für einen Toilettengang, der eine gute halbe Stunde in Anspruch nahm. Leider standen auf dem Festivalgelände zu wenige Toiletten zur Verfügung, so dass man leider ab und an eine Band verpassen musste. In diesem Fall waren das SAMSAS TRAUM, bei denen dann nur von weitem die Lieder „Einer Gegen Alle“ oder „Bis An Das Ende Der Zeit“ an unser Ohr drangen. Zeitgleich spielten die UNTOTEN auf der Theaterbühne. Die versäumten wir daher ebenfalls. FRONTLINE ASSEMBLY starteten auf der Hauptbühne. Nachdem sich Sänger Bill Leeb als Dieter Bohlen vorgestellt hatte, hämmerten die Beats zu „Millenium“ oder „Bio Mechanic“. Da FLA vor allem noch den älteren EBM-Fans bekannt ist und diese auf dem Festival rar gesät war und vielleicht auch auf Grund des hellenTageslichtes, wollte der Funke einfach nicht aufs Publikum überspringen. Wieder überschnitten sich die nächsten Bands. Wir verzichteten hauptsächlich auf SUBWAY TO SALLY, um uns ZEROMANCER aus Norwegen zuzuwenden. Das Theater war bis auf den letzen Platz gefüllt und schon bei „Need You Like A Drug“ kam eine brodelnde Stimmung auf. „Clone Your Lover“, „Stop“ oder „Doktor Online“ sind nur ein paar Lieder der Setlist, die von ZEROMANCER begeistert gespielt wurden. Außerdem stellte Schönling Alex Møklebust und seine Mitstreiter Stücke ihres kommenden Albums vor.


Nun zu der größten Freude auf dem Amphifestival 2007 – dem Sonderauftritt von DREADFUL Shadows, die sich bereits im Jahre 2000 aufgelöst hatten. Sieben Jahre mussten wir auf diesen Gig warten und es war wunderbar Sänger Sven Friedrich wieder so gewohnt auf der Bühne vor und zurücklaufen zu sehen. Auf der Setlist standen unter anderem die Songs „Dead can wait“, „A Sea of Tears“, „Chains“, „Burning the Shrouds“, „Desolated Home“ oder auch „Craving“. Es ist schade, dass die Band nie “Funeral Procession” spielt. Wem dieser Auftritt zu kurz war dem sei gesagt, dass die Band im kommenden Oktober in einigen deutschen Städten gastiert. Das Amphifestival 2007 neigte sich nun dem Ende. Als wir fleißig bei den Dreadful Shadows mitgesungen hatten, spielte auf der Hauptbühne zeitgleich APOPTYGMA BERZERK. Doch auch leider musste hier pünktlich um 22 Uhr Schluss sein, so dass wir keinen Song mehr erhaschen konnten. Moderator Honey sprach noch ein paar tröstende Worte ob des pünktlichen Rausschmisses und dankte allen Beteiligten. Fazit ist: Das Kölner Rheinufer mit dem Tanzbrunnen ist ein wunderbarer Ort für das Amphifestival. Hinsichtlich der teuren Speisen und Getränke, der wenigen Toiletten und nicht zuletzt des, mit 22 Uhr, viel zu frühen Konzertendes, sollte jedoch unbedingt für das nächste Jahr nachverhandelt werden.


Text: Julia von Obstfelder (jvo)/ Isabel Oerke) (i.s.o.)
Fotos :i.s.o.



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Wave Gotik Treffen 2007 - Eröffnung am Völkerschlachtdenkmal


MONUMENTUM 2 am VÖLKERSCHLACHTDENKMAL, hieß die Eröffnungsveranstaltung des diesjährigen Wave Gotik Treffens. Und so hatten wir uns nach der Ankunft im Hotel gleich in frische Kleidung gestürzt, um diesem besonderen Event – hoffentlich trocken – beizuwohnen. Die Veranstalter hatten eine atemberaubende Lightshow geplant, für die die britischen Band IN THE NURSERY, eine spezielle Komposition um Themen von Richard Wagner und Gustav Mahler usw. geschrieben hatte. Es hatten sich am Völkerschlachtdenkmal mehrere tausend Besucher eingefunden und mit dem ersten Ton der Band setzte auch gleich der Regen ein und hörte erst wieder auf als das vierzigminütige Spektakel vorbei war. Das war ein bisschen schade und aufgrund der fehlenden Unterstellmöglichkeiten eine nasse Angelegenheit, doch trotzdem ließen sich die Zuschauer dieses besondere Eröffnungsritual nicht nehmen. Das tolle Lichtspektakel zu fantastischer Musik verlieh dem Platz ein mystisches Ambiente. So manch einer besorgte sich als Andenken noch den Monumentum II Lichtpass. Dies ist ein Reisepass über das Völkerschlachtdenkmal mit tollen Fotos des Spektakels und Wissenswertem über das Denkmal inklusive CD mit der Musik von IN THE NURSERY von der Generalprobe. Wir kauften gleich drei für die Daheimgebliebenen. Dieses Jahr ging es am Freitag an der AGRA ruhig zu, denn es fanden dort bis auf das Mitternachtsspecial keine Konzerte statt. Wer es rechtzeitig vom Völkerschlachtdenkmal wieder zur AGRA schaffte, konnte sich hier noch an The Retrosic erfreuen.


Am Samstag, den 26.05.2007 ging spätestens die schwere Entscheidungsfindung los, welche Konzerte soll man bloß unter dieser Vielfalt auswählen. Wir entschieden uns für das Sonderkonzert der Pink Turns Blue im etwas abgelegenen Anker und wurden nicht enttäuscht. Die Band spielte ein über zweistündiges Set und zog sich mehrfach um. Es gab Videoprojektionen auf Leinentüchern, die von der Decke hingen. Im ersten Teil des Konzertes spielte die Band hauptsächlich Stücke ihres neuen Albums „Ghost“. Die Stimmung war gut und natürlich fehlten im zweiten Konzertteil auch Stücke, wie „Michelle“ und „Your master is calling“ nicht. Uns fiel es schwer auf Rosa Crux im Schauspielhaus zu verzichten, diese hatten uns im Vorjahr schon mit ihrem Chor, Fahnenschwenkern und Glockenspiel begeistert. Doch die Damen von „Dame Mediolanese“ erwarteten uns im Völkerschlachtdenkmal. Es sind die weiblichen Stimmen der Band Camerata Mediolanense, die im Denkmal Klassik und Folkmusic boten. Das Volkerschlachtdenkmal zieht immer viele Neofolker an und so konnte man hier auch den einen oder anderen Musikliebhaber und Bandkollegen entdecken. Da wir jedoch dem EBM (Electronic Body Music ) Seniorenkreis Hamburg angehören, mussten wir schnell zurück zur AGRA um die legendären Front 242 nicht zu verpassen. Los ging es mit "Funkahdafi" und überhaupt hatte sich die brüsseler Band auf Stücke aus den frühen 80 Jahren eingeschossen. Es folgten Songs wie "Body to Body", "Lovely Day" oder das immer wieder schöne "Commando". Neben ein paar neuen Stücken fehlte auch „Headhunter“ nicht. Zeitweise konnte man Front 242 aufgrund des Bühnennebels nicht sehen, doch wechselten sich die beiden Herren beim Singen ab. Sie sind eben in dem Alter genauso aus der Puste, wie der EBM Seniorzuschauer, der hier aber nicht zuletzt wegen der Zugabe „Punish your Machine“ voll auf seine Kosten kam.


Als Mitternachtsspecial gab es noch Vive La Fete, die wir uns auf dem Platz vor der AGRA beim Nachhausegehen anhörten. Der Pfingstsonntag begann für uns mit einem besonderen Kulturprogramm. Denn das Besondere am WGT sind auch die Highlights, wie Gottesdienste, Kabaretts, Variete oder eben Millers Badewannenshow in der Villa. Hier präsentierte das Kellertheater „Kleine Freihet“ -eingeseift und abgetaucht- Millers Badewannenshow. Diese Badewannenshow war wirklich kulturell wertvoll, das Publikum wurde zum Mitbaden animiert, dafür wurden leckere Cocktails gereicht. Miller erzählte viel über Gothics, DeathMetaller und das Leben selbst. Seine Texte sind einfach gut.


Nach der Show wollten wir uns auf den Weg ins UT Connewitz machen, um dort Brighter Death Now zu sehen, die hier an diesem Cold Meat Industry Tag spielten. Wir hörten jedoch, dass es hier schon zu Angriffen auf Konzertbesucher seitens der Antifa gekommen war, die diese Musikrichtung der rechten Szene zuordneten. Um dem zu entgehen fuhren wir dann gleich in den Anker, wo sich vor Ort wild über die Zwischenfälle ausgetauscht wurde. Im Laufe des Abends flogen Pflastersteine auf eine Straßenbahn und eine Festivalbesucherin wurde durch einen Stein verletzt. Sehr unschön, für ein sonst so friedliches Festival. Im Anker betraten All MY FAITH LOST um 21 Uhr die Bühne. Die Italiener betörten die Zuschauer mit Heavenly Yoices Klängen, allen voran natürlich Sängerin Viola. Für mich war das alles etwas zu ruhig und ich war froh als LUX INTERNA die Bühne betraten.

Joshua und Kathryn spielten neben Songs vom aktuellen Album „God Is No For The Birds“ natürlich auch Stücke der letzten beiden Alben. Eine Überraschung war der Gastauftritt von Henryk Vogel (DARKWOOD) am Schlagwerk, und die gemeinsame Präsentation des DARKWOOD-Songs „Falkenflug“ Das Publikum war begeistert und vergaß die technischen Probleme der Band. ROME aus Luxemburg waren das Neofolk-Highlight des Abends. Jerome Reuter nebst Bassist und Schlagwerker spielte Diverses aus den drei Werken „Berlin“, „Nera“ und „Confessions d’un Voleur d’Ames“. Wir beschlossen den Abend im Volkspalast/Kuppelhalle, wo die Obsession Bizarr – das Fetischtreffen - stattfand. Leider gab es hier Fotografierverbot, was für die dargebotenen Modenschau etwas schade war.


So gab es am Eingang einen riesigen Tisch mit abgegebenen Kameras und die Security hatte jede Menge zu tun Kameras einzuziehen, was ich etwas übertrieben fand. Da hier bestimmt keine Spanner unterwegs waren, sondern diese Veranstaltung ja nur im Zusammenhang mit dem WGT besuchbar ist und die Separées sich im oberen Bereich des Palastes befanden. Der Pfingstmontag kam mal wieder viel zu schnell und leider ist er schon wieder der letzte Tag des Wave-Gotik-Treffens und es ging für uns weiter wo es in den frühen Morgenstunden aufgehört hatte. Wir trafen wieder im Volkspalast ein. Hier begannen Kammer Sieben um 19 Uhr ihr Konzert. Es wurden die Tracks vom Album „Unfinished Movies“ gespielt, diesmal mit Unterstützung des Geigers von All My Faith Lost und von den Schlagwerkern von Traum’erleben. Das „Ostpreussenlied“ rührte so manchen Besucher.


Die nachfolgende Band GOLGATHA versteckte sich hinter weißen Masken und blieb so für das Publikum unerkannt. Von der Musik, einer Mischung aus Ritual, Ambient und Neofolk zeigten sich die Zuschauer jedoch begeistert, erst Recht als der SOL INVICTUS-Klassikers „Death In The West“ gecovert wurde. Mit Unterstützung von zwölf Trommlern des Fanfarenzuges Leipzig kamen Apoptose auf die Bühne. Die Videoprojektion einer Marienprozession und der elektronischer ambienten Sound Apoptoses passten hervorragend zusammen und machten das Ganze zu einem besondern audiovisuellen Erlebnis, auch wenn die Bilder von Menschen in Trance im Zusammenhang mit dem Getrommel etwas bedrohlich wirkten.


Die nun folgenden Jesus and the Gurus passten eigentlich nicht so in den Abend, denn eigentlich machen sie Goth, obwohl in letzter Zeit bei Ihnen auch ein Hauch von Neofolk zu finden ist. Dieser Auftritt wäre an einem anderen Ort sinnvoller gewesen. Die Schweizer spielten jedoch ambitioniert und auch die Videoprojektionen und der kurze SM Anflug, kamen beim Publikum gut an. Der Sänger segnete uns mit einem großen Metallkreuz, so dass wir für den nachfolgenden Auftritt des Heeadliners des Abends gerüstet waren. DERNIÈRE VOLONTÉ mit Sänger Geoffroy D. wurden, besonders von den anwesenden Damen, gefeiert. Der smarte Sänger versteht es zu posieren und mit dem Publikum zu kommunizieren. Das Duo macht melodiösen Military-Pop mit französischen Texten. Die aktuelle Single „Toujours“ ist sehr tanzbar. Das Konzert und die nachfolgenden Neofolkparty waren ein gelungener Abschluss des diesjährigen Wave-Gotik-Treffens. Wir freuen uns schon auf 2008 und sind wie immer der Meinung, dass das WGT eigentlich mindestens eine Woche dauern sollte.


Text: Isabel Oerke) (i.s.o.)
Fotos :i.s.o.



Fotos







The Mission am 22. Mai 2007 im Herforder X


Eines von nur zwei Deutschlandkonzerten auf der „Tour is a bullet“ passend zum neu erschienen Album „God is a bullet“ gab THE MISSION am Dienstag den 22.Mai im Herforder X. Als Vorband spielte pünktlich ab 21 Uhr die dreiköpfige Band DAVID R BLACK. mit Sänger und Gitarrist David R, Bassistin Sarit Black und Schlagzeuger Paul. Doch das leider nicht so zahlreich erschienene Publikum hielt sich dann doch lieber noch im Hintergrund oder auf den Barhockern an der Theke auf. Einige der wenigen jüngeren Zuschauer neben mir bemerkten nicht zu unrecht, dass zu der „Alt-Herren-Band“ auch nur ein „Alt-Herren-Publikum“ gekommen ist. Nicht des zu trotz als THE MISSION dann mit Bassist Ritchie Vernon , Drummer Steve Spring, Mark Gemini-Thwaite an der zweiten Gitarre und natürlich Wayne Hussey mit obligatorischer Sonnenbrille und Weinflasche auf die Bühne kam füllten sich die ersten Reihen doch sehr schnell. Der Gesamteindruck einer relativ leeren Konzerthalle ließ sich aber nicht überspielen, was bei einer so bekannten und guten Band sehr traurig ist. Davon ließen sich aber die hartgesockenen Fans ganz vorne gar nicht beeindrucken. Schon nach den ersten Takten des ersten Songs, „Headshrinker“ wurde mit gejubelt.


Um Wayne anzufeuern wurde außerdem im Publikum der Liverpool Fanschal hochgehalten. Spätestens aber bei den Songs „Severina“ und „Butterfly on a wheel“ kamen die Zuschauer in Hochstimmung und gaben fleißig ihre eigenen Gesangskünste zum Besten. Mit dem 13. Lied „Grotesque“ war das eigentliche Set für diesen Abend gespielt. Aber natürlich wollte keiner so schnell nach Hause. Mit vielen Zugabenrufen und Applaus kamen THE MISSION nicht nur einmal wieder auf die Bühne um weiterzuspielen, sondern drei Mal. Auch jetzt gab es noch einmal reichlich gute und alte Song zum Mitsingen, wie z.B.„Wasteland“, „Fabienne“ und „Deliverance“. Zum Abschluss eines gelungenen Konzertabends verabschiedete sich die Band mit „Tower of Strength“ von begeisterten Ostwestfalen.


Setlist THE MISSION
1. Headshrinker
2. Hands across the ocean
3. Like a child again
4. Dumb
5. Severina
6. Family
7. Heaven Knows
8. Draped in Red
9. Butterfly on a wheel
10. Absolution
11. Naked and savage
12. Evangeline
13. Grotesque
Zugabe 1
-Serpents Kiss
-Wasteland
Zugabe 2
-Fabienne
-Beyond the Pale
-Deliverance
Zubabe 3
Tower of Strength



Text: jvo
Fotos:jvo



VNV Nation - Judgement Tour, Kulturfabrik Krefeld 18.05.2007


An diesem Freitag spielten VNV Nation in der Kufa unterstützt von Modulate und Imperative Reaction. Leider war der Einlaß entgegen den Ankündigungen erst gegen 20 Uhr, sodass man leider noch eine Stunde vor der Tür warten musste. Um 20:45Uhr wurde der Abend von „Modulate“ eröffnet. Modulate ist ein Ein-Mann-Projekt aus Manchester von DJ Echo (Geoff Lee). Nur mit seinem Keyboard und Computer überzeugte er mit harten elektronischen Industrialklängen, bei denen Elemente von EBM, Noise und Techno mit einfließen. Zu hören gab es unter anderem „Skullfuck“ von der gleichnamigen EP, „Revolution“ und ein Prodigy Cover von „No Good“. Und obwohl die Bühnenpräsentation nur mit Computer und Keyboard etwas schwierig ist, hat er es geschafft Stimmung auf der Bühne zu machen und stimmte das Publikum schon einmal gut auf den weiteren Abend ein.


Gegen 21:30 Uhr kamen die drei von „Imperative Reaction“ auf die Bühne. Die zweite Vorband stammt aus L.A. und spielten eine gute Mischung aus EBM und Industrial. Geboten bekam man heftigere Beats bei „Collapse“ von ihrem neuen Album „As We Fall“, als auch ruhigere Sachen wie „You Care“, was daneben, meiner Meinung nach, etwas langweilig klang. Nach einer dreiviertel Stunde beendeten auch „Imperative Reaction“ ihren Auftritt und die Erwartungen auf den Hauptakt stiegen weiter. Mittlerweile war die Halle so gut gefüllt, dass man nur noch im hinteren Teil etwas freier stehen konnte.


Um halb elf betraten endlich VNV Nation die Bühne und eröffneten ihr Konzert mit „The Farthest Star“ von ihrem neuen Album „Judgement“. Sänger Ronan Harris, Mark Jackson und ihre zwei Live Supports heizten dem begeisterten Publikum eine Stunde lang volle Power ein. Auch wenn Ronan nicht voll mit Gesangskraft überzeugen konnte, so hat er das Publikum durch Charme und Ausstrahlung zu 100% mitreißen können und begeisterte mit Stimmung und Power. Ein Hit folgte dem Nächsten, von ihrem neuen Album „Judgement“ spielten sie einige neue Lieder. Neben „Testament“ und „Illusion“ ,gaben sie auch den neuen Tanzflächenfüller “Nemesis“ zum Besten. Auch ältere Hits wie „Honour 2003“, „Perpetual“, „Chrome“ und „Standing“ brachten die Halle zum Beben. Die Stimmung war super und als die Band nach einer Stunde die Bühne verließ, hörten die Rufe nach Zugabe gar nicht mehr auf.


Das Publikum führte das Konzert à capella weiter, bis die Band noch einmal die Bühne betrat und „Beloved“ und „Genesis“ als Zugaben spielte. Doch als die Band zum 2. Mal die Bühne verließ, war es dem Publikum immer noch nicht genug. VNV Nation gab noch eine zweite Zugabe und bedankte sich mit ihren zwei letzten Liedern für diesen Abend beim Publikum für die super Stimmung bei diesem ihrem letzten Deutschlandkonzert. Und so beendeten sie den gelungene Auftritt nach knappen zwei Stunden.


Text: ts
Fotos:os



The Crüxshadows und Behind the Scenes am 12.05.07 in der Markthalle, Hamburg



Nachdem das Konzert der Crüxshadows in Köln kurzfristig abgesagt wurde, war ich froh, dass ich dieses Mal den Konzertbesuch in Hamburg geplant hatte. Die Markthalle war um 21 Uhr ausreichend gefüllt, denn ich liebe Konzerte bei denen man noch Luft bekommt und es es mit dem Hamburger Hafengeburtstag eine Konkurrenzveranstaltung an diesem Sonnabend. Behind the Scenes aus Deutschland sorgten mit ihrem Song„For The Loss“ für einen gelungenen Konzertauftakt.



Die 1993 gegründete Band hat bereits mit The Crüxshadows an ihrem Album „Homeless“ zusammengearbeitet. Hier steuerten die CXS einen Remix des Songs „Home“ bei. Umso schöner war es Behind The Scenes jetzt hier als Support zu sehen. Sänger Mel Row sagte brav jeden Titel an. Es folgten mit „SOS“, „Reach me“ oder auch „Plastic Love“ eine Menge schöner Elektro-Gothic-Pop-Songs der Band. Nach circa 50 Minuten war es leider schon vorbei und es blieb etwas Zeit für ein Kaltgetränk bevor The Crüxshadows auftraten.



Der Opener des Abends war der Track „Sophia“ vom aktuellen DreamCypher Album. Sänger Roque war wie immer mit Klemmleuchten an den Armen ausgestattet, damit er bei seinen Tänzen im Publikum auch gesehen wird. Diese Fannähe ist schon ein Markenzeichen der Band und so tauchte der sympathische Frontmann mehrere Male in die Menge ein, ob nun auf einem Barhocker, Plastikstuhl oder zu Fuß. Nach ein paar nicht so bekannten Songs folgte „Winterborn“ und das Publikum sang begeistert mit. Roque bewies uns wieder seine Deutschkenntnisse, indem er uns erklärte wo der Merchandisestand ist.



Auch den Zuruf „Dicker“ ließ er sich vom Publikum erklären und nahm ihn gleich in seinen Wortschatz auf. Bei den Songs „Deception“, „Birthday“ und „Eurydice“ war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Die Tänzerinnen hatten neue Accessoires in ihre Choreografie eingebaut. Sie griffen zu Gymnastikband oder unterstützten ihre Bewegungen mit Stöcken. Auch die Masken kamen als weiterer Farbtupfer zum Einsatz und nach dem „angetäuschten“ letzten Stück, brauchte man nicht lange auf die erste Zugabe zu warten.



-„Marylin, my Bitterness“ -, ein Song, bei dem die Band traditionsgemäß das Publikum auf die Bühne holt. Hier wurde jeder zum Abschied umarmt – einfach schön. Erst nach drei weiteren Zugaben, bei dem auch „Tears“ nicht fehlen durfte, ließen die Fans die Band von der Bühne und nach einigen Fotos und Autogrammen auch in den verdienten Feierabend.


Text: i.s.o.
Fotos: i.s.o.



Elefantenbaden in Leipzig – Neues zu Pfingsten

Zu Pfingsten ist es immer wieder schwierig alle Termine in Leipzig unter einen Hut zu bekommen. Denn das alljährliche Wave-Gotik-Treffen bietet mit seinen zahlreichen Veranstaltungen schon für jeden Geschmack etwas. Vom 25. Mai bis 28. Mai 2007 herrscht eine einzigartige und mystische Atmosphäre. Konzerte, Historische Märkte, Verkaufsmessen, Theater, Kino, Ausstellungen, Diskotheken, Lesungen sind über die ganze Stadt, wie z.B. die Moritzbastei, das Völkerschlachtdenkmal und die Parkbühne, aber auch Orte der Hochkultur, wie z.B. AGRA Messe, Schauspielhaus, Werk 2 und das Krystallpalast Varieté verteilt. Folgende Künstler haben ihren Auftritt zugesagt:



45 Grave (USA) - :Golgatha: (D) Bühnenpremiere - Absolute Body Control (B) nach 23 Jahren vereinigt zur Deutschlandpremiere - Absurd Minds (D) - Adam (I) - Adorned Brood (D) - All My Faith Lost (I) - Amatris (D) - Amorphis (FIN) - Angels & Agony (NL) - Angelspit (AUS) Europapremiere - Antlers Mulm (D) - Apoptose & Fanfarenzug Leipzig (D) - Architect (D) - ASP (D) akustisches Zusatzkonzert - Ataraxia (I) - Bella Donna (D) - Beloved Enemy (D) - Big Boy (S) - Breathe (D) - Brighter Death Now (S) - Cinema Strange (USA) - Conetik (N) - Coph Nia (S) - Coppelius (D) - Crematory (D) - Cruachan (IRL) - Cyan aka Eternal Afflict (D) - Dame Mediolanensi (I) die weiblichen Herzen von Camerata - Dandelion Wine (AUS) - De / Vision (D) - Denight (D) - Der Fluch (D) - Dernière Volontè (F) - Desiderii Marginis (S) - Disillusion (D) - Dismantled (USA) - Dive (B) - Dolor (D) - Dope Stars Inc. (I) - Dornenreich (A) Akustikkonzert - Eisbrecher (D) - Elane (D) - Elegant Machinery (S) - Elster Silberflug (D) die Legende aus den 70iger Jahren - Elusive (N) - Emilie Autumn (USA) - Entwine (FIN) - Error:Genesis (UA) - Estampie (D) - Faderhead (CH) - Faun (D) - Felsenreich (D) - Fetisch:Mensch (D) Projekt von Oswald Henke -


First Law (D) einmaliges Konzert - Fixmer / McCarthy (F/UK) - Fjernlys (D) - Frank The Baptist (USA) - Frankenstein (USA) - Front 242 (B) - Haggard (D) - Heimataerde (D) Bühnenpremiere - Heimstatt Yipotash (D) - Holodne Sonze (UA) - I:Scintilla (USA) Deutschlandpremiere - In Strict Confidence (D) - Jesus & The Gurus (CH) - Kiew (D) - Komu Vnyz (UA) - Kosmic Horrör (D) - Krypteria (D) - Les Anges De La Nuit (USA) Europapremiere - Liquid Divine (D) - Lux Interna (USA) - Lycosia (F) - Müllér Of Death (D) - Merlons Lichter (D) - Midge Ure (UK) die legendäre Stimme von ULTRAVOX - Midnattsol (D/N) - Milù (D) - Moonspell (P) - Narsilion (E) - New Skin (UK) - Nim Vind (CDN) - Northern Lite (D) - Nvmph (S) - Obscenity Trial (D) - Occculture (D) - Orange Sector (D) - Plastique Noir (BR) - Poisonblack (FIN) - Potentia Animi (D) - Pre.Emptive Strike 0.1 (GR) - Pride & Fall (S) - Primordial (IRL) - Proceed (D) - Psyclon Nine (USA) - Punto Omega (RA) - Pzychobitch (D) - Qntal (D) einmalige Darbietung mit Estampie und Gästen - Rabia Sorda (MEX) - Reflexion (FIN) - Reliquary (USA) - Remember Twilight (D) - Rome (L/DK/D) - Rosa Crux (F) - Rotersand (D) - Salonorchester Weimar (D) spielt Rammstein, Bach, Mozart - Seabound (D) - Secret Discovery (D) - Seelenfunken (D) - Serious (D) - Shadow Reichenstein (USA) - Soman (D) - Stormfågel (S) - Subway To Sally (D) - Suicide Commando (B) - Suidakra (D) - Tamtrum (F) - Terminal Choice (D) - The 69 Eyes (FIN) - The Cassandra Complex (UK) - The Crimson Ghosts (D) - The Deep Eynde (D) - The Illusion Fades (GR) - The Killerheels (UK) - The Last Days Of Jesus (SK) - The Levellers (UK) - The Lovecrave (I) - The Promise (D) - The Pussybats (D) - The Retrosic (D) Weltpremiere - The Superheroines (USA) Europapremiere - This Morn` Omina (B) - Unterart (D) - Untoten (D) akustisch - Vive La Fete (B) - Warren Suicide (D) - Wolfenmond (D) - Zadera (D) - Zeraphine (D) - Zombina & The Skeletons (UK) -
In der Kantine im Volkspalast beginnen jeweils um Mitternacht folgende Tanzvergnügen.

Freitag, 25. Mai ~Monstertanz~
  • Darlin' Grave (Dead & Buried, All gone dead, UK)
  • CCCP (Onderstroom, Living in Oblivion, NL)
  • chRIstian P. (Skeletal Remains, D)
Sonnabend, 26. Mai ~Cryptkickers~
  • Rickbats (Stiches, Decayed Lace, USA)
  • Thomas Thyssen (Pagan Love Songs, Randbewegung, D)
  • Jürgen Jakob (Judgement Day, ex-Strobelight Records, AT)
Sonntag, 27. Mai ~Creepshow~
  • Scary Lady Sarah (American Gothic Productions, USA)
  • Dave Bats (Release the Bats, USA)
  • Ralf Thyssen (Pagan Love Songs, D)
Weitere Infos, sowie Karten zu Euro 58,-- unter WGT 

Außerdem freuen wir uns über zahlreiche Einsendungen zu unserer FESTIVALVERLOSUNG 

Wer aber in Leipzig noch etwas anderes erleben will oder ein paar Tage mehr in Leipzig verbringt, sollte unbedingt den Zoo Leipzig besuchen.


Auch hier gibt es ein Maifest, das mittlerweile schon zur Tradition geworden ist.

Ab 11.00 Uhr wird der Zoo mit Musik von Radio PSR „geweckt“. Radio PSR-Moderator Andreas Bachmann begrüßt ab 11.00 Uhr die Zoobesucher und eröffnet gleichzeitig das Live-Programm auf der Showbühne im Konzertgarten unter anderem mit der Gruppe „MiCarla“. Für die Unterhaltung der kleinen Zoobesucher sorgt um 12 Uhr und 15.30 Uhr das Kindertheater mit dem Stück „Das tapfere Schneiderlein“. Spaß und Unterhaltung für die ganze Familie wird dabei garantiert!  

Die tierischen Stars an diesem Tag sind zweifelsohne die Jungtiere im Zoo. Unbeschwert genießen sie die Freiheiten und toben ausgelassen über die Anlagen. Die Elefanten im neuen Elefantentempel „Ganesha Mandir“ legen bei den warmen Temperaturen sicherlich einen Badegang mehr ein und tauchen ab in die Tiefen direkt vor den Besuchern. Das ist ein einmaliges Schauspiel so einen Dickhäuter direkt vor der Nase durch ein Glasbassin schwimmen zu sehen. ELEFANTENBADEN


Vielleicht hat man auf dem Nachhauseweg nach einem gelungenen Pfingstwochenende noch Zeit, die neue Seenlandschaft um Leipzig zu erkunden. Fast 100 Jahre lang wurde hier im Tagebau Braunkohle abgebaut. Nun entsteht das Leipziger Neuseenland durch Flutung eine Seenkette, die zu den attraktivsten deutschen Wassersportgebieten zählen wird. Allein der künftige Zwenkauer See wird einmal größer sein als der Tegernsee. Doch schon jetzt bietet die Region viele touristische Attraktionen, z.B. den Kanupark am Markkleeberger See, der am 15. April 2007 eröffnet wurde.


Text: i.s.o.
Fotos: i.s.o.

THE MISSION - Live Konzert am 22.05.07 im Herforder X

Im Herbst 1985 verließen Wayne Hussey and Craig Adams die Band Sisters Of Mercy und formierten The Mission. Bereits im darauf folgenden Frühjahr ging die Gruppe im Vorprogramm von The Cult auf ihre erste Europatour. The Mission veröffentlichten bei einem kleinen Independent Label zwei Singles, die beide auf Platz 1 der britischen Alternative-Charts landeten, und unterzeichneten dann einen weltweiten Plattenvertrag. Ihre erste Single auf dem neuen Label, "Stay With Me" ging direkt auf Platz 30 der englischen Charts, gefolgt von einer Platzierung ihres Debütalbums "God's Own Medicine" auf Rang 14.

Während der folgenden acht Jahre veröffentlichten The Mission sechs weitere Alben, auf denen insgesamt 12 Hitsingles zu finden waren, darunter die Hymnen "Wasteland", "Tower Of Strength", "Beyond The Pale", "Deliverance" und "Butterfly On A Wheel". Die Verkaufszahlen haben bis heute die 4- Millionen-Grenze überschritten. Während dieser Periode erarbeiteten sich The Mission den Ruf als eine der besten und aufregendsten Live-Bands der Welt und erhielten unzählige Auszeichnungen. Nach zwischenzeitlicher Trennung sind The Mission seit 1999 wieder aktiv, legen 2001 mit "AurA" ihr bis dahin wohl bestes Album vor und zahlllose Fans konnten seitdem weltweit die Power der Band live erleben.

THE MISSION spielen eines ihrer wenigen Konzerte am 22.05.2007um 21 Uhr im Herforder X,Bünder Str.82 - 86 ,32051 HERFORD .



Combichrist am 03. April 2007 im Movie, Bielefeld


Am Dienstag den 03. April wurde das Movie, ein Club unweit des Bielefelder Hauptbahnhofes, Schauplatz harter elektronischer Klänge. Das Interesse an den kommenden drei Bands, NORTHBORNE, REAPER und COMBICHRIST war groß. Es hatten sich,obwohl Dienstag Abend in Ostwestfalen, eine Menge Fans im Movie versammelt. Gegen 20.40 Uhr verdunkelte sich das Licht und NORTHBORNE betraten die Bühne. Das noch etwas schüchterne Publikum bekundete zwar durch Beifall Interesse an der Band, traute sich aber noch nicht ganz den Raum einzunehmen und verteilte sich an den hinteren Plätzen und in der Nähe der Theke. Die Band mit den beiden Mitgliedern Christian Lund (ebenfalls bei Icon of Coil) und Alex Coucheron Jarl mischte die Menge die ersten 30 Minuten mit harten Beats aus Techno Body Music und Industrial Klängen auf. Aufgrund der tanzbaren Musik, wagte sich der ein oder andere dann doch schon mal auf die Tanzfläche.


Nach einer Umbaupause, die glücklicherweise mit Musik vom Plattenteller unterlegt wurde, aber meiner Meinung nach mit 20 Minuten doch etwas zu lange dauerte, folgte die zweite Band des Abends - REAPER. Vasi Vallis, der mit Tarnhose, zerrissenem Shirt und rot-schwarz bemaltem Gesicht auf die Bühne stürmte, hatte sich Unterstützung durch einen Keyborder geholt. Dieser erinnerte mit seinem Umhang und dem bemalten Gesicht stark an Star Wars. Gespielt wurden Stücke wie MEMENTO MORI und EXECUTION OF YOUR MIND, die auf dem Debüt-Album “Hell starts with an H“, welches im Februar diesen Jahres erschien, zu hören sind. Mit seiner stürmischen Art über die Bühne zu sprinten und mit ein paar aufmunternden Worten animierte Vasi die Zuhörer zum mitmachen. Das funktionierte auch ganz gut und ein großer Teil der Menge bewegte sich im Takt.


Leider folgte nun wieder eine längere Umbaupause, aber immerhin warteten wir ja nun auf den Hauptact des Abends. Mit seiner 'What the F**k is Wrong With You People' Tour machte Andy LaPlegua Frontmann von Icon of Coil mit seinem Projekt Combichrist Halt in Bielefeld. Unter anderem wurden Songs wie "Give Head If You Got It" und "Electrohead" von der aktuellen CD gespielt. Aber gerade auch die älteren Stücke wie "Blut Royale" wurden begeistert vom Publikum aufgenommen. Die Meisten der Zuhörer wurden spätestens jetzt zu begeisterten Tänzern und bei jedem wippte zumindest der Fuß im Takt.


Andy und seine Bandkollegen brachten die Menge mit ihrem electronic-industrial Sound wirklich gut in Stimmung. Nach dem circa 50 minütigem Konzert verlangten die Fans natürlich noch nach Zugabe. Diese Bitte wurde auch gewährt. Doch zunächst wurden einzelne Personen aus dem Publikum von Andy mit einem Scheinwerfer angestrahlt und zum Mittanzen in die ersten Reihen geholt. Dann gab es das letzte Lied für diesen Abend "This Shit will fuck you up". Die Menge war wahrscheinlich genauso enttäuscht wie ich, dass Andy nach diesem Song die Bühne verließ und er tatsächlich nur dieses eine Lied als Zugabe präsentierte. Nun ja, ich würde sagen, dann treffen wir uns beim nächsten Konzert wieder.

Text:jvo
Fotos:jvo







Frohes Fest mit Unheilig am 14.12.06 in Hamburg und am 17.12.06 in Köln


Ausnahmsweise hatte ich das Vergnügen, UNHEILIG sowohl am 14.12.06 in Hamburg (Markthalle) als auch am 17.12.06 in Köln (Live Music Hall) erleben zu können. Nachdem ich 2006 schon zwei grandiose Open-air-Auftritte des Grafen zum WGT und zum Amphi-Festival erleben konnte, war ich sehr gespannt, wie eine "Weihnachtsshow" mit Namen "Frohes Fest" aussehen könnte. Insbesondere, da ich vorab keine Lieder seiner gleichnamigen Weihnachts-CD kannte - zumindest nicht in seiner Interpretation. Leider klappte es beide Male nicht mit einem Interview: Einmal wollte sich der Graf schnellstmöglich unter seine wartende Fanmeute mischen (natürlich nicht, ohne sich noch schnell mit mir ablichten zu lassen), das andere Mal hatte ein vortägiger Regenschauer die Stimmbänder des Grafen fast komplett außer Funktion gesetzt, so daß jede Minute Rekonvaleszenzzeit genutzt werden mußte.


Doch laßt mich am Anfang beginnen: Und der Anfang führt immer an Kartenabreißer und Merchandise-Stand vorbei unweigerlich zur Vorband. In diesem Fall schweizerischer Nationalität und namens F A Q (bitte nicht als ein Wort aussprechen!). Vorbands haben in der Regel keinen sehr guten Ruf und auch keinen leichten Stand: Die Leute holen sich Bier, schwätzen, gehen wieder zum Merchandise-Stand, etc. Natürlich unterblieb dies auch bei F A Q nicht, aber die Aufmerksamkeit galt zu einem nicht unerheblichen Maße den drei Schweizer Jungs, die sich in enges Lack (beim Sänger Philip sogar Lackrock und -korsage sowie ein Latexhandschuh) gezwängt hatten. Wer jetzt allerdings eine rein auf Äußerlichkeiten reitende Möchtegern-Band erwartet hatte, war nach spätestens zwei Liedern eines Besseren belehrt. Die Jungs hatten gute Melodien, wußten ihre Geräte (Baß, Gitarre und Computer) zu bedienen und insbesondere die Stimme von Philip war erstaunlich, Placebos Brian Molko mit Samtüberzug! Allerdings war die Musik eher MESH mit Emotion wie nach einer vergeigten Prüfung - mit ordentlich Gitarren oben drauf.


Während im kühleren Norden selbst solch positive Überraschung keine Jubelstürme, sondern nur (hier ungewöhnlich viel) Applaus generierte, war die Stimmung in Köln schon fast so freudig wie bei einem Heimspiel. Und es kann nicht nur an den vier "mitgebrachten" Norwegern gelegen haben. (Anm: Der Bassist von Apoptygma Berzerk, mit denen sie schon auf Tour waren, hatte sich zusammen mit Anhang das Konzert nicht entgehen lassen.) Ich habe mir auf jeden Fall FAQs CD "Is Pornography Art?" besorgt, diese im Anschluß von den netten Jungs inkl. "For the Lord" signieren lassen und die Anschaffung keinesfalls bereut. "The world is cold enough" oder "Heartbreaker" wären aus dem Hause Placebo sicher schon Single-Hits. Mehr zur Band erschließt sich aus dem separaten Interview.


Das UNHEILIG-Konzert schloß sich nach relativ kurzem Umbau an, da das aus Hintergrundmotiven und wellenförmig angeordneten Großkerzenleuchtern bestehende Bühnenbild schon fast aufgebaut war und nur die F A Q-Fahnen weggeräumt werden mußten. Die Hintergrundmotive bestanden im wesentlichen aus dem Markenzeichen "UH" und der Flamme vom CD-Cover "Frohes Fest". Die Kerzenleuchter blieben zu meiner Enttäuschung in Hamburg aus, zu meiner Freude in Köln aber dauerhaft angezündet - und sorgten für zusätzlich stimmungsvolle Ausleuchtung. Weiterhin ist auch die abwechslungsreiche Beleuchtung positiv hervorzuheben, die je nach Stimmung der kommenden Lieder auch einmal alles in dunkles Rot oder gleißendes Weiß taucht.






Mit "Knecht Ruprecht" ging es sofort hinein ins weihnachtliche Thema, das mit "Kling Glöckchen" auf das Klareste fortgeführt wurde. Zwar versteifte sich der Graf nicht ausschließlich auf seine Interpretationen von klassischen Weihnachtskrachern, aber der Schwerpunkt der Weihnachtstour wurde von diesen gebildet. Und einige hatten, angesichts der wirklich großartigen von Männlein wie Weiblein getragenen Weihnachtsstimmung mit Gänsehautgarantie, sogar eine Träne im schwarzen Knopfloch. Selten wurde der Begriff der Schwarzen Gemeinde oder der Schwarzen Familie so deutlich, wie hier so kurz vor Heilig Abend beim Blick in die leuchtenden Augen der versammelten "Outsider". Was den Katholiken ihr Benedikt ... macht die Magie des Grafen auf einem Live-Konzert aus. Irgendwann muß ich auch meine E.B.M.-Hardcore-Fraktion einmal mitnehmen und beobachten, ob sich da nicht doch ein kleiner Zauber auf deren Gesicht einstellen wird.


Die dargebotenen Weihnachtslieder wurden wirklich toll interpretiert und dargeboten. Selbst in Köln, wo das Management noch Stunden vor dem Konzert sämtliche Apotheken plünderte, damit der Graf sich die volle Selbstmedikation geben konnte, erzeugte seine Stimme noch Gänsehaut. Und auch seine Mitstreiter an Gitarre und Synthesizern gaben ihr Bestes und starteten nicht bloß irgendwelche vorgemixten Samples oder standen gelangweilt in der Ecke. Wobei - verglichen zum fast pogenden/bangenden Grafen - dann doch irgendwie. Der Graf hatte sich zwar jeweils bald seines Jacketts entledigt, behielt aber seine klassische Krawatte zum durchgeschwitzten weißen Hemd bis zum Ende an.


Beim ersten Konzert fragte ich mich nach einer Weile, ob es denn wirklich ein reines Weihnachtsoratorium würde, oder ob er denn nicht wenigstens das ja fast thematisch passende "Mein Stern" einflechten könnte. Und da fing auch schon "Astronaut" an, was mich bei den ersten Takten immer an "Mein Stern" glauben läßt. Daß die Weihnachtslieder - auch die unbekannteren - wohl zu (nahezu?) 100 % den Originaltext behalten hatten, klang nicht kitschig sondern eher großartig - mit einer Verbeugung vor der Zeit, in der sie entstanden sind. Und die markante, gruftige Grafenstimme unterstrich den Text geradezu.


Neben den ruhigen Stücken kamen aber auch die brachialen Klassiker wie "Sage Ja!", "Maschine" und als erste Zugabe "Freiheit!" noch zu ihrem Aufführungsrecht. Und hier brodelte der Saal - und die Kehlen schrien sich heiser. Und Hamburg liegt - vielleicht abgesehen vom nachgeahmtem Klickklack der kölschen Maschine - hier klar auf der Dezibel- und Begeisterungsskala vor Köln. Und als weitere Zugabe kam jeweils auch endlich mein ersehntes "Mein Stern" - und der Saal tauchte sich in Lichtermeer aus Feuerzeugen und Wunderkerzen. Nun glaubt man endgültig, in des Grafen dunkler Weihnachtsfamilie angekommen zu sein. Wobei, so habe ich mich umgeben von Tanten und Onkeln dann doch nie gefühlt. Schade, daß mir meine "Mädels" in Hamburg in der Masse abhanden gekommen waren. Das sollte mir in Köln aber nicht wieder passieren!


Zwei Stunden gab der Graf mit seinen Mannen alles. Und erntete den verdienten Dank und Jubel des dunklen Publikums, den er gierig aufsog - wie Graf Dracula frisches Blut. Großartig! Wiederholung in 2007 erwünscht. Abschlußvergleich der Konzerte: Frenetischeres Publikum in Hamburg als in Köln. Sogar Grafen-Doubles wurden in HH einige gesichtet. Der Norden ist also immer wieder für eine Überraschung gut. Und da der Graf in der Hansestadt auch noch nicht kränkelte, geht das Rennen mit einer Spekulatiuslänge an Hamburg - trotz der brennenden Kerzen in Köln.

Postskriptum: Als meine absoluten Favoriten von der CD "Frohes Fest" entwickelten sich über die Feiertage "Süßer die Glocken" und "Vollendung". Und für das nächste Jahr weiß ich schon jetzt, welche CD ich dem einen oder anderen elektronisch infizierten Freund oder Familienmitglied vorab unter den Baum legen werde. Nur meine Kollegen können die CD wohl nicht mehr hören .

Text: cbl
Fotos:i.s.o./cbl





The Crüxshadows - Dream Cypher- Tour am 13.11.06 im X Herford


Am 13.11.2006 machten THE CRÜXSHADOWS mit ihrer "Dream Cypher"-World Tour Halt im Herforder X. Für einen Montag Abend war die große Halle relativ gut gefüllt. Pünktlich um 21.00 Uhr startete die, ebenfalls aus den USA stammende, Vorgruppe EGO LIKENESS. Die Sängerin schuf mit ihrer tollen Stimme einen guten Einstieg in das nachfolgende Programm. Nach einer kurzen Umbaupause drängten sich auch noch die letzten "Barhocker" vor die Bühne. Alle schauten gespannt nach vorne zur Band, als sich Sänger Rogue vom Mischpult aus den Weg von hinten durch die Menge zur Bühne bahnte. Diese Nähe zum Publikum zog sich durch das ganze Konzert. Rogue ließ es sich nicht nehmen bei verschiedenen Stücken von der Bühne zu steigen und mit einzelnen Gästen zu tanzen oder über die seitlichen Absperrungen zu turnen und sein Set von dort aus fortzusetzten.


Spannend wurde es dann, als er mit einer Leiter über dem Kopf hinter der Bühne hervorkam und auf dieser mitten im Zuschauerraum weiter sang. Brav hat er sie auch wieder zurückgebracht. Bei den vielen bekannten Songs, wie "Marilyn, My Bitterness" und "Tears" fiel es den Zuschauern auch nicht schwer begeistert mitzusingen und mitzuklatschen. Mit phantastischen Violinensoli verwöhnte uns Rachel McDonnell. Abgerundet wurde die immer ausgereiftere Bühnenshow durch die Performance der beiden Tänzerinnen Jessica und Sarah. Das Konzert war wie immer eine abwechslungsreiche und fannahe Veranstaltung.

Text: jvo
Fotos: jvo



The Crüxshadows am 10.11.06 in der Krefelder Kufa


An diesem Freitag hieß es Schlange stehen in der Krefelder Kulturfabrik. Es waren zahlreiche Besucher erschienen, um den Crüxshadows Gehör zu schenken. Als Vorband spielten jedoch erst einmal die Labelkollegen Ego Likeness. Diese Band hat bisher drei Alben herausgebracht und erinnerte mich durch ihren Frauengesang etwas an Diva Destruction. Nur nicht so zerstörerisch, denn mir fehlte die Power. Alle Songs waren recht gleichförmig, so dass man nicht gleich erkannte, wann ein neuer Song anfing.


Umso mehr freute es mich, als endlich Crüxshadows auf die Bühne kamen. Mit kleinen Lampen an der Kleidung schlich sich Sänger Rogue durch das Publikum auf die Bühne. Die Gruppe spielte neuere Stücke, wie „Sophia“ und auch nahezu sämtliche Klassiker, wie „ Return“, „Winterborn“ oder „Deception“. Die Geburtstagskinder des Abends wurden wieder auf die Bühne geholt und mit Happy Birthday-Gesang gefeiert. Die Band ließ sich nicht lange bitten und brachte nach einer Supershow noch mehrere Zugaben. Nur kann ich nicht verstehen, warum mein CXS-Lieblingssong „Bloodline“ nie auf Konzerten gespielt wird. Nichtsdestotrotz war der Auftritt sehr gelungen und ich hätte wirklich Lust morgen wieder hinzugehen.

Text: i.s.o.
Fotos: i.s.o.



Welle:Erdball im Herforder X, 04.11.2006


Nicht nur musikalisch, sondern auch mit ihrer einmaligen Bühnenperformance überzeugte Welle:Erdball am Samstag den 04. November im Herforder X. Die große Halle war angenehm gefüllt, denn nicht nur eingefleischte Fans im Anzug zog es an diesem Abend zum Konzert. Während der ersten Songs stand die Band hinter weißen Papierwänden und war nur als Schatten zu erkennen. Abwechselnd gaben sich Sänger Honey, Frl.Venus und Plastique die Ehre und traten vor die Wände. Bei „Der Telegraph“ drehten sich die beiden Damen links und rechts am Bühnenrand ganz im Zeichen der 50er in gepunkteten Petticoatkleidern und schwarzen Sonnenbrillen. Den Rest der Band gab es als Videoprojektion auf den Wänden zu sehen.


Im Laufe der nächsten Lieder wurden die meisten Wände nach und nach abgerissen, so dass es doch noch den Blick auf die ganze Band gab. Spannend wurde es dann bei dem Song „Das Alpha-Tier“, als die beiden Damen im Schattenspiel ihre Kleidern fallen ließen und im hautengen Ledercatsuit wieder hervortraten. Beim nächsten Lied, „Schweben, Fliegen, Fallen“ sang das Publikum begeistert mit. Noch mehr Freude machten aber die riesigen Luftballons, die in den Zuschauerraum geworfen wurden. Weitere optische Untermalungen gab es zu den Songs „Hoch die Fahnen“, mit schwenkenden Fahnen und „Starfighter F104 G“, hierzu flogen selbstgebastelte Papierflugzeuge von der Bühne. Bei „Wo kommen all die Geister her“ wurde es wieder Zeit zum Mitmachen. Es gab Wunderkerzen, die die meisten Zuschauer auch gerne anzündeten. Nach begeisterten Zugaberufen wurden unter anderem noch die Stücke „Ich bin nicht von dieser Welt“ und „Monoton & Minimal“ gespielt. Alles in allem ein wirklich gelungenes und abwechslungsreiches Welle:Erdball Konzert. Es macht immer wieder Spaß ein solch gut durchdachten Auftritt zu sehen.

Text: jvo
Fotos: i.s.o.




ORKUS FESTIVAL CLUB TOUR, im Düsseldorfer STAHLWERK, 01.10.2006


An diesem Sonntag eröffnete gegen acht Uhr eine Band im Stahlwerk das Konzert, die mir bis zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt war.Sie war im Programm auch nur mit “eine weitere Band in Planung“ angekündigt. Also rätselte ich, bis die vier gegen Ende ihres Auftritts ihren Namen preisgaben. DOWN BELOW hieß die Band mit den druckvollen Darkrock-Klängen. Sänger Neo Scope kam mit einer sehr sympathischen Art rüber. Bei „Dark we“ gab es eine kleine technische Panne auf der Bühne, für die er sich nett entschuldigte. Jedoch tat dies ihrem Auftritt keinen Abbruch. Zum Schluss konnten sich die weiblichen Fans noch freuen und den gut gebauten Oberkörper des Sängers bestaunen, nachdem er sich bei der Ballade “Angel“ seines Hemdes entledigte. Aber mal ganz abgesehen davon, war ich positiv überrascht von diesem Einstieg in den Abend.


Danach ging es weiter mit ZEROMANCER, die von denen ich nach ihrem Album “Eurotrash“ nicht mehr allzu viel gehört hatte. Doch die Erinnerung kam recht schnell wieder, nachdem sie ihren Auftritt mit „Doctor Online“ begannen und direkt gute Stimmung aufkam. Leider traten auch hier wieder technische Probleme auf, für die sich Alex Møklebust beim Publikum entschuldigte und sich dafür bedankte, wie nett ihnen das Publikum darüber hinweghelfe. Sie spielten neben altbekannten Hits wie “Clone your Lover“ auch Sachen von ihrem Ende 2003 erschienenen Album “ZZYZX“ wie „Stop the Noise“ und “Famous last Words“. ZEROMANCER beendeten gegen 21:30 Uhr ihren gelungenen Auftritt mit der Coverversion „Send me an Angel“. Um 21:45 Uhr ging es weiter mit UNHEILIG, welche dem Publikum nach zu urteilen die Hauptattraktion des Abends darstellten. Der Graf und seine Band wurden stürmisch, teilweise schon leicht hysterisch, von ihren Fans zum Song „Eva“ begrüßt. Sollte ich jetzt Hits benennen, die gespielt wurden, ist das eigentlich nicht möglich, da jeder Song vom Publikum wie ein Hit mitgesungen wurde, darunter “Maschine“, „Freiheit“ oder „Mein König“. Zu dieser Ballade war das Publikum besonders gerührt, da der Graf diesen Song seinem Großvater gewidmet hat. Bei „Ich will leben“ gab es einen besonderen Bonus, Peter Spilles von PROJECT PITCHFORK ließ es sich nicht nehmen den Grafen hierbei schon einmal zu unterstützen. UNHEILIG beendeten mit zwei Zugaben ihren Auftritt. Bei „Mein Stern“ schwenkte das Publikum ein Meer aus Feuerzeugen.


Als Headliner an diesem Abend betraten PROJEKT PITCHFORK die Bühne und eröffneten ihre Show mit „Alpha Omega“. Was mich jedoch verwunderte war, dass nun wesentlich weniger Leute im Publikum waren als noch kurz zuvor bei UNHEILIG. Besonders das jüngere weibliche Publikum drängte nach draußen zum Merchandisestand, um dort den Grafen noch, wie angekündigt, zu treffen. PROJECT PITCHFORK brachten Hits aus ihrem gesamten Repertoire wie „Timekiller“, „K.N.K.A.“, „God wrote“ und „Existence“. Die Vier sahen alle ziemlich fertig aus, insbesondere der Keyboarder Dirk Scheuber, welcher einige Male irritiert versuchte mit dem Publikum zu kommunizieren. Jedoch brachten sie ihre Musik solide und routiniert rüber, und so endete auch dieser Abend gelungen nach einigen Zugaben.

Text: ts
Fotos: ts




M’ERA LUNA 2006 auf dem Flugplatz Hildesheim-Drispenstedt


Wie jedes Jahr freute ich mich seit Beginn des Sommers auf ein bestimmtes Wochenende im August. In meinen Vorstellungen sah ich mich auf meiner himmelblauen Decke im Sonnenschein auf dem Festivalgelände in Hildesheim den Klängen von unzähligen Bands lauschen. Doch ca. 2 Wochen vor dem 12. August zerplatzte diese Vorstellung wie eine Seifenblase. Eine Unwetterwarnung jagte die nächste und mit Grauen dachte ich an den im Matsch versinkenden Flughafen. Nun drehten sich meine Gedanken um ein Outfit mit extra hohen Gummistiefeln und Friesennerz. Denn an zu Hause bleiben war bei den angesagten Bands, wie BAUHAUS, DIE KRUPPS, THE GATHERING, MESH, NITZER EBB u.v.m. nicht zu denken. Doch zum Glück kam alles anders als gedacht. Die Regenfronten zogen am Festival vorbei und mit den fünf Regentropfen, die am Sonntag auf meine Nasenspitze fielen,konnte ich gut leben. Das Wetter war so super wie das Festival. Ich war mit dieser Meinung nicht alleine, denn ca. 22000 Besucher verzeichnete das M’Era Luna in diesem Jahr.


Samstag 12.08.2006

Am Samstag ab 11.00 Uhr starteten die ersten beiden Bands, SONO und die irische Band LLUTHER auf der Hauptbühne und im Hangar. Auf der Hauptbühne führte DJane und Moderatorin Medusa durch das folgende Programm. Hier betrat nun NORTHERN LITE die Bühne. Das aus Erfurt stammende Trio fand mit seinem Sound Mix aus Electro und Alternative die ersten begeisterten Zuhörer. Wer mehr möchte, der erhält ab 1.09. das neue Album „Unisex“ im Handel. Im Hangar ging es mit REGICIDE weiter. Die abwechslungsreichen Songs der 7-köpfigen Band werden von den Stimmen von Frauke Richter und Timo Südhoff geprägt. Danach folgte Nordic Folk Metal von MIDNATTSOL mit Carmen Elise Espenaes, der kleinen Schwester von Liv Kristine. Auf der Main Stage spielten inzwischen GOTHMINISTER und GIRLS UNDER GLASS. GIRLS UNDER GLASS feierten heute mit uns ihr 20-jähriges Bandbestehen. Dazu luden sie Gastsänger wie Eric Burton, Peter Spilles und Oswald Henke ein. Lezterer gab den Song „Du Tier“ zum Besten.


Die italienische Formation DOPE STARS INC. um Sänger Victor Love brachte mit krachigen Gitarrenrythmen den leicht eingenebelten Hangar zum Rocken. Einige Fans ließen sich durch die „Let’s rock!“ Rufe von Sänger Victor und der headbangenden Band davon überzeugen mit zu rocken. Aber nachmittags um halb drei kann das halt noch nicht jeder. Mit einer guten Mischung aus altbekannten Songs, wie „Trust you“ und „Fragile“,sowie den Stücken „Petrified“ und „What are you scared of?“ von ihrem neuen Album „We Collide“, fand ich den darauffolgenden Auftritt von MESH wirklich gut. Aber wahrscheinlich liegt das auch daran, dass ich die unkomplizierte Art der Band, die Stimme von Mark und natürlich nicht zu vergessen seine legendäre Wollmütze so mag. In einem mitlerweile gut gefüllten Hangar zog LIV KRISTINE mit engen Rock, Glitzer-Korsage, ihrem langen blonden Haar und natürlich der unverkennbaren Stimme das Publikum in ihren Bann. Trotz einiger Soundprobleme waren die Fans „phantastisch“, das merkte auch Liv und bedankte sich dafür. Mit härteren Electro Klängen traten FUNKER VOGT auf die Hauptbühne. Sie spielten u.a. „Navigator, „Fallen Hero“ und „Tragic Hero“. Mit nackten Oberkörper und Deutschlandfahne hatte Sänger Jens Kästel zum Ende des Konzerts auf jeden Fall seinen Spaß. Nach FUNKER VOGT machte ich mich auf den schnellsten Weg wieder zurück in den Hangar zu UNHEILIG. So war zumindest mein Plan. Doch vor den Hangar angekommen musste ich feststellen, das es wegen Überfüllung weder raus noch rein ging. So fand das Konzert des Grafen leider ohne mich statt.


So konnte ich wenigstens DIE KRUPPS von Anfang bis Ende auf der Hauptbühne miterleben. Was sich auch auf jeden Fall wirklich gelohnt hat. Mit den Hits „To the Hilt“, „Crossfire“ und „Fatherland“ brachten sie das Publikum zum toben. Wirklich toll! Christian Pohl, den wir dieses Wochende zweimal zu sehen bekamen, stand zuerst als Frontmann von BLUTENGEL auf der Bühne, mit dabei war auch Sängerin Constance Rudert. Mit einer Mischung aus weiblichen und männlichen Gesang unterlegt mit eingängiger elektronischer Musik, fand das Konzert bei der breiten Masse große Zustimmung. „Solitary Angel“ und „Children of the Night“ wurden gespielt, um nur zwei der bekanntesten Lieder zu nennen. Besonderes Augenmerk bei BLUTENGEL ist die Bühnenshow, eine Mischung aus Tanz, Theater und Pyroshow mit blutigen Details. Die schon 1982 gegründete englische Band NITZER EBB war der nächste Star des Abends. Mit ihren harten elektronischen Beats und den Stücken „Getting Closer“, „Join in the chant“ und „Fun to be had“ brachten Bon Harris, Douglas McCarthy und Kourtney Klein das Publikum zur Extase. Nachdem ich bei Unheilig schon so meine Probleme hatte in den Hangar zu kommen verzichtete ich auf die Konzerte von SAMSAS TRAUM, TRISTANIA und dem schwedischen Quartett DEATHSTARS. Aber THE GATHERING wollte ich auf keinen Fall verpassen. Nachdem ich mir aber die ersten 3 Lieder angehört hatte, war ich ziemlich entäuscht. Nicht von den „bunten“ Bühnenkleidung, wie so manch anderer im Publikum, sondern von Annekes Stimme. Dies lag aber bestimmt nicht an ihr, sondern am Mischpult. Leider bin ich etwas früh wieder nach draußen gegangen um BAUHAUS zu sehen, denn wie ich später hörte wurden die Soundprobleme behoben und das Konzert wurde noch super.


Die lange erwarteten Stars des Tages kamen endlich auf die Bühne. Nachdem ich aus Zeitgründen keines der diesjährigen Konzerte von BAUHAUS gesehen hatte, wollte ich mir dieses auf keinen Fall entgehen lassen. Im dichten Nebel betraten die Herren die Bühne: David J. und Kevin Haskins, Daniel Ash, mit Fellweste und riesiger Sonnenbrille bekleidet, an der Gitarre und Peter Murphy am Mikro. Als sich der Nebel lichtete konnte man schon erkennnen, dass die Zeit nicht ganz spurlos an den Herren vorbei gegangen ist. Die eine oder andere Falte, ein paar Kilos mehr und lichter werdendes Haar sind die Folgen. Aber egal, wir wollen uns auf die Musik konzentrieren. Einige Hits wie „She’s in Parties“ und „Dark Entries“ wurden gespielt, doch es folgten auch eine ganze Reihe von B-Seiten-Hits, die sich teilweise sehr in die Länge zogen. Zum Abschluß zelebrierte Peter, im langen, wehenden Mantel über die Bühne schreitend, den Song „Bela Lugosi’s Dead“. Mit den Worten „Good night and thank you very much", verabschiedete sich BAUHAUS. Die folgenden Zugaberufe wurden leider nicht erhört. Auffällig war, dass es sich schon während des Konzerts vor der Bühne relativ schnell leerte. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass alle schon so müde oder die Leute vielleicht teilweise zu jung für die Musik waren oder lag es einfach nur an BAUHAUS selbst. Wie immer gab es auch dieses Jahr, die obligatorische Hangar-Party. Am Samstag legte dort unter anderem Ronan von VNV Nation auf. Die Musik war sehr Elektro orientiert, was ich persönlich etwas schade fand. So kam ich doch noch zu einer vertretbaren Zeit zum Schlafen.


Sonntag, 13.08.2006

Nach einer kalten Nacht, aber einem sonnigen Morgen lauschte ich den Klängen der ersten Bands, wie beispielsweise MONA MUR FEAT. ST. CLAIRE bei einem leckeren Frühstück vom Zeltplatz aus. Bei den Niederländern CLAN OF XYMOX traf ich bei strahlenden Sonnenschein vor der Hauptbühne ein. Bei den Klassikern wie „Elise“ kam die gewünschte Festivalstimmung auf. Wer noch mehr von Ronny Moorings und Co. und dem neuen Album „Breaking Point“ möchte, kann sich die aktuelle Tour anschauen. Weiter ging es mit EPICA, welche zum zweiten Mal auf dem M’era Luna spielten. Die Goth-Rock-Formation kommt ebenfalls aus unserem Nachbarland. Die Gruppe um Sängerin Simone Simons und Gitarrist Mark Jansen machten mit altbekannten Songs ihre Fans glücklich. Im Hangar fand ich mich heute zum ersten Mal bei SPETSNAZ ein. Das schwedische Duo, welches als neue EBM-Senstion gehandelt wird, wollte ich auch bewundern. Passend zum ersten Lied war Sänger Pontus Stahlberg in „Black and White“ gekleidet. Drummer Stefan Nilsson zog dagegen den Military-Look vor. Mit dem letzten Lied „Apathy“ heizten sie den Publikum noch einmal richtig ein. Mit einem „Hallo M’era Luna“ kamen dann ROTERSAND auf die Bühne. Von Anfang an war eine super Stimmung im Hangar. Im Publikum wurden zwei Fahnen geschwenkt, was die Secutrity aber gar nicht gerne sah und diese sofort konfizierten. Zu „Storm“ gab es einen Gast-Drummer, Mark Jackson von VNV Nation wurde begrüßt und gab sein Bestes. Der weite Weg nach Hildesheim hat sich für die Kanadier THE BIRTHDAY MASSACRE auf jeden Fall gelohnt. Die fünf jungen Männer in Konfirmationsanzug um Sängerin Chibi spielten vorwiegend Songs aus ihrem ersten Album „Violet“. Dafür wurden sie vom Publikum mit viel Applaus belohnt.


Die 1991 von Stephan Groth gegründete Band APOPTYGMA BERZERK folgte im Anschluß auf der Main Stage. Jeder konnte an der kleinen Fahne am Mikrophonständer erkennen, dass die Band aus Norwegen kommt. Für wahre Begeisterungsstürme sorgten zum Beispiel „Soultaker“, „Until the end of the world“, „Non stop violence“, „Kathy’s Song“ und ihr aktueller Hit „Shine on“, der allerdings zwiespältig von alten Fans aufgenommen wurde. Heute folgte der zweite Auftritt von Christian Pohl. Diesmal im Hangar mit seinem Projekt TERMINAL CHOISE. In dreier Formation mit Cap gaben DE/VISION danach eine eindrucksvolle Synthie-Pop Performance zum Besten. Das aktuelle Album „Subkutan“ von Stephan Keth und Thomas Adam orientiert sich wieder mehr an den alten Sachen, sehr zu Freude der Fans. Auch mich konnten sie mit „I’m not enough“ von neuen Album mitreißen. Hörsturz-Gefahr drohte bei MINISTRY: Glück für alle vor der Hauptbühne, die sich mit Ohrstöpseln eingedeckt hatten. In Sachen Lautstärke konnten sie keinem etwas vormachen, doch im Ganzen erinnerte ihr Auftritt an Motörhead für Arme. Doch den eingefleischten Fans gefiel es und sie gröhlten „Just one fix“ und „N:W:O:“ mit.


Nachdem IN EXTREMO die Segel setzten und in niedlichen Ringelhemden eine schöne Show boten, kündigte sich der Headliner dieses Tages mit beeindruckender Bühnendeko an - WITHIN TEMPTATION! Zwischen riesigen Engelsstatuen kam Sängerin Sharon den Adel mit einen gerüschten Kleid auf die Bühne. Der Sound zwischen Metal, Rock und Klassik und die Stimme von Sharon war überzeugend. Dazu noch die Licht-und Pyroshow und ein krönender Abschluß für das M’era Luna war garantiert. Um den Stau auf dem Gelände zu umgehen, machte ich mich kurz vor Ende des Konzertes mit vielen neuen Eindrücken auf den Heimweg. Es war ein wirklich gelungenes M’era Luna Festival 2006.

Text: jvo/i.s.o.
Fotos: i.s.o.




Amphifestival am 22/23.07 2006 am Kölner Tanzbrunnen

Das Amphifestival fand in diesem Jahr zum zweiten Male statt. Doch leider ganz ohne ein Amphitheater, was ein bisschen schade ist. Das Gelsenkirchener Amphitheater gab dem Event im letzten Jahr den Namen und die Kulisse war wunderschön. Ich konnte mich aber mit der neuen Location, dem Kölner Tanzbrunnen, anfreunden. Nicht zuletzt, weil er für mich als Ortsansässige mit einem kurzen Anfahrtsweg verbunden war.


Samstag, 22.07. 2006

Vorbei an den Trümmern der Rheinhallen der Kölnmesse, kam ich pünktlich zu den Trommeln von THIS MORN’ OMINA auf dem Gelände an. Genauso pünktlich find es auch an zu regnen und der Platz unter dem Dach des Tanzbrunnens wurde recht eng. Die Belgier THIS MORN’ OMINA waren auch schon im letzten Jahr der Opener der Festivals. Nachdem CEPHALGY, ausgestattet mir Lichtbrillen, ihren Electro-Gothic darboten, betraten WELLE:ERDBALL die Bühne. Die Welle-Mädels trugen wieder die schönsten Kleider der 50er Jahre und Sänger Honey spendete wieder einen Stück C64 an das Publikum. Im WELLE:ERDBALL- Programm wurde wieder nach „Arbeit adelt“ die Blechtrommel geschlagen und bei „Mensch aus Glass“ wurden wir durch Schautafeln zum Konsumieren angehalten. Außerdem gab es mit „Das Souvenir“ einen Ausblick auf das, im September erscheinende, neue Album „Chaos Total“. Es gibt keinen Auftritt ohne W:E Ballons, dieses Mal sollten sie mit 50 Euro-Scheinen bestückt sein. Leider nur ein Ammenmärchen. Nun wurde es Zeit für den Auftritt des Grafen und UNHEILIG. Zuvor hatte er sich lange am Gothic-Family-Net Stand aufgehalten und sich mit fremder Leute Kindern fotografieren lassen. Jetzt stand er trotz sommerlicher Hitze geschniegelt und gebügelt im Anzug auf der Bühne, um Songs wie „ Freiheit“, „Astronaut“ und „Ich will alles“ zu singen. Da der Zeitplan auf dem Amphi peinlich genau eingehalten wurde, war der Auftritt des Grafen nur 6 Tracks lang. Doch hier gab es dann doch noch eine Zugabe unter anderem mit dem Stück „Sage ja“.


Es ist seltsam wenn sich Vampire bei Tageslicht, und noch dazu bei Sonne, unter das Volk wagen. Doch die Helsinki Vampires THE 69 EYES konnten nicht anders, denn Sänger Jyrki und Co. wurden von den Fans schon sehnsüchtig mit finnischen Flaggen erwartet. Die Band posierte im Skelettoutfit und gab Songs, wie „The Chair“ oder „Devil“ zum Besten. Auf jeden Fall wurde es hier mächtig rockig. Eine gelungene Abwechslung nach dem Electro. Und da ich schon bei der Musikvielfalt bin, muss ich sagen, dass die Bandauswahl für jeden Geschmack etwas hergab. Denn weiter ging es mit den Mittelaltermetallern SUBWAY TO SALLY. Vor der Bühne wurde es aufgrund der Pyroshow noch heißer, aber Feuer gehört ebenso zu einem gelungenen SUBWAY-Auftritt, wie die Hits „Kleid aus Rosen“, „Knochenschiff“ oder „Eisblumen“. Bei Letzterem wurde ein weiblicher Fan auf die Bühne geholt, was diese bestimmt ihr Lebtag nicht vergessen wird. Mittlerweile war auch die zweite Bühne im Theater des Tanzbrunnens geöffnet. Nach einem DJ Intro, begannen hier LOLA ANGST ihrer Kirchenorgel „Lola“ die schönsten Töne zu entlocken. Das Berliner Duo wurde von zwei Tänzerinnen im Tütü bei Songs wie „The Council of Love“ oder „Children of the Dark“ unterstützt. Ein LOLA ANGST –Bus stand übrigens auch als Unterschlupf vor Regen im V.I.P.-Bereich zu Verfügung. Zum Hauptact VNV-Nation wechselte ich wieder zum Mainstage, um den Songs des Wahlhamburgers Ronan Harris zu lauschen. Obwohl es noch relativ hell war, gab es im Hintergrund die typische Videoprojektion. Und nach gut 60 Minuten Electro vom Feinsten, war nach der Zugabe „Beloved“ auf der Hauptbühne musikalisch Schluß, Denn um 22 Uhr musste hier leider schon Ruhe herrschen. Einige Fans hörten sich noch die Lesungen von Oswald Henke, der sogar Sekt verteilte, und Christian von Aster an. Doch die meisten Besucher wechselten in das stickige Theater, um COMBICHRIST zu sehen. Jedoch kam es hier zu einer kleinen Verspätung, denn die Japaner CALMANDO QUAL spukten noch im Dunkeln. Sie waren seltsam kostümiert und ihre Musik schräger Horrorstyle.


COMBICHRIST erschienen ebenfalls auf fast dunkler und nebeliger Bühne, weshalb ich dem Auftritt nicht durchgehend folgte, sondern ab und zu an die Luft ging. Zum Glück entschädigten Tracks wie „Blut Royale“ und „This Shit will fuck you up“ mich ein bisschen. Zum Konzertabschluss spielten noch DIARY OF DREAMS ein gutes Set, wie üblich mit Songs wie „Chemicals“ und „Traumtänzer“. Die Lightshow war hier bemerkenswert und die Temperaturen subtropisch.Wer jetzt noch Lust hatte, konnte noch bis in den frühen Morgenstunden im Theater des Tanzbrunnens weiterfeiern. Hier legten namhafte DJ’s wie Elvis oder Mike K. auf.


Sonntag, 23.07.2006

An diesem Tag konnte man erst einmal ausschlafen, denn es ging zu einer zivilisierten späten Mittagsstunde - 13 Uhr - mit Frozen Plasma los. Nach der Auflösung von Namnambulu gab es jetzt die Gelegenheit für Vasi mit FROZEN PLASMA ein kurzes, aber spritziges Set aus ihrem Debutalbum zu spielen. Mit FAUN ging es folkig weiter. Mit Flöten und Drehleier wurden Songs wie „Rosmarin“ und „Sirena“ gespielt. Die Italiener DOPE STARS INC. waren danach etwas völlig anderes. Sänger Victor Love und Co. sind ganz schöne Poser und am Gesang lässt sich noch etwas feilen. Für mehr Stimmung sorgte dann Douglas McCarthy mit FIXMER&MCCARTHY. Sänger Mc Carthy läuft bei seiner Show immer vor und zurück und es ist nicht einfach ihn fotografisch einzufangen. Das lohnt sich wegen seiner Sonnenbrille, die er fast nie abnimmt auch nicht wirklich. Doch Tracks à la „Destroy“ und „Look to me“ lassen jedes Electroherz höher schlagen. Sogar VNV Nation Frontmann Ronan verfolgte den Auftritt von einem Bühneneckchen aus. Nachdem LETZTE INSTANZ und SAMSAS TRAUM das Publikum richtig angeheizt hatten, drängelten jetzt alle Girlies nach vorne in die erste Reihe.


Die Finnen NEGATIV eröffneten ihr Konzert mit „L.A. feeding fire“. Das ein oder andere Kuscheltier wurde auf die Bühne geworfen und die begeisterten, vornämlich weiblichen Fans schwenkten die finnische Flagge. Sänger Jonne und Mannen haben etwas von Guns and Roses und rockten mit Songs, wie „In my heaven“ und „Moment in our love“. Es gab einen Ausblick auf das demnächst erscheinende dritte Album und nachdem Handtücher und weitere Devotionalien in die Menge geworfen wurden, verließen die Jungs die Bühne. Es hat eine lange Zeit gedauert bis Steve Naghavi mit AND ONE wieder ein paar Konzerte bestreitet. Nach dem gelungenen Auftritt auf dem WGT war dieses hier eines davon. Steve ist immer vorbildlich gekleidet und zieht auch bei 30 Grad im Schatten den Konfirmationsanzug nicht aus. Es war schön wieder die alten Hits, wie „Deutschmaschine“ oder „Krieger“ zu hören. Auch die Einspielungen von Eurythmics „Sweet Dreams“ oder von Depeche Mode kleiden AND ONE Songs in ein neues Gewand. Sehr gut war auch die Coverversion von The Cures „The Walk“. Das AND ONE Stück „Metalhammer“ wurde im Duett mit Bandmitglied Chris Ruiz vorgetragen. Mit der Zugabe „Technoman“ war das Konzert leider viel zu schnell vorbei. Aber ich habe mir schon AND ONEs Herbstauftritt vorgemerkt. Der Headliner an diesem Sonntag waren SCHANDMAUL. Die Münchner boten mit „Drachentöter“ einen wunderbaren Auftakt in ihr Set. Es ist außergewöhnlich wie viele Instrumente die Bandmitglieder auch akustisch beherrschen. Vor einigen Jahren beim Stromausfall auf dem Mühlheimer Castlerock haben Thomas Lindner und Gefolge ihren Auftritt und damit das Festival gerettet. Mit Dudelsack, Schalmei und Flöten gab es viele Tracks von ihrem aktuellen Album „Mit Leib und Seele“. Es wurden, zur allgemeinen Erheiterung, ein paar Geschichten zum Besten gegeben und die Band verließ die Bühne nicht ohne „Walpurgisnacht“ und als Zugabe „Herren der Winde“ gespielt zu haben. Um punkt 22 Uhr war das zweite Amphifestival vorbei.


Bleibt zu sagen, dass das Amphi in sehr geregelten Bahnen ablief. Zeitlich hätte die eine oder andere Konzertzugabe jedoch drin sein können. Wenn auf das Publikum eingegangen wird, ist das Liveerlebnis noch schöner. Sehr lobenswert war die kostenlose Trinkwasserversorgung auf dem Festival. Ein Plus für den Veranstalter etwas gegen die teuren Messepreise für Speis und Trank, beziehungsweise das Verbot Eigenes mitzubringen, zu tun. Jedenfalls glaube ich, dass sich das Amphifestival schon einen festen Platz im Festivalsommer gesichert hat und freue mich auf 2007.

Text: i.s.o.
Fotos: i.s.o.




Castle Rock am 08.07.2006 in Mühlheim/Schloß Broich

Schon zum siebten Mal fand am Samstag den 8.7.2006 auf Schloß Broich in Mühlheim a. d. Ruhr das Castle Rock Festival statt. Ich muss jedoch zugeben, für mich war es das Erste. Das Ambiente des Schlosses ist für solch ein Festival wirklich perfekt. Im Innenhof befand sich die Bühne. Außerdem gab es hier noch Verkausstände mit Klamotten und Schmuck, Merchandise-Stände sowie Ess- und Trinkbuden. Das Verpflegungsangebot, d.h. die Auswahl an Getränken und Speisen war absolut in Ordung. Mit Pommes und Kuchen für je 1,50 Euro konnte ich meinen knurrenden Magen beruhigen und meinen Geldbeutel erleichtern.


Ebenso perfekt war auch das Wetter. Wer nicht mehr stehen konnte und auch keinen Sitzplatz auf den bereitgestellten Bänken fand, hatte die Möglichkeit sich vor den Toren des Schlosses ins Grüne zu legen. An Sonnenschutzcreme hatte ich glücklicherweise schon am Morgen gedacht. Mit fast 2000 Leuten, laut Veranstalter, war das Castle Rock, wie in denletzten Jahren auch, ausverkauft. Hier möchte ich den Veranstalter einmal lobend erwähnen. Wie er uns auf der Bühne mitteilte ist er, zumindest in NRW, der einzige kommunale Anbieter einer solchen Veranstaltung. Ich muss zugeben es ist ihm gut gelungen. Selbst die Bürgermeisterin der Stadt hielt ein kleine Ansprache und lobte das Festival als eine Stärkung der Jugendkultur in der Stadt Mühlheim. Als gegen 13.00 Uhr die ersten Klänge der Band REMEMBER TWILIGHT von der Bühne kamen, saß ich leider noch im Auto. Das frühe klingeln des Weckers an einem Samstag morgen hatte ich einfach überhört.


Aber die zweite Band THE BEAUTIFUL DISEASE hatte dann meine volle Aufmerksamkeit. Der Innenhof war zwar zu dieser Zeit noch nicht voll. Aber mit seiner Stimme schafft es Sänger Chris Goellnitz doch den Funken auf das Publikum überspringen zu lassen. Trotz der sommerlichen Wärme bekamen einige der Zuhörer eine Gänsehaut. In neuer Besetzung gab es THANATEROS zu sehen, mit Cornel Otto (ehemals Scream Silence) am Bass, sowie Maxe Raith an der Gitarre. Schon beim zweiten Stück „Calling Llyr“, welches auf dem letzten Album „Into The Otherworld“ erschien, begann das Publikum mitzuwippen. Das Fazit hierzu: THANATEROS versteht es die Zuhörer mit einer Mischung aus Metallrock und keltischem Folk zu begeistern. Guten straighten Gothic-Rock gab es von SCREME SILENCE, die auch schon 2001 auf dem Castle Rock zu sehen waren. Die Berliner spielten u.a. „Creed“ von ihrer aktuellen Single. Sänger Hardy Fieting schaffte es mit seiner tiefen ausdrucksstarken Stimme den mittlerweile vollen Innenhof des Schlosses in seinen Bann zu ziehen. Es gibt viele Gruppen (z.B.Nightwish Mila Mar, Malochia) bei denen Sängerinen mit ihren einmalige Stimmen einen Konzertbesuch zu einem unvergesslichen Erlebniss machen. Das trifft bei Sängerin Lisa von XANDRIA leider nicht zu. Vielleicht lag es aber auch daran, dass das Konzert kein Ende zu nehmen schien. Ich konnte es auf jeden Fall nur von der Wiese vor dem Tor zu Ende hören.


Seit Gründung der Band im Jahr 1999 hat ASP schon viele Live-Auftritte gehabt. Die Fangemeinde nimmt ständig zu, so dass in den ersten Reihen kaum noch ein Platz frei war. An den Songs von dem letzten Album „Aus der Tiefe“, sowie Evergreens fanden nicht nur eingefleischt Fans Gefallen. Da ich ziehmlich neugierig bin und mir auch keiner der Fans den genauen Grund der Gesichtsbemalung von ASP sagen konnte, hakte ich bei einem kurzen Gespräch mit ihm nach. Falls ihr es auch noch nicht wusste, hier die Antwort: Die Maske symbolisiert eine Metapher für das Leben. Sie soll kenntlich machen, dass jeder im Leben täglich eine Maske trägt. Der Headliner SUBWAY TO SALLY beeindruckte mal wieder mit seiner Bühnenshow. Mit einem Spiel aus Feuer und Schnee wurden aktuelle und alte Hits, wie „Henkersbraut“, „Knochenschiff“ und „Eisblumen“ untermalt. So war das Konzert nicht nur eine Freude für die Ohren sodern auch ein toller Augenschmaus.


Die After-Show-Party fand im Hotel Handelshof statt. Zu Fuß war es 10 Minuten vom Schloss entfernt. Als ich kurz nach 23 Uhr dort ankam, erinnerte mich der Raum eher an einen Abschlußballsaal, mit Parkettboden, ordentlich aufgestellten Tischen und Bedienung. Aber mit viel Nebel war davon bald nichts mehr zu sehen und Dank der Musik von DJ Luke J. B. Rafka konnte ich schon mal mein Tanzbein schwingen. Unterbrochen wurde das ganze von einer Modenschau, die aber leider wegen des Nebels und der schlecht ausgeleuchteten Bühne unterging. Ganz nebenbei gab es an den hinteren Tischen eine Autogrammstunde mit ASP. Da ich direkt einen Tisch weiter saß, konnte ich die anstürmenden Fans gut beobachten und dachte nur, wie gut es ist kein Star zu sein. Ich blicke schon mit Spannung auf das Programm für das 8. Castle Rock. Wenn es genauso gut und abwechslungsreich wie dieses Jahr wird, bin ich auf jeden Fall wieder dabei.


Text: jvo
Fotos: i.s.o.


15. WGT vom 02.06. - 05.06.2006 in Leipzig

Jubiläum beim Wave Gotik Treffen, denn zum 15. Mal war Leipzig, die heimliche Hauptstadt Sachsens, Treffpunkt der Schwarzen Gemeinde aus aller Welt. Nach dem Chaos WGT aus dem Jahre 2000 hätte wohl kaum jemand damit gerechnet, dass dieses weltweit einmalige Festival überhaupt noch eine Zukunft haben könnte. So strömten auch in diesem Jahr wieder rund 20.000 „Grufties“ nach Leipzig, wobei auffällt, dass das Publikum immer internationaler wird und in diesem Jahr das ganz junge Publikum, das die Jahre vorher immer zahlreich vertreten war, dieses Mal bei weitem nicht mehr so präsent war. Verglichen mit den Vorjahren gab es einige Änderungen in Sachen Veranstaltungsorte. Das „Haus Auensee“ und das „Haus Leipzig“ waren nicht mehr im Programm, dafür kamen der „Kuppelpalast“ und der „Kohlrabizirkus“ als neue Spielstätten hinzu. Neu auch, dass bereits am Vorabend des WGT im „Kuppelpalast“ ein Eröffnungsball stattfand, der grossen Anklang fand und wo sich eine Reihe illustrer Gastsänger, unter ihnen unter anderem Wayne Hussey und Das letzte Einhorn (In Extremo) mit der Unterstützung von Pink Turns Blue an selbstgewählten Klassikern der Schwarzen Szene versuchten und hierfür viel Applaus ernteten. Ansonsten bestimmte bereits am Donnerstag, anscheinend neuerdings der Hauptanreisetag zum WGT, die Farbe „Schwarz“ das Stadtbild und die Schaufensterauslagen waren entsprechend daraufhin ausgerichtet.

Einige kritische Anmerkungen sollen an dieser Stelle jedoch nicht fehlen: zum einen erlaubt die neuerlich eingeschränkte Anzahl der Akkreditierungen für die Presse schon lange keine unfangreiche Berichterstattung mehr, so dass man nur noch punktuell über einige der fast 180 Konzerte berichten kann. Vor allem die Arbeitsbedingungen in der AGRA, wo man während der ersten drei Songs bis zu siebzig Fotografen durch den Graben jagt, lassen kaum vernünftige Arbeitsbedingungen zu. Die Internationalisierung ist sicher eine begrüssenswerte Sache, wenn jedoch bereits Freitag morgen eine Gruppe schwerst alkoholisierter Schweden die ankommenden Besucher vor der AGRA mit abfälligen Bemerkungen empfängt und belästigt, hört der Spass auf. Bedenklich sicher auch die Tatsache, dass [:SITD:] während ihres Konzertes in der AGRA einen viel umjubelten Aufruf gegen Neonazis starten, und nur wenige Minuten später einige Vertreter der EBM-Szene abfällige und diskriminierende Bemerkungen von sich geben, ohne dass auch nur einer der Umstehenden hier eingeschritten ist. Erfreulich hingegen, dass die Konzerte der immer wieder mit Argwohn beobachteten Neofolk-Szene absolut friedlich und ohne jede Randale der linksautonomen Szene über die Bühne gehen konnten, und das, obwohl am Samstag der „Anker“ wie auch Montag der „Kuppelpalast“ aus allen Nähten platzten, wie im übrigen auch der „Kohlrabizirkus“, wo Feindflug am Montag abend auftraten und bereits frühzeitig niemand mehr in die Halle eingelassen wurde.(mk)

***Auch ich machte mich in diesem Jahr schon Donnerstag auf nach Leipzig. Es lockte der Jubiläumsball, anlässlich des 15. WGTs, bei dem zahlreiche Künstler ihre eigenen und ihre Lieblingssongs spielten. Erst vorort, im Kuppelpalast, der neuen „Rundlocation“, wurde mir klar, dass live gespielt werden sollte. Begleitband war bei allen Acts Pink Turns Blue. Sie unterstützen, unter anderem, die Auftritte von Das Ich, Veljanov, Myk Jung, Ronny Morrings Wayne Hussey. Dieser WGT-Auftakt war einzigartig und lies die vorausgegangenen Schwierigkeiten bei den Akkreditierungen ein wenig verblassen. Meines Erachtens ist eine vernünftige Berichterstattung nur gewährleistet, wenn pro Medium zwei Redakteure inklusive Fotoerlaubnis zugelassen sind. Bei den zahlreichen Konzerten und oft weit auseinander liegenden Veranstaltungsorten, kommt man alleine nicht weit. Um die Situation in den Fotogräben zu entlasten, sollten die zugelassenen Fotografen nach drei Songs gewechselt werden. Ab und an wurde gewechselt, jedoch nach eineinhalb Songs, was definitiv zu wenig Zeit ist, wenn sich die Bühne in dichten Nebel hüllt oder der Künstler mit dem Rücken zum Publikum steht. Da in Leipzig zur gleichen Zeit übrigens die Bachtage waren, spielten am Donnerstag, abseits vom WGT, noch Laibach im Werk II. (i.s.o.)***

Doch genug der Vorrede, kommen wir